Trennung in der Schwangerschaft, nach der Geburt wieder zusammen?

    • (1) 20.03.14 - 15:26

      Hallo,

      ich würde gern wissen, ob einer von euch jemals so etwas erlebt oder von einem solchen Fall gehört hat:

      Mein Mann und ich haben über zwei Jahre versucht ein Kind zu bekommen, sind letztendlich in die Kinderwunschklinik gegangen. Zu unserem Glück hatte bereits die erste Behandlung Erfolg. Trotzdem hat mein Mann sich kurz danach von mir getrennt, weil er sich in eine andere verliebt hatte. Auf meinen Wunsch hin haben wir seitdem nur WhatsApp-Kontakt. Er fragt regelmäßig nach, wie es mir und dem Kind geht und freut sich auch auf den kleinen Mann. Er schreibt immer mal wieder, dass er mich gern vor der Geburt sehen würde und meinte neulich auch, er lebe in einer Wohngemeinschaft, obwohl ich weiß, dass er nach der Trennung zu seiner neuen Freundin gezogen ist.

      Obwohl ich einen Antrag auf Härtefallscheidung gestellt habe, mittlerweile ein halbes Jahr vergangen ist und auch wenn er sich wie ein kompletter Idiot verhalten hat, hat sich an meinen Gefühlen für ihn kaum etwas geändert. Deshalb habe ich auch immer noch einen Funken Resthoffnung, dass er nach der Geburt vielleicht einen Neuanfang mit mir starten würde, wenn ihm klar wird, was er verloren hat. Hat jemand so etwas vielleicht erlebt? Wie waren eure Erfahrungen?

      Versteht mich nicht falsch: Ohne dass sich etwas ändert, will ich ihn nicht zurückhaben. Um unseren Sohn groß zu bekommen, brauche ich ihn nicht, dafür gibt es genug andere helfende Hände. Aber ich merke an mir selbst, dass die Verantwortung für ein Kind einen sehr verändert und ich weiß auch, dass er sich lange Zeit nichts mehr als ein eigene Familie gewünscht hat.

      • (2) 20.03.14 - 18:30

        Du schreibst, ehrlich gesagt, ziemlich durcheinander. Du hast einen Antrag auf Härtefallscheidung gestellt, hast aber doch noch irgendwelche Gefühle und willst einen Neuanfang mit ihm eventuell wagen, wenn er will aber du willst ihn nicht zurück... hääää?

        Was hat dein Mann den getan, dass du glaubst, die Härtefallscheidung könnte durchgehen? Fremdgehen bzw. eine neue Freundin ist zwar blöd für die Frau, reicht aber nicht für die Härtefallscheidung aus. Härtefallscheidung bedeutet übrigens keinesfalls eine umgehende Scheidung, sondern eine Scheidung ohne Trennungsjahr. Nach eingereichtem Antrag dauert es auch so noch mindestens ein halbes Jahr bis es zum Termin kommt. Vorher gibt es natürlich noch einige Dinge zu klären.
        Ich würde übrigens das Kind definitiv noch während der Ehezeit bekommen. Das hat für dich deutliche Vorteile. Deine Einstellung, dass du ihn nicht brauchst für das Kind, wirst du in der heutigen Zeit Knicken können. Als Vater hat er ziemlich weitreichende Rechte und Pflichten. Willst du keinen Unterhalt von ihm - nicht für das Kind in all den Jahren bis ans Ende der Ausbildung - und jetzt auch nicht für dich? Du willst ihm nicht zugestehen, ein ordentliches Verhältnis zu seinem Kind aufzubauen? Auch ein Vater kann mal ein Kind betreuen...und vielleicht macht er es sogar gern und das Kind liebt ihn?
        Dein Mann zeigt Interesse am Kind. Das ist gut. Sei froh. Offenbar ist er einer der Väter, die wirklich einen guten Kontakt zum Kind aufbauen wollen. Aber ein Interesse, dich zurückzugewinnen kann ich hier nirgends herauslesen. Selbst wenn er da mal eine. Geringe Hoffnung hatte, die hast du ziemlich zerstört mit deinem Antrag auf Härtefallscheidung. So etwas beantragt man doch nicht und hofft dann auf eine Versöhnung...du hast einen Scheidungsantrag gestellt. Nicht nur einen einfachen, nein eine Härtefallscheidung. Hast du dir nicht durchgelesen, was du da erklärt hast?

        • (3) 20.03.14 - 20:00

          Ich kann mir vorstellen, dass meine Geschichte etwas konfus wirkt und versuche das mal etwas zu entwirren.

