Unterhalt: Finanzieller Ruin?!

    • (1) 01.02.15 - 20:00

      Hallo,

      ich muss mal meine Gedanken los werden. Es gibt ja immer mal wieder Leute, die sagen "Die Unterhaltszahlungen treiben mich in den Ruin".

      Wenn ich Kinder bekomme, dann weiß ich doch, das ich Unterhalt zu bezahlen habe. Ich überlege mir das doch vorher. Ich versteh das nicht.

      vg
      novemberhorror

            • Sicher nichts, aber es sollte einem schon bewusst sein, dass ein Kind auch Geld kostet. Und wenn jemand 200-300€ Unterhalt für ein Kind zahlt und meint, dass das sein finanzieller Ruin ist oder die Kindesmutter dadurch im Luxus lebt, der kann einfach nicht rechnen!

      Hi,

      es sind ja nicht nur die Unterhaltszahlungen für das Kind, sondern:
      - Unterhalt für den Expartner
      - Kosten für den Umgang

      - Kosten für die Betreuung (gern auch zusätzlich zu dem Betreuungsunterhalt des anderen Elternteils)
      - die schlechtere Steuerklasse

      und nicht zuletzt ein System, bei dem gern zu ungunsten des Verpflichteten gerechnet wird und das sich weigert, eine gesetzliche Verpflichtung zu schaffen, das beide Eltern gleichermaßen verpflichtet zu betreuen und zu zahlen.

      Das weiß man erst, wenn man in die Mühle geraten ist.

      LG

    • Wenn ich Kinder bekomme - dann sollte ich mir überlegen ob ich mir das leisten kann, das ist richtig.

      Richtig ist aber auch, das die im Zweifelsfall zu leistenden UH-Zahlungen deutlich höher sind als die Kosten die das Kind im Familienverbund verursacht.

      • Na ja, meine Tochter bekommt von meinem Ex 270 Euro unterhalt. Ich glaube nicht dass es mehr ist als sie verursacht, ich lege bestimmt mindestens noch mal so viel drauf. Es geht los mit der Wohnung, Möbel, Essen, Klamotten, Schule, Hobbys, Ferienbetreuung, etc. Kosten für Umgang hat er keine, Umgang gibt es nicht.

        Wie die 270 Euro jemanden in die Ruine treiben sollen ist mir der Rätsel... Wie man sich damit reich machen kann übrigens auch!

        Väter die deutlich mehr bezahlen, verdienen im Regelfall auch deutlich mehr, auch da müsste genug überbleiben.

        Väter die ein Mangelfall sind und mit den Zahlungen an das Existenzminimum stossen, die haben doch vorher auch nicht im Luxus gelebt, oder??? Denn die Kinder waren da und haben Geld gekostet....

        Veränderte Steuerklasse hat übrigens mit der Scheidung und nicht mit dem Unterhalt was zu tun.

        K

        • Ich hab nix vom Steuerklassenwechsel geschrieben - nur nebenbei.

          Dein Fall ist ja ein sehr einfacher Standardfall, und nein, diese 270 EUR treiben den KV sicher nicht in den Ruin.

          Aber es gibt da eben auch andere Fälle - das fängt bei mehr Kindern schonmal an.

          Einfach mal so um ein paar Zahlen zu haben:

          KV arbeitet im Einzelhandel mit einem Brutto von 1941€ --> 1530,75€ netto
          KM arbeitet nebenbei auf 400€ Basis.
          2 Kinder, 1 und 6 Jahre.

          Damit hat die Familie ein Nettoeinkommen von 2298,75€.
          Damit kommt die Familie aus, und leistet sich sogar noch einen Autokredit zu 150€ und hat ein kleines Häuschen gekauft - Rate 700€.

