Mann hat GmbH was passiert im Fall der Trennung

    • (1) 12.03.15 - 09:43

      Hallo,

      gestern telefonierte ich mit einer Freundin, die im Begriff ist, sich zu trennen. Sie riet mir meine Finanzen mit meinem Mann zu regeln, damit ich nicht (so wie sie jetzt) dann in der Misere stecke, wenn es zu einer Trennung kommt und ein Gespräch kaum noch möglich ist. Mein Mann hat eine UG, also etwas ähnliches wie eine GmbH. Ich würde gerne verstehen, was ich tun muss oder wie es geregelt sein muss, dass ich im Falle einer Trennung daran beteiligt bin.

      Ich weiß ich kann auch einen Anwalt fragen und Geld bezahlen... aber vielleicht hat einfach jemand Erfahrung damit und kann mir grob sagen, was das für mich bedeutet.

      Vielen Dank, febe

      • (2) 12.03.15 - 10:57

        Nur so zum besseren Verständnis: warum solltest du an der GmbH bzw. UG dienes Mannes beteiligt sein?

        lg, verena

        • (3) 12.03.15 - 11:39

          Mein Mann und ich haben 3 Kinder. Wir konkurrieren jederzeit um die Zeit, die wir haben, um beruflich weiterzukommen (um das mal ganz pragmatisch auszudrücken). Er bekommt viel mehr Zeit als ich und hätte am liebsten noch mehr. Der Gewinn, der aus dieser Zeit entspringt, geht auf das Firmenkonto. Was habe ich davon?

          Das ist meine Frage, ist das verständlich? Wenn wir uns trennen würden, hätte ich dann etwas davon gehabt, dass ich weniger gearbeitet habe als er? Oder gehört dann alles der Firma, sprich meinem Mann und ich habe nichts davon? In diesem Fall sollten wir jetzt eine entsprechende Regelung (Beteiligung o.ä.) treffen oder aber, ich kann ihm die Zeit nicht mehr zur Verfügung stellen, weil ich mich um meinen Beruf kümmern muss.

          febe

          • (4) 12.03.15 - 11:45

            Deinen Gedankenansatz kann ich gut verstehen.

            Falls ihr euch mal trennen solltet, dann wäre es ja sehr gut, wenn du auf eigenen Beinen stehst und ja, deshalb würde ich ein Gespräch führen mit ihm darüber, dass du dich genauso um deinen Beruf kümmern möchtes wie er um seinen. (natürlcih ohne dass die Kinder drunter leiden) Ich finde so etwas wichtig und hatte es selber verpasst vor meiner Trennung von meinem Exmann. Leider.

            Da würde ich als erstes ansetzen.

      Hallo,

      so wie ich dich verstehe, gehst du jetzt gar nicht arbeiten??

      Dann wärst du somit die Hausfrau, die ihrem Mann jahrelang den Rücken frei gehalten hat, und im Falle der Trennung Anspruch auf Unterhalt für sich selbst hat. Wenn es die Firma deines Mannes ist, hast du da auf nichts Anspruch vor dem Gesetz. Und ich meine gehört zu haben, dass es als Selbständiger relativ einfach sein soll, sich arm zu rechnen, so dass eventuelle Unterhaltspflichten niedriger bzw. ganz ausfallen.
      Im Zweifelsfall wäre er ja den Kindern unterhaltsverpflichtet, sollten diese im Fall einer Trennung bei dir leben. Und ob dann noch die großen Summen für dich bleibt, wirst du anhand seines Einkommens ausrechnen können, wenn du 3 x Kindsunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle abziehst.

      Ich würde meine berufliche Zukunft an deiner Stelle ganz schnell vorantreiben, damit du nicht im Falle der Trennung viele Jahre aus dem Beruf raus bist und im Zweifelsfall nur niedrig bezahlte Hilfsjobs machen kannst. Kita, Tagesmutter, Hort etc. sollten dir dabei eine Hilfe sein, eine adäquate Unterbringung deines Nachwuchses während deiner Berufstätigkeit sicherzustellen.

      LG

      Nici

    • Hallo,

      sorry, habe gerade gelesen, dass du arbeitest, aber eben nur weniger als dein Mann.;-)

      Meint deiner Freundin vielleicht einen Ehevertrag, in dem Unterhalt für dich und sonstiger pipapo geregelt ist, gerade weil dein Mann eine eigene Firma hat?

