Streit meines Partners mit seiner Exfrau...

    • (1) 24.09.14 - 14:26

      Hallo zusammen,
      es ist schon länger her, dass ich hier das letzte Mal geschrieben habe (unter „Partnerschaft“). Ich denke, dieses Thema passt nun aber besser in „Trennung“, da es damit hauptursächlich zusammenhängt. Auch wenn es nicht meine eigene Trennung betrifft, sondern die meines Partners von seiner Ehefrau.

      Ich bin vor sechs Monaten zu meinem neuen Partner gezogen, über 500 km von meiner Heimat entfernt, nachdem ich vorher eine Stelle für mich gefunden habe (wir arbeiten beide Vollzeit).

      Mein Freund ist noch verheiratet, die Scheidung läuft, er hat mit seiner Frau zwei gemeinsame Kinder (beide kurz vor bzw in der Pubertät). Die drei leben zusammen im Nachbarort. Die Kinder sind alle zwei Wochen (sowie unregelmäßig unter der Woche) bei uns, ich hatte zu ihnen von Anfang an ein gutes Verhältnis.

      Mein Partner und ich führen eine sehr harmonische und liebevolle Beziehung, in der ich absolut nichts vermisse. Beruflich fühle ich mich wohl und alles könnte so toll sein.

      Nur belastet mich sehr das absolut schlechte Verhältnis zu seiner getrennt lebenden Frau.

      Ich habe von Anfang an bewusst kleine Brötchen gebacken (als die Neue eines frisch getrennt lebenden Mannes in einem winzigkleinen Dorf), meinen Freund darin bestärkt, zu seiner Frau einen neutralen, auf das Kindeswohl konzentrierten Kontakt herzustellen, niemals ein schlechtes Wort zu verlieren und den Kindern ein paar schöne Tage zu bereiten, wenn sie denn bei uns sind. Von Anfang an waren mein Freund und seine Frau sehr zerstritten, manche Wochen lief es dann wieder gut, aber die meiste Zeit ist selbst der minimalste Kontakt eine Qual und ein Anlass für einen fürchterlichen Streit der beiden.

      Streit bedeutet: Seine Frau beschimpft ihn (schriftlich oder am Telefon) und er schluckt es und kontert nicht oder nicht genug, aus Angst, die Kinder könnten dies mitbekommen. Sie lästerte auch bei Facebook über ihn, obwohl das die gemeinsame Tochter lesen konnte und die Mutter aufforderte, dies sein zu lassen (mit 12 Jahren!)

      Mein Freund zahlt Unterhalt für die Kinder, diese Summe ist die Haupteinnahme seiner Frau neben ihrer Teilzeitbeschäftigung (alles so, wie es sein sollte). Darum geht der Streit auch nicht. Stets geht es um den Umgang und dass mein Freund sich nicht genug um die beiden Kinder kümmern würde.

      Freitags holt er sie ab und bringt sie sonntags gegen Abend wieder zu seiner Frau. Obwohl sie immer meckert, dass er die Kinder nicht genug sieht, darf er sie meist erst um 18 Uhr abholen. Nicht früher. Aber auch nicht später! Diese Zeit ist von ihr willkürlich gewählt, denn beide Elternteile sind freitags schon mittags daheim (die Kinder auch).

      Letzte Woche hat mich erstmals meine 85jährige Großmutter besucht. Diese hat seit Jahrzehnten unser Heimatdorf nicht mehr verlassen und es war für sie ein Riesenschritt, mich zu besuchen. Mir war dieser Besuch sehr wichtig und meinem Freund auch. Da sie Freitag Abend mit uns essen gehen wollte, bat mein Freund seine Frau, die Kinder 1-2 Stunden später abholen zu können. Alternativ konnten die Kinder auch mit uns kommen. Dazu hatten diese aber keine Lust. Seine Frau schrie ihn dann derartig an (ich hab es 2 Zimmer weiter durch den Telefonhörer noch gehört), dass er ein Arschloch sei und seine Kinder ihm nicht wichtig wären. Er selbst kam nur 2 Sätze zu Wort, sie unterbrach ihn immer wieder und legte dann auf. Dann schrieb ihm seine Tochter, sie und ihr Bruder würden dann erst am Morgen danach zu uns kommen. Das hat mich sehr traurig gemacht und ich hab mich irgendwie schuldig gefühlt.

