ab welchem Zeitpunkt steht mir Kindesunterhalt zu?

    • (1) 23.11.13 - 13:56

      Kenne mich da noch so gar nicht mit aus! Muss ich einen Antrag stellen?

      Und unter welchen Umständen steht mir Unterhalt zu als Frau?

      danke für antworten

      • (2) 23.11.13 - 19:46

        Hallo!

        Kindesunterhalt steht dem Kind zu ab dem Tag, an dem die Eltern räumlich getrennt leben. Einen Antrag stellen musst du da nicht, außer der Kindsvater ist zahlungsunfähig oder -willig. In dem Fall müsstest du einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen. Den Unterhalt lässt du am besten berechnen, entweder durch das Jugendamt oder durch einen Anwalt.

        Liebe Grüße,
        majixx

        Ich kann dir nur raten, ab dem Zeitpunkt der Trennung den Kindsvater schriftlich aufzufordern dass er an dich und seine Kinder Unterhalt zahlt. Orientieren kannst du dich im Wert an der Düsseldorfer Tabelle. Denn ansonsten wird erstmals der Anwalt den Mann schriftlich auffordern und damit den Unterhaltsanspruch geltend machen und ihn auch in Verzug setzen. Wenn du Pech hast, dauert das dann 3 Wochen so wie bei mir. Wenn du einen ignoranten Mann hast, zählt jeder Tag. Und wenn du dann beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen willst, fragt dich das Amt auch, ob du dich selbst bemüht hast, den Unterhalt vom KV zu erhalten. Lockere mündliche Vereinbarungen zählen da nicht, man muss das schon nachweisen.

        Unterhalt als Getrenntlebendunterhalt steht dir dann zu, wenn ihr noch verheiratet seid. Er wird auch anders berechnet als der nacheheliche Unterhalt (also nach der Scheidung). Aber dann kommt es auch drauf an, was der Mann verdient, denn er hat ja einen Selbstbehalt. Wenn er nichts hat, wovon er Unterhalt für dich zahlen kann, hast du Pech gehabt und musst erstmals selber arbeiten gehen oder Hartz IV beantragen. Die holen sich das dann zwar evtl. später von deinem Mann wieder, wenn er denn dann irgendwann mal mehr verdient, aber einem nackten Mann kannst du erstmal nicht in die Tasche fassen.

        Wie es bei unverheiratet Paaren aussieht, weiß ich leider nicht.

        • " Die holen sich das dann zwar evtl. später von deinem Mann wieder, wenn er denn dann irgendwann mal mehr verdient"

          Das natürlich NICHT.
          Das hätten diverse ArgeMA zwar gerne so - ist aber nicht. Wenn er nicht leistungsfähig ist, dann ist er nicht leistungsfähig. Punkt. Irgendwas "zurückzahlen wenn er dann mal was verdient" gibt's nicht - er wird dann nur ab diesem Zeitpunkt für den laufenden UH zur Kasse gebeten - wenn denn noch ein Anspruch besteht.

          • (5) 26.11.13 - 08:28

            Soweit ich weiß muss der Unterhalt zurückgezahlt werden, sonst würde das ja jeder Vater so machen können das er erstmal nicht zahlungsfähig ist.....

            • (6) 26.11.13 - 08:36

              DAS ist die Variante die Arge und JA MA gerne vermitteln. Das macht es aber nicht richtiger.
              Entweder ein KV ist Zahlungsfähig, dann muß er im Rahmen seiner Möglichkeiten zahlen, oder eben nicht.
              Ein "UH Kredit" denn man später zurück zahlt sieht das UH-Recht schlichtweg nicht vor.

              "sonst würde das ja jeder Vater so machen können das er erstmal nicht zahlungsfähig ist..."

              Ob der KV dies "so macht" obwohl er eigentlich zahlen könnte entscheidet im Zweifelsfall ein Gericht - und sonst niemand.

              • (7) 26.11.13 - 08:43

                Ok man lernt nie aus, bisher dachte ich der Vorschuss muss zurückgezahlt werden.