      LG

      Nici

      • Ja, wir sind uns da beide nicht so ganz sicher, denn sie hat mir einfach nur gestern aufgezeigt, dass alles, was in die Firma geht gar nicht relevant für mich ist. Das gärt seitdem in mir. Ja ich habe ausesett mit der Arbeit und hbe vor einem Jahr fachfremd wieder angefangen. Ich möchte mich jetzt weiter und fortbilden und das wird Zeit kosten, ohne, dass es Geld bringt. Also wird mein Mann weniger Zeit haben und somit weniger Geld in seine Firma verdienen. Nur was mir gestern aufging, dies sind nur für ihn negative Konsequenzen, nicht für mich, weil ich davon eh nichts habe und im Falle einer Trennung gar nicht an dieses Geld komme.

        Die Zeit, die er da rein investiert, geht von meiner ab und er investiert diese Zeit ja gar nicht für uns (wie mir seit gestern klar ist) sondern nur für sich!

        Ja, vielleicht ist es ein Ehevertrag, wonach ich suche oder eine Beteiligung an der Firma zu 50 %, denn es ist unsere Zeit.

        Der Punkt mit der Fremdbetreuung war immer schon schwierig. Wir sind beide sehr unzufrieden, mit den Erfahrungen, die wir mit Kinderbetreuung gemacht haben. Aber: Ich habe daraus Konsequenzen gezogen und habe meine Arbeit zurückgestellt. Dazu stehe ich auch und bin der Meinung, dass ich es wieder täte. Er hingegen hat das immer in Theorie erkannt aber seine berufliche Verwirklichung war schon wichtiger.

        Ich bin nicht sicher, wie ich dieses Thema asprechen soll! Seufz!

        febe

        • Hallo,

          wenn er nicht bereit ist, beruflich zurückzustecken, für euch keine Fremdbetreuung in Frage kommt, ist es natürlich schwierig.

          Ich kann deine Gedankengänge, was mit dir im Falle einer Trennung wird bzw. die Nachteile, die dir aufgrund des Stockens deines beruflichen Fortkommens entstehen, absolut nachvollziehen.
          Ich hätte das auch exakt so angesprochen. U. U. ist für euch wirklich ein Ehevertrag die beste Lösung.
          "Du Schatz, ich habe mir mal Gedanken über meine Absicherung im Falle einer Trennung gemacht...

          Wenn er dich liebt bzw. rational denkt, müsste er auch daran interessiert sein, dass seine Frau möglichst wirtschaftlich selbständig sein sollte. So müsste er nämlich im Falle einer Trennung wenig bis keinen Unterhalt zahlen. Bleibt nur die Betreuung eurer Kinder zu regeln.

          LG

          Nici

          (10) 13.03.15 - 08:56

          Hallo

          momentan investiert er die zeit ja wohl für euch....also auch dich und die Kinder.
          Denn auch ihr lebt ja von dem Geld was er verdient.

          Im Falle einer Trennung hast Du keinerlei Anspruch auf das Vermögen der Firma... denn es gehört der Firma und nicht ihm.

          Auch ich würde Dir zu einem Ehevertrag raten,fraglich nur ob er sich darauf einlässt,wenn er weiß auf was Du hinaus willst....hat für ihn bestimmt ein "Geschmäckle"

          Grüße

    (11) 12.03.15 - 17:28

    Hallo,
    mit welchem Grund soll er einem solchen Ehevertrag zustimmen? Mal ganz abgesehen davon, dass du offenbar völlig übersiehst, was das bedeutet.
    Wann wurde denn die Gesellschaft gegründet? Während eurer Ehe oder schon davor? Alles was während eurer Ehe erworben wurde, fällt unter den Zugewinnausgleich. Bei eurer Konstellation kann man den auch nicht ausschließen. Ist das Unternehmen während der Ehe gegründet wurden, dann bekommst du eh die Hälfte davon. UG gibt es ja erst seit Ende 2008 - so alt kann das Unternehmen ja noch nicht sein (oder es wurde die Unternehmensform geändert).

