Freund lässt mich finanziell komplett hängen - Trennung - welche Rechte habe ich?

    • (1) 20.04.13 - 22:24

      Hallo Ihr Lieben,

      ich bin neu hier und starte gleich mal mit einem traurigen Thema :(

      Ich bin in der 16. SSW und habe mich, als ich von der ungeplanten Schwangerschaft erfahren habe, gemeinsam mit meinem Partner für das Kind entschieden. Wir freuen uns sehr auf den Neuankömmling, leider wird die Schwangerschaft nun durch massive Streits getrübt, die so weit führen, dass ich meinen Freund heute "rausgeworfen" habe.

      Es geht immer um das selbe Thema, das liebe Geld. Ich bin selbständig und haben vor der Schwangerschaft aufgrund einer guten Auftragslage und viel Einsatz meinerseits wirklich gut verdient, konnte mir alles, was ich wollte (im vernünftigen Rahmen) leisten und alles war prima. Nun ging es mir in der Frühschwangerschaft sehr schlecht, ich hatte mit starker Übelkeit und bleierner Müdigkeit zu kämpfen, die es mir unmöglich machte, meine Beruf wie gewohnt auszuüben. Ich muss viel reisen, bei der Arbeit die meiste Zeit stehen und meine Arbeitstage haben in der Regel inkl. Reisezeit um die 12-16 Stunden oder sind mit Übernachtungen verbunden.

      Das habe ich einfach nicht geschafft, weil es mir so schlecht ging und selbst ein Gang zum Supermarkt an manchen Tagen das Maximum war, was ich hingekriegt habe :( ich leide unter der Situation sehr, weil ich meinen Beruf sehr mag und mir die finanziellen EInbußen natürlich auch große Sorgen bereiten.

      Mein lieber Freund steht leider überhaupt nicht zu seinen großen Worten, für unsere kleine Familie da zu sein. Emotional vielleicht, okay, er freut sich sehr aufs Kind, ist, wenn wir nicht gerade streiten auch sehr lieb zu mir, kommt mit zu allen Untersuchungen und ist ein stolzer werdender Vater. Nur wenns ums Thema Geld geht, stoße ich auf taube Ohren, alternativ auf leere Versprechungen.

      Er ist zu mir in meine Wohnung gezogen, hat seine Wohnung behalten und untervermietet und kann partout nicht verstehen, dass ich mir seine Beteiligung an den Mietkosten wünsche. Darüber hinaus bezahlt er zwar ab und zu Lebensmitteleinkäufe, seine Idee mit dem gemeinsamen Haushaltskonto scheitert seit 3 Monaten daran, dass er es nicht hinbekommt, mit seinem Personalausweis zur Bank zu gehen und das von mir bereits eröffnete Konto mit mir gemeinsam auch auf seinen Namen als Gemeinschaftskonto umzuschreiben.

      Ständig funktioniert seine Kreditkarte nicht, von seiner EC Karte findet er den Pin nicht und das Bargeld, was er bei sich trägt, ist schnell für irgendeinen Mist ausgegeben.

      So haben wir jeden Monat den Fall, dass er zu der Miete, die er mir schuldet, sich auch noch bei mir 100-400 Euro leiht, weil er gerade nicht flüssig ist und ICH kann dann wieder dem Geld hinterher rennen.

      ... und ich habe bislang nur über seinen ANTEIL an unseren gemeinsamen Ausgaben gesprochen. Dass ich massive Verdienstausfälle habe und seit 4 Monaten von meinem Ersparten lebe, was nun gegen 0 geht, tangiert ihn scheinbar null und er kommt nicht auf die Idee, mich auch nur ein wenig zu unterstützen. Ich habe das Gefühl, dass ich nun neben meinen Hauptaufgaben "liebevolle Partnerin" und "toughe Geschäftsfrau, die ihr eigenes Geld verdient" mal eben die Aufgabe "Schwanger sein und ein Kind austragen" hinzu bekommen habe - und es ihn nicht die Bohne interessiert, dass ich nicht mehr so kann wie ich gerne würde.

