Aufenthaltsbestimmungsrecht wegen Umzug

    • (1) 01.03.14 - 14:48

      Ich bin seit Januar 2013 von meinem Mann getrennt, Scheidung habe ich diese Woche eingereicht. Lebe seit Mai 2013 mit meinem neuen Partner zusammen.
      Meine Kinder sind 11,9 und 7 und leben im wöchentlichen Wechsel bei mir und meinem Ex, also 50/50-Wechselmodell.
      Sie waren nicht überrascht als ich ihnen die Trennung mitgeteilt habe,aber sind natürlich trotzdem traurig.

      Nun plane ich nach Hamburg zu gehen und ein Haus Richtung Nordsee zu erwerben (ich komme ursprünglich aus Bremen und wollte immer wieder da hoch). Außerdem arbeitet mein Partner ab Juni an der Nordsee.
      Entfernung sind ca 380 km zum jetzigen Wohnort. Der Wechsel würde erst zum neuen Schuljahr erfolgen, da meine Große eh dieses Jahr ins Gymnasium wechseln muss.
      Günstig wäre es jetzt, weil ich einen Tauschpartner für die Arbeit hätte und ich ein günstiges Angebot für einen richtig schönen Resthof hätte.

      Es wäre da schöner als hier im Großstadt-Dschungel und auch mein Kleiner könnte dort auf eine Grundschule gehen, die für Kinder mit Problemen im emotional-sozialen Bereich ausgelegt ist. Was hier einfach nicht geht, schon alles probiert hier. Klimatisch auch für mich und meine Große besser, da wir beide mit Allergien und ich mit Asthma zu tun haben.
      Mein Ex ist in seiner Kinderwoche immer erst um 18:00 zuhause und die Kinder so 2,5 h alleine, was nicht geht, aber auch da treffe ich auf taube Ohren. Er blockiert da, weil er sauer auf mich ist und meinen neuen Partner nicht leiden kann. Aber so leiden die Kinder, vor allem der Kleine, der eh schon Probleme hat (bestanden schon vor der Trennung). Der Kleine wollte von Anfang an lieber komplett bei mir sein, aber da mein Ex nicht auf 50/50 verzichten wollte, haben wir es erstmal so gemacht.
      Die Kinder wollen unbedingt mit mir mit und ich würde sie mind. 1 Wochenende im Monat zu meinem Ex bringen. Und Ferien auch mind. zur Hälfte.

      Ich werde ihn natürlich um seine Zustimmung bitten, aber wenn er die nicht gibt (wovon ich ausgehe): wie stehen meine Chancen, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht vor Gericht zu bekommen? Jemand Erfahrung?

      Gruß und Danke :-D

      • Hallo,
        Deine Chancen kann dir hier niemand nennen. Das steht und fällt mit dem Richter. Aber im Grunde fahrt ihr derzeit ein funktionierendes Wechselmodell und du willst wegziehen - also den extremen Abstand schaffen. Die Frage wird wohl auch gestellt werden, ob nicht der Vater das Alleinige Sorgecht bekommen kann. Ich würde mich an deiner Stelle bei einem guten Anwalt beraten lassen.
        Die Kinde werden definitiv befragt. So klein sind sie nicht mehr. Wenn du denkst, dass der Kleine lieber zu dir will - gut. Aber auch eine Trennung der Geschwister wäre möglich, wenn die Großen lieber in der alten Umgebung bleiben wollen. Und die Großen können vom Alter her durchaus mal ein paar Stunden allein zu Hause sein.

        • Das Problem ist, dass es zumindest für den Kleinen nicht funktioniert. Was sowohl die Psychologin beim kinder-und jugendpsychiatrischem Dienst als auch die im Krankenhaus (er ist auf der Warteliste für einen Aufenthalt in der Tagesklinik, was am neuen Wohnort auch möglich ist) bereits festgestellt haben. Nur leider hört mein Ex da weg und blockt. Und dass die Kinder zu ihm komplett gehen ist keine Option, da der Kleine das definitiv nicht will.

          In den Wochen beim Papa passieren ständig Zwischenfälle in der Schule und auch Sachen wie wegbleiben des Kleinen bis es dunkel ist, weil mein Ex nicht da ist um es zu kontrollieren.

          Außerdem hat er einen Vollzeitjob, den er nicht kündigen kann, nur um sich um die Kinder zu kümmern. Er hat sich schon in der Ehe auf mir als Alleinverdiener ausgeruht, irgendwann sollte er auch mal auf eigenen Beinen stehen. War auch ein Grund für die Trennung.

