ab welchem Zeitpunkt steht mir Kindesunterhalt zu?

    • (1) 23.11.13 - 13:56

      Kenne mich da noch so gar nicht mit aus! Muss ich einen Antrag stellen?

      Und unter welchen Umständen steht mir Unterhalt zu als Frau?

      danke für antworten

      • Hallo!

        Kindesunterhalt steht dem Kind zu ab dem Tag, an dem die Eltern räumlich getrennt leben. Einen Antrag stellen musst du da nicht, außer der Kindsvater ist zahlungsunfähig oder -willig. In dem Fall müsstest du einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen. Den Unterhalt lässt du am besten berechnen, entweder durch das Jugendamt oder durch einen Anwalt.

        Liebe Grüße,
        majixx

        Ich kann dir nur raten, ab dem Zeitpunkt der Trennung den Kindsvater schriftlich aufzufordern dass er an dich und seine Kinder Unterhalt zahlt. Orientieren kannst du dich im Wert an der Düsseldorfer Tabelle. Denn ansonsten wird erstmals der Anwalt den Mann schriftlich auffordern und damit den Unterhaltsanspruch geltend machen und ihn auch in Verzug setzen. Wenn du Pech hast, dauert das dann 3 Wochen so wie bei mir. Wenn du einen ignoranten Mann hast, zählt jeder Tag. Und wenn du dann beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen willst, fragt dich das Amt auch, ob du dich selbst bemüht hast, den Unterhalt vom KV zu erhalten. Lockere mündliche Vereinbarungen zählen da nicht, man muss das schon nachweisen.

        Unterhalt als Getrenntlebendunterhalt steht dir dann zu, wenn ihr noch verheiratet seid. Er wird auch anders berechnet als der nacheheliche Unterhalt (also nach der Scheidung). Aber dann kommt es auch drauf an, was der Mann verdient, denn er hat ja einen Selbstbehalt. Wenn er nichts hat, wovon er Unterhalt für dich zahlen kann, hast du Pech gehabt und musst erstmals selber arbeiten gehen oder Hartz IV beantragen. Die holen sich das dann zwar evtl. später von deinem Mann wieder, wenn er denn dann irgendwann mal mehr verdient, aber einem nackten Mann kannst du erstmal nicht in die Tasche fassen.

        Wie es bei unverheiratet Paaren aussieht, weiß ich leider nicht.

        • " Die holen sich das dann zwar evtl. später von deinem Mann wieder, wenn er denn dann irgendwann mal mehr verdient"

          Das natürlich NICHT.
          Das hätten diverse ArgeMA zwar gerne so - ist aber nicht. Wenn er nicht leistungsfähig ist, dann ist er nicht leistungsfähig. Punkt. Irgendwas "zurückzahlen wenn er dann mal was verdient" gibt's nicht - er wird dann nur ab diesem Zeitpunkt für den laufenden UH zur Kasse gebeten - wenn denn noch ein Anspruch besteht.

          • Soweit ich weiß muss der Unterhalt zurückgezahlt werden, sonst würde das ja jeder Vater so machen können das er erstmal nicht zahlungsfähig ist.....

            • DAS ist die Variante die Arge und JA MA gerne vermitteln. Das macht es aber nicht richtiger.
              Entweder ein KV ist Zahlungsfähig, dann muß er im Rahmen seiner Möglichkeiten zahlen, oder eben nicht.
              Ein "UH Kredit" denn man später zurück zahlt sieht das UH-Recht schlichtweg nicht vor.

              "sonst würde das ja jeder Vater so machen können das er erstmal nicht zahlungsfähig ist..."

              Ob der KV dies "so macht" obwohl er eigentlich zahlen könnte entscheidet im Zweifelsfall ein Gericht - und sonst niemand.

              • Ok man lernt nie aus, bisher dachte ich der Vorschuss muss zurückgezahlt werden.

