Gemeinsames Sorgerecht - wie viel Umgang ist "erstreitbar"

    • (1) 20.05.13 - 01:25

      Hallo zusammen,

      eine Freundin von mir trennt sich gerade von ihrem Ehemann - die gemeinsame Tochter ist 15 Monate.
      Sie hat ein wenig Angst was ihr bzw. ihrer Tochter hinsichtlich Umgangsrecht bevorstehen könnte.
      Gemeinsames Sogerecht werden Sie nach heutigem Stand beantragen, ihre Frage ist nun aber, was ihr Mann im Zweifelsfall gerichtlich bei einer Scheidung "erstreiten" könnte:
      * kann es passieren, dass er das Aufenthaltsrecht für das Kind bekommt und Sie nur Umgangsrecht (soweit ich das im Internet nachvollziehen kann entscheiden Gerichte im Normalfall für die Mutter)
      * wie viel Umgangsrecht kann sich ihr Mann denn gerichtlich erstreiten? Ich bin wie sie der Meinung, dass ein Kind einen(!) Hauptlebensmittelpunkt haben sollte und ein tagsweises (oder ein irgendwie anders gesplittetes Aufenthaltsrecht) Hin und Her der Entwicklung nicht dienlich ist.

      Wäre schön, wenn ich ihr hier ein wenig die Angst nehmen könnte.

      Danke schonmal für eure Erfahrungen.
      Liebe Grüße,
      Maja

      • (2) 20.05.13 - 10:43

        Da sie verheiratet sind, haben auch beide automatisch Sorgerecht sowie Aufenthaltsbestimmungsrecht. Da muss keiner was beantragen.

        Umgangsrecht hat damit nichts zu tun, er hat es als Vater so oder so und das Kind hat schließlich auc Recht auf Umgang mit ihm.

        Wovor hat sie konkret angst?

        Sie sollten sich einigen, wie der Umgang aussehen soll, zur Beratung würde ich empfehlen mal einen gemeinsamen Termin beim Jugendamt zu machen.

        lg,verena

        • (3) 20.05.13 - 10:53

          Hallo Verena,

          es ist ja auch das Ziel das gemeinsam für das Wohl des Kindes zu entscheiden, die Frage ist eher - was wenn die Meinungen darüber sehr auseinander gehen was für das Kind das Beste ist?
          Wenn er z.B. der Meinung ist, dass eine 50:50 - Regelung mit jeden 2. Tag im Wechsel das Beste für das Kind ist - oder noch Schlimmer: wenn er an "seinen" Tagen aus beruflichen Gründen keine Zeit hat, dann holt sie halt die Oma oder Opa und kümmert sich um sie - nur um des maximale an "gemeinsamem Sorgerecht" rauszuholen.
          Kann das ein Gericht unterbinden oder wie entscheidet es, wenn die Vorstellungen zum Wohl des Kindes hier zu sehr abweichen?

          Ich bin Kinderkrankenschwester und in meiner Ausbildung mit diesem Thema durchaus in Berührung gekommen und bin ebenfalls der Meinung, dass ein gemeinsames Umgangsrecht dem Kinde dient, aber eben nicht um jeden Preis - zu viel Hin und Her und keine klare Linie, ggf. dann noch mit 3-4 wechselnden "Erziehenden" kann viel mehr kaputt machen als es dienlich ist.

          lg, maja

          • (4) 20.05.13 - 12:04

            Du verwechselst Sorgerecht mit Umgangsrecht!

            Natürlich sollten sie sich einigen, deshalb ja auch Beratungsgespräch biem Jugendamt!

            Wenn an seinen Umgangstagen Oma und Opa sich ums Kind kümmern hat dies auch nichts mit dem Sorgerecht zu tun! Sehe ich auch nicht alsd Problem an. Und weiss auch nicht was schlimm daran sein soll.

            Ich weiß ja nicht inwieweit die beiden schon darüber gesprochen haben, aber deine Freundin sollte für Lösungen offen sein und auch kompromissbereit.

            • (5) 20.05.13 - 12:17

              Sie ist ja offen für eine gemeinsame Lösung.

