Trennung mit 3 Kindern - im Haus seiner Eltern bleiben?

    • (1) 14.02.15 - 09:08

      Hallo,

      Ich bin 36 Jahre, seit 12 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Wir haben 3 Kinder (11,6,4). Seit längerem trage ich den Gedanken mit mir herum, mich zu trennen.

      Wir wohnen in einer frisch sanierten Wohnung (inkl. Kreditaufnahme) seiner Eltern. Seine Eltern wohnen mit ihm Haus.

      Bereits vor 2 Jahren standen mein Mann und ich schon vor der Entscheidung "Trennung oder nicht". Damals teilte ich ihm mit, dass ich ausziehen würde, wenn ich mit den Kindern eine Wohnung finden würde (wir wohnen sehr ländlich). Daraufhin sagte er, dass er sich auch eine Wohnung suchen könnte. Diesen Gedanken schob ich aber wieder beiseite. Ich konnte mich nicht damit anfreunden, dass er sein Elternhaus verläßt und ich quasi bei seinen Eltern wohnen würde. Es sähe so aus, als hätte ich ihn verdrängt etc.
      Wir einigten uns damals, es nochmal zu versuchen. Aber es geht einfach nicht mehr. Wir führen keine Ehe mehr. Wir sprechen teilweise tagelang nicht miteinander. Er fällt wichtige Entscheidungen im Alleingang (Kündigung seiner Arbeit, Beginn einer Ausbildung, etc)

      Mittlerweile bin ich an dem Punkt, dass ich in der Wohnung bleiben würde (es wäre wohl die beste Lösung). Aber kann sowas funktionieren? Mit den Schwiegereltern im gleichen Haus? Unser Verhältnis ist normal. Nicht mehr und nicht weniger. Es sind halt die Schwiegereltern.

      Mein Mann könnte die Kinder jederzeit sehen. Allerdings arbeitet mein Mann im Schichtdienst - Teilweise auch samstags.

      Somit schwierig, dass er die Kinder mal mehr als paar Std sieht. Andererseits könnte er auf die Wohnung seiner Eltern ausweichen (ich denke es ist normal, dass es dann nicht in "meiner" Wohnung sein kann) um sie wenigstens "kurz" mal zu besuchen. Aber ist das gut für die Kinder? Quasi so auf Abruf "Hey Papa ist unten bei Oma und Opa. Geht doch mal runter)

      Aber ich denke halt auch schon etwas weiter. Ich hoffe doch, dass ich irgendwann auch wieder einen Mann kennenlernen werde (nein, keiner in Aussicht). Ist das dann nicht irgendwie doof? Oder sind meine Gedanken diesbezüglich doof? Sollte ich vllt nicht doch besser nach einer Wohnung Ausschau halten? Damit mein Mann dann hier in einer riesigen Wohnung allein sitzt? Noch dazu wo er ab September 3x für je 3 Monate nicht zu Hause wohnt sondern auf schulischem Lehrgang unterwegs ist.

      Es ist alles so schwierig :(

      Wie denkt ihr darüber? Welchen Weg würdet ihr einschlagen? Oder ist sogar jemand hier, die ähnliche Situation kennt?

      Würde mich freuen, eure Meinung zu lesen

      #danke

      Yanni

      • (2) 14.02.15 - 11:39

        Hallo,
        ich teile deine Besorgnis diesbezüglich nicht. Wenn das Verhältnis zwischen dir und deinen Schwiegis normal ist UND sie auch bereits von der bevorstehende Trennung wissen und von dem Auszugswunsch des eigenen Sohnes UND akzeptiert haben, dass du mit den Kindern dort bleibst, kann das sogar eine äußerst positive Konstellation sein. Aber eben nur dann. Haben sie keinen blassen Schimmer, dass der Sohn jetzt ausziehen soll und du dort allein samt der Kinder bleibst, dann könnte es doch zu ziemlichen Reibereien kommen. Ich würde das also unbedingt vorher besprechen.
        Ansonsten:

        Für die Kinder ist die Trennung an sich das Katastrophale...nicht die seltene Wohnkonstellation. So ist der Umgang sicher ungezwungener möglich und der Kontakt zur väterlichen Verwandtschaft bleibt viel eher bestehen als bei dem "üblichen" Umgangsmodell. Die Kinder können hiervon eigentlich nur profitieren, FALLS die Erwachsenen sich einig sind und miteinander noch einigermaßen ordentlich kommunizieren können.

        (3) 16.02.15 - 10:44

        Bei einer bekannten von mir funktioniert es. Er ist ausgezogen und sie mit den kindern bei seinen Eltern geblieben.

        Ideal ist es aber auch nicht. Ihren Freund nimmt sie fast gar nicht mit nach hause. Und wenn die Kinder volljährig sind will sie ausziehen.

        LG

        PS du hast mit 14 geheiratet???

      (6) 17.02.15 - 18:13

      Wir praktizieren das seit einem Jahr genau so. Ich bin mit unseren zwei Kindern bei der Mutter meines Noch-Mannes im Haus geblieben. Er ist ausgezogen. Auch wir wohnten bei seinem Einzug noch keine drei Jahre im Haus und es war extra für uns aufwendig um- und angebaut worden. Im Leben kommt halt doch manches anders als geplant...

      Insgesamt klappt es sehr gut und jetzt als Alleinerziehende ist es natürlich erst recht manchmal praktisch, die Oma im Haus zu haben. Auch für die Kinder ist es auf jeden Fall das Beste, im gewohnten Umfeld zu bleiben

      Natürlich gibt es auch Manches zu bedenken. Ich habe noch keinen neuen Partner, aber ich stelle mir das natürlich schon komisch vor ggf. jemanden hierher mitzubringen. Wohl auch für den Partner... Aber ein wirkliches Problem sehe ich da nicht.
      Mein Noch-Mann hat aber eine neue Freundin und natürlich besucht er mit ihr manchmal seine Mutter. Das war für mich am Anfang schon schwer, vor allem, weil die Kids dann ja auch runter wollten... Aber man gewöhnt sich dran.

      Wichtig ist natürlich, dass du ein wirklich gutes Verhältnis zu seinen Eltern hast und sie sich aus euren Beziehungsproblemen möglichst raushalte. Das ist bei uns wirklich super. Ich habe auch ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Schwägerinnen... eigentlich sind wir sogar Freunde. Das ist alles wirklich wichtig, denn in dieser Konstellation läuft man sich einfach öfter über den Weg als sonst nach einer Trennung.

      Dass ich in diesem Haus alt werde (bin 36 Jahre alt) glaube ich jetzt auch nicht unbedingt, aber wer plant schon für die Ewigkeit? Nur schwer vorstellen könnte ich es mir, dass ein neuer Partner zu mir ziehen würde.

      Ich würde als insgesamt sagen "Daumen hoch" wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

      Ich wünsche dir viel Kraft!

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