Der Vater will ein Umgangsrecht von mindestens 50/50

    • (1) 15.09.13 - 21:53

      Hallo Zusammen,

      habe hier schon einige Beiträge gelesen finde aber keine passende Antwort zu meinem Problem.

      Seit November 2012 lebe ich getrennt von meinem Mann, allerdings gemeinsam mit ihm in unserem (nicht abbezahlten) Haus. Die Trennung wollte ich, da ich die ewigen Streitereien nicht mehr ertragen konnte. Die Ehe lief auf der Basis, das im Endeffekt immer das getan wurde was mein Mann wollte. Wir haben Schulden ( das Haus und Dispo bis zum Anschlag überzogen) trotzdem hat mein Mann das Geld zum Fenster rausgeschmissen, immer mehr Kredite aufgenommen und ich habe die Sorgen nicht mehr ertragen. Jeder Kampf um Einsicht war erfolglos. Gleichzeitig war mein Mann immer unzufrieden und nichts konnte ihm Recht gemacht werden.

      Wir arbeiten beide. Ich arbeitete 40 Stunden, er 35. Die Einsicht, das das abholen und bringen der Kinder zur Kita geteilt werden mußte, stieß bei ihm auf Unverständnis. Er holte sie zwar ab, aber er zeigte seinen Unmut darüber deutlich am Verhalten zu mir und zu den Kindern. Erst als meine Mutter dann auch mal sagte er würde schließlich weniger arbeiten und müßte sich dann auch mal einbringen half. Allerdings auch mit Unmut und das war erst kurz vor Einschulung meiner Tochter letztes Jahr.
      Sein sich um die Kinder kümmern beschränkte sich auch auf das abholen bzw bringen. Das Essen machen, Wäsche waschen mit den Kindern spielen( letzteres hat er gemacht aber nur wenn er Lust dazu hatte) jegliche Organisation , zuhause bleiben bei Krankheit , Arztbesuche , Fahrten zu Hobbies beließ er mir. Er ging nach der Arbeit erstmal schlafen ca 16:30 und stand oft erst 18:00 oder 19:00 wieder auf um sich vor den Fernseher oder PC zu setzen. Während meiner Elternzeit ging er nicht einmal mit den Kindern alleine auf den Spielplatz oder unternahm etwas ohne mich mit ihnen.

      Nun zu meinem Problem, nachdem ich den Trennungswunsch bekannt gab und gleichzeitig auch bekannt gab, das ich an einer friedlichen Trennung interessiert war. Was bei mir hieß bis wir die Dispos ausgeglichen haben (aussicht auf Auszahlung eines Bausparvertrages) leben wir getrennt im Haus, damit jeder relativ gut einen neuen Start hat. Die Kinder sollten anschließend nach meinem Wunsch bei mir leben. Da ich damals noch mehr arbeitete als er, dachte ich er könnte die Kinder ja weiter abholen und ich würde sie mir dann nach der Arbeit holen oder er sie bringen. Das gefiel ihm garnicht. Auf einmal versuchte er mich aus dem Haus zu klagen und das Aufenthaltsbesimmungsrecht für die Kinder zu bekommen. Ich hatte, da ich mittlerweile psychisch schwach war eine Mutter-Kind-Kur beantragt. Die hat er vernichtet. Hat bei meiner Krankenkasse angerufen, das das nicht die richtige Kur wäre, war in der Schule hat dort die Lehrerin auf seine Seite gezogen, war beim JA hat dort wohl auch die Bearbeiterin auf seine Seite gezogen, zumindest hatte ich den Eindruck als ich mit ihr sprach. (Sie war schonmal im Jan 2012 bei uns, weil mein Mann mir im Sept 2011 die Autoreifen zerstochen hatte, als ich schonmal gehen wollte. Damals habe ich noch gesagt ist nicht so schlimm, da ich noch meine Ehe retten wollte.) Als ich dann jetzt bei der Trennung soweit am Boden war das ich nur noch heulte , versuchte mein Vater zu vermitteln. Er hatte auch meinen Mann gebeten in sich zu gehen, mit dem Ergebnis, dasdieser wieder davon absah mich aus dem Haus zu klagen und sagte, wenn ich ausziehe leben die Kinder bei mir. Noch dazu mußte ich meine Arbeitszeit kürzen, da er der Meinung war, wenn ich mich denn um die Kinder kümmern will, dann soll ich das auch tun und sie bringen und abholen.
      Nun sind 10 Monate vergangen. Bis auf kleinere Differenzen, wegen 50/50 Teilung der Kosten, Umstellung der Steuerklasse usw also um Geld, lief alles relativ ruhig ab. Auch hier wieder auf der Basis, wenn es nach seinem Kopf ging war ruhe.
      Nun ist aber der Zeitpunkt der Trennung( konten sind glatt) gekommen und der Krieg geht von vorne los. Er war beim Anwalt und wollte das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich gehe davon aus, das der Anwalt ihm den Zahn gezogen hat, denn nun setzt er mit aller Gewalt und ohne Rücjksicht auf die Kinder seinen Wunsch nach mind 50/50 Umgangsrecht um. Ich wurde nicht gefragt, nur informiert. Diskussionen zwecklos. Heißt er wohnt Mo/Di auf dem Campingplatz und ich soll mich um die Kids kümmern, Mittwochs holt er die Kids( nun beide in der Schule) von dort ab und will das ich mich komplett raushalte, da ja "sein Tag" ist, genau wie Donnerstags. Deshalb hat er jetzt schon mit den Kids unterhalb der Woche auf dem Platz übernachtet. Dann wollte er sie bis Freitag bringen und abholen inkl. Tagesbetreung durch ihn und dann wechselndes Wochende. Dieses Wochenende ist "meins". Ich bin damit aus oben genannten Gründen nicht einverstanden. Nochmal : 1.Wir wohnen noch immer unter einem Dach. Der CP macht mitte Okt. zu. 2. Er kümmert sich nur wenn er will. 3.Er streitet vor den Kinder, obwohl ich sage das ich das nicht will 4. Er macht mich vor den Kindern schlecht.( Mama wird sich aufdrängen wollen, Ja tut mir leid aber Mama will das nicht kaufen) 5. Er besticht die Kinder ( Mc Donalds, Geschenke)6. Er sagt er will kein Zahlvater werden. Dazu muß ich auch noch sagen, es ist die zweite Trennung für ihn mit Kindern. Und seine großen haben bei ihm einen Titel eingeklagt. Nach dem Auszug will ich auch kein Wechselmodel aus diesen Gründen. Ich will Sicherheit und Beständigkeit für unsere Kinder.