              Aber ganz ehrlich - glaubst du dass es wirklich das Beste für das Kind ist, wenn sie ihre Tochter Montags zur Tagesmutter bringt, er sie abends abholt und dienstags hinbringt, sie das ganze dann wieder mittwoch, abends holt sie dann die oma ab, weil er z.B. Nachtschicht hat, Donnerstags dann wieder sie und freitags holt sie der Opa und das Wochenende beim Vater usw.?

              Ich bin der Meinung dass das ihrer Tochter nicht gut tut - sie hat kein Zuhause wo sie sich wirklich heimisch fühlt - ich halte eine Regelung mit jedem 2. Wochenende und 1 Tag unter der Woche für absolut ausreichend um dem Kindswohl das beste zu bringen.

              Ich bin selbst gerennt lebend und wir handhaben das so und wir kommen damit super klar und unserem Sohn tut es auch gut - sie hat Kontakt zu Papa und den Großeltern, aber sein "Zuhause" ist halt bei mir.

              Mir ging es ja nur um die Frage, ob das gericht das gegen den Willen der Mutter durchsetzen kann, nur weil der vater und die Großeltern das so wollen.

              lg, maja

              • (6) 20.05.13 - 12:56

                Der Vater darf, wenn er Umgang hat, entscheiden ob er oder Oma und Opa das Kind betreuen. Da entscheidet das Gericht erst einmal gar nicht.

                Ob dann so ein hin und her dem Kindeswohl förderlich ist, das steht ja auf einem ganz anderen Blatt.

                Aber das Gericht kann nicht sagen "So, Herr Müller! Wenn sie ihr Kind bei sich haben, darf es aber nur von ihnen betreut werden. Oma Erna hat da nix zu suchen".

                Cloti

                • (7) 20.05.13 - 12:59

                  Ok, das heißt aber es kann sein dass das Gericht eine halb - halb Betreuung anordnet auch wenn die Mutter das aus irgendwelchen Gründen nicht will?

                  • (8) 20.05.13 - 13:11

                    Uf, da komme ich nu nicht weiter. Das Gericht wird denke ich erst einmal darauf setzen das sich die beiden Parteien gütlich einigen. Haben die beiden denn jetzt schon besprochen wie sie es sich vorstellen?

                    Ich mein nu die Pferde scheu machen, wenn er gar kein Problem mit der zwei Wochen Lösung hat, bringt ja nichts. Aber auch sie sollte bereit sein, im etwas entgegen zu kommen.

                    Ich Arbeite in einer Kita, und Kinder sind häufig flexibler als wir Großen uns das vorstellen. Und häufig liegt beim Umgang nicht das Problem das die Kinder kein "festes" Zuhause haben. Sondern das sie die Zerissenheit und die Konflikte der Eltern mit tragen und bekommen.

                    Gehen beide Parteien freundschaftlich miteinander um und machen kein Drama aus dem Umgang ist das für viele Kinder überhaupt kein Ding, mal hier und auch mal hier zu sein.

                    Wenn nun aber die Mutter auf ganz stur stellt ( ist jetzt nur ein Beispiel) und das Gericht so den Eindruck erhält, sie will halt einfach nicht schon aus Prinzip. Könnte das Gericht gewiss so entscheiden.

                    Aber davon lese ich hier bei Urbia eher selten. Aber wenn der Vater den 50:50 Umgang beantragt, und das Gericht keinen triftigen Grund findet, könnte es so oder zumindest schon einen höheren Umgang als den Zwei Wochen Wechsel festlegen.

                    Hallo,

                    wovon ist hier eigentlich die rede.

                    Das Gericht entscheidet doch erst dann wenn die Eltern sich nicht einig sind.
                    Ist der Umgang zwischen den Eltern einvernehmlich geklärt braucht und will das Gericht auch nichts anderes entscheiden.

                    So ein Umgangsrecht der hier beschrieben wurde, das jeden Tag ein anderer fürs Kind zuständig ist, bedarf ja ein hohes Maß an Organisation. Das klappt ein oder zwei Wochen mehr nicht, denn was wenn jemand nun nicht kann wegen Krankheit oder anderer Termin??? Außerdem ist es lachhaft und auch jedes Gericht würde sich über so ein Umgangsrecht am Kopf fassen.

                    In der regel entscheidet wenn das Gericht es den muß da die Eltern sich nicht einig sind für jedes 2. Wochenende von Freitag bis Sonntag. Sollte der Vater am Freitag die Betreuung wegen arbeit selbst nicht gewährleisten können, wird der Vater gefragt ob es ihm ausreicht oder er erhält einen Tag in der Woche dazu mehr nicht.