          Nun kommt die Trennung:

          KV in St.Klasse 1 --> 1350,33€

          Zu zahlender Mindestunterhalt: 497€

          Bleben dem KV noch 853,33€ - denn der genoröse Familienrichter ist zu dem Schluss gekommen das KV ja noch nebenbei Jobben könnte um den Unterhalt zu sichern. Das er dazu aufgrund psychischer Trennungsprobleme sowie eines diagnostizierten Burnout gar nicht in der Lage ist interessiert nicht.

          Zudem laufen natürlich die Kredite auf Ihn - die KM hat ja kein nennenswertes Einkommen.

          Bleiben ihm also 3,33€/Monat zum leben.

          DAS ist sicherlich kein so völlig abstruser Fall.

          • Entschuldige bitte, aber ich findet diesen Fall an den Haaren herbeigezogen und sehr Einseitig betrachtet. die Familie hat sich meiner Meinung nach mit dem Autokredit von 150€ und dem Hauskredit von 700€, zu dem die laufenden Kosten der Immobilie ja noch hinzu kommen, ohnehin schon fast übernommen, zumal das Familieneinkommen nicht soooo irre hoch war. Außerdem hat es nur funktioniert, weil er eben in lohnsteuerklasse 3 war. Auf dieser Berechnungsgrundlage hätte jedem klar sein müssen, dass bei Trennung/Unfall/lange Krankheit/Berufsunfähigkeit/Tod des Hauptverdieners die Familie sofort in eine finanzielle Bredouille kommt.

            Normalerweise wird der Selbstbehalt doch auch nur unter ~1000€ gekürzt, wenn man in einer Partnerschaft lebt. Da du hier von 853€ selbstbehalt sprichst, gehe ich also davon aus, dass eine neue Partnerin im Haushalt vorhanden ist, die sich somit ja auch an den Hauskosten beteiligen kann. Zudem sollte man in dieser Situation schlichtweg überlegen, die Immobilie zu verkaufen.

            Außen vor lässt Du zudem die Kindsmutter, die mit unglaublichen 497€ Unterhalt + 400€ Gehalt + 368€ Kindergeld = 1265€ auskommen soll. Selbstverständlich hat sie damit mehr Geld zur Verfügung als der Kindsvater. Sie muss aber auch mehr Kosten abdecken! Während er 853€ für sich allein ausgeben kann, muss sie davon noch kleidung, Nahrung, Wohnung nicht nur für sich, sondern auch für die Kinder bezahlen. Von Kindebetreuungskosten mal ganz abgesehen.

            In dieser Situation geht es keinem der Beteiligten gut! Da gebe ich Dir natürlich recht.

            Ich kann Dir gerne mal sagen, welche Kosten ich mit meiner fast 2jährigen Tochter habe:
            - 100€ essen
            - 470€ krippe inkl Mittagessen
            - 30€ Windeln und Hygieneartikel
            - 40€ Kleidung/Schuhe
            - 10€ Extras wie spielzeug oder mal neue Stifte

            Das sind also 650€ und da sind Kosten für die Wohnung, Hobby, Sprit um sie zur Kita zu bringen usw noch gar nicht berücksichtigt. Und ja ich brauche die Kita, damit ich arbeiten gehen kann! Der Unterhalt, den ich erhalte ist davon weit entfernt!

            Diese Kosten hätte das Kind so und so verursacht. Ob man noch zusammen oder getrennt ist, spielt also wohl kaum eine Rolle. Nur ist den meisten Vätern das sonst nicht bewusst. Sie realisieren es nur, weil, sie x Euro im Monat überweisen. Ich bezweifle stark, dass mit der Unterhaltszahlung generell der Bedarf des Kindes komplett gedeckt wird. Die meisten Mütter legen mit Sicherheit noch was drauf. (Zumindest alle die, die ich kenne).

            • Nun,
              an den Haaren herbei gezogen ist der Fall sicher nicht. Es bestreitet niemand das die Familie ohnehin sehr "auf Kante" geplant hat - aber das ist häufig einfach Realität.

              " Da du hier von 853€ selbstbehalt sprichst"

              Wo spreche ich davon? Genau - nirgends. In diesem Fall hat das Gericht schlichtweg befunden er kann nebenbei noch einen 400€ Job machen --> Selbstbehalt gewahrt.