          Ich habe bis zum Tag unserer Trennung immer daran geglaubt, dass er der Mann für den Rest meines Lebens ist. Folglich habe ich nie mit einer Trennung gerechnet. Die Härtefallscheidung habe ich bereits wenige Wochen später eingereicht. Der Antrag beruht darauf, dass er mir nur 14 Tage nachdem wir die Kinderwunschbehandlung begonnen haben, gesagt hat, er will eine Auszeit und sei sich wohl schon seit mehr als einem Jahr seiner Gefühle nicht mehr sicher gewesen. Hätte ich die Info vorher gehabt, hätte ich die Behandlung sicherlich nicht begonnen. Wer lange vergeblich versucht hat, ein Kind zu bekommen, weiß wie nervlich und körperlich belastend jeder neue Versuch ist. Ein Härtefall ist aus dieser Perspektive definitiv gerechtfertigt.

          Dass ich mir damit Chancen auf eine Versöhnung verbaut habe, mag sein. Ich habe aber auch nicht damit gerechnet, dass meine Gefühle für ihn trotz der ganzen Situation und der vergangenen Zeit nicht schwächer werden.

          Ich bin überzeugt, dass er sich nicht ohne Grund getrennt hat. So weiter zu machen wie bisher, hat sicherlich wenig Sinn. Als Paar hätten wir in meinen Augen nur eine Chance, wenn wir beide an uns und der Beziehung arbeiten würden.

          Ob das Kind innerhalb oder außerhalb der Ehe geboren wird, ist letztlich egal, da er die gleichen Rechte und Pflichten hat. Wer was anderes denkt, kennt unsere Rechtsprechung nicht.

          Dass ich das Kind auch ohne ihn groß bekomme, war lediglich darauf bezogen, dass ich ihn als Partner dafür nicht brauche. Einem geregelten Umgang stehe ich überhaupt nicht entgegen. Auch jetzt halte ich ihn stets auf dem Laufenden, damit es ihm nach der Geburt leichter fällt, eine Bindung zu dem Kleinen aufzubauen. Ich hoffe, dass er sich ehrlich und verantwortungsvoll um seinen Sohn kümmert. Nur sehen will ich ihn im Moment nicht, dass würde mich einfach total fertig machen, dafür bedeutet er mir eben noch zu viel.

          Meine Frage dreht sich im Übrigen nicht um meinen speziellen Fall, sondern vielmehr darum, ob es Paare gibt, die sich in der Schwangerschaft getrennt haben und nach der Geburt wieder zusammen gekommen sind. Und vor allem, ob und unter welchen Voraussetzungen der zweite Anlauf funktioniert hat.

          • (4) 20.03.14 - 21:21

            Sicher gibt es solche Paare. Das wird dann auf die Schwangerschaftshormone geschoben und gut ist. Aber bei euch liegt doch der Fall ganz anders. Du hast den absoluten, fettesten Schlußstrich gezogen, den es überhaupt gibt. Klar ging da ein massiver Fehler seinerseits vornweg

            "Ob das Kind innerhalb oder außerhalb der Ehe geboren wird, ist letztlich egal, da er die gleichen Rechte und Pflichten hat. Wer was anderes denkt, kennt unsere Rechtsprechung nicht."
            Ich kann dir 100%ig versichern, dass es gravierende Unterschiede gibt. Ich wurde gerade geschieden vor 1 Monat. Meine Kinder sind während der Ehezeit geboren. Das Kind meines Bruders hingegen wurde nicht in der Ehezeit geboren. Für das Kind hat es keine Auswirkungen. Ob ehelich oder unehelich - sie werden vor dem Gesetz gleich behandelt. Aber für dich als Mutter ist es ein grosser Unterschied ob du ein eheliches oder ein uneheliches Kind geboren hast.

            • (5) 21.03.14 - 19:48

              "Aber für dich als Mutter ist es ein grosser Unterschied ob du ein eheliches oder ein uneheliches Kind geboren hast."

              Kannst du mir den Unterschied bitte einmal genauer erläutern?

              • (6) 21.03.14 - 20:37

                Natürlich.
                Als Ehefrau, die ein Kind geboren hat hast du viel mehr Rechte. Du wirst immer von dem "Institut" Ehe geschützt - auch noch nach der Scheidung profitierst du davon.

                Zum einen hat JEDE (zumeist) Frau Anspruch auf 3 Jahre Betreuungsunterhalt nach der Geburt eines Kindes - egal ob ehelich oder unehelich. Aber nur Mütter von ehelich geborenen Kindern haben unter Umständen auch länger Anspruch darauf (Mein jüngstes Kind ist jetzt 6 und ich bekomme Betreuungsunterhalt als nachehelichen Unterhalt.)
                Ausschliesslich ehelich geborene Kinder können auch als eheliche Nachteile gelten. Nicht selten geben ja Frauen wegen ihren Kindern ihre Karriere auf oder treten zumindest beruflich deutlich kürzer. Damit haben sie ein deutlich geringeres Einkommen, als sie haben würden, wenn das Kind nicht gekommen wäre. Wenn das EHELICHE Kind der Grund für den Karriereknick ist, dann hat die Frau einen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt als nachehelichen Unterhalt. Ist das Kind unehelich, gibt es keinen ehelichen Nachteil und keinen Aufstockungsunterhalt - obwohl exakt das selbe passiert: Frau tritt beruflich kürzer und hat ein geringeres Einkommen.

