Frage Sorgerecht/Sorgerechtsvereinbarung

    • (1) 05.06.14 - 21:51

      Also es geht um eine eher gezwungernermaßende Trennung,

      Eine entfernte Bekannte ist krank, todkrank, sie wird vielleicht noch ein Jahr leben:-(

      Verheiratet ist sie unglücklich mit einem Mann der Drogenabhängig ist, dazu kommt ein 2 jähriges Kind um das sie sich bald nicht mehr kümmern kann.

      Sie wollte den Mann verlassen aber hat dann von ihrer Krankheit erfahren und wollte nicht alleine sein.

      Jetzt ist die Frage, sie haben gemeinsames Sorgerecht aber der Mann ist extrem ungegeignet ein Kind alleine großzuziehen, wie lässt sich :-)
      die Situatiion lösen?

      Da ich sie bald treffen werde, und sie mich ratlos angerufen hat (sie weiß selber,dass er kein guter Vater ist)

      Was müsste sie rechtlich machen,
      damit das Kind zu jemand anderem kann, zu ihren Eltern z.B. ?
      Geht eine Sorgerechtsvereinbarung wenn nur die Mutter unterschreibt?

      Wäre super wenn da einer von euch ne Idee hätte

      • (2) 05.06.14 - 22:06

        Hallo,

        das Sorgerecht kann sie nicht einfach irgendwem übertragen und schon gar nicht einseitig.

        Sie sollte sich von einem Anwalt beraten lassen. Er kann ihr erklären, ob und wie eine nahe Bezugsperson des Kindes die Pflegschaft übernehmen kann bzw. wie sie testamentarisch begünstigen kann, zu wem das Kind kommen soll, falls der verbliebene Sorgeberechtigte nicht in der Lage ist, das Sorgerecht auszuüben.

        Der andere Sorgeberechtigte ist dann erst mal Alleinsorgeberechtigter, wenn sie versterben sollte. Wenn der das Sorgerecht ausüben will, wird es schwierig, dagegen anzukommen, besonders wenn dessen Drogensucht nicht aktenkundig ist. Sollte das Sorgerecht verhandelt werden, muss das Gericht den testamentarischen Willen der Mutter prüfen und kann ihm folgen, wenn der Wunsch auch dem Kindeswohl entspricht.

        LG

        (3) 06.06.14 - 07:04

        Sie sollte sich fachliche Hilfe holen, evtl. nicht nur über das Jugendamt und eine juristische Beratung (was nicht dasselbe ist!), sondern vielleicht sogar mit dem Kinderschutzbund in Kontakt treten.
        Es ist stark davon abhängig, ob der Vater sich überhaupt alleine um das Kind kümmern will und welche Drogen er nimmt. Sorgerechtsentzug ist nur unter bestimmten Umständen möglich, wenn er nicht freiwillig einsieht, dass er das Kind nicht alleine groß ziehen kann. Kifft er nur dann wird das völlig anders bewertet als wenn er heroinabhängig ist. Man würde ihm dann wohl eher nicht das Sorgerecht entziehen und dann kann er problemlos nach dem Tod der Mutter das Kind versorgen.

        Noch schwieriger ist es wohl wenn sie sich jetzt nicht trennt, denn ich schätze mal, wenn sie weiterhin gemeinsam mit ihm in einem Haushalt lebt, würde sie Probleme haben zu begründen, wieso er so ein schlechter Vater sein soll. Denn immerhin hätte sie dann ja auch keine Schwierigkeiten vor ihrem Tod, wenn die Krankheit ihr die Erziehung des Kindes unmöglich macht, dies dem Vater zu überlassen. Falls sie sich also trennen will, dann sollte sie das wohl auch tun und eventuell lieber zu ihren Eltern ziehen für die letzten Monate ihres Lebens.

        Geh mit ihr zu diversen Beratungsstellen, klappert alles ab. Vielleicht hilft auch ein vernünftiges mediatives Gespräch mit dem Vater des Kindes, wenn die Drogensucht so gravierend ist, dass er selbst merkt, dass das nicht mit dem Status Alleinerziehend vereinbar ist.