              Kita ...

              "Diese Kosten hätte das Kind so und so verursacht. Ob man noch zusammen oder getrennt ist, spielt also wohl kaum eine Rolle."

              Eben gerade nicht. In der klassischen Einverdiener-Familie ist beispielsweise die Kita nicht erforderlich. Zudem ist dies eine extrem teure Einrichtung.

              " Ich bezweifle stark, dass mit der Unterhaltszahlung generell der Bedarf des Kindes komplett gedeckt wird."

              Definitionsgemäß ist der Bedarf des Kindes mit dem Mindestunterhalt sogar mehr als gedeckt. Es ist definiert das ein Kind im Monat 133€ bzw. 180€ zzgl. Kindergeld braucht.
              Von daher ist ein Kind das "privaten" Unterhalt bezieht per Definition bereits überversorgt.

              Und jetzt bitte keine Diskussionen über dieses Zahlen. Ich hab die nicht gemacht, sondern unsere Regierung.

              • Ich glaube, du hast da was falsch verstanden. Ich habe an meinem persönlichen Beispiel vorgerechnet, was ein Kind kostet. Und das Kind hätte auch bei Fortführung der Ehe diese Kosten verursacht, da wir nie eine Einverdienerehe geführt haben! Es war von vornherein immer geplant, dass ich vollzeit wieder arbeiten gehe, wenn das Kind ein Jahr alt ist. Und genau das sagte ich!

                Die kita ist im Übrigen nicht besonders teuer, sondern kostet so viel, wie alle Einrichtungen hier! Ich habe auch gehört, dass man mancherorts lachhaft niedrige Beträge entrichten muss. Hier geht ein kitaplatz mit 20h/Woche bei 280€+60€ essensgeld los. Wenn man länger bucht, wird es entsprechend teurer.

                Auch habe ich bei den Kosten in deinem Beispiel Kinderbetreuungskosten aus genau dem Grund ( Einerdienerehe) außen vor gelassen ;-)

                Unter kindergeld habe ich immer einem Zuschuss verstanden und nicht, dass immer alle Kosten gedeckt sind. Es gibt ja auch alle möglichen Statistiken, was ein Kind tatsächlich kostet. Dass das 184€ im Monat sein sollen, wäre mir völlig neu

                • "Dass das 184€ im Monat sein sollen, wäre mir völlig neu "

                  Keine Ahnung wie du darauf kommst das der Mindestbedarf eines Kindes bei 184€ liegt - das wäre auch mir neu.

                  Der Mindestbedarf liegt seit 2010 bei 317€ bis 5 Jahre, 364€ von 6-11 Jahren.

                  Entsprechend ergibt sich ein UHV-Auszahlungsbetrag von 133€ bzw. 180€ (Eben obige Zahlen abzüglich Kindergeld).

                  Das Kindergeld war noch nie als "Sonderbonus zum einfach so verjubeln" gedacht. Es war schon immer ein Zuschuss zu den Kosten die das Kind verursacht.

              http://www.t-online.de/eltern/familie/id_18983912/was-kostet-ein-kind-im-monat-im-jahr-oder-bis-zum-18-lebensjahr-.html

              Da ist die Rede von 325€ pro Monat in Geringverdienerhaushalten (Familieneinkommen unter 1717€). Ansonsten sind es im Durchschnitt 468€ Kosten bei Kindern bis 6jahre. Das kriegen die meisten nicht als Unterhalt + Kindergeld.
              Ich schätze, du vergisst eine Vielzahl a versteckten Kosten (Wohnaum. Strom, Wasser, gas, Gesundheitskosten, um nur einiges zu nennen)

              • Hallo?

                Wie oft noch? Diese Zahl kommt nicht von MIR. Ich habe sie NICHT gemacht - und behaupte auch nicht das diese dem praktischen Leben gerecht wird.

