Wie und wann habt Ihr Euch getrennt?

    • (1) 03.06.13 - 16:58

      Hallo.

      Ich bin 21 Jahre mit meinem Mann zusammen, davon 1 Jahr erst verheiratet. Wir haben zwei Kids, 2,5 J. und 9 J.

      In den letzten 2 Monaten habe ich gemerkt, dass ich meinen Mann nicht mehr liebe. Respekt und Vertrauen und Freundschaft sind da, aber von meiner Seite keine Liebe mehr. Ich kämpfe die ganze Zeit gegen mich, ich möchte unsere Familie nicht kaputt machen, aber ich komme nicht dagegen an. Ich möchte niemandem was vorspielen, weder Mann, Kindern oder mir. Weiter merke ich, dass ich hier als raus muss. Alles engt mich ein. Dazu kommt, dass ich Gefühle für einen anderen Mann habe (kein Verhältnis oder Dates oder irgendwas in der Richtung), was mir zeigt, dass es an der Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen. Vor wenigen Wochen habe ich bei meinem Mann bereits angesprochen, dass ich im Moment nicht weiß, wie es weitergehen soll, weil ich nicht denke, dass von unserer Liebe noch soviel übrig ist, dass es die nächsten Jahre reichen würde. Er hat erstmal garnichts dazu gesagt, hatte Tränen in den Augen und ist danach gleich auf die Rolle gegangen mit seinem Kumpel. Für seine Nerven war das schon zuviel, er ist Epileptiker und dadurch hat er für vieles auch nicht mehr den Nerv oder die Kraft.

      Es sind 21 Jahre, auf die wir zurückblicken können. Jugendliebe. Es wird schwer sein, nach so einer Zeit einen Neuanfang zu starten. Aber ich muss dazu sagen, nach dieser langen Zeit habe ich festgestellt, dass viele Grenzen überschritten wurden. Unmerklich, unwiderbringlich.

      Ich habe Angst vor dem, was auf uns zukommt. Mein Mann kann ganz gut austeilen, wenn wir uns trennen, kommt nach dem Schock und der Traurigkeit und der Enttäuschung die Wut und der Zorn, und da will ich nicht mit den Kids in seiner Nähe sein. Aber so schnell werde ich keine neue Wohnung finden. und die Kids von einer Alternative zur nächsten zu "schleppen" will ich nicht.

      Ich bin ziemlich überfordert und weiß nicht, wie mein Leben ohne ihn aussehen kann. Aber ich habe das Gefühl, dass eine Trennung notwendig ist. Aber so zwischen Tür und Angel geht das nicht, vor allem wegen seiner Krankheit ist Fingerspitzengefühl angesagt.

      Jetzt bin ich am überlegen, wann ein Trennungsgespräch am sinnvollsten ist. Am Wochenende sind die Kids nicht da, da plant aber mein Mann schon die Abende für uns. Und nächste Woche wäre der Große auf Klassenfahrt, so dass er vom ersten "Übel" garnichts mitbekommen würde. Die Zeiten der schriftlichen Tests sind dann auch vorbei, so dass er in der Schule nicht groß abfallen könnte, danach sind die Sommerferien, so dass bis zum nächsten Schuljahr genügend Raum für ihn bleibt, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass seine Eltern sich getrennt haben.

      Vllt. könnt Ihr mir aus Eurem Erfahrungsschatz berichten .

      Viele Grüße und Danke, 004

      • (2) 03.06.13 - 20:26

        Bei uns war es das verflixte 7. Jahr, in dem alles den Bach heruntergegangen ist. Wir waren nicht verheiratet, das 2. Kind war gerade noch 3 Wochen in meinem Bauch, als ich feststellen musste, dass der Herr seit einem halben Jahr eine Affäre hat. Sprich die Kinder waren noch recht klein (die Große 4, als wir uns dann endlich getrennt hatten). Ich finde es auch wichtig, einen Zeitpunkt abzupassen, der auch für die Kids nicht so riesigen Rattenschwanz mit sich zieht (in dem Fall auch bei dir diese Gelegenheit nutzen, wo das Kind nicht da ist). Klar, v.a. dein großes Kind wird trotzdem unter der Situation "leiden", aber das wird es auch in einem kaputten Elternhaus. Könntest du dir vorher vorstellen, eine Paartherapie anzufangen? Total aus der Ofen bei euch? Gar nix mehr zu machen? Kein Grund, eine Beziehung weiterzuführen, "nur" weil Kinder im Spiel sind oder man so lange zusammen ist, keine Frage. Aber alle Optionen würde ich da schon in Betracht ziehen vor einer endgültigen Trennung.

        LG und alles Gute,
        palomita

        (3) 04.06.13 - 07:42

        Warum hast du geheiratet?

        Ihr ward so lange zusammen und jetzt, nach nur einem Jahr Ehe, willst du dich trennen.

        Solchen Trennungsgedanken hat man doch schon lange lange vorher, man wacht doch nicht einfach eines Morgens auf und weis das man sich trennen will, besonders bei gemeinsamen Kindern?
        Hast du ihn schon mit diesen Gedanken geheiratet?

        Zu dem Rest! Fingerspitzengefühl? Wie trennt man sich von jemandem mit Fingerspitzengefühl? Wenn der andere damit nicht rechnet ist es immer wie ein Schlag in den Magen. Ob du nun kurz und bündig sagst das du dich trennen willst oder ob du "erstmal" für eine Trennung auf Zeit plädierst, es wird immer hart.

        Ich habe mal den Fehler gemacht mich mit den Worten "ich muss mir erst mal klar werden was ich will" dieses ging dann über in "ich weis nicht ob ich dich noch liebe" zu guter letzt musste ich richtig brutale Geschütze auffahren weil Er sich immer noch Hoffnung machte.

        Seitdem lebe ich das "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"

        Hallo,
        Du sprichst hier von Deinen Gefühlen.....auch von Gefühlen für einen Anderen..
        Ob so etwas ein Signal ist, ich glaube nicht.

        "Ich habe Angst vor dem, was auf uns zukommt. Mein Mann kann ganz gut austeilen, wenn wir uns trennen, kommt nach dem Schock und der Traurigkeit und der Enttäuschung die Wut und der Zorn, und da will ich nicht mit den Kids in seiner Nähe sein"

        Ein interessanter Standpunkt.
        Vielleicht wird der Zorn Deines Mannes gar nicht so groß sein wenn es gerecht zugeht und Deinem Mann z.B die gleichen Optionen wie Dir bleiben.
        Die Kinder sind hier ein Knackpunkt.

        Was für Gedanken hast Du die diesbezüglich gemacht? Wirst Du Deinem Mann, wenn er es möchte und organisieren kann, zugestehen die Kinder im gleichen Maße zu betreuen wie Du es für Dich vorgestellt hast?
        Ich bin mir sicher das es für Deinen Mann und für fast alle Männer um einiges leichter wird eine Trennung zu überstehen wenn sie merken das sie nicht gleich alles verlieren.

        Mach Dir darüber mal Gedanken und überlasse es Deinem Mann wie er eine Betreueung organisiert und versuche keine Gründe für Dich zu finden die dagegen sprechen.
        Vielleicht ist so eine Trennung dann deutlich einfacher als Du denkts...
        gruß
        my-opinion

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