      Meine Anwältin riet mir von einem Auszug mit den Kindern ab, da er schon mit einer einstweiligen Verfügung gedroht hat.
      Wir haben nun unabhängig voneinander einen Termin zur Information beim Mediator vom Jugendamt. Ich denke aber das es zwecklos ist, da ich von meinen Wunsch ( siehe oben) und er wie immer auch nicht von seinem Wunsch abweichen wird.

      Was sagt ihr dazu, wie stehen die Chancen, wenn ich einer Mediation nicht zustimme und vor dem Familiengericht den Aufenthaltsort bei mir einklage?
      Ich hab total Schiß, das er mit seinem Model durchkommt, da ich ja jetzt wieder zurückgesteckt habe um die Kinder nicht mit auseinandersetzungen zu belasten und er sagen wird, " das funktioniert doch schon".

      Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, das er zu meiner Tochter sagt , ich helfe dir heute nicht, da ist die Mama heute zuständig und es nur darum geht die Hose zuzumachen. Was soll das dann in Zukunft werden. Übrigens hat er die Mutter seiner großen auch vor Ihnen schlecht gemacht und er kann nicht mit mir reden ohne zu streiten. Das sind doch alles keine Voraussetzungen.

      Bitte sagt jetzt nicht freu dich doch, wenn er sich kümmern will. Zu anderen Zeiten hätte ich mich jederzeit gefreut, zum jetzigen Zeitpunkt geht es aber nur darum mir weh zu tun.

      Danke für Eure Geduld und Eure Antworten

      • Hallo,
        wir haben das Wechselmodell wochenweise. Klappt ganz gut für die Kinder, aber das sehe ich bei Deiner Schilderung nicht so 'harmonisch'. Ich würde so umfassend wie möglich mit dem Jugendamt arbeiten, eine Mediation suchen, um guten Willen zu zeigen. Und alles dokumentieren, was er sagt und macht.
        Aber jeder getrennte Wohnungen. Das mit dem Campingplatz ist doch irrsinnig. Hab ich auch nicht verstanden. Bleibst Du im Haus und er ist auch dort an seinen Tagen? Oder Kinder auf den Campingplatz?
        Und ich würde mir Rat bei einem zweiten Anwalt holen.
        Viel Kraft wünscht Kaja.

        • Vielen Dank Katja, nein an seinen Tagen macht er das wie er es will. Den einen Tag bleibt er im Haus wo auch ich bin. Den anderen ist er mit den Kindern dort. Habe mehrfach mit dem JA telefoniert. Meine Zuständige sozialhelferin ist aber im Urlaub so das ich mehrere Mails geschrieben habe. Allerdings habe ich Angst dass das nach hinten losgeht. schreibe seit der Trennung im November bereits alles auf. Eine andere Idee von ihm war ein Kind bei ihm eins bei mir. Auch das halte ich für keine tolle Lösung die Kinder sind 6 und 7 und hängen dank unserer Streitereien während der Ehe sehr aneinander. vielen Dank

      Wechselmodell klappt, wenn die Kinder damit gut zurecht kommen und nicht unter dem Wechsel leiden. Dazu müssen die Eltern auf Elternebene aber vernünftig miteinander und auch mit den Kindern umgehen können. Das sehe ich hier nicht und ich hoffe, dass Gerichte das auch nicht unter solchen Umständen befürworten.

