Mann verändert sich durch Depression zum aggressiven, unfreundlichen Menschen

    • (1) 24.11.14 - 21:16

      Hallo, lese seit einiger Zeit hier im Forum, und finde Eure Beiträge wirklich hilfreich. Heute würde ich gerne meine Situation schildern. Mein Mann und ich haben uns vor 20 Jahres während des Studiums kennengelernt. Er ist 6 Jahre jünger als ich und es war die große Liebe. Er war ein unglaublich netter, freundlicher und liebevoller Mann, mit dem ich über alles reden konnte und der mich oft zum Lachen brachte. 2001 heirateten wir und bekamen Zwillinge (11) und unsere Jüngste (6). Er fing nach dem Studium an, zu arbeiten, und eigentlich gingen da die Probleme los. Ich bin seit der Geburt der Zwillinge zu Hause bei den Kindern, damit auch zufrieden und glücklich. Er hatte im Beruf immer viel Stress, der natürlich mehr wurde, je öfter er befördert worden ist. 2009 wollte er unbedingt einen Job in einer 120 km entfernten Stadt haben; ist eine gute Firma und ihm wurde die Nachfolge seines Chefs in Aussicht gestellt. Ich war nicht begeistert, erklärte mich aber schließlich einverstanden, weil er so begeistert von dem Job war und es unbedingt wollte. Lieber ein Mann, der pendelt und mit seinem Job glücklich ist, als einen, der zwar immer da ist, aber unzufrieden, dachte ich mir. Allerdings stellte ich eine Bedingung: dass er nach der in Aussicht gestellten Beförderung wieder einen Job in unserer Stadt (hochindustrialisierter Ballungsraum) sucht. Von Anfang an war der Wurm drin: der Stress im Job war groß und das Pendeln machte alles noch schlimmer. Er hat seinen Stress immer nach Hause gebracht und war oft schlecht gelaunt. Und ich so gut wie immer mit 3 Kindern alleine, da er früh morgens um 6 das Haus verließ und gegen, 21 oder 22 Uhr nach Hause kam. Nach 2 Jahren beschlossen wir, umzuziehen, doch dann wurde die Firma verkauft und ihre Zukunft war ungewiss, also kein Umzug. Dafür hat er sich dann dort eine kleine Wohnung genommen, und blieb zwischen Montag und Freitag dort. Ich dachte, jetzt wird seine Laune besser, aber dann wurde es richtig schlimm: er "erbte" endlich den Job seines Chefs, und der Stress wurde richtig mörderisch. Außerdem haben die neuen Eigentümer der Firma eine ganz andere, üble Atmospäre in die Firma gebracht. Vorher war er wenigstens gerne dort, jetzt hasst er den Job. Aber bewerben, dazu hat er auch keine Lust, denn er "hat sowieso so viel Stress; keine Zeit für Bewerbungen". Ja toll, so ändert sich nie was!! Und trotz meiner wiederholten Bitten, sich zu bewerben und bei uns einen Job zu suchen (wie anfangs vereinbart) wurden von ihm mehr oder weniger ignoriert. Letztes Jahr war ich so fertig, dass ich ihm mehrmals weinend gesagt habe, ich kann nicht mehr. Er hat unwirsch und aggressiv reagiert, sinngemäß, was ich mich so aufrege, die Kinder sind doch den ganzen Tag im Kindergarten bzw. in der Schule. Das hat mich so verletzt. Ich habe mir dann Hilfe gesucht, mache seit ca. einem Jahr eine Therapie bei einer sehr netten Therapeutin. Seit Februar diesen Jahres ist es so schlimm, dass sein aggressives, unfreundliches und teilweise respektloses Verhalten eher die Norm als die Ausnahme ist. Und dazu häufig diese kleinen, schneidenden, zynisches Bemerkungen... Diesen Sommer brachte mich meine Therapeutin darauf, dass er Depressionen haben könnte. Sie meinte, Männer hätten andere Symptome als Frauen: nämlich Aggressionen und Wut. Das hab ich ihm erzählt, er ging dann auch zum Neurologen und leierte eine Therapie an. Wir haben auch eine Paarberatung begonnen, aber das ist für mich die reinste Folter: die Beraterin, die eigentlich neutral sein sollte, nimmt mich regelmässig auseinander; ich habe nicht das Gefühl, gehört zu werden. Seit der Paarberatung hat sich das Verhältnis zwischen meinem Mann und mir rapide verschlechtert, denn natürlich habe ich dort aufs Tapet gebracht, was mich belastet und verletzt hat. Er streitet eigentlich alles ab, was sehr merkwürdig ist: einerseits sagt er, es stimmt, ich bin aggressiv meiner Familie gegenüber und auch schon in der Firma, aber andererseits, wenn ich ihn auf konkrete Vorkommnisse anspreche, streitet er alles ab. Ich bin so fertig und langsam ohne jede Hoffnung. Vor zwei Wochen bin ich mit Herzrhythmusstörungen 5 Tage im Krankenhaus gewesen: Ursache emotionaler Stress (organisch alles in Ordnung). Er ist der Meinung, das hat alles nichts mit ihm zu tun. Letzte Woche sagte er mir, er muß in seiner Therapie rausfinden, was er will und er weiß nicht, wie das dann wird. Ich habe das so verstanden, als ob er nicht weiß, ob er wirklich eine Familie will, und das erst rausfinden muß. Gut, das ihm das einfällt, wenn die Kinder schon 11 und 6 sind.