          Und es wollen alle drei mit mir mit, also auch keine Trennung der Geschwister nötig.

            • "Den Volzeitjob hat er nach der Trennung bekommen, da ging es plötzlich. Vorher hab ich mir den Mund fusselig geredet"

              Eigentlich hätte Dein Mann im Trennungsjahr gar nichts an der Situation ändern müssen....

              Ich hoffe er findet ein Richter der es Dir verbietet die Kinder mitzunehmen.
              Trennung im Januar, mit einem Neuen schon im Mai zusammenleben.
              Auch Top für die Kinder....

              • Klar hätte er nichts ändern müssen, aber ich bin nicht Krösus, d.h. er hätte von mir eh nur anteilig Barunterhalt für die Kinder bekommen, da wir die 50/50 Regelung haben. Und vom Amt wollte er offensichtlich nicht leben.

                Und ich finanziere alles für die Kinder, er muss nur die Miete der Ehewohnung und Essen bezahlen, da er weniger verdient als ich.

                Und meine Pläne sind real, Versetzungsgesuch ist gestellt und Besichtigungen stehen an und da frage ich die Kinder, ob sie mit wollen oder nicht.

                Habe aber auch klar gestellt, dass es ihre Entscheidung ist. Und ich nicht böse bin, wenn sie hier bleiben wollen.

                Und ich hab meine Trennung durch Paarberatung versucht abzuwenden, aber ich hab mich für den anderen entschieden.

                Und mit dem Zusammenziehen nach 5 Monaten (effektiv 8) war nicht anders möglich, da ich alleine keinen Mietvertrag für eine ausreichend große Wohnung bekommen habe. Da ich aufgrund von Weigern des alten Vermieters noch nicht aus dem Mietvertrag der Ehewohnung rausgekommen bin.

                Habe die Kinder langsam an den neuen Partner gewöhnt und es war okay, sie haben ihn gern.

                Und mein Ex ist von mir bei der Trennung gut bedacht worden, er konnte alles behalten, während ich alles neu gekauft habe. Also ist er nicht der arme Verlassene, zumal es immer zwei Seiten gibt.

                • "Und meine Pläne sind real, Versetzungsgesuch ist gestellt und Besichtigungen stehen an und da frage ich die Kinder, ob sie mit wollen oder nicht."

                  Wie hast du dir das denn praktisch vorgestellt?

                  Es ist durchaus anzunehmen, dass einige Zeit ins Land geht, bis über einen Antrag auf alleiniges ABR entschieden ist. Und ziehst du vorher mit den Kindern um, stellst du dir ggf. selber ein Bein...

                  Gut möglich ist auch, dass du bzgl. des Umzuges mit dem Wechselmodell schon einen Fehler begangen hast...aber es bleibt letztlich natürlich abzuwarten, wie das Familiengericht entscheidet.

                  Inwieweit der Wille von Kindern in dem Alter Berücksichtigung findet, kann ich dir nicht sagen...ich meine, was von Mitspracherecht im Alter von 12 bzw. 14 Jahren gelesen zu haben (bin mir nicht mehr ganz sicher).

                  Dass der KV Vollzeit arbeitet, hat nicht unbedingt was zu heißen...er könnte die Betreuung der Kinder ja stundenweise auf einen Dritten übertragen (Tagesmutter o.Ä.). Die Frage ist, ob er grundsätzlich gewillt wäre, die Kinder bei sich aufzunehmen...ist das nicht der Fall, dürfte der Übertragung des ABR auf dich nichts im Wege stehen.

                  Ich an deiner Stelle würde einen Fachanwalt für Familienrecht fragen, wie er im vorliegenden Fall meine Chancen einschätzt...

          "Und es wollen alle drei mit mir mit, also auch keine Trennung der Geschwister nötig."

          Noch so etwas das nicht geht.
          Du besprichst ( manipulierst) das schon mit den Kindern bevor überhaupt klar ist das Deine Pläne real werden.

          Du kannst es versuchen. Es kann dir aber eben passieren, dass du dabei deine Kinder verlierst. Der Papa wird sicher bei deinem Antrag einen Gegenantrag stellen.
          Das solltest du eben immer bedenken. Die Kinder werden bei soetwas auch nicht nur einfach vor Gericht befragt, sondern schon von Mitarbeitern des Jugendamtes und Psychologen und das über eine etwas längere Zeit (nicht nur ein Termin).
          In meinen Augen ist das ein hohes Risiko. Ich würde es nicht eingehen. Dem Kindeswohlgefährdung würde das wahrscheinlich nicht entsprechen.