      "Was sagt ihr dazu, wie stehen die Chancen, wenn ich einer Mediation nicht zustimme und vor dem Familiengericht den Aufenthaltsort bei mir einklage?"

      Der Mediation nicht zustimmen wäre schon ein dicker Minuspunkt für Dich. Vor einer Klage solltest Du alles dafür tun, dass Du Dich Willens zeigst, eine Lösung zum Wohle der Kinder zu finden. Die kann auch sein, dass die Kinder den Hauptaufenthalt bei einem von Euch haben, nämlich bei dem, bei dem sie eben öfter sein möchten. Und so lange Ihr Euch so streitet wäre ich an Deiner Stelle auch gegen ein Wechselmodell.. und zwar eben begründet auf der nicht vorhandenen gemeinsamen Elternebene.
      Es kann einfach nicht dem Kindeswohl entspreche, wenn sie Streitereien und Manipulationen erleben müssen. Außerdem ist ein Campingplatz sicher auch kein geeigneter Wohnort für Kinder.

      Aber keinesfalls würde ich mich wehren, wenn jemand versucht, zwischen Euch zu vermitteln. Das wird nämlich vor Gericht sicherlich als Weigerung, eine friedliche Lösung zu finden, angesehen. Geh zur Mediation, höre Dir alles an, sage Deine Meinung und geh dann mit den Worten, Du musst das erst einmal alles sacken lassen und ein paar Mal drüber schlafen. Und genau das tust Du dann auch.

    • Hallo,

      so wie du deinen Mann beschreibst, möchte er das Wechselmodell sicher, weil er keinen Kindsunterhalt zahlen will. Wenn seine anderen Kinder jetzt einen Titel gegen ihn haben, wird der sicher auch vollstreckt werden - in welcher Form auch immer.

      Trotzdem bin ich der Meinung, dass du einer Mediation nicht ablehnend gegenüber stehen solltest. Wenn er nicht von seinem Wunsch abgeht, wird letzten ENdes sowieso das Familiengericht entscheiden müssen und du hast offiziell von deiner Seite aus alles getan, um dich gütlich zu einigen.

      Nici

      • Hallo und Vielen Dank an alle Antworter,

        @frischerduft, ich denke auch das dies der Hauptgrund ist, natürlich auch das wieder " ohne " Kinder sein, ist sicher auch noch dabei.

        Ich hatte heute meinen Termin beim Mediator. Hier hat sich die Frage nach Plus und Minuspunkten geklärt. Die Informationsveranstaltung die ich heute hatte, kann angeordnet werden. Da ich sie ja von mir aus gemacht habe, gibt es keine Minuspunkte. Zur Mediation kann auch niemand gezwungen werden und es gibt auch keine Minuspunkte, da nicht jeder für eine Mediation geeignet ist.

        Bei mir hat sogar der Mediator ( unserer Stadt und zuständig beim JA und Familiengericht) von einer Mediation abgeraten, da ich psychisch im Moment sehr angeschlagen bin und ich mich dabei nicht gut fühlen würde und ich wieder Zugeständnisse machen würde, hinter denen ich im Endeffekt nicht stehe.

        Darüber bin ich auch froh, da diese Mediation noch ein halbes Jahr gedauert hätte. Mein Mann ist Meister darin, vornherum das eine zu sagen und andern glaubhaft zu versichern und hinterher genau das andere zu tun. Sonst wäre ich nicht so verzweifelt.

        Er hätte so noch ein halbes Jahr mehr, in dem er die Kinder manipulieren kann. Hoffe das das nun über Gericht schneller geklärt wird. Egal welche Entscheidung sie treffen.

    (7) 16.09.13 - 17:00

    Hi,

    Mediator sollte eine gute Idee sein.
    Im Endeffekt geht es um die Kinder und nicht nur um den Willen der Mutter. Er hat genauso einen " Anspruch" auf die Kids wie Du, warum nicht?
    Nur weil DU nicht mehr mit ihn kannst, heiß es nicht, das die Kinder verzichten müssen.