      Neulich sagte er mir sogar ins Gesicht "Stell Dich nicht so an". Da ist mir der Kragen geplatzt.

      ich rege mich beim Schreiben schon wieder auf und wenn ich das hier lese, klingt das, als wären wir die letzten RTL2-Asis.... ich möchte deswegen noch gerne nachschieben, dass es sich bei uns beiden um Erwachsene Ü30 handelt, beides Vollakademiker und geistig zurechnungsfähig.

      Dennoch ist es scheinbar nicht möglich, mit diesem Mann eine erwachsene und partnerschaftliche Beziehung zu führen. Wenn ich ihn auf das Thema Geld anspreche, wird er aufbrausend und unterstellt mir, ich würde "rumstressen" und wäre nur wegen der Schwangerschaft so unerträglich - was ich so nicht sehe, ich fühle mich lediglich verarscht und ausgenutzt.

      Der Streit ist heute morgen eskaliert und ich habe ihn rausgeworfen aus MEINER Wohnung (Jawohl, meine Wohnung!!). Ich habe ihm gesagt, dass ich unter diesem Umständen nicht mit ihm zusammen sein will und wenn ich eh schon alles alleine schaffen muss, dass dann auch lieber ganz täte und auf den ewigen Streit mit ihm verzichten würde. Das ist ja auch Gift für das arme Baby ...

      Nun habe ich ein wenig recherchiert, bin aber noch nicht richtig schlau geworden. Ich hoffe auf Euren Rat und Zuspruch, auch wenns etwas lang geworden ist.

      Kann er sich einfach so aus dem Staub machen und mich schwanger sitzen lassen? Ich habe, wenn es mir aufgrund der Schwangerschaft schlecht geht und ich nicht arbeiten kann, keinerlei Einkünfte und die Fixkosten laufen weiter. Darf er das einfach so?

      Traurige Grüße,
      schongross

      • Fürs Erste kann er Dich so hängen lassen, ja!

        Klar, ist er Dir und dem Kind Unterhaltverpflichtet, aber das erst rechtskräftig ( einklagbar ) nach anerkannter Vaterschaft.Das ginge während der SSW freiwillig beim JA, oder nach der Entbindung per Eintragung in die Geburtsurkunde oder, wenn es hart auf hart kommt Vaterschaftstest.

        Was Du jetzt tun kannst ist ALG II beantragen, Das steht Dir auch als Selbständige zu.

        Außerdem würde ich einen Anwalt aufsuchen und den Sachverhalt schildern und den KV über diesen auffordern sich an den Kosten der Babyausstattung zu beteidigen. Ich würde bei so einem Schmarotzer nur noch die ganz harte Tour fahren!

        Pina

        • Liebe Pina,

          tausend Dank für Deine schnelle Antwort!

          Ich denke, die Vaterschaftsanerkennung wäre gar kein Problem, auch zum jetzigen Zeitpunkt. Er ist ja total Feuer und Flamme und heute fiel auch schon ein Spruch, dass ich ja nicht meinen müsste, dass ich bei einer Trennung das Kind bei mir behalten könnte.

          Da habe ich ihn dann erst mal ausgelacht, so weit gehen meine Kenntnisse im Familienrecht, um zu wissen, dass bei unehelichen Kindern das Sorgerecht im Normalfall erst mal bei der Mama liegt.

          Naja.

          Also angenommen, er würde der Vaterschaft bereits jetzt zustimmen, könnte ich ihn auch schon vor der Entbindung zwingen, mich finanziell zu unterstützen?

          ALG II will ich irgendwie nicht beantragen, ich weiß auch nicht .... irgendetwas sträubt sich dabei in mir, ich hoffe ja, dass ich nun wieder zumindest etwas arbeiten gehen kann und ich finde es unmöglich, dass nun die Allgemeinheit dafür zahlen soll, dass der Typ mich hängen lässt. Da würde ich, glaube ich, vorher eher ein paar wertvollere Dinge aus meinem Besitz verkaufen ....