          Ich bin mir übrigens ganz sicher, dass es auch bei euch eine Tagesklinik der KJP gibt. Was hat dein Kind, dass er dort auf die Warteliste soll? (Was übrigens wieder nicht ohne die Zustimmung BEIDER Sorgeberechtigten geht.)

          • Er steht hier schon auf der Warteliste, es ging darum, dass die Therapie auch am neuen Wohnort gesichert wäre. Warteliste bedeutet, dass es noch Monate dauern kann bis er aufgenommen wird oder halt schnell in zwei Wochen. Das können die dort nicht vorhersagen, außer das er noch ca 15 Kinder vor sich hat.
            Ich will auch kein alleiniges Sorgerecht, sondern nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Und die Situation momentan ist mit dem

            Kleinen untragbar, kurz vor Kindswohlgefährdung, da der KV nicht auf seine Bedürfnisse eingeht und das ist die Aussage der Psychologin, nicht meine.
            Und ich kann in meiner Woche nicht alles ausbügeln, was in der Papawoche verbockt wurde.

            • Keine Ahnung was ihr für Wartelisten habt. Bei uns in der KJP habe ich ca. 1 Jahr gewartet auf einen Therapieplatz. Also nix mit 2 Wochen. Am neuen Wohnort müsste er ja wieder erstmal auf die monatelange Warteliste.
              Wie genau würdest du dir denn dann den Umgang vorstellen? Wäre es dir nicht etwas zu heftig alle 14 Tage die Kinder zu fahren? Oder anders gesagt....meine eigenen Eltern leben so weit entfernt. Wenn wir mal Oma und Opa besuchen übers Wochenende, sind wir danach immer ziemlich erschlagen - willst du das wirklich alle 14 Tage durchziehen und deinen Kindern zumuten?

              • Das mit der Wartezeit war die Aussage der Klinik. Geht halt unter anderem nach Dringlichkeit und wer grad in die Gruppe passt (also ob z.B. Mädchen oder Junge) und es kommt wohl auch vor, dass Eltern aus irgendwelchen Gründen absagen.

                Diagnostik läuft ja schon parallel in der Institutsambulanz.

                Ich würde sie einmal im Monat bringen und selber Freunde besuchen, sind nur 3h mit dem Zug. Und ab Mai 2015 können sie alle drei alleine mit dem Bus von Hamburg fahren. Dauert auch nur 3h. Muss man sehen, ob es 14tägig geht oder eher einmal im Monat. Sie können ja von mir aus täglich skypen.

                Es sagt ja auch niemand, dass es für immer so bleiben muss. Vielleicht sagen sie in 4-5 Jahren, dass sie lieber zum Papa wollen. Ich meine wir sind nun mal getrennte Eltern und man kann deswegen nicht verlangen, dass man jetzt den Rest des Lebens an einem Ort bleiben muss.
                Es tun immer alle so, als wäre ein Umzug das Schlimmste was man tun kann, aber das Leben besteht aus Veränderungen und so lange diese Veränderungen den Kindern nicht schaden, ist das kein Problem. Wie gesagt ich zwinge kein Kind mit mir zu kommen, dann bin ich halt die Wochenend-Mama.

                Aber wenn sie zu mir wollen, dann nehme ich sie liebend gerne mit. Und sie sind definitiv alt genug, um das selbst zu entscheiden.

                :-)

                • Trotz allem hat er als Papa da ein Wörtchen mitzureden.

                  Oder wie fändest du es, wenn er mit den Kindern wegzieht??

                  Und warum sprichst du nichtmal mit ihm darüber, bevor du so konkrete Pläne machst?

                  LG

                  • Wenn er wegen der Arbeit wegziehen würde und es dort umgebungstechnisch besser wäre und die Kinder mit ihm mit wollen, würde ich es akzeptieren.

                    Und ich hab mehrmals versucht mit ihm zu reden wie wir es mit dem Kleinen besser machen könnten, auch mit Hilfe der Familienberatung. Aber er redet nicht mit mir und zum Termin mit der Familienberatung ist er nicht erschienen.

                    Da kann ich mir vorstellen wie er auf einen Umzug reagiert. Deshalb rede ich darüber erst mit ihm, wenn ich die Versetzung in der Tasche habe und wenn ich weiß, dass ich das Haus bekomme.

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