                Klar muss der kindes unterhalt zurück gezahlt werden.
                der papa von meinem sohn macht genau das jeden Monat,denn er hat einen brief bekommen das die unterhaltsschulden schon 12000 schiessmichtot hoch sind und ihm wurde das konto gepfändet. ..

                • Dann war er entweder leistungsfähig aber unwillig zu zahlen oder er konnte einen bestehenden Titel nicht bedienen und hat den nicht abändern lassen.

                  Fakt ist: wer nicht leistungsfähig ist und keine Titel hat baut keine Schulden auf.

                  LG

                  • (10) 28.11.13 - 08:56

                    "Fakt ist: wer nicht leistungsfähig ist und keine Titel hat baut keine Schulden auf."

                    Genau so.

                    Fakt ist nur leider: Allzuviele JA drängen KV dazu zu hohe Titel zu unterschreiben ....

                    • (11) 29.11.13 - 06:54

                      Und allzu viele Väter wissen leider nicht, dass Sie beim Jugendamt vorgeben, was im Titel steht, egal ob Betrag oder Befristung auf Volljährigkeit und die Mutter eben klagen muss, wenn ihr das nicht gefällt. Und dass das Jugendamt da nichts bestimmen darf.

                      LG

                      • (12) 29.11.13 - 09:45

                        Tja, leider ein Deutsches Problem. Es steht halt "AMT" drauf, also hat das per Definiton schon alles seine Richtigkeit.

                        Das dieses "AMT" aber ansicht praktisch keinerlei Befugnisse hat, und auch für "Beratungsfehler" in keinste Weise zur Rechenschaft gezogen werden kann wissen halt die wenigsten.

                        Ich erinnere gerne an den Fall, in dem ein KV einige Zeit nach Erstellung eines Titel gemäß Berechnungen des JA festgestellt hat das diese Berechnung einen eindeutigen Fehler enthielten: Das JA hat zwar korrekt die UH Erhöhung im Jahr 2010 berücksichtigt, aber "vergessen" das nicht nur die Zahlbeträge deutlich erhöht wurden, sondern auch die Tabellenstruktur der Düsseldorfer Tabelle in sofern geändert wurde das sie fortan nur noch von zwei UH-Pflichtigen ausgeht, und nicht mehr von drei, und somit die Einstufung eine Stufe niedriger erfolgen muss.
                        Er durfte sich bei seiner Abänderungsklage vom Richter fragen lassen was denn sein Problem sein - er hätte sich ja schließlich vor dem Unterschreiben des Titels selber über die Rechtslage informieren können - und wenn er das nicht hat ist das sein Problem. Nachdem sich die äußeren Umstände nicht verändert haben gäbe es keinen Grund für eine Änderung des Titels.

                Dann sollte er mal schleunigst die Rechtsgrundlage für diese Forderung prüfen (lassen).

                Irgendwelche "Unterhaltschulden" können niemals auflaufen wenn der KV entsprechend seiner aktuellen Leistungsfähigkeit UH bezahlt.

                Die einzige Konstellation in der irgendwelche "Rückstände" auflaufen ist wenn der KV sich dazu hat belabern lassen eine entsprechende freiwillige Verpflichtung zu unterschreiben.
                "Freiwillig" UH-Schulden machen ist nicht verboten, ich halte aber die Praxis verschiedener JA die KV in ihrer Unwissenheit zu sowas zu drängen für sehr fragwürdig.

        "Der andere (barunterhaltspflichtige) Elternteil soll nicht
        entlastet werden, wenn der Staat dem Kind Unterhaltsvorschuss
        zahlt. Daher gehen etwaige Unterhaltsansprüche des
        Kindes gegen den anderen Elternteil in Höhe des Unterhaltsvorschusses
        auf das Land über, das diese Ansprüche geltend
        macht und gegebenenfalls einklagt und vollstreckt."

        Quelle Bundesministerium für Finanzen

        Von daher ist es nicht so falsch, dass der andere Elternteil das zurückzahlen muss. Denn ich kenne einige (berufsbedingt) wo der Vorschuss dann gepfändet wurde.
        Wenn natürlich nie was da ist, kann man auch nie was pfänden. Aber wenn er nach ein paar Jahren was verdient, geht das sehr wohl.