                    Anders herum muß man nicht den heutigen Stand sehen sondern in die Zukunft.
                    Wenn deine Freundin in der Zukunft einen anderen Partner hat ist es für alle beteiligten besser das das Kind einen festen Mittelpunkt hat ob beim Vater oder bei der Mutter.
                    Ebenso kann man bei einer vernünftigen Regelung besser planen das gilt für die Mutter als auch für den Vater.

                    Sie ist die Mutter und kann auch vor Gericht ihre Meinung zum Wohl des Kindes äußern.
                    Sie sollte auf jeden Fall sagen das das Hin und Her nicht zum Wohl des Kindes ist und es eine vernünfige planbare Regelung her muß mit der alle leben können.
                    Bei der Regelung mit Oma und Opa usw. sind ja Umstände die man heute noch nicht weiß garnicht mit einbezogen worden. Auch Oma und Opa können krank werden und auch mal Termine haben.

                    Die Hauptzeit sollte in jedem Fall bei der Mutter sein. Sie muß natürlich auch die Betreuung zeitlich gewährleisten können. Kann Sie das nicht wegen arbeit oder anderen Dingen und der Vater hat wegen Schichtarbeit mehr Zeit fürs Kind kann das Gericht auch anders entscheiden.
                    Ist deine Freundin zuhause und kümmert sich jetzt auch ums Kind besteht kein Grund sich sorgen zu machen.

                    Grundsätzlich muß die Mutter sich auch vor Gericht nichts vorschreiben lassen. Sie sollte Argumente parat haben zum Wohl des Kindes. ich war selbst vor Gericht wegen Umgang. Sie sollte sich fürs Kind einsetzten und nicht schweigend da sitzen. Das Gericht hört sie an und wenn Sie ein vernünftigen Vorschlag zum Wohl des Kindes macht ist das in Ordnung.

                    Gruß

                    (10) 20.05.13 - 15:33

                    BEVOR das Gericht irgendwas entscheidet und festlegt, muss viel Wasser den Strohm runterfliessen. Aber WENN es keine Einigung gibt, Mediation, Vermittlung etc. alles ausgeschöpft sind und nichts mehr zu machen ist, DANN entscheidet das Gericht zum Wohl des Kindes, zur Not auch gegen den Willen der Mutter.

                    Wovor hat Deine Freundin Angst und aus welchem Grund?

                    lg c

                    • (11) 20.05.13 - 15:45

                      Ich denke im Wesentlichen vor den beruflich sehr unplanbaren, wechselhaften Arbeitszeiten ihres Mannes und der damit verbundenen vielen Zeit mit Oma - diese wiederrum drängt ihren Mann sehr auf diese hälftige Teilung um ihr eins reinzuwürgen, weil sie sie seit der Trennung hasst.

              (13) 20.05.13 - 13:11

              " ich halte eine Regelung mit jedem 2. Wochenende und 1 Tag unter der Woche für absolut ausreichend um dem Kindswohl das beste zu bringen."

              Würdest du das auch im umgekehrten Fall für "das Beste" halten? Wenn du dein Kind so selten siehst? Wäre diese Regelung gann auch immer noch so toll für dich?
              Die Idee,dass das Kind jeden Tag von Mutter zu Vater wechselt,ist Blödsinn,da hast du recht.Und da wird sicher auch kein Gericht zustimmen. Aber wenn die Eltern nah genug beiander wohnen,warum dann nicht soviel Umgang wie möglich trotz Lebensmittelpunkt nur bei einem Elternteil? DAS wäre gut fürs Kind.

              (14) 20.05.13 - 13:36

              also gegen den Willen der mutter wird das Gericht nichts durchsetzen, es wird nämlich erstmal geschaut, dass sich da beide Eltern einigen. Geht auch ohne Gericht. Ich halte übrigens alle 2 Wochenenden plus1 Tag in der Woch für zuwenig bei so einem jungen Kind. Nein, so ein hin und her wie du beschriebst würde ich nicht wollen. ABER was steht eigentlich als Einigung im Raum? Wieso wird erstmal vom Schlimmsten ausgegangen ohne dass die Eltern sich mal zusammen setzen?