                Klar muss der kindes unterhalt zurück gezahlt werden.
                der papa von meinem sohn macht genau das jeden Monat,denn er hat einen brief bekommen das die unterhaltsschulden schon 12000 schiessmichtot hoch sind und ihm wurde das konto gepfändet. ..

                • Dann war er entweder leistungsfähig aber unwillig zu zahlen oder er konnte einen bestehenden Titel nicht bedienen und hat den nicht abändern lassen.

                  Fakt ist: wer nicht leistungsfähig ist und keine Titel hat baut keine Schulden auf.

                  LG

                  • "Fakt ist: wer nicht leistungsfähig ist und keine Titel hat baut keine Schulden auf."

                    Genau so.

                    Fakt ist nur leider: Allzuviele JA drängen KV dazu zu hohe Titel zu unterschreiben ....

                    • Und allzu viele Väter wissen leider nicht, dass Sie beim Jugendamt vorgeben, was im Titel steht, egal ob Betrag oder Befristung auf Volljährigkeit und die Mutter eben klagen muss, wenn ihr das nicht gefällt. Und dass das Jugendamt da nichts bestimmen darf.

                      LG

                      • Tja, leider ein Deutsches Problem. Es steht halt "AMT" drauf, also hat das per Definiton schon alles seine Richtigkeit.

                        Das dieses "AMT" aber ansicht praktisch keinerlei Befugnisse hat, und auch für "Beratungsfehler" in keinste Weise zur Rechenschaft gezogen werden kann wissen halt die wenigsten.

                        Ich erinnere gerne an den Fall, in dem ein KV einige Zeit nach Erstellung eines Titel gemäß Berechnungen des JA festgestellt hat das diese Berechnung einen eindeutigen Fehler enthielten: Das JA hat zwar korrekt die UH Erhöhung im Jahr 2010 berücksichtigt, aber "vergessen" das nicht nur die Zahlbeträge deutlich erhöht wurden, sondern auch die Tabellenstruktur der Düsseldorfer Tabelle in sofern geändert wurde das sie fortan nur noch von zwei UH-Pflichtigen ausgeht, und nicht mehr von drei, und somit die Einstufung eine Stufe niedriger erfolgen muss.
                        Er durfte sich bei seiner Abänderungsklage vom Richter fragen lassen was denn sein Problem sein - er hätte sich ja schließlich vor dem Unterschreiben des Titels selber über die Rechtslage informieren können - und wenn er das nicht hat ist das sein Problem. Nachdem sich die äußeren Umstände nicht verändert haben gäbe es keinen Grund für eine Änderung des Titels.

                Dann sollte er mal schleunigst die Rechtsgrundlage für diese Forderung prüfen (lassen).

                Irgendwelche "Unterhaltschulden" können niemals auflaufen wenn der KV entsprechend seiner aktuellen Leistungsfähigkeit UH bezahlt.

                Die einzige Konstellation in der irgendwelche "Rückstände" auflaufen ist wenn der KV sich dazu hat belabern lassen eine entsprechende freiwillige Verpflichtung zu unterschreiben.
                "Freiwillig" UH-Schulden machen ist nicht verboten, ich halte aber die Praxis verschiedener JA die KV in ihrer Unwissenheit zu sowas zu drängen für sehr fragwürdig.

        "Der andere (barunterhaltspflichtige) Elternteil soll nicht
        entlastet werden, wenn der Staat dem Kind Unterhaltsvorschuss
        zahlt. Daher gehen etwaige Unterhaltsansprüche des
        Kindes gegen den anderen Elternteil in Höhe des Unterhaltsvorschusses
        auf das Land über, das diese Ansprüche geltend
        macht und gegebenenfalls einklagt und vollstreckt."

        Quelle Bundesministerium für Finanzen

        Von daher ist es nicht so falsch, dass der andere Elternteil das zurückzahlen muss. Denn ich kenne einige (berufsbedingt) wo der Vorschuss dann gepfändet wurde.
        Wenn natürlich nie was da ist, kann man auch nie was pfänden. Aber wenn er nach ein paar Jahren was verdient, geht das sehr wohl.

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