Unterhalt rückwirkend kürzen?

    • (1) 21.02.13 - 15:05

      Hallo,

      ich habe mal ne grundsätzliche Frage:

      Kann man Kindesunterhalt rückwirkend kürzen?

      Folgendes Beispiel:

      Vater zahlt nach Titel Unterhalt für die Kinder.
      Nach einigen Jahren wird von der Ex-Frau eine Steuererklärung verlangt, die er auch macht.

      Begründung von ihr:
      Er bekommt dann ja was zurück und kann das dann gleich für die Kinder mehr zahlen.

      Nur... es kam keine Rückzahlung sondern eine fette Nachzahlung!!!

      Wie verhält sich das denn jetzt? Der Vater hat dann ja die zwei Jahre viel weniger verdient als man eigentlich dachte.

      Kann er rückwirkend den Unterhalt kürzen?
      Jetzt hat er die Kosten an der Backe.

      Und WENN er eine Nachzahlung bekommen hätte, wäre das wirklich in den Kindesunterhalt gegangen?
      Das ist für mich gerade irgendwie unlogisch und irgendwie auch unfair.

      Habt Ihr vielleicht ein paar Gesetzestexte?

      LG Larinchen

      • Ähm nein?

        Ich meine der Vater muss schon seine Finanzen im Auge behalten und wenn er 2 Jahre nicht gemerkt hat, dass er zuviel Unterhalt zahlt bzw. zuviel Einkommen deklariert, ist das sein Problem und nicht das seines Kindes.

        Dumm gelaufen, bzw. falscher Steuerberater.
        lg c

        Hallo!

        Im Unterhaltsrecht sind Rückzahlungen grundsätzlich nicht vorgesehen.
        Selbst wenn sich herausstellt das ein UH-Zahler in der Vergangenheit zu viel bezahlt hat (ein klassischer Fall wäre wenn der UH-Empfänger 'vergessen' hat mitzuteilen das zwischenzeitlich eigenes Einkommen vorliegt) und dies auch zweifelsfrei (per Gericht) festgestellt wird, ist ein Rückzahlungsanspruch eher rein theoretischer Natur, denn es wird grundsätzlich davon ausgegangen das überzahlter Unterhalt "Verbraucht" ist und somit nicht mehr zurück gezahlt werden kann.
        Sollte es allerdings festgestellt werden das der UH-Zahler zu wenig gezahlt hat, so ist eine Nachzahlung natürlich zu leisten, denn er hätte ja damit rechnen das er zu wenig zahlt und entsprechende Rücklagen bilden können.

        Nun zu dem Steuerthema: Es steht dem UH-Zahler jetzt natürlich frei den Unterhalt gerichtlich ändern zu lassen.

        Bezüglich einer Rückzahlung ist diese beim UH dann zu berücksichtigen, wenn der Umstand der für die Rückzahlung verantwortlich ist auch berücksichtigt wird.

        Beispiel: Der KV bekommt eine erhebliche Steuerrückzahlung da er Kinderbetreungskosten absetzen kann. --> Die Rückzahlung wird dann dem Gehalt zugeschlagen, wenn gleichzeitig die Betreuungskosten zuvor bei der Bereinigung abgezogen wurden.

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