        (4) 06.06.14 - 17:25

        Sie sollte sich eindeutig beraten lassen bei kompetenten anerkannten Stellen/Personen (urbia zählt dazu nicht).
        Sie sollte definitiv soviel wie möglich Leute darüber informieren. Hat sie einen Psychologen? Wenn nein, dann einen suchen und mit ihm darüber offen (!) reden, den Kinderarzt einweihen, das Jugendamt, eine Beratungsstunde bei der Caritas (o.ä.) in Anspruch nehmen, mit Therapeuten, Lehrern, Erziehern der Kinder,...
        Natürlich auch mit Freunden und Familie denen sie wirklich vertraut.
        Nicht den Vater schlecht machen vor anderen Leuten, einfach sagen, dass sie eine lebensverkürzende Erkrankung hat und in absehbarer Zeit sterben wird. Und sie hat massive Angst um die Kinder, da sie befürchtet, dass sich der Vater vielleicht nicht wirklich um sie kümmern kann, weil er selbst schwere Probleme hat.
        Sie kann eine Vorsorgevollmacht schreiben. Dort kann sie ihre Wünsche bezüglich der Kinder festhalten, aber das Gericht entscheidet. Sie muß das also gut begründen, denn immerhin wünscht sie sich, dass die Kinder nicht vom Vater erzogen werden, zumal sie bisher bei ihm gelebt haben. (Eine Trennung wäre definitiv von Vorteil vorher.) Denn aus Sicht des Richters hat das Kind ja nun seine Hauptbezugsperson - die Mutter - verloren und dann soll der Richter auch noch entscheiden, dass die 2. Hauptbezugsperson - der Vater - praktisch verschwindet aus dem täglichen Leben. Noch dazu muß das Kind sein soziales Umfeld wechseln. Das ist verdammt viel.

        • "Sie sollte definitiv soviel wie möglich Leute darüber informieren."

          Jawoll! Den KV möglichst breit gestreut schlecht zu machen ist die beste Ausgangslage in einem Sorgerechtsstreit.

          "Sie kann eine Vorsorgevollmacht schreiben. Dort kann sie ihre Wünsche bezüglich der Kinder festhalten, aber das Gericht entscheidet. Sie muß das also gut begründen, denn immerhin wünscht sie sich, dass die Kinder nicht vom Vater erzogen werden, zumal sie bisher bei ihm gelebt haben. (Eine Trennung wäre definitiv von Vorteil vorher.) Denn aus Sicht des Richters hat das Kind ja nun seine Hauptbezugsperson - die Mutter - verloren und dann soll der Richter auch noch entscheiden, dass die 2. Hauptbezugsperson - der Vater - praktisch verschwindet aus dem täglichen Leben. Noch dazu muß das Kind sein soziales Umfeld wechseln. Das ist verdammt viel."

          Sie kann auch schreiben das sie Verfügt der Mond gehöre ab sofort ihrem Kind.
          Hätte beides exakt gleich viel Wirkung. Mit dem Fall beschäftigt sich gar kein Richter, denn es gibt da gar nichts zu entscheiden.
          Es gibt ein Elternteil das Sorgeberechtigt ist. Fertig. Da gibt es nichts dran zu rütteln.
          Irgendwelche "Erklärungen" der KV - der offensichtlich dazu getaugt hat mit ihm ein Kind zu zeugen und wohl auch einige Zeit zusammen zu legen - sind völlig nutzlos.

          • "Den KV möglichst breit gestreut schlecht zu machen ist die beste Ausgangslage in einem Sorgerechtsstreit."

            Ich erinnere mich, geschrieben zu haben, dass sie DASS genau NICHT tun soll. Sie soll die Leute über ihre Krankheit informieren und über ihre Ängste. Aber keine Verdächtigungen gegenüber den Kindsvater äußern, die sie eh nicht beweisen kann. Zumal sie noch mit ihm zusammen lebt - was eigentlich der größte Vertrauensbeweis ist für den KV.
            Also beim nächsten mal: LIES RICHTIG!