      Er wirft mir vor, dass ich so "kalt" und abweisend bin, und dass wir schon seit ewigen Zeiten keinen Sex mehr hatten. Ich antworte, dass ich nicht kalt bin, sondern nur nach den vielen Aggressionen und Verletzungen und gebrochenen Versprechen seinerseits nur vorsichtig und zurückhaltend geworden bin. Und dass ich mit jemandem, der mich so oft wegen Kleinigkeiten anmacht und verletzt nicht schlafen will, finde ich auch nicht besonders ungewöhnlich. Ich möchte mich bei jemandem sicher und geliebt fühlen, dann habe ich auch Lust auf Sex. Seiner Meinung nach hat das alles nichts mit seinem Verhalten zu tun. Habe schon an Trennung gedacht, aber dem steht entgegen, dass ich dann finanziell absolut vor dem Nichts stehen würde. Und für die Kinder wäre es eine Katastrophe, denn sie lieben ihren Papa über alles. Ich bin Ende 40 und seit 2002 zu Hause als Hausfrau und Mutter. Ich habe kein eigenes Geld, keine Familie, die mir helfen könnte.I Ich will außerdem auch gar keine Trennung, aber so langsam weiß ich nicht mehr weiter. Wenn mir jemand früher gesagt hätte, dass mein Mann sich so verhält, niemals hätte ich das geglaubt. Er hat sich um 180 Grad geändert. Diese Härte und dieses Lieblose.. Hat jemand von Euch solche Erfahrungen mit einem Mann nach Depressionen oder Burnout gemacht? Und hat es jemand von Euch geschafft, sich mit Kindern und ohne familiären und finanziellen Rückhalt zu trennen? Wäre Euch für Eure Erfahrungen sehr dankbar! Luckymaxl

      • Burnout? Sorry, ich wurde einfach auf eine andre tippen...

        Ein Job, in einer weit entfernten Stadt, eine kleine Wohnung vor Ort. Die eigene Frau nervt auf ein mal total- das ist so ein typisches Symptom fürs fremdgehen....

        K

        Hallo....

        Naaaaajjjjaaaa...ich weiß nicht ob du das gerne hörst:

        Also du bist seit 11 Jahren zu Hause? Er schultert die ganzen Finanzen?

        Dann scheint es so zu sein, dass du noch nörgelst er wäre zu wenig da...
        und scheinbar auch verdammt viel forderst? Gibst du ihm den als Partnerin auch was zurück? Bestätigung, Zärtlichkeiten, Lob?

        Könnte es sein das er unter massiven Druck steht? Dich und die Kids finaziell zu versorgen...

        Vielleicht würdet ihr euch wohler fühlen, wenn du auch mal wieder was tust außerhalb der Familie!

        Und ganz ehrlich, wenn ich das höre das du dich nicht trennst weil du dann mit NIX da stehst sagt auch viel aus..
        Du hättest Anspruch auf Unterhalt für die Kinder und auch Trennungsunterhalt für dich aber wie wäre es denn wenn du mal aufstehst und was für dich und dein berufliches Leben tust!?
        du bist doch eine erwachsene Frau.

        Hausfrau sein ist ein anstrengender Job, das weiß ich,,,,Aber die Kinder sind nun 6 und 11 und vielleicht ist er frustriert, weil er deine Freizeit sieht und dann auch noch angemotzt wird...

        Ich hoffe ich trete dir damit nicht zu nahe...

        Lg

        schubbi83

        So stell ich mir einen Klotz am Bein vor. Machst absolut nichts um selber was auf die Beine zu stellen, aber hinderst ihn, Familie und Beruf ordentlich unter einen Hut zu bringen. Weil das noch nicht reicht, jammerst Du wie schlecht es Dir geht.

        Ich kann ihn verstehen. So ein Familienleben wollte er sicher nicht. Vielleicht ist er einfach unzufrieden mit seinem Leben? Schon mal danach gefragt? Er hat ein halbes Singleleben. Keiner abends da, aber die Kohle darf er trotzdem abdrücken und eben nicht machen was er will.
        Trennen willst Du Dich nicht, weil Du kein Geld hast, aber auf die nahe liegende Lösung, Dir einen Job zu suchen kommst Du auch nicht.