                Fakt ist, diese Zahl ist gesetzlich festgelegt. Daran ändert sich nichts - auch wenn du noch so viele Weblinks zittierst.

                • Dann ist es ja gut. Du hast dich nur so angehört, als würdest du dem zustimmen, dass generell die Zahlung von Unterhalt den Vater regelmäßig in den Ruin treibt. Bzw hast ja selbst gesagt, dass den Trennungskindern mehr Geld dann zukommt, als wenn die Eltern noch zusammen wären.

                  Und ich habe nur einen Link gepostet und nicht noch so viele Links :-p

                  Also alles gut, brauner

                  Also gesetzlich festgelegt ist bei der DD Tabelle nichts. Sie hat KEINE Gesetzeskraft

                  • Oh mann!

                    Wieviele verschiedenen Begriffe die nichts miteinander zu tun haben wollen wir noch durcheinander wirbeln?

                    Wo habe ich geschrieben das die DDT Gesetz ist? Genau: Nirgends.
                    Bzw. ist die niedrigste Stufe des KU = Mindestunterhalt doch wieder Gesetz ....

                    Der Rest der Tabelle ist eine willkürliche Erfindung der Rechtsprechung - welche letztlich sogar gesetzeswidrig ist.

                    • Nun ja. Ich kann dir von uns berichten, das die Tochter(18) meines Mann trotz sehr gutem Verdienst nur etwas mehr als den Mindestunterhalt bekommt. Sind aber nur ein paar Euro.
                      Das liegt daran, das sein Netto erst bereinigt wird, dann unser Kind Unterhaltsansprüche hat, dann ich( obwohl ich selber verdiene), dann sein Selbstbehalt abgezogen wird.Und von dem dann ihr Unterhalt berechnet wurde. Tja, und somit bekommt sie sehr sehr wenig. Für uns natürlich super, das bisschen was wir zahlen müssen, stört uns nicht.

              (20) 03.02.15 - 10:45

              Aber ich glaube, es ist gar nicht so gedacht, dass mit KU und Kindergeld die Kosten für ein Kind abgedeckt werden?!

              • (21) 03.02.15 - 11:52

                Doch, das ist so gedacht.

                Der Betreuungselternteil erbringt 100% der Betreuung, der UH-Elternteil 100% der Finanzierung.

                • (22) 03.02.15 - 15:41

                  Ernsthaft? Wusste ich gar nicht.
                  Und wieso muss dann der nicht-betreuende Elternteil die Hälfte der Betreuungskosten (zB Hort usw) übernehmen?

                  • (23) 03.02.15 - 17:29

                    Weil die Rechtsprechung in ihrer grenzenlosen Weisheit und Großzügigkeit beschlossen hat das es sich bei einer Kita-Betreuung keineswegs nur um eine reine "Versorgungsdienstleistung" handelt die den Betreuungs ET entlastet, sondern eine Betreuung des Kindes in einer solchen Einrichtung über alle Maßen pädagogisch wertvoll ist, und somit natürlich von beiden Eltern gemäß ihres jeweiligen Einkommens gequotelt zu zahlen ist.

                    Ja, den Wiederspruch warum es jetzt Betreuungsgeld als Prämie für Eltern gibt die ihren Kindern diese ausgesprochen wertvolle Erfahrung vorenthalten ist bislang weder von Rechtsprechung noch von Politik aufgelöst worden.

                    • (24) 03.02.15 - 17:59

                      Aber das heißt ja dann quasi, dass der betreuende Elternteil dafür "entschädigt" wird, dass er sein Kind um sich haben darf?!

                      • (25) 03.02.15 - 21:23

                        Naja, mit dem Kindesunterhalt selber wohl eher nicht, aber mit dem häufig ja noch fälligen Betreuungsunterhalt schon.
                        Da ist die Auslegung "Der UH wird zur Bezahlung der Betreuungsperson verpflichtet ohne das er diese aussuchen darf und selbst dann wenn diese alles tut um ihm sein Kind zu entfremden".

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