        • (15) 26.11.13 - 15:49

          natürlich nicht Bundesministerium für Finanzen sondern für Familie usw.

          Es ist falsch, das der andere Elternteil UH aus der Vergangenheit zurückzahlen muss wenn er in der Zukunft irgendwann mal leistungsfähig wird.
          Sowas steht im zitierten Text auch nicht drinne.

          Die UH-Ansprüche gehen über, diese bestehen aber ganz grundsätzlich nur in Abhängigkeit von der AKTUELLEN Leistungsfähigkeit, und nicht irgendwie vorausschauend auf die Zukunft.

          • Wenn die aktuelle Leistungsfähigkeit es erlaubt, zahlen diese Männer definitiv Unterhalt für vergangene Zeiten zurück, der von der Mutter über den Unterhaltsvorschuss erhalten wurde..und genau das steht auch im Text - abgesehen von den Beispielen, die hier angeführt wurden, die genau das belegen, nämlich das Unterhaltsvorschuss definitiv zurück gezahlt werden muss, falls man solvent ist und das JA einen "erwischt".

            • - und das steht jetzt wo genau? Ich sehe hier keinerlei Verweis auf ein Urteil oder einen Gesetzestext zu dem Thema, und auch die angegebene Webseite gibt das nicht her.

              Alleine die Tatsache das JA es immer wieder schaffen unwissende KV über den Tisch zu ziehen und dazu bewegen irgendwelche angeblich aufgelaufenen Schulden zu begleichen ändert nichts an der Rechtslage.

              Die UH-Pflicht bestimmt sich aus der jeweils aktuellen Einkommenssituation.
              Ein "Zurückzahlen" gibt es nur dann, wenn

              - der UH-Pflichtige wirksam zur UH-Zahlung aufgefordert wurde (das kann durch ein Schreiben geschehen indem dargelegt wird das man UH beansprucht und nun die Einkommensnachweise anfordert)
              - der UH-Pflichtige leistungsfähig ist - und nicht direkt auf UH-Forderung zahlt.

              Irgend eine Konstellation in der ein UH-Pflichtiger eben nicht Leistungsfähig ist und irgend einen "Vorschuss" später zurück zahlen muß sieht das Gesetz nicht vor.

              Daran ändern weder anderslautende Forenmeinungen was, noch irgendwelche Selbstverpflichtungen die KV's gerne vom JA untergeschoben werden (denn natürlich darf man sich freiwillig dazu verpflichten irgendwelche Rückzahlungen zu leisten).

              • Hallo,

                du hast offensichtlich recht - dann sind tatsächlich alle Fälle, in denen ich davon gehört habe, dass dieser Vorschuss zurück gezahlt werden musste, Fälle, in denen die Väter nicht zahlen wollten..entgegen der Aussage der Beteiligten, sie hätten ja nicht zahlen können..
                Hier steht das nochmal (die Seite selbst sieht zwar seriös aus, aber ob sie das ist - wer weiß):

                http://www.datentransfer24.de/unterhalt-unterhaltsvorschuss.html

                Grundsätzlich verstehe ich den Sinn allerdings nicht: So viele Leistungen müssen, sobald man es sich leisten kann, richtigerweise zurück gezahlt werden, zB BAföG.. und Kindesunterhalt nicht?? Wo ist da die Logik??

                Ae

                • Welche Leistungen sind denn das, die da zurückgezahlt werden müssen?

                  Da fällt mir außer BAföG nämlich nichts ein - und BAföG ist exakt so definiert.

                  Gerade umgekehrt wäre es Blödsinn. Müsste der UH-Vorschuss zurückgezahlt werden, so müsste dies konsequenter Weise auf für ALG / ALG2 Leistungen gelten, denn diesen ist der UHV zuzuordnen.

                  • Auch, wenn der Vorschuss dieser Leistung zuzuordnen ist, hat man sich dafür entschieden, ein Kind zu zeugen, und das sollte man dann auch (rückwirkend) ernähren können.

                    Sowohl Kind wie Studium sind eigene Entscheidungen, die man dann auch finanzieren können sollte. Während man das im Studium muss, also auch nachfinanzieren, muss man das bei Kindern nicht? Warum nicht??

