Trennung wegen psychischer Erkrankung

    • (1) 25.02.14 - 23:05

      Hallo Forum,

      In 2. Ehe bin ich (männlich) 3 1/2 Jahr verheiratet. Anfangs war alles wunderbar und schön. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass meine Frau an nichts Interesse zeigte, alles war für sie bedeutungslos. Wir haben ein schönes und abwechslungsreiches Leben geführt, aber sie war ständig nur unzufrieden. Sie fühlte sich zunehmend von mir angegriffen. Ich habe ihr oft gesagt, dass ich sie nicht verletzten möchte, das sie es nur so empfindet. Ich merke auch, dass sie keine Liebe und Gefühle erwidern konnte. Sie nimmt schon seit vielen Jahren Antidepressiva ein. Ihre Eltern lagen getrennt auf dem Friedhof begraben. Das Grab der Mutter war stets gepflegt und mit Blumen bepflanzt, dass des Vaters nur mit Kies bedeckt und verwahrlost. Es gab keinen Fotos vom Vater, ich wusste keine Vornamen, keinen Beruf - gar nichts. Er wurde totgeschwiegen. Sie hat mir Anfangs unserer Ehe mal erzählt, dass das Verhältnis zum Vater stark gestört war. Details hat sie aber keine erzählt - es war ihr offensichtlich peinlich. Sie hat mir, eher unbewusst, noch ein paar weitere Details genannt, die ich hier aber nicht öffentlich weitergeben möchte. Ich habe jedenfalls einen schlimmen Verdacht. Fakt ist auch, dass ihre psychischen Probleme seit ihrer Kindheit bestehen.

      Sie ist nun schon seit über 1/2 Jahr in psychotherapeutischen Behandlung und streitet aber konsequent psychische Probleme bzw. Depressionen ab. In Verbindung mit einem Autounfall hatte sie mir, für mich total überraschend, das Vertrauen entzogen und ihren Chef mit der Abwicklung beauftragt. Kurz darauf haben wir uns getrennt. Sie wird von einer Freundin regelrecht fremdgesteuert. Diese Freundin stand seit Beginn unserer Ehe zwischen uns und hat meine Frau ständig bevormundet, aber ohne dass es meiner Frau bewusst war. Meinen Frau ist ihr regelrecht hörig. Diese Frau ist als herrschsüchtig und Feministin bekannt. Hat Jemand Ähnliches erlebt und kann mir mit Tipps und Hinweisen helfen?

      Ich liebe meine Frau und möchte unsere Ehe retten, sehe aber kaum noch eine Möglichkeit, besonders wegen ihrer Uneinsichtigkeit, gerade weil sie ihre Krankheit leugnet. Die Angelegenheit ist sehr ernst, deshalb bitte nur ernst gemeinte Antworten. Ich bin sehr verzweifelt

      Danke!

      • Hallo,

        ich kann verstehen das dich die Situation belastet und finde es gut das du an eurer Ehe festhalten möchtest.

        Nach dem was du geschrieben hast vermute ich das deine Frau in ihrer Kindheit und Jugend schlimmes erlebt hat. Es wird Gründe geben warum das Grab von ihrem Vater verwahrlost ist und das Grab ihrer Mutter gepflegt wird. In meinen Augen besteht die Möglichkeit das deine Frau von ihrem Vater Missbraucht wurde. Die Umstände sprechen jedenfalls dafür. Dafür spricht auch das sie keine Liebe und Gefühle erwidern kann.

        Für Betroffene ist es sehr schwer über ihre Erlebnisse zu sprechen. Eine Beziehung zu führen stellt für sie oft auch einen großen Kampf da. Es ist nicht so das sie keine Beziehung möchten, sondern kommen sie oft in einer Beziehung an ihre Grenzen. Nähe kann für sie erdrückend sein obwohl sie sie sich wünschen. So wie sie sich von dir angegriffen fühlt obwohl du es nicht so meinst, so solltest du es auch nicht als Ablehnung ihrerseits sehen wenn sie keine Nähe ertragen kann.

        Das sie psychische Probleme und Depressionen abstreitet ist für Betroffene nicht ungewöhnlich. Sie wissen das sie mit ihren Problemen überfordert sind, streiten es aber meist ab. Es ist für sie ein Selbstschutz da sie sonst eingestehen müssten das es dir Probleme und vor allem die Ursachen der Probleme gibt. Sie setzen sich dann der Gefahr aus das sie direkt darauf angesprochen werden und es zu unangenehmen Fragen kommen kann. Das lange Verdrängte kann dann plötzlich wieder ins Bewusstsein kommen und ihnen den Boden unter den Füßen weg ziehen.

        Das sie in psychotherapeutischer Behandlung ist spricht aber dafür das sie sich ihren Problemen stellt.

        Fg blaue-rose

        • Letzte Woche Freitag habe ich nun auch noch die Kündigung auf der Arbeitsstelle erhalten. Mir wird der Boden untern den Füßen weggezogen! Ich weiß bald nicht mehr weiter.,..

          • Ob die Freundin so ne gute Sache ist, kann man wohl bezweifeln ... und ich teile den Gedanken der Posterin vor mir .... oder vielleicht musste sie auch mitansehen, wie ihre Mutter misshandelt wurde? Auch das würde erklären, warum sie das Grab der Mutter pflegt, sozusagen kindliche Schuldgefühle ..

            Du schreibst, dass am Anfang alles wunderbar war. Wann fing der Umschwung denn an? Wann zog sie sich immer mehr zurück? Lässt sich ein Trigger, ein Anfangszeitpunkt nachvollziehen? Das kann alles mögliche sein, ein Gedanke der jahrelang vergraben war, ein Foto, ein Geruch, ein Geräusch, Orte, Szenen in Spielfilmen etc.

            Alles was du machen kannst, ist dich nicht hängen zu lassen und dein Leben weiterleben. Zunächst dann alle Kraft in einen neuen Job zu stecken. Was sie braucht, wenn sie wieder näher kommt, ist einen starken Partner.

            Kannst du dich denn nach ihr erkundigen, sodass die "Freundin" das nicht gleich mitbekommt?

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