      Morgens sahen wir dann die Mutter der Kinder beim Fußballturnier, wo sie abfällige Äußerungen über meine Großmutter in meine Richtung machte. Ich möchte nicht überheblich klingen (vermutlich tu ich es doch), aber ich bin eine unabhängige Frau mit guter Ausbildung, verdiene meinen Lebensunterhalt schon immer selbst etc – seine Frau hat keine Ausbildung, nie gearbeitet (bis letztes Jahr) und redet immer wie jemand aus einer eher bildungsfernen Schicht (das, was man üblicherweise als Stammtischparolen bezeichnet). Dumm ist sie keinesfalls, aber sie hat eine freche, rotzige Art, auf die ich nichts erwidern kann. Ich bin sprachlos und habe noch nie ein schlechtes Wort über sie oder zu ihr gesagt (außer natürlich zu meinem Partner, wenn ich mich ärgere) – alles nur, um nicht wie die blöde Neue rüberzukommen, die gegen die Exfrau hetzt. Innerlich aber könnte ich ausflippen.

      Langsam reicht es, ich schlafe nicht mehr, weine viel und sehe, dass mein Partner leidet.

      Seine Frau wünscht, dass die Kinder in den kommenden Herbstferien bei uns sind. Das ist ok, sie können kommen, wann sie wollen. Ich bekomme aber keinen Urlaub und mein Partner wird dann vermutlich eine neue Stelle haben – folglich auch kein Urlaub. Das möchte seine Ex aber nicht, da es dann heißt, er würde sich nicht kümmern – er soll sicherstellen, dass er zuhause ist. Wie sie sich das vorstellt – keine Ahnung. Auf das Argument, dass er dann arbeitet und auch Unterhalt zahlen muss, kommt nur: „Das ist ja auch deine Pflicht – zahlen. Egal wie du das machst. Zu mehr brauchen wir dich nicht.“ (ich habe diese Zeilen selbst gesehen). Als sie wieder Voice-Nachrichten mit Beschimpfungen schickte, ist meinem Freund auch der Kragen geplatzt und antwortete, sie solle sich psychologische Hilfe suchen- was zur Folge hatte, dass seine Tochter ihm wieder schrieb, er solle nicht so böse Sachen zur Mutter sagen. Dass das Mädchen in jungen Jahren gezwungen ist, solch eine Partei zu ergreifen, macht mich unfassbar traurig. Ich kann und darf mich nicht einmischen und so äußert sich meine schlechte Stimmung mehr und mehr körperlich.

      Bitte entschuldigt diesen langen Text. Ich kann mir nicht helfen, aber diese Frau ist der einzige Grund, den Umzug zu bereuen. Hätte ich wohl wissen müssen…
      Hat jemand Tipps, wie man mit so etwas lernt umzugehen?
      Ach ja….zum Glück findet bald ein Gespräch mit einem Mediator vom Jugendamt statt. Ich hoffe, das bringt etwas, habe aber wenig Hoffnung. Egal was mein Freund tut oder lässt, alles scheint falsch. Bin echt verzweifelt…
      LG Yanis

      • Guten Morgen,

        Ich hatte zum Vater meines Sohnes ein ähnlich, nennen wir es angespanntes Verhältnis. Wir waren auf den Rat meines jetzigen Mannes beim Jugenamt und das war das beste was uns passieren konnte,

        Sie haben uns einen Psychologen vom Jugenamt zur Seite gestellt für mehrere Sitzungen, wo wirklich alles was gesagt wurde, in diesen 4 Wänden blieb. Wir lernten zum Wohl unseres Kindes wieder miteinander zu kommunizieren. Das ist nun ein Jahr her und es klappt ganz toll.

        Der Grund war übrigens stark verletzte Gefühle und generell Gefühle und Ängste seinerseits und von meiner Seite sehr viele Agressionen die noch unsere Beziehung angingen.

        Ich kann den Schritt nur empfehlen unser Sohn ist danach regelrecht aufgeblüht und hat immer wieder gesagt, wie toll er es fand bzw findet, das wir endlich nicht mehr streiten.

        Er ist jetzt 7.

        Liebe Grüsse

        Ps: ich denke es ist als EX Partner sehr schwer zu sehen, das der Ex- Partner glücklich ist mit jemand anderen. Das zeigt einem das eigene Versagen so richtig schön nochmal vor Augen.

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