          Ich denke, bevor ich einen Anwalt aufsuche, schreibe ich ihm noch einmal in aller Deutlichkeit, was ich von ihm finanziell erwarte und welche Kosten in den kommenden Monaten auf uns zukommen. Ich habe nämlich noch nichts fürs Baby angeschafft .... das wird dann lustig werden #gruebel

          Ich habe keine Rechtsschutzversicherung und ich befürchte, wenn ich mit einem anwaltlichen Schreiben auf ihn zukomme, macht er komplett dicht. Er ist ein sehr emotionaler Mensch, der sich sofort angegriffen und ungerecht behandelt fühlt und mit Kritik an seiner Person oder seinem Verhalten gar nicht klar kommt. Ich habe Angst, dass er dann einen auf "ich bin arbeitslos und ich lebe im Ausland" macht und ich das Nachsehen habe.

          Zum Glück sind seine Eltern sehr nett und mögen mich, ich hoffe ja noch, dass sein Vater ihm ins Gewissen redet und wenn alle Stricke reißen für das miese Verhalten seines Sohnes eintritt.

          Die geplante Hochzeit habe ich erst mal abgesagt. Ich seh mich schon alleine trotz Kind für ihn mitarbeiten - nein danke!

          • Falscher Weg: Unterhatlsrecht ist Tricky, die Sache mit dem alleinigem Sorgerecht als unverheiratete Mutter ist auch überholt.

            Bevor Du jetzt falsche Schritte gehst, die Du ja schon zur genüge getan hast ( entschuldige meine offenen Worte ) läßt Du dich erst mal von einem Anwalt beraten. Denn auch wenn seine Eltern Dich lieben, Blut ist dicker als Wasser.

            pina

        • (6) 21.04.13 - 19:23

          "Er ist ja total Feuer und Flamme und heute fiel auch schon ein Spruch, dass ich ja nicht meinen müsste, dass ich bei einer Trennung das Kind bei mir behalten könnte. Da habe ich ihn dann erst mal ausgelacht, so weit gehen meine Kenntnisse im Familienrecht, um zu wissen, dass bei unehelichen Kindern das Sorgerecht im Normalfall erst mal bei der Mama liegt."

          Naja, niemand wird das Kind von der Mutter trennen in den ersten Monaten, wenn sie es stillt. Also erziehen darfst du schon. Du darfst zumindest in der Babyzeit auch "gern" Alleinerziehend sein. Aber dann wird es schon schwieriger. Als Vater hat er ein umfangreiches Umgangsrecht. Also mehrere wöchentliche (mehrstündige) Besuche musst du schon akzeptieren und zwar sofort ab der Geburt und dann eben langsam steigernd... wenn er das will. Und ja, das Sorgerecht wirst du ZUNÄCHST unmittelbar nach der Geburt allein haben, aber wenn er das gemeinsame Sorgerecht haben will, bekommt er es auch schnell. Das Familienrecht hat sich in den letzten Jahren geändert.

          "Also angenommen, er würde der Vaterschaft bereits jetzt zustimmen, könnte ich ihn auch schon vor der Entbindung zwingen, mich finanziell zu unterstützen?"

          Ja. Aber das wäre dann keine gute Ausgangssituation für eine mindestens 18 Jahre andauernde "Partnerschaft". Macht sich immer nicht so gut, wenn der eine den anderen zwingt, erpresst, unter Druck setzt,... Der Vater hat auch so einige Mittelchen, die er einsetzen kann um dir das Leben zur Hölle zu machen. Findet vernünftig eine Lösung, ohne "Zwang".

          " Ich habe Angst, dass er dann einen auf "ich bin arbeitslos und ich lebe im Ausland" macht und ich das Nachsehen habe."

          Dann wird das aber schwer mit dem Umgang. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Also wenn er so stolzer Vater sein will, dann kann er die Nummer nicht bringen.

        • (7) 22.04.13 - 10:07

          wHallo schongross,

          ich hab die bisherigen Unterhaltungen mitgelesen und würde Dir auch raten Dich von einem Anwalt beraten zu lassen. Das erste Beratungsgespräch kostet idR 100-150€.

