Bevorstehende Trennung - Angst vor Schuldgefühlen

    • (1) 13.10.13 - 13:50

      Hallo,
      Die Trennung von meinem Mann steht nun praktisch unmittelbar bevor - ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir das wieder hinbekommen und er sein Verhalten und seine Lebenseinstellung so ändern kann, dass es für mich wieder eine Zukunft in der Beziehung gibt.

      Ich weiß momentan nur einfach nicht, wie ich jemals an den Punkt kommen soll, an dem ich entschlossen genug bin, den letzten Schritt zu tun. Vor einem Leben allein mit meinen beiden Kindern habe ich keine Angst, vielleicht eher noch die Hoffnung, dass auch hier sich vieles entspannen könnte. Aber ich habe Angst, meinem Mann so zu verletzen, ihm so einen Schlag zuzufügen. Ich weiß eigentlich gar nicht, wie er allein klarkommen soll - das, also seine Unselbständigkeit und Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, ist ironischerweise der Haupt-Trennungsgrund für mich.

      Ich habe auch Angst, meine Kindern den Vater zu nehmen und davor, dass sie eine Trennung nachhaltig belasten könnte. Ich habe Angst davor, wie meine Eltern reagieren werden - sie haben sehr viele Sorgen, und ich möchte nicht, dass sie sich um mich auch noch sorgen müssen.

      All das, obwohl für mich feststeht, dass ich mir mein Leben anders vorstelle und nicht bereit bin, eine Partnerschaft zu akzeptieren, in der so mit mir umgegangen wird. Aber wie kann ich es schaffen, den allerletzten Schritt zu wagen???

      • Ich denke, wenn das Maß voll ist, wirst Du den Schritt wagen. Das dauert eine Weile, bis es irgendwann nicht mehr geht. Bei mir war es irgendwann so weit, dass ich nicht mehr in einem Zimmer mit ihm schlafen konnte, mir hat das die Luft zum Atmen genommen.

        Vielleicht kann Dir ein Therapeut weiter helfen? Die können einem gut helfen die eigenen Gedanken zu sortieren. Ich bin da erst nach der Trennung hin, weil mein Ex mir das Leben zur Hölle gemacht hat. Im Nachhinein hätte ich da schon viel früher hin sollen.

        Ich war allerdings während meiner Ehe, als wir noch nicht getrennt waren, auf einem Persönlichkeitstraining und habe da herausgefunden, was ich wirklich im Leben will, wo meine Stärken, Werte & Bedürfnisse liegen. Tja, da habe ich dann letztendlich fest gestellt, dass ich auch nicht mehr will, dass so mit mir umgegangen wird.

        Ich hatte große Schuldgefühle meinen Kindern gegenüber. Du nimmst den Kindern nicht den Vater, sie werden ihn trotzdem weiterhin sehen, oder? Dein Mann wird lernen selbständiger zu werden. Wenn er muss, wird ihm nichts anderes übrig bleiben. Mein Ex hat im Privatleben nichts auf die Reihe bekommen, für ihn zählte nur seine Firma & Job. Jetzt geht das ganze auch, er kommt klar. Ist noch der gleiche Chaot wie vorher, aber ich bekomme es nicht mehr mit. Muss mich nicht mehr aufregen über Stapel unbezahlter Rechnungen etc.

        Meine Trennung ist 12 Monate her, der Auszug erst 4 Monate. Ich kämpfe noch immer damit. Weniger, weil mir der Ex fehlt, eher weil ich meinen Kindern keine heile Familie bieten kann. Aber dafür leben wir jetzt ruhiger & entspannter. Alles wird gut :-), auch bei Dir!

        Ich drück Dich. Du schaffst das!! Mach Dir keine Gedanken um Deinen Mann, Du musst an Dich und Deine Kinder denken, was Du willst, was gut für Euch ist.