    Streit vor den Kids, Mc Doof ...ist für mich Kinderkram von Deiner Seite aus....da sucht man Irgendwelche Punkte um ihn angreifbar zu machen.

    lisA

    • (8) 16.09.13 - 17:24

      Hallo Lisa, auch Dir vielen Dank für Deine Meinung aber vielleicht solltest Du vor dem Antworten erst einmal lesen. Der Kinderkram kommt nicht von mir.

      Mein Kinderarzt hat mir heute im übrigen empfohlen die Kinder psychologisch betreuen zu lassen. Da ich heute meine Tochter wegen fiktiver Bauchschmerzen von der Schule holen musste. Der Kinderarzt konnte nichts bakterielles feststellen und bevor noch irgendwelche unqualifizierte Kommentare kommen sie ist 7
      Und keiner sagt das die Kinder verzichten sollen. Der letzte der das bezweckt bin ich. andersherum sieht es anders aus. Sobald er die Kinder hat ist Mama doof und hat alles kaputt gemacht und will Euch doch garnicht mehr . Die Mama nutzt den Papa doch nur aus ... Herzlichen Dank ..
      ein WechselModell kann ich mir lebhaft vorstellen!!!
      Bevor hier noch mehr unproduktive Antworten kommen schliessen ich den Thread. Meditation ist vorerst vom Tisch. Auch auf Empfehlung des Mediators vom JA.
      Vielen Dank an diejenigen die mich verstanden haben

      Lieben Gruß Felizitas

      • (9) 16.09.13 - 17:31

        Wenn alles soooo schlimm ist, dann zieh halt aus, es gibt für das Haus immer eine Lösung!
        Nimm die Kinder mit, Scheidung einreichen,,,,,das Umgangsrecht wird sich dann ergeben aber auch nicht von heute auf morgen.

        Lisa

(10) 16.09.13 - 19:06

Hallo,
ehrlich gesagt, ich sehe das hier etwas anders als du. Ich kenne weder dich, noch den Vater - aber nur anhand deiner Schilderung, die eigentlich eher in deinem Interesse gestaltet ist... (seine Seite der Geschichte kenne ich ja nicht)
Wenn Eltern sich trennen, ist das immer schmerzhaft. Zum einen für die Eltern selbst, denn diese geben etwas bekanntes und altes her und zum anderen für das Kind.
Du hast nun eine Trennung geplant. Eigentlich hast du schon den gesamten Ablauf der Trennung geplant und jeder Person da eine gewisse Rolle zugewiesen und nun kommt dein Mann und weigert sich. Er hat doch tatsächlich die Frechheit und besteht auf dem Recht weiterhin der "Vater in Reichweite" zu sein und seine Kinder regelmäßig zu sehen im Wechselmodell.
Diese Trennung ging von dir aus. Er hat dein Eigentum verletzt, schwärzt dich beim JA an, ... und du denkst tatsächlich, dass du bei so einem Menschen eine Chance auf eine gütliche Trennung hast? Noch dazu wenn du die Kinder behalten willst? Bitte mach mal die Augen auf! Wenn du hier etwas erreichen willst, dann nur mit einem entsprechend sehr guten Anwalt.

Im übrigen gibt es KEIN Wechselmodell, wenn nicht BEIDE Elternteile dem zustimmen. Ein Anwalt hätte dir das aber auch sagen können. Das funktioniert nicht über "nur informieren".
Zahlt er denn noch für euer Haus? Wenn nein, dann laß vom RA berechnen, was du ihm monatlich schuldest und ändere die Schlösser. Wenn er seinen Wohnsitz auf dem Campingplatz hat, dann kann er die Kids dort nicht mit hinnehmen und übernachten lassen, denn du hast dem nie zugestimmt. So wie er keinen Umzug zustimmt, hast du das auch nie getan, oder? Die Kinder dürfen die eheliche Wohnung NIE verlassen, da sein Wohnsitz ja auch noch die eheliche Wohnung ist.
Du solltest unbedingt deine Bereitschaft demonstrieren und zwar überall (!) eine gute Kommunikationsebene mit deinem Mann herzustellen und alles freundlich und friedlich wegen den Kindern regeln zu wollen. Natürlich bist du auch bereit ihm all seine Rechte zu gewähren. Gleichzeitig solltest du aber zusehen, dass vertrauenswürdige Dritte einen realen Einblick in euer Familienleben bekommen. Damit meine ich keine Familienmitglieder, keine Freunde und keine Bekannte, sondern eher Lehrer, Ärzte, Mitarbeiter (nicht Mediator) des JA,... Komme deinem Mann zuvor und rede mit den Leuten auf die es ankommt.
Deine Argumente (Mc Donalds und Geschenke) und Zahlvater sind nicht stichhaltig. Und du hast auch keinen einzigen Grund gegen das Wechselmodell genannt. Beständigkeit und Sicherheit kann GERADE das Wechselmodell bieten.

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