        In Deinem ganzen Text geht es nur um Dich. Du bist fertig... Du hast geweint... Du hast gefordert... Du willst Dich nicht trennen... Du machst eine Therapie... Du bist belastet...

        Merkste was?

      • (5) 25.11.14 - 15:35

        Ganz ehrlich, auch wenn Du das sicher nicht lesen willst, aber................... Dein Mann tut mir verdammt leid.

        Aus welchem Grund genau, gehst Du nicht arbeiten?

        hi,

        wenn man auf kosten der allgemeinheit studiert, sprich also in einer sehr priviligierten lage ist, ist man meiner meinung nach verpflichtet, der gesellschaft diesen gefallen zurück zu zahlen. dies geschieht am besten durch: arbeit. statistisch gesehen steigt die anzahl der geschaffenenen arbeitsplätze mit der qualifikation.

        daher mein tipp: GEH ARBEITEN! und hör auf zu jammern

        • Oh, hat da jemand einen Hass auf Akademiker?

          Toller Tipp - weißt du, was die TE studiert hat und was sie damit arbeiten KÖNNTE, vor allem nach 11 Jahren?

          Und weil sich die Arbeitgeber seit jeher um Leute um die 50 gerissen haben... aber naja. Ich lass lieber Leute auf Kosten der Allgemeinheit studieren und will nix dafür als dass sie auf Kosten der Allgemeinheit Kinder in die Welt setzen und Dscungelcamp gucken...

          • hi, es ist nicht mein fehler, dass die TE 11 jahre lang nicht arbeiten war. schon das ist in meinen augen ziemlich scheisse. und auch menschen um die 50 können sich auf jobs bewerben, auch hier gilt: je gebildeter, desto besser die chancen auf dem arbeitsmarkt. das ist doch aber wirklich nichts neues, was ich dir erzähle, oder?

            ich habe noch nie dschungelcamp geschaut, meine kinder auch nicht. obwohl ich vollzeit arbeite. daher kapiere ich dein argument nicht.

            schade snowwhite, bisher hatte ich dich etwas rationaler in erinnerung. aber da scheine ich ja bei dir voll den nerv getroffen zu haben. biste in der gleichen situation?

            • Nö - ich arbeite schon immer... Und wäre bestimmt nicht 11 Jahre zuhause. Bei der Agentur für Arbeit bist du aber schon nach 4 (!) Jahren berufsentfremdet und ab 50 gibts nette Sonderprogramme für die Vermittlung. Und wenn du dann noch Kunstgeschichte oder sowas fesches studiert hast - dann such doch mal nen adäquaten Job.

              Mit dem Dschungelcamp meinte ich - ich gebe lieber Steuergelder aus für Menschen, die studieren, was für ihre Bildung tun und ihre Kinder entsprechend erziehen als dass ich Steuergelder verwende für Leute, die nur Dschungelcamp gucken, Kinder in die Welt setzen und diese entsprechend erziehen...

              Nerv getroffen - definitiv nicht - denn ich kann nicht verstehen, wie frau 11 Jahre daheim bleibt - das ist ziemlich riskant oder doof heutzutage - aber der Tipp, such dir doch nen Job - naja, wenns so einfach wäre... Ich würde vorschlagen sie engaiert sich ehrenamtlich aber wahrscheinlich ist sie schon ziemlich beschäftigt mit Elternsprecherjobs...

        Oh Gott , was für eine erbärmliche Antwort.

        Bist du etwa auf die Akademiker neidisch .:-[

    Sehr hilfreiche Antworten bisher!
    Bei uns lief es ähnlich, mein Mann wurde immer aggressiver, schaute nur noch böse und war total schlecht gelaunt. Seit die Kinder da waren auch beruflich extremst eingespannt.
    Allerdings nie zu irgendeiner Therapie bereit, also seine Depressionen/Bürotür habe nur ich diagnostiziert. Er wird im Januar ausziehen und mittlerweile denke ich, so schade es ist, es ist besser so.
    Allerdings habe ich eine 50%stelle und werde mit Unterhalt etc schon hinkommen.
    Mein Tipp an dich, mach dich unabhängig, such dir irgendwas, dann hast du auch ihm gegenüber einen ganz anderen stand. Und beim Alter deiner Kinder sollte 50%machbar sein, oder? Du wirst keine andere Chance haben, vielleicht entlastet ihn das, und die Situation entspannt sich. Oder es pusht dich im Selbstbewusstsein, dass du ihn gar nicht mehr willst....

    Hi,

    so leid es mir tut, ich kann auch nur in die Bresche der Vorschreiber springen.

    Du hast Abitur, du hast studiert, Deine Kinder sind alle im Schulalter und Du bleibst Hausfrau? Wie viel ist noch von der Frau übrig, die Dein Mann mal kennengelernt hat?