                • (7) 22.03.14 - 20:12

                  Ok, damit hast du natürlich Recht.

                  Aber mir war es nach meiner Scheidung wichtig (und auch vorher) auf eigenen Beinen stehen zu können, ich wollte von meinem Ex nichts haben.

                  Klar den Kindesunterhalt, aber Betreuungsunterhalt wollte ich nie haben, obwohl er echt viel hätte zahlen müssen.

                  Wer natürlich auf den Unterhalt angewiesen ist, da geb ich dir recht, für den ist es sicher zum Vorteil, das Kind während der Ehe zu bekommen.
                  Wem es aber ums Sorgerecht geht, der sollte es danach bekommen.

                  Obwohl ich dieses Ganze "dies ist besser dafür, dies besser für jenes" überhaupt nicht mag, ich finde jeder sollte versuchen auf eigenen Beinen zu stehen, der Mann sollte auch öfters die Betreuung übernehmen, sodass die Frau Karriere machen kann.
                  Und ganz wichtig, den Eltern sollte es in erster Linie um die Kinder gehen und versuchen, sich weiterhin gut zu verstehen und nicht den einen (evtl.) versuchen auszunehmen bzw. nur an die Vorteile bezgl. des Geldes zu denken.

                  • (8) 03.04.14 - 13:43

                    Hallo

                    Das was man da von dir liest ist absolut löblich, leider funktioniert das in der Praxis nicht wirklich. Welcher AG verzichtet auf einen Mitarbeiter, weil der auf ein Kind aufpassen muss und dessen Partner Karriere machen will...??

                    Ich denke nicht dass ihr wegen der Härtefallscheidung nicht wieder zusammen kommen könntet. Falls auf beiden Seiten noch Gefühle vorhanden sind, kann ein gutes, klärendes Gespräch da viel bewirken und ihr habt ja wie es scheint noch einen ganz guten Draht zueinander.

                    Ich habe keine Ahnung wie du deine Zukunft geplant hast, ob du neben dem Baby weiter arbeiten wirst, wer sich in der Zeit um dein Baby kümmern wird...
                    Ich kann dir nur sagen, es wird hart. Es ist hart wenn man sich nicht mehr nur um sich selbst kümmern, sondern sich zusätzlich permanent um die Bedürfnisse eines Säuglings kümmern muss und kaum noch Zeit für sich hat. Und es wird immer anstrengender, je grösser sie werden. Und vermutlich früher als du denkst wirst du sauer auf deinen Ex, weil er sein Singleleben oder seine neue Liebe geniesst, während du die überall verschmierte Nivea-Creme wegwischen musst, weil dein Stöpsel die Zeit genutzt hat, als du gerade mal eine E-Mail fertig schreiben, oder deine Haare waschen wolltest und nicht gucken konntest.

                    Auf etwas freiwillig zu verzichten, was dir als verheiratete Frau die ein Kind bekommt zu steht, ist saumässig blöd und ich hoffe ganz ehrlich, dass du es nicht irgendwann bereuen wirst. Während er sich an den Wochenenden vergnügt und erholen kann, darfst du dich um das Kind kümmern. Irgendwann ist jeder Akku alle und all die helfenden Hände können vielleicht nicht immer dann wenn du es gerade brauchst. Es gibt Meinungsverschiedenheiten was die Erziehung betrifft und du fühlst dich deshalb nicht wohl das Kind zu jemandem zu bringen... Das sind alles Sachen die du jetzt noch gar nicht überschauen kannst.

                    Es kann vieles passieren, aber zu hoffen dass ihr wieder zusammen kommt, weil du bereit bist so viele Opfer zu bringen um ihn nicht schlecht dastehen zu lassen, ist grundverkehrt. Es ist auch sein Kind. Du bist noch immer seine Frau und er hat dich/euch echt mies behandelt. Denke nur mal daran dass es ggf. mit Kind bedeutend schwerer sein wird eine neue Partnerschaft einzugehen.

                    Niemand hält dich davon ab Karriere zu machen oder dich selbst zu verwirklichen, aber dein Mann sollte seinen Pflichten nachkommen. Du sagst selber das du, wenn du das vorher gewusst hättest, diese Behandlung nicht mehr über dich hättest ergehen lassen. Ich kenne diese Behandlungen auch. Ich weiss was hinter dir liegt.