            Und da du offenbar so viel Ahnung hast...träum ruhig weiter von deiner kleinen heilen Welt. Was glaubst du, was passiert, wenn in der Vorsorgevollmacht drin steht, dass der Vater Droge X regelmäßig konsumiert und die auch noch zu den härteren Drogen gehört? So ewas kann man nachweisen.
            Der Vater meiner Kinder hat zwar nie Drogen genommen, aber er hat nie die Behinderungen der Kinder akzeptiert. Er hat sich zwar nie gewehrt, wenn ich die Kinder zu Therapien & Co gebracht habe, aber er hat das immer als "Spielerei" meinerseits betrachtet. Das geht auch aus zahlreichen ärztlichen Gutachten hervor. Definitiv werde ich dafür sorgen im Falle meines Todes, dass er das Sorgerecht zwar behält - er ist ein super Papa und die Kinder lieben ihn und er sie, aber für den Bereich Gesundheit muß zwangsweise jemand anderes die Kontrolle übernehmen. Mein Jüngster hat einen IQ unter 50 und der Papa redet immer noch davon, was der Kleine mal studieren kann - und das meint er ernst.

            • " Was glaubst du, was passiert, wenn in der Vorsorgevollmacht drin steht, dass der Vater Droge X regelmäßig konsumiert und die auch noch zu den härteren Drogen gehört?"

              Gar nix, weil in diese Konstellation die KM gar nicht berechtigt ist irgendwelche Vollmachten abzugeben.
              Möglicherweise kommt jemand auf die Idee das JA einzuschalten, aber alleine basierend auf der Aussage der KM.

              Sie müsste VORHER ein Verfahren zur Übertragung des alleinigen Sorgerechtes auf sie selber anstrengen.
              Das per Automatismus in irgendeiner "Verfügung" zu machen bringt nichts.

              • Niemand hat behauptet, dass die Mutter das VERFÜGEN darf. Aber die darf einen Wunsch äußern. Dieser Wunsch wird definitiv vor Gericht ernst genommen und FALLS sie ihn begründen kann und FALLS diese Begründungen der Wahrheit entsprechen und nicht irgendwie aus den Finger gesogen sind, dann hat das sehr wohl Folgen. Das Gericht kann dem Vater das Sorgerecht entziehen, bzw. es kann auch nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen und die Personenfürsorge in die Hände einer anderen Person legen, bis der Vater sein Problem in den Griff bekommen hat.

                • Du solltest dich mal dringend an eine alte Juristenweisheit halten: Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.
                  Ich empfehle da BGB§1680.

                  Dort liest man:

                  "Stand die elterliche Sorge den Eltern gemeinsam zu und ist ein Elternteil gestorben, so steht die elterliche Sorge dem überlebenden Elternteil zu."

                  KEINERLEI EInschränkung in der Art "Außer der Elternteil bei dem die Kinder bislang gelebt haben hat was dagegen".
                  Einschränkungen sind explizit nur bei alleinigem Sorgerecht erwähnt.

                  Vielleicht aber gibt es ja in Kati-Land andere Gesetze, die haben aber hier wenig Rechtskraft.

                  • (10) 08.06.14 - 17:46

                    Ganz bestimmt gibt es in Kati-Land kein BGB.
                    Aber in Deutschland gibt es meines Wissens noch Gerichte und die haben sehr Wohl das Recht einem Vater, einer Mutter oder sogar beiden Elternteilen gleichzeitig das Sorgerecht zu entziehen. Das hat mit dem BGB§1680 nichts zu tun, sondern vielmehr mit BGB§1666 Abs. 1: "Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind." und weiter im Abs. 3.: "Zu den gerichtlichen Maßnahmen nach Absatz 1 gehören insbesondere ... 6. die teilweise oder vollständige Entziehung der elterlichen Sorge."

                    Eine Trennung vom (in diesen Fall) Vater ist übrigens ganz genau im BGB§1666a geregelt. "(1) Maßnahmen, mit denen eine Trennung des Kindes von der elterlichen Familie verbunden ist, sind nur zulässig, wenn der Gefahr nicht auf andere Weise, auch nicht durch öffentliche Hilfen, begegnet werden kann. ...
                    (2) Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder wenn anzunehmen ist, dass sie zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen."

