Ich bin noch nett zu ihm

    • (1) 13.01.14 - 17:25

      Hallo zusammen,

      ich habe vor kurzem hier geschrieben. Mein Mann will sich von mir und unserer kleinen Tochter trennen. Erst mal keine Scheidung! Ich will das alles nicht, weil ich ihn gerne halten möchte.

      Er will aber partout nicht mehr und keine Eheberatung hat geholfen. Nun muss ich es akzeptieren. Wir wollen keine Schlammschlacht und darum auch keinen Anwalt.

      Ich bin mir meiner Gefühle so unsicher! Ich verstehe meine Reaktion ihm gegenüber nicht!

      Ich hasse ihn nicht, ich habe ihn nicht rausgeschmissen, ich mache mir Sorgen um ihn, ob er alleine klar kommt. Ich will, dass es ihm gut geht!

      Bin ich verrückt? Ist das Liebe?

      Freunde von mir und ja - mein ganzes Umfeld haben gesagt, ich würde ihn rausschmeissen, ihm ordentlich die Meinung geigen usw.

      Aber ich habe gar nicht das Verlangen danach und rede ganz normal mit ihm!

      Kennt ihr sowas? Warum bin ich so?

      Danke und schönen Abend!

      • (2) 13.01.14 - 19:12

        Die Hoffnung wird das sein. Hoffnung darauf, dass er bei netter Behandlung wieder zurück kommt. Hoffnung, wenn Du freundlich zu ihm bist, er auch freundlich zu Dir ist. Dass er merkt, was er an Dir hat. Und ja, das ist auch Liebe.

        Warum Deine Freunde sagen, Du sollst Rosenkrieg spielen, weiss ich nicht. Ist er denn gemein zu Dir? Mein Ex und ich haben uns auch noch gut verstanden und nicht gestritten, als ich mich getrennt habe. Bei ihm war halt keine Liebe mehr da, ich habe ein Jahr gekämpft und gehofft und dann einen Cut gemacht. Deswegen muss man sich aber nicht zanken, gerade dann nicht, wenn man noch gemeinsam wohnt.

        Es gibt keine Vorschrift dafür, wie man sich bei einer Trennung zu verhalten hat. Aber ich wette, oft bereut man es eher, wenn man (grundlos) garstig war.

        (3) 13.01.14 - 20:07

        Ich denke bei dir wird es wirklich noch die Hoffnung sein. Die ist bei mir schon längst fort, aber auch mein Ex bedeutet mir noch viel, als Freund.

        Ich kann ihm alles anvertrauen und er ist es auch, der mir mal ungestraft in den Hintern treten darf, wenn ich über etwas nachdenken soll.

        Er ist der Vater meiner Kinder, ich habe ihn mir dazu ausgesucht und auch wenn wir als Paar gescheitert sind, ist er für mich immer noch der richtige Papa für unsere Kinder.

        Ich bin froh und dankbar, dass wir es geschafft haben, die Paarebene hinter uns zu lassen und weiterhin auf der Elternebene so perfekt harmonieren.

        (4) 14.01.14 - 09:27

        Deine Bekannten naja sag ich nichts dazu, es soll Trennungen geben die friedlich vorbei gehen wo man danach noch Freund sein kann. Für eure Tochter das beste was sein kann. Lass dir nicht einreden Ihn hassen zu müssen.

      • (5) 15.01.14 - 08:26

        @minikugel.

        Du machst es richtig.

        Auch ich habe zwei Scheidungen hinter mir. Es gab keinen "Rosenkrieg"!
        Warum auch? Bei unserer Eheschließung war ja auch keine Scheidungsoption auf der Agenda. Es war Liebe.
        Wir haben uns auch nicht betrogen. Ich war einfach nicht präsent durch meine Auslandsaufenthalte. Wollte einfach meine kleine Familie finanziell absichern.
        Da habe ich wohl die falschen Prioritäten gesetzt.
        In "Jubelschreie" sind wir nicht bei der Scheidung ausgebrochen.

        Aber, wir haben uns eben sehr respektvoll getrennt.
        Und wir sind wirklich Freunde geblieben. Nach vielen Jahren besucht mich meine Ex hier auf Teneriffa so alle zwei Jahre. Auch mit ihren Partner zusammen.
        Und bitte, höre nicht auf die "gutgemeinten Ratschläge" Deines Umfelds.

        Warte in Ruhe ab bis Deine "Freundinnen" sich ein einer gleichen/ähnlichen Situation befinden. Dann kannst Du für Dich bewerten ob Dein Verhalten das Richtige war/ist.
        Dir wünsche ich Glück für einen Weg, der nicht der einfachste ist.

        FG acentejo

        (6) 15.01.14 - 12:19

        Sei froh, damit fahrt ihr alle am besten. So eine Trennung tut einfach nur weh. Vor allem, wenn einer der Partner sich damit nicht abfinden kann.

        Mir ging es vor 2 Jahren ähnlich. Ich hatte allen Grund, meinen Ex zu hassen, er hat mir einfach arg weh getan und mich belogen. Trotzdem hatte ich seltenst einen Ausraster, es gab kein Geschrei. Schon allein für die Kinder war das besser. Sie sehen, dass wir trotz Problemen miteinander auskommen. Das finde ich wichtig. Außerdem ist es eindeutig nervenschonender, sich "im Guten" zu trennen. Wir sind jetzt keine Freunde und werden das auch nie werden. Aber wir reden ganz normal miteinander. Ich hätte auch gar keinen Bock auf Schlammschlachten, die armen Kinder, die dazwischenstehen.

        Im Nachhinein für mich noch unerklärlich: Wir sind nach der Trennung sogar noch 3 Wochen zusammen im Urlaub gewesen. 1 Woche war den Kindern schon lange versprochen und gebucht, die anderen beiden Wochen waren optional. Er hatte Elternzeit und wir hatten schon ewig vor, seine Nichte in Frankreich zu besuchen, doch nie Zeit dazu gehabt. So lange waren wir noch nie zusammen im Urlaub in den 7 Jahren Beziehung. Und es ging total gut. Dabei war er schon in einer neuen Beziehung (bzw. ging die Affäre einfach nahtlos zur Beziehung über).

        Ich wünsche euch, dass ihr das so schafft. Vielleicht ist das einfach nicht deine Art, im Streit mit Menschen zu kommunizieren? Ich für meinen Teil bin eiunfach nicht der Typ Mensch, der sich mit Streitereien das Leben unnötig schwer macht, sondern bin einfach friedliebend. Jeder geht anders mit Problemen um. Ich brauchte nie eine Partnerschaft, in der sich permanent gestritten wird. Und auch kein Beziehungsdrama am Ende. Ich denk mir meinen Teil über den Ex, das kam bestimmt auch mal zur Sprache, sonst wäre ich ja geplatzt vor Wut. Und ich habe keinen Schaden daraus genommen. Im Gegenteil ;).
        LG, palomita

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