        LG

        • Das ist natürlich keine einfache Situation und es ist natürlich schwierig einen Rat zu geben, wenn man selbst nicht "drinsteckt", aber es hört sich für mich so an, als hättest du dich schon längst entschieden. Ich weiß nicht, wie alt deine Kinder sind, aber wenn sie alt genug sind, es zu verstehen, dann rede mit ihnen darüber. Wenn die Situation zu Hause nicht schön ist, sie eine traurige Mamma sehen oder spüren, leiden sie ja auch darunter. Der einzige Grund sich nicht zu trennen, sollte nicht der sein, dass du deinen Mann damit so sehr verletzt. Natürlich tust du das, aber es hört sich für mich so an, als würde er dich auch ständig verletzten und bei dir das Maß echt voll ist. Denk vorallem nur an dich und deine Kinder ! Lass dich nicht davon beeinflussen, was andere denken könnten- es ist dein Leben, du musst glücklich sein! Und wenn du glücklich bist, ist das für die Kinder doch auch das beste! Alles Gute dir/euch !! :-)

      Ich kämpfe leider momentan auch mit dem Trennungsgedanken. Mein Mann ist absolut Konfliktunfähig und ebenfalls auf eine komische Art und Weise unselbstständig. Ich frage mich, ob ich überhaupt ein "Drittes Kind" ertrage.

      Mein Mann möchte im Januar nach Würzburg auf die Bundeswehrfachschule. Im Streit habe ich erfahren, dass er das vor hat und die Maßnahme 18 Monate dauert. Und aus Trotz kommen dann so Ansagen wie: "Dann komme ich nur jedes zweite Wochenende". Für mich stellt sich die Frage: "Wer denkt an mich?". Ich bin teilzeit berufstätig, habe zwei Kinder mit 5 und 3 Jahren, ein Haus und zwei Katzen.

      Momentan Frage ich mich selbst: Will ich jetzt die Trennung und das Haus geht drauf? Oder warte ich die Wochen bis er nach Würzburg geht und erkläre mich bereit weiterhin seine Wäsche zu waschen? Vielleicht mit der Hoffnung, dass er sich dann von uns verabschiedet oder wir evtl. wieder zusammenfinden (was allerdings bei einer Fern-Ehe unwahrscheinlich ist). Mein Mann leidet unter großer Prüfungsangst. Er möchte möglichst jeden Tag von mir telefonisch motiviert werden und braucht Hilfe beim lernen. Zudem ist er nicht sehr belastbar. Während ich nach der Arbeit noch Kinder und Haushalt wuppe, braucht er seinen Schlaf und legt sich aufs Sofa oder Bett.

      Es stellt sich immer die Frage.... aushalten oder trennen?

      • Danke für Eure lieben Antworten.

        Ja, eigentlich ist meine Entscheidung tief in mir drin schon gefallen. Es ist einfach so, dass ich alle, wirklich alle Verantwortung für unsere Familie trage. Ich bin für alles zuständig, bin die einzige, die Probleme lösen kann (und will), muss alles aushalten und immer einfach weitermachen. Das Verhältnis ist so unausgeglichen - er trägt einfach nichts bei zu unserem Familienleben, und auch nicht zu unserer Beziehung. Es ist so, wie Du sagst, Victoria, ich lebe mit drei Kindern, 2, 5 und 45 Jahre alt.

        Ich kann mir gut vorstellen, dass wir als Freunde und Eltern unserer gemeinsamen Kinder gut leben könnten, vielleicht auch gemeinsam Dinge unternehmen könnten. Aber ich will nicht mehr für ihn verantwortlich sein. Es wäre schon ein Traum, wie Du schreibst, schnegge, mich nicht mehr über ihn aufregen zu müssen... Ich habe Unterstützung von einer Therapeutin. Vielleicht komme ich ja auch bald an den Punkt, wo ich den Absprung schaffe.

          • Hallo an alle, die mir bisher mit ihrem Rat zur Seite gestanden haben - ich habe heute endlich den Mut gefunden und meinem Mann im Beisein unserer Eheberaterin gesagt, dass ich mich trennen möchte...
            Ich bin sehr froh, den Schritt nun endlich gemacht zu haben und versuche so gut es geht, nach vorne zu schauen. Außerdem bin ich froh, den Termin bei unserer Beraterin dafür genutzt zu haben - das Gespräch war sehr intensiv und wir haben viel geweint, aber es kam zu keinen Vorwürfen und es gab keinen Streit.

            Ich habe keine Ahnung, wie das nun alles weitergeht - die nächsten Wochen werden sicher hart werden für uns alle. Aber es geht nun vorwärts...

    Ich habe auch lange überlegt, bis mir jemand sagte

    Du lebst nur einmal, willst du das ewig unglücklich tun??

    Das ist irgendwie hängen geblieben und ich habe mich getrennt und bin wirklich glücklich darüber!!

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