Geburtsnamen wieder annehmen

    • (1) 14.02.15 - 21:53

      Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich wohl ein Jahr alt war.

      Als ich 5 oder 6 Jahre alt waren hat meine Mutter erneut geheiratet und den Familiennamen ihres Ehemannes angenommen, der auch mir mit Wirkung des Tages der Heirat gegeben wurde, obwohl mich der neue Ehemann meiner Mutter nie adoptierte. Auch das Einverständnis meines leiblichen Vater gab es nicht.

      Es kam zu häuslicher Gewalt, von dem Ehemann meiner Mutter gegen mich.

      Ich zog bereits bereits mit 16 Jahren, unter anderem aus diesem Grund aus. Den Kontakt sowohl zu meiner Mutter, als auch zu ihrem Ehemann habe damals schon abgebrochen.

      Vielmehr habe ich vor vielen Jahren den Kontakt zur Familie meines leiblichen Vater und ihm selbst gesucht und halte diesen aufrecht. Es ist wieder meineFamilie.

      Es belastet mich seither sehr, dass ich den all die Jahre, mit all diesen Erinnerungen den Familiennamen meines Stiefvaters tragen muss. Daher möchte ich gerne meinen Geburtsnamen KIRCHER wieder annehmen.

      Ich wurde weder gefragt, noch von irgendjemandem darüber aufgeklärt, dass ich diesen Namen scheinbar immer tragen müsse.

      Wie stehen die rechtlichen Chancen für mich?

      • hallo te.

        die rechtlichen chancen stehen schlecht, da eine einbenennung (so nennt man die damalige namensänderung) nicht rückgängig gemacht werden kann.

        dein name kann nur durch eine neue einbenennung geändert werden, was aber ausgeschlossen ist, da du nun erwachsen bist, oder indem du heiratest und den namen des ehemannes annimmst.
        mit der einbennung ist der name deines stiefvaters dein geburtsname, so dass es keinen anderen geburtsnamen mehr gibt, den du annehmen könntest.

        gruss

        • Hallo,

          bin allerdings männlich, daher etwas schwierig mit dem Namen meines Ehemannes ;-) Zum Glück habe ich noch meine Original Geburtsurkunde, da steht mein Geburtsname drin. Wäre eine sogenannte Erwachsenen-Adoption (zum Beispiel von meinem Onkel) eine Alternative?

          Was sind das denn für Gesetze in Deutschland, mir wird gegen meine und die des leiblichen Vaters Einwilligung mein Familienname geändert und ich kann nichts mehr dagegen tun?

          • "bin allerdings männlich, daher etwas schwierig mit dem Namen meines Ehemannes"

            das stimmt, aber du kannst ja auch den namen der ehefrau annehmen ;-)

            "Zum Glück habe ich noch meine Original Geburtsurkunde, da steht mein Geburtsname drin."

            leider ist mit der einbenennung diese geburtsurkunde ungültig geworden. würdest du dir jetzt eine kopie deiner geburtsurkunde beim standesamt holen, würde diese nämlich anders aussehen. deinen geburtsnamen gibt es nicht mehr. würdest du heiraten und den namen der frau annehmen, würdest du bei der eheschließung so unterschreiben müssen: *dein vorname* *name der ehefrau*, geb. *name deines stiefvaters* und NICHT *dein vorname* *name der ehefrau*, geb. *name des leiblichen vaters*

            "Was sind das denn für Gesetze in Deutschland, mir wird gegen meine und die des leiblichen Vaters Einwilligung mein Familienname geändert"

            ich habe das gefühl, dass du seitens deines leiblichen vaters nur die halbe geschichte kennst. normalerweise ist es so, dass dein leiblicher vater seine zustimmung zu der einbenennung hätte geben müssen, da deine eltern als ehepaar das gemeinsame sorgerecht hatten und du den namen des vaters getragen hast. darüber würde sich kein deutscher standesbeamte hinwegsetzen.

            und wenn du über 5 jahre alte warst, hättest du seitens des jugendamt gehört werden müssen.
            vielleicht warst du ja jünger. aber vor allem solltest du mal bei deinem leiblichen vater nachhaken, wie das damals wirklich war.