          Das Verhalten Deines Freundes finde ich unterirdisch...
          Maximaler Versuch wäre dass Du ihn nochmal fragst ob das weiter seine Meinung ist dass er Dich finanziell nicht unterstützen wird. Wenn er dabei bleibt Kommunikation nur noch über Anwalt.

          Zur Rettung der Beziehung könntest Du Dich noch an eine Schwangerschaftskonfliktstelle wenden, die machen auch Gespräche mit den werdenden Vätern und versuchen die wieder einzunorden.

          Warum lässt Du Dich nicht erstmal krank schreiben? Oder hast Du nur den ermäßigten Beitrag und damit kein Recht auf Krankengeld?

          Achso, noch eine kurze Info wg Kindersachen:
          werdende Väter müssen die Babyerstausstattung bezahlen, mindestens sich beteiligen. Darüber hinaus sind sie zu Unterhalt Dir verpflichtet ab dem Zeitpunkt wo Du in Mutterschutz bist. Genaues findest Du zB schön aufgelistet unter http://mein-recht.de/

          Alles Gute Dir!!
          Ich hoffe das ränkt sich alles wieder ein!

    Lass ihn wo er ist (draußen) und beantrage ergänzend ALG2. Parallel wende dich an eine Anwältin, die den dir zustehenden Unterhalt beitreibt.

    Alles Gute

    Manavgat

    (9) 22.04.13 - 11:11

    Moin,

    das hier

    ***
    Ständig funktioniert seine Kreditkarte nicht, von seiner EC Karte findet er den Pin nicht und das Bargeld, was er bei sich trägt, ist schnell für irgendeinen Mist ausgegeben.
    ***

    hat mich sofort auf eine Idee gebracht: Kann das sein, dass er überschuldet ist?

    Geld verplempern und über seine Verhältnisse leben gibts auch unter Akademikern ;-)

    Für mich klingt das so: Er kriegt die Finanzen nicht auf die Reihe, finanziell kommt nichts rüber, es passieren ständig komische Dinge wie Pin vergessen und er wird beim Thema aufbrausend.

    Ich würde einiges drauf verwetten, dass ich recht habe.

    Ich finde daher, Du hast richtig gehandelt. Wenn es ihm mit Euch wirklich ernst ist, wird er auspacken und sich ändern. Andernfalls kannst Du (bei aller Trauer um die verlorenen Liebe) am Ende froh sein, nicht weiter in ein Fass ohne Boden zu investieren.

    LG, Nele

    (10) 23.04.13 - 18:29

    "Kreditkarte funktioniert nicht, PIN vergessen und Bargeld verplempert" klingt für mich auch stark danach, dass da jemand Schulden und / oder arge Probleme im Umgang mit Geld hat. Hast Du ihn darauf mal angesprochen?

    Hallo,

    er ist Dir 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt unterhaltspflichtig. Für das Kind direkt nach der Geburt.

    Du musst also nun staatliche Hilfe beantragen, damit Deine Fixkosten etc. bezahlt werden können. Auch nach der Geburt kannst Du ja nicht direkt mit Deinem Job weitermachen. Ich weiss ja nicht, was genau Dein Job ist, ob Du jemanden einstellen kannst, der Dich dann stundenweise unterstützt und die Aufträge abarbeitet........

    Wenn es Dir bald besser geht, kannst Du vielleicht wieder arbeiten, aber 12-16 Stunden sind für eine Schwangere wirklich zuviel.

    Dein Partner hat keinerlei Verantwortungsgefühl. Er will nicht, das Du von seinem Geld lebst. Er aber schon sehrwohl von Deinem......

    Das wird sich leider auch nicht ändern. Er wird wahrscheinlich denken, dass Du ihn in ein paar Tagen wieder zurücknimmst.......aber das darfst Du nur, wenn er sofort seinen Beitrag auf das Gemeinschaftskonto einzahlt und von seinem Konto einen Dauerauftrag einrichtet.

    Ist er dann auch weiterhin nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen, solltest Du ihn abhaken........

    Ich wünsche Dir alles Gute!;-)

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