              Wie schon geschrieben, beide zum Gespräch zum JA, falls es anders nicht klappt. Dort kann man helfen und Lösungen aufzeigen die für beide und vor allem fürs Kind gut sind. Es geht nämlich nicht um den Willen der Mutter oder den Willen des Vaters. BEIDE sollten schauen, was fürs Kind gut ist!

              (15) 20.05.13 - 15:22

              "Ich bin der Meinung dass das ihrer Tochter nicht gut tut - sie hat kein Zuhause wo sie sich wirklich heimisch fühlt - ich halte eine Regelung mit jedem 2. Wochenende und 1 Tag unter der Woche für absolut ausreichend um dem Kindswohl das beste zu bringen."

              Da du aber auch so mit deinem Sohn lebst - dreh den Spieß doch mal um. Würde es dir dann noch immer "so gut gefallen"? Wenn dein Sohn nun sein Zuhause beim Papa hätte und dich dafür ab und an besuchen würde? Der Punkt ist, dass das Wechselmodell für die Kinder das Optimum darstellt nach der Scheidung der Eltern WENN beide Elternteile wirklich bereit sind, dieses Modell zu leben. Sie haben weiterhin mit beiden Elternteilen gleichmäßig Kontakt. Jedes andere Modell schränkt den Kontakt zu einem Elternteil massiv ein.

    (16) 20.05.13 - 15:06

    Hallo Maja,
    wenn es tatsächlich ihr EHEmann ist, dann haben sie ohnehin GEMEINSAMES Sorgerecht und GEMEINSAMES Aufenthaltsbestimmungsrecht. Da braucht sie nichts zu befürchten, zu beantragen oder zu erstreiten. Das haben beide schon.
    Bei einem Kind im Alter von 15 MONATEN, muß eine Mutter entweder das Kind nicht wollen, oder arg gegen das Kindeswohl verstossen haben, damit irgendein Gericht Deutschlands ihr das Kind wegnimmt und es zum Vater gibt. Je älter die Kinder werden, desto höher werden die Chancen des Vaters - aber bei so jungen Kindern, sind die Chancen gleich null. Wenn sie nun noch stillt, hat er gar keine Chance.

    (17) 20.05.13 - 21:44

    hallo,

    da du nicht schreibst, wie beide eltern sich bisher ums kind gekümmert haben, kann man nur zu dem antworten, was du an informationen schreibst.

    wenn deine freundin der meinung ist, ein kind sollte nur einen hauptlebensmittelpunkt haben, sollte sie sich nicht trennen.
    denn nur so wird sie dem kind diese konstellation ermöglichen.

    oib sie es will oder nicht, wenn der vater sich um sein kind kümmern möchte, dann wird das kidn ab nun in zwei welten aufwachsen. wie ausgeprägt ist eine andere sache.
    und wie sich das ganze gestalten wird, hängt maßgeblich von den eltern ab.

    der vater hat genauso ein recht auf das kind, wie das kind einen recht auf seinen vater hat. und da ist es nahezu unerheblich, ob der mutter das nun gefällt oder eben nicht.

    die eltern sollten eine ebene finden als eltern weiterhin gut zusammen zu arbeiten, zu funktionieren, auch wenn es als paar nicht mehr klöappt. ein schlechter partner, kann ein toller vater sein;-)

    lg

    (18) 21.05.13 - 13:27

    "wie viel Umgangsrecht kann sich ihr Mann denn gerichtlich erstreiten? Ich bin wie sie der Meinung, dass ein Kind einen(!) Hauptlebensmittelpunkt haben sollte und ein tagsweises (oder ein irgendwie anders gesplittetes Aufenthaltsrecht) Hin und Her der Entwicklung nicht dienlich ist.
    "

    Das ist doch wunderbar.
    Dann seid der Entwicklung des Kindes doch dinelich unt lass das Kind beim Vater.
    Ein Hauptlebensmittelpunkt, perfekt nach Eurer Meinung

    • "Dann seid der Entwicklung des Kindes doch dinelich unt lass das Kind beim Vater."

      Sorry, da war ich wohl zu schnell mit dem Schreiben...:-)

      Dann seid der Entwicklung des Kindes doch dienlich und lasst das Kind beim Vater.

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