                    • Sehr einfach: Das wäre zweifellos eine Begünstigung getrennt lebender Betreuungselternteile bzw. deren Kindern - und übermäßige Benachteiligung von KU-Zahlern.

                      Würden sich KV und KM nicht trennen, so müsste das erwirtschaftete Geld auch reichen - und es gäbe nicht irgend einen Zwangskredit der dem Hauptverdiener aufgedrückt wird - und den er später dann gezwungenermaßen zurück zahlen muß.

                      Zudem halte ich das in diesem Kontext immer wiederkehrende Dogma "Mann muß sich halt vorher überlegen ob man sich ein Kind überhaupt leisten kann" für grundlegend falsch.
                      Die Zeugung und die Erziehung von Kindern als reines Privatvergnügen bzw. Luxus der Eltern zu sehe ist extrem kurzsichtig - denn schon heute weiß niemand so recht wer denn in 20 Jahren die ganzen Rentner finanzieren soll.

                      Die Prämisse "Kinder sind die Privatangelegenheit der Erzeuger" kann man ja gerne umsetzen - aber dann konsequent. In Folge dürfen dann eben kinderlose ohne ausreichende Privatrente sich halt mit den anderen die schönste Brücke zum Schlafen aussuchen - denn nur Rosinenpicken geht auch nicht.

                      Zudem stimmt der Vergleich mit dem Bafög eben grade nicht - denn das wird nicht von irgend einem Elternteil zurück gezahlt, sondern vom Studierende - der mit Hilfe des Bafög eine Ausbildung erhalten hat die ihm vermutlich auch bessere Verdienstmöglichkeiten eröffnet. Bafög wird auch unter genau diesen Bedingungen vom Beantragenden beantragt - und ihm nicht aufgezwungen.
                      Dies auf den KU zu übertragen würde bedeuten die KINDER müssten den KU-Vorschuss zurück zahlen wenn sie mal verdienen. Willst du das wirklich?

                      • Der letzte Absatz ist doch Unsinn - man entscheidet selbst, ob man studieren und einen Kredit bzw. BAföG erhalten will, Kinder dagegen sind MINDERJÄHRIG und werden von den Eltern gezeugt, also haben sie gar keinen Einfluss auf etwaige Geldmittel ihrer Eltern..also müssen sie auch nichts zurück zahlen.. dein "Vergleich" existiert also gar nicht.

                        Warum benachteiligt man mit der Rückzahlung des Vorschusses den Elternteil, der Unterhalt zahlen muss?? Was zahlt denn der Elternteil alles, bei dem das Kind lebt? Deutlich mehr als diese ca 120 Euro (weiss grad nicht, wieviel genau die erste Stufe des Vorschusses ausmacht). Dieses Geld wird dem Elternteil auch nicht erlassen.

                        Und der Vergleich mit den Rentnern hinkt auch - klar müssen diese, also wir, auch irgendwann finanziert werden, das wird aber zum Großteil wohl nicht von den Kindern übernommen, die dauerhaft nicht arbeitende Eltern(teile) haben, da diese eine hohe Chance haben, hinterher selbst auch keinen "adäquaten" Beruf inne zu haben.

                        [***vom urbia-Team entfernt]

                        • Ehm - den Vergleich mit BAFÖG hast du doch selber gebracht - also beschwer dich jetzt das er ja gar nicht passt.

                          "Was zahlt denn der Elternteil alles, bei dem das Kind lebt?" Nun, wird diesem Elternteil - wenn es denn das Geld zur Versorgung des Kindes nicht hat - auch ein Kredit aufgezwungen den es später mal zurückzahlen muß? Nein, wird nicht. Der Elternteil bekommt im Zweifelsfall HarztIV als Sozialleistung - und muß dies auch nicht zurück zahlen.
                          Warum soll also der UH-Pflichtige eine Sozialleistung zurück zahlen, und der Betreuungselternteil nicht?

                          [***vom urbia-Team gelöscht]

                    (25) 29.11.13 - 06:59

                    Rechtsempfinden und Rechtsprechung sind zwei verschiedene Dinge. Es ist gefährlich, Ratschläge zu geben, die auf Rechtsempfinden beruhen.

                    LG

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