    Versteh mich nicht falsch, auch wenn ich nicht der Typ bin, der lange zu Hause bleiben würde, für eine gewisse Zeit kann ich das "verstehen". Aber so lange??

    Meiner Meinung nach lebt eine gute Beziehung davon, dass man nicht zusammen ist, weil man "muss", sondern weil man "will". Und umso mehr sich das Gefüge der Unabhängigkeit in eine Richtung verschiebt, ist es nicht nur objektiv ein "müssen" (nämlich weil der Eine nix hat und der Andere alles) sondern auch subjektiv.

    Du schreibst, Du bist glücklich damit, die Frage ist: Wie sieht das Dein Mann? War es auch sein Plan, Kinder zu bekommen und auf Dauer finanziell allein verantwortlich zu sein?

    Gerade, wenn ihr euch im Studium kennen gelernt habt, dann hattet ihr ja mal gleiche Interessen. Was ist davon heute noch übrig?

    Arbeit ist sicher kein Allheilmittel, aber ich denke, es könnte die Unwucht in Eurer Beziehung wieder gerade rücken. Und die Frage ist: Ist die Paartherapeutin wirklich ungerechtfertigt parteiisch oder hat sie vielleicht einfach einen für Dich schmerzhaften Lösungsansatz? Trifft es Dich, weil Du dachtest, ER würde da eine richtige "Packung" bekommen und nun bist DU diejenige?

    Ich kann Dir nur sagen, dass ein Partner auf Augenhöhe für mich wichtig ist. Und jemand, der trotz Schulkindern nicht mehr zu tun hat, als auf eine Wohnung / Haus aufzupassen wäre für mich eben nicht dauerhaft auf Augenhöhe. Weder als Gesprächspartner noch finanziell.

    LG

    Du wirst nicht damit gerechnet haben, dass die meisten Antworten in diese Richtung gehen, oder?

    Ich kann nicht beurteilen, ob dein Mann eine Depression hat, oder nicht. Aber ich glaube es nicht.
    Ich glaube, dass dein Mann schwer arbeitet um seiner Familie ein sicheres auskommen zu ermöglicheN.
    Eine Fernbeziehung als Familie funktionniert nur, wenn alle mitspielen. Bei uns war das do: Papa ging montags morgens aus dem Haus und kam am Freitag Nacht nach Hause. Unter der Woche konnten unsere Mutter und wir alles Alleinverantwortlich Regeln: vom Tagesablauf, Haushalt, Handwerker etc. Wenn mein Vater mach Hause kam, war alles tiptop, er musste nie auch nur eine Glühbirne wechseln. Das forderte er aber auch von uns, schließlich arbeitete er die ganze woche durch und wollte dann nicht auch noch Zuhause weiter arbeiten. Sordern er wolltedie Zeit mit uns verbringen (oder einfach nur ausspannen). Das war der unausgesprochene Deal zwischen uns.
    Welche Erwartungen hbt ihr untereinander? Sind diese Euch bekannt?

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass da eine andere Frau hinter steckt, sondern eher, dass dein Mann sehr sehr viel arbeitet.

    Du musst das ganze mal von seiner Seite aus sehen:
    Er arbeitet, damit ihr (alle) ein abgesichertes leben habt und du rennst mit der Kohle zum Therapeuten um dem zu erzählen, wie unglücklich du bist.

    Ich kann mir vorstellen, dass die die Aufgaben ausgegangen sind. Die Kinder sind schon etwas größer, die brauchen dich zwar immer noch, aber nicht mehr so sehr wie früher.. Und der Haushalt ist bestimmt auch schon um 11:00 erledigt.. Vielleicht ist es an der Zeit sich eine neue Aufgabe zu suchen. Einen Job oder was ehrenamtliches vielleicht?

    Was hältst du davon..

    Hallo,

    Ich Will nichts zu deinem Mann sagen aber zu dir

    Er hat Respekt vor dir verloren, womöglich bist du auch nicht in Lage ihm Grenzen zu setzen.

    Gehe arbeiten. Dies ist die absolute Grundvoraussetzung damit es euch irgendwann besser gehen kann. Dann bist du in deiner Entscheidung auch freier. Warte nicht darauf, dass er irgendwann als erster den Schluss macht und du dann überraschend den kürzeren ziehst.

    Ob es mit euch aufwärts geht, ist ja eine andere Schiene aber deine Kinder sind alt genug, damit du für dich selbst sorgst.

    Dann steigt auch dein Selbstbewusstsein.

    LG

    Ich bin nach einer mehrjähriger Pause eingestiegen und würde es jederzeit tun und unsere hochschulausbilding, selbst wenn es mehrere Jahre zurück ist, ist etwas wert.

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