                    Aber auch hier ist ein Sorgerechtsentzug durchaus im Bereich des Möglichen, wenn auch schwierig. Der §1680 BGB ist definitiv die falsche Wahl gewesen.

                    • (11) 08.06.14 - 18:19

                      Nun, das zusammenhanglose Zittieren irgendwelcher Gesetzestexte hilft in diesem Land auch nix.

                      Was von deiner Seite noch feht ist das Gesetz, nachdem das Gericht grundsätzlich nach dem Tod eines Elternteiles zu prüfen hat, ob der verbleib des Kindes beim anderen Elternteil eine Gefährdung darstellt.

                      Wäre der §1666 hier wirklich passend, würde das im Umkehrschluss bedeuten das im Falle des Todes eines Elternteiles grundsätzlich - oder zumindes bei einem kleinen Hinweis - ein Verfahren zur Entziehung des Sorgerechtes gegen den lebenden Elternteil zu erfolgen hat.

                      Genau, da wirst du lange und vergeblich suchen.

                      Damit ein Gericht unter dem Aspekt des §1666 aktiv wird bedarf es eines entsprechenden Antrages.
                      Alleine ein Schrieb der KM "Der KV ist ja völlig ungeeignet" reicht eben nicht.

                      Von daher ist der § 1680 eindeutig: Im Falle von GSR geht beim Tod eines Elternteiles automatisch das ASR auf das andere Elternteil über.

                      Hätte der Gesetzgeber hier eine automatische Prüfung gewollt, dann hätte der den GSR-Anteil des verstorbenen Elternteiles automatisch auf das Jugendamt übertragen, was dann nach Prüfung hätte darauf verzichten können wenn der verbleibende Elternteil als geeignet erscheint.
                      Hat er aber nicht.

                      Um aber deiner Argumentation gemäß §1666 weiter zu folgen müsste ein Gericht in regelmäßigen Abständen bei ALLEN Eltern überprüfen ob eine KiWo Gefährdung vorliegt.
                      Auch mal eine Idee - eine Art Eltern-TÜV. Wer den nicht besteht, bekommt halt die Kinder entzogen.

                      Die können dann ja alle nach Kati-land ziehen.

                      • (12) 08.06.14 - 18:58

                        Niemand hat behauptet, dass der "Schrieb" reicht. Aber du darfst mich gern zitieren aus meinen eigenen Posts zuvor. Vielleicht wirst du ja fündig.
                        Lerne lesen. Dann kannst du auch versuchen, Gesetzestexte lesen zu lernen. Und ja, eine Vorsorgevollmacht WIRD gelesen. Ob da, was darin steht auch gemacht wird, entscheidet nicht die Mutter, sondern das Gericht. Die Mutter darf aber einen Wunsch äußern. Aber es ist und bleibt ein Wunsch. Man könnte sagen, es ist ihre letzte Möglichkeit, sich nochmals vor Gericht zu äußern. Und ja, das darf sie. Und ja, das Familiengericht wird definitiv ein Urteil fällen - wie das aussieht ist offen. Mit einer Vorsorgevollmacht (wie in dem Thread genannt) hat die Mutter den Vater angeklagt das Kindeswohl massiv zu verletzen.

                        Es gibt ein Sprichtwort: "Wo kein Kläger, da kein Richter." Solange die Mutter die Füße still hält und nichts sagt oder macht gegen den Vater, wird auch kein Richter erscheinen. Sagt sie aber die Wahrheit und sind die Kinder wirklich gefährdet in hohem Maße (das mal vorausgesetzt), dann hat das Gericht nach den von mir bereits genannten Paragraphen das Recht, das Sorgerecht zu entziehen. Selbstredend gilt das immer auch für die andere Seite - es gibt auch schlechte Mütter.
                        Den Eltern-TÜV gibt es schon. Man nennt ihn nur anders. Und er ist derart misserabel, dass er nichts bringt.

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