Trennung mit 2 kleinen Kindern - Umgang

    • (1) 10.01.13 - 23:30

      Hallo ihr Lieben,

      ich wollte mal fragen, was ihr davon haltet:

      Mein Mann und ich haben uns nach langem Hin und Her und einer mehr oder weniger ergebnislosen Paarberatung nun doch entschieden, uns zu trennen. Uns fehlt einfach die gemeinsame Basis für eine funktionierende Ehe und die Gefühle sind schon lange auf der Strecke geblieben.
      Wir haben heute mal ganz sachlich darüber geredet, wie es weitergehen soll und sind auf die Idee gekommen, unsere beiden Kinder (1 Jahr und 2,5 Jahre) teils zusammen teils einzeln tageweise zu betreuen und uns jeweils abzuwechseln.
      Haltet ihr das für sinnvoll bei so kleinen Kindern? Wäre evtl. eine andere Variante schonender für die Kinder.

      Ich muss dazu sagen, dass mir nur bei dem Gedanken, meine kleine Tochter auch nur einen Tag lang nicht zu sehen, die Tränen kommen. Ich bin halt immernoch ihre Hauptbezugsperson und würde daran zerbrechen sie zum Beispiel wochenweise abgeben zu müssen. Mein Sohn ist nun natürlich auch noch in einem Alter, wo das alles sehr schwer für ihn werden könnte, aber er hat natürlich auch sehr viel Spaß mit Papa und ist nicht mehr ganz so auf mich fixiert. Ich will es eben für beide so angenehm, wie unter diesen Umständen möglich, machen.

      Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass mein Mann sich nach seinem Studium in diesem Sommer selbstständig machen will und dann höchstwahrscheinlich nicht mehr in diesem Ausmaß für die Kinder sorgen könnte. Dann wären sie wahrscheinlich sowieso mehr bei mir. Ich bin außerdem nach meiner gerade beendeten Elternzeit noch auf Jobsuche und hänge beruflich ein bisschen in der Luft (finanziell bin aber trotzdem abgesichert).

      Über euere Meinungen würde ich mich sehr freuen. Vielleicht sind ja ein paar Tips dabei, die mir helfen, eine gute Lösung für alle zu finden.

      LG, Ophelia79

      • Hallo,
        Das kommt immer darauf an, wie gut ihr euch noch versteht und ob ihr noch normal und ohne Streit kommunizieren koennt. Ich denke das "gemeinsam um die Kinder kümmern" ist gefährlich und gibt den Kindern ein falsches Signal. So hoffen sie auf eine gemeinsame Zukunft. Besser ist eine klare Trennung jedoch mit gemeinsamen Tagen z.B. an Geburtstagen der Kinder, Weihnachten, mal ein gemeinsamer Besuch in einem Freizeitpark weil ein Kind etwas Besonderes geleistet hat,... Und all dies dann natuerlich nur weil der Grund die Kinder sind und immer ohne Streit.
        Ein Wechselmodell mit so kleinen Kindern wird wahrscheinlich sehr schwierig, es sei denn, ihr habt optimale Voraussetzungen. Bei uns ist es so, dass unsere Kinder bei mir leben und ich auch Dafuer den Unterhalt bekomme. Im selben Haus wohnt jedoch auch mein Noch-Mann in einer eigenständigen Wohnung. Es gibt keine "Besuchsregelungen" zwischen uns. Er kann die Kinder sehen, wann immer er will und die Kinder ihn. Es sind ja schließlich seine Kinder.

        Hallo!
        Also ich finde die Variante die Kinder ständig hin- und herzuschieben nicht wirklich gut. Gerade da sie ja noch so klein sind. In diesem Alter brauchen die Kinder regelmäßige Abläufe. Und ich hätte mir nicht vorstellen können einen meiner Söhne im Alter von einem Jahr täglich oder wöchentlich rumzuschieben. Natürlich brauchen die Kinder auch den Papa. Ganz klar. Aber da finde ich es viel sinnvoller, wenn die Kinder regelmäßig am Wochenende dann beim Papa sind. Vor allem in Hinblick darauf, dass dein Mann sich selbständig machen will und dann nachher wohl eher doch nicht mehr soviel Zeit hat. Wenn das mit dem regelmäßigen tauschen dann plötzlich nicht mehr klappt ist es für die Kinder bestimmt nochmal so schlimm.