      Da du erwachsen bist und Gründe für den Namenswechsel anführen kannst, ist es möglich. Aber nicht leicht. Du wirst nachweisen müssen, dass du unter deinem Namen leidest, evtl. auch psychologische Gutachten beilegen müssen. Mal abgesehen davon ist eine Namensänderung (abgesehen von Heirat und Einbenennung) immer ziemlich teuer.
      Informiere dich bei eurem Bürgerbüro. Die können dich diesbezüglich beraten.

      • Vielen Dank für die Antwort. Der schenke ich (natürlich gerne) erst einmal mehr Glauben als (trotzdem danke fürs Antworten)

        Wäre auch eine notarielle Beglaubigung meiner Mutter hilfreich, die meine Aussagen bestätigen?

    Hallo, hast du irgendwas Schriftliches für den Standesbeamten? Anzeige, Bericht Jugendamt, Psychologisches Gutachten? Ich würde mir davon ein paar Sachen ausstellen lassen und damit zum Standesamt gehen und so lange sitzen bleiben, bis es klappt. Viel Erfolg!

    Danke für die animation!!!

    Apropos: Wieso reden hier eigentlich so viele von der exDDR? Ist das ne spezielle Seite hier?

    • Hallo,

      das liegt daran dass man 3 Grundfälle unterscheiden muss - Namensrecht (bzw allgemeiner Famileinrecht) in der BRD vor 1989, in der DDR und aktuelles - und die sind in vielen Punkten sehr unterschiedlich.

      LG

Hallo,

ich glaube, im alten DDR-Namensrecht war das alles anders als heute. Mein Exmann ist mit dem Mädchennamen seiner Mutter geboren, dann haben seine Eltern geheiratet und er trug den Nachnamen des Vaters und nach der Scheidung hat sie neu geheiratet und mein Ex wurde auch einbenannt.

Als wir heirateten wollte er auch vorher seinen Geburtsnamen annehmen, aber die Standesbeamtin hatte ihm erklärt, dass sämtliche Namen davor verloren sind und der aktuelle Name als "Geburtsname" feststeht.

Möglicherweise wurde die Ehe Deiner Eltern auch schuldig geschieden (altes Scheidungsrecht), damit war der "Schuldige" eigentlich auch aus allem raus und hatte nichts mehr zu bestimmen.

Man müsste also wirklich rechtlich aufdröseln, nach welchen Vorschriften damals die Scheidung gelaufen ist und wie die rechtliche Lage allgemein war.

Ich denke aber auch, dass Deine Chancen denkbar schlecht stehen.

LG

Hallo,

bist du im Osten geboren? Viele meiner Freunde wuchsen mit Stiefvätern auf und hatten alle den neuen Namen. Ich hätte gar nicht gemerkt, dass es nicht die leiblichen Väter waren. Mehrere Namen an der Tür waren auch sehr selten. War die Zustimmung des leiblichen Vaters vielleicht auch gar keine Voraussetzung für die Einbenennung?

Ich drück dir die Daumen und würde deinen Beitrag auch gern noch viel öffentlicher machen. Hier wird so oft nach Einbenennung gefragt und ich kann nicht begreifen, wie man auf so einen Gedanken kommen kann. Natürlich ist es fein, dass man damit einen Mantel des Schweigens über alles legen kann. Eine Familie? Na klar! Aber wer sagt denn, dass diese Partnerschaft jetzt für 50 Jahre hält? So naiv kann man doch eigentlich gar nicht sein.

Das spricht alles für meine Theorie, dass Familien den Namen der Mutter annehmen sollten. Auch wenn es heutzutage manchmal Ausnahmen gibt, bleiben Kinder doch fast immer bei der Mutter. Würde alles vereinfachen, aber das wäre wohl zuviel verlangt von den Männern. Aber die Sache setzt sich trotzdem durch. Ich lebe immer noch im Osten und zwar in einer Gegend, in der 70 % der Kinder außerhalb einer Ehe geboren werden. Inzwischen sind die meisten Mütter so schlau und geben den Kindern ihren eigenen Nachnamen. Vielleicht haben sie sich mit Statistik befasst, wäre wünschenswert.

Grüße und viel Glück

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