                    Die Härtefallscheidung ist eine Kurzschlussreaktion aus verletzter Eitelkeit, verletztem Stolz. Ich würde mit der Scheidung definitiv warten bis das Kind auf der Welt ist. Falls ihr euch zusammen rauft seid ihr dann noch verheiratet und könnt gleich weitermachen ohne umständliche Laufereien zu irgendwelchen Ämtern. Mit einem kleinen Baby möchte man doch die Zeit geniessen. Wenn du die Härtefallscheidung durchziehst und ihr kommt nicht wieder zusammen, bist du es die auf ganzer Linie den kürzeren zieht und es irgendwann bitter bereuen wirst. Ohne ihm etwas unterstellen zu wollen, aber er weiss vermutlich ganz genau wie viel er sparen würde.

                    Ob es für Kinder noch ein schwarzer Fleck auf der weissen Weste ist, ob sie ehelich oder unehelich geboren sind kann ich nicht beurteilen. Aber dir kann ich echt nur raten den Ball flach zu halten und die Scheidung erst durchzuziehen wenn der Bub auf der Welt ist. Ob es Grund gibt für einen Härtefall oder nicht. Dir wird man die Besonnenheit später höher anrechnen als wegen verletztem Stolz mit dem Kopf durch die Wand gewollt zu haben.

                    LG, Ciara

      (9) 21.03.14 - 13:37

      Ich kann dir dazu nur eines sagen, ein kleines Baby, so erfreulich es auch ist, ist eine immense Belastung für eine Beziehung. Man muss schon sehr gut sein, wenn man es schafft, mit neugeborenem Paar zu bleiben...wieder paar zu werden unter dieser Belastung halte ich für seeeehr schwer, aber es gibt nichts, was es nicht gibt.
      Ihr habt mit dem Kind dann auf jeden Fall etwas, was euch verbindet, aber ich denke, dass das als Grundlage für eine Beziehung nicht reicht.

      Finde dich lieber mit der Trennung ab und versucht, dass das Kind einen geregelten Umgang mit beiden Eltern, die einigermaßen miteinander klarkommen hat!
      Viele Grüße

      (10) 21.03.14 - 20:23

      Ich weiß nicht, ob es dir am Ende reichen würde, wenn er wegen des Kindes und der Familie, die ihr seid, zu dir zurückkommen würde. Du als Frau zählst da nämlich nicht zu seiner Motivation, zurückzukommen. Sonst wäre er schon wieder bei dir und nicht in einer Beziehung/WG/wo auch immer. Er hat sich damals, als ihr endlich eine Familie wurdet (auch wenn das Kind noch nicht da ist, aber das gehört schon zu EUCH) aus dem Staub gemacht. Ganz schlechte Nummer. Und das Kind war ja kein "Unfall", sondern ihr plantet, eine Familie zusammen zu gründen. Das aus dem Kopf zu bekommen, stelle ich mir sehr schwierig vor. Ich kenne persönlich solch einen Fall nicht, eher das Gegenteil: Kaum ist das Kind da, fangen die Schwierigkeiten und Krisen eher an. In solch einer Situation noch zueinander zu finden...nicht so einfach. Dein Fokus wird woanders sein. Und ganz ehrlich: Ein solches Verhalten, wie es dein Mann gezeigt hat, ist unter aller Kanone. Mit ein wenig Abstand wirst du ihn wahrscheinlich gar nicht mehr zurückwollen. Dass du dich schwer von dem ursprünglichen Plan lösen kannst, mit dem Mann zusammen ein Kind großzuziehen, ist total verständlich. Aber das müssen beide wollen. Und da er sich aus dem Staub gemacht hat, wird er wohl diesen Plan mit einer gemeinsamen Zukunft nicht haben.
      Du wirst euer Kind trotzdem mit aller Liebe aufziehen können. Vielleicht macht er ja als Vater eine bessere Figur als als Partner. Und da er sich nach dem Kind erkundigt, spricht ja einiges dafür.

      Ich würde mich da nicht drauf versteifen, dass das wieder wird. Das sind - verständliche - Träume. Aber könntest du ihm das verzeihen und ihm wieder vertrauen?
      LG, palomita

      (11) 23.03.14 - 04:21

      Hallo!

      Meine Schwester wurde von ihrem damaligen Freund während der Schwangerschaft verlassen.
      Nachdem das Kind da war, kamen sie wieder zusammen und heirateten auch.
      2 Jahre später wurde sie - von beiden Seiten geplant - wieder schwanger und auch diesmal verließ er sie, weil er eine Andere hatte.

      Gruß, k.

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