        Eine Bekannte hat mir auch mal von so einer Lösung erzählt. Da waren die Kinder eine Woche bei der Mama und die darauffolgende beim Papa. Das hat die Kinder aber irgenwie total durcheinander gemacht. Denn bei beiden herrschten andere Umgänge und andere Gewohnheiten. Die Kinder hatten dann natürlich Probleme in der Schule und im Kiga. Und sowas möchte man seinen Kindern ja auch ersparen. Eine Trennung ist schon hart genug. Wobei deine Kinder ja noch sehr klein sind und ich glaube, in diesem Alter können sie das noch leichter verarbeiten. Wobei es natürlich auch immer auf die Kinder und die Situation ankommt.

        Eine leichte Entscheidung ist das mit Sicherheit nicht die da vor euch liegt. Und ich drücke euch die Daumen, dass ihr euch für eine Variante entscheidet, die für alle beteiligten Erträglich ist. #herzlich

        Hallo,
        wir haben uns vor einem Jahr getrennt und leben mit dem 'Wechselmodell'. Unsere Söhne waren bei meinem Auszug knapp 5 und 3 1/2 Jahre alt. Ich habe ihnen vorher meine neue Wohnung gezeigt, sie haben sich ihr Zimmer ausgesucht, nach dem Umzug waren sie erst einen Nachmittag hier, dann eine Nacht, 2 Nächte und so weiter. Nach etwa 4 Wochen waren wir bei einer Woche, jeden Freitag ist jetzt Wechseltag. Das heißt, einer bringt beide in die Kita und der andere holt sie ab. Die Trennung haben wir den Kindern erklärt (wir lieben uns nicht mehr, und bevor wir uns dann dauernd streiten, trennen wir uns bzw ich möchte nicht mehr mit dem Papa zusammenleben). Die Kinder haben auch klar gesagt, daß sie das nicht gut finden, erzählen aber in der Kita stolz von zwei Kinderzimmern und was am Wochenende Tolles unternommen wird. Freunde in der Kita haben schon ihre Mama gefragt, wann sie denn endlich auszieht, damit sie auch so leben können #hicks

        Funktioniert also momentan ganz gut, die Kinder machen alles mit, solange du selber davon überzeugt bist. Wir haben nie mit den Kindern darüber diskutiert. Ist so und fertig. Es gab Situationen, wo ich etwas verboten habe (ich bin strenger als der Vater) und sie wollten dann sofort zu Papa. Darf man auf keinen Fall nachgeben, sie müssen den Wechsel als nicht verhandelbar ansehen. Seither fragen sie zwar bei beiden, wann denn wieder Wechseltag ist, sie freuen sich darauf, aber es gibt kein Gequengel.
        Voraussetzung ist, daß ihr als Eltern miteinander reden könnt. Wir machen zumindest telefonisch Übergabe (Krankheiten, Regeländerungen, Besonderheiten). Wir haben unterschiedliche Regeln und die Kinder kommen damit gut zurecht (unterschiedliche Fernsehzeiten, Einschlafrituale, Benimmregeln, Kleidung rauslegen oder selber raussuchen...), in den ersten Monaten waren aber die ersten 1-2 Tage nach dem Wechseltag deutlich unruhiger.

        Ich arbeite 31 Stunden in der Woche, das kommt mit den Kita-Zeiten gut hin. Der Vater arbeitet voll und benötigt mehrfach die Woche die Hilfe seiner Eltern bzw babysitterin (von der Kita abholen, Abendessen richten).

        Ich lebe mit meinem neuen Partner zusammen, er und die Kinder lieben sich und sie haben dadurch nochmal ein anderes Vorbild als beim Vater (völlig unterschiedliche Männertypen und Umgang in der Partnerschaft). Der Vater hat eine Freundin mit Tochter, dort verstehen sich wohl auch alle recht gut.

        Für die Kinder ist das Wechselmodell gut, wenn die Eltern beide voll dahinterstehen und miteinander reden können. Ich würde auf keinen Fall nach einer Trennung gemeinsame Betreuungszeiten planen. Mach einen klaren Schnitt. Bei so kleinen Kindern würde ich die Wechselzeiten vermutlich kürzer halten. Ich bin immer noch traurig, wenn meine Babys nicht hier sind, aber dafür kann ich abends ausgehen und ausschlafen bzw habe andere Freiheiten.

        Alles wird gut.#sonne
        LG, Kaja.

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