    Was hast du noch davon....nun, dieses Unternehmen hat euch sicher all die Jahre zum Großteil ernährt, oder? Er wird ja sicher den größeren Teil des Familieneinkommens nach Hause bringen. Er wird sicherlich auch irgendwo in eine Rentenkasse einzahlen. Wo auch immer - bei der Scheidung gibt es einen Versorgungsausgleich. Du bekommst die Hälfte seiner Rente, er die Hälfte von dir. Egal ob staatliche, private oder Betriebsrente.
    Ihr habt 3 Kinder lt. VK. Sollen die dann bei dir leben oder bei ihm? Also wenn du ihm die Existenzgrundlage entziehst (weil du die Hälfte des Unternehmens willst), wird er wahrscheinlich nie wieder auf einen grünen Zweig kommen. Unterhalt wird er nicht zahlen können. Das Unternehmen wird er schließen können.

    • (12) 12.03.15 - 21:43

      Ich kann solche Wertungen in den Antworten einfach nicht verstehen. Danke für die Infos zum Thema Versorgungsausgleich und Zugewinn.

      Nein er war lange Zeit nicht Alleinverdiener. Nein das Unternehmen ist nicht seine Haupteinnahmequelle sondern ein Nebenverdienst, der eventuell mehr werden könnte. Dies geschieht zeitlich in Konkurrenz zu meinem beruflichen Sein. Sprich: er kann diese Firma einfach nicht aufrecht erhalten, wenn ich genauso viel arbeite wie er.

      febe

      • (13) 13.03.15 - 10:41

        Hallo,

        genau das bedeutet aber nun mal Ehe. Und bevor du denkst, andere habe eh keinen Plan...nein, ich bin tatsächlich geschieden und als Unternehmerstochter (ja, es ist tatsächlich eine GmbH) kenne ich mich in dem Feld auch aus. Mal ganz abgesehen davon bin ich BWL-er.
        Ein Ehevertrag gilt nur dann, wenn er von BEIDEN unterschrieben ist UND keinen der Ehepartner dermaßen benachteiligt, dass dieser dann nicht mehr überleben kann. Ein Ehevertrag wird bei der Scheidung vomGericht prinzipiell geprüft. Der ist nicht einfach gültig. Es gibt genügend Eheverträge, die selbstverständlich von Fachleuten aufgesetzt und beglaubigt wurden, die vom Gericht nicht anerkannt wurden.
        Du wirst bei einer Scheidung exakt DEINEN Anteil an diesem Unternehmen bekommen. Und du hast garantiert daran einen Anteil. Wie groß der ist - nun, darüber dürfen sich dann Anwälte streiten. Nicht umsonst wird das auch RosenKRIEG genannt.

        An deiner Stelle würde ich auf gar keinen Fall mit meinen Mann über dieses extrem sensible Thema reden. Wenn du eine Rechtssichere Auskunft willst, dann Schnapp dir 200€ und lass dich von einem Fachanwalt beraten. Bei urbia wirst du diesbezüglich keine klare Aussage bekommen. Und eine Ehepartner wird in einer FUNKTIONIERENDEN Ehe sicher sehr komisch reagieren, wenn dieses Thema aufkommt. Vielleicht gibt es ja Alternativen an die du noch nicht mal im Traum jetzt denkst.

        Noch etwas...wenn du in einem Forum fragst, wo AUSSCHLIESSLICH Laien unterwegs sind, solltest du eigentlich wissen, dass du nur Persönliche Meinungen und Wertungen deiner Situation bekommst. Es gibt Anwaltsforen - dort antwortet dir ein Anwalt völlig wertungsfrei.

        • (14) 13.03.15 - 14:58

          respekt.

          (15) 14.03.15 - 21:05

          Hilfe!!!

          ich habe nicht angenommen, dass Du keine Ahnung hast, Wertungsfreieheit ist trotzdem toll, ich hatte ja nicht nach Meinungen sondern nach Erfahrungen gefragt.
          Vielen Dank für die vielen Infos.

          Ich finde es bezeichnend, wie angenommen wird, ich würde meinem Mann ausnehmen wollen oder ich würde ihm seine Existenzgrundlage nehmen wollen. Meine Existenzgrundlage ist im Moment in Gefahr, wenn ich mich trennen würd!!! Und das ist deshalb so, weil ich sehr viel Familienarbeit übernommen habe in den letzt Jahren. Im Moment ist es für mich schwer wieder zurück in den workflow zu kommen, weil mein Mann es als selbstverständlich ansieht, dass er neben seiner hauptberuflichen Vollzeittätigkeit auch noch seine Firma voranzubringen.

          So ich kann das ganze jetzt emotional betrachten (wir sind noch zusammen, alles läuft gut das wird bestimmt toll wenn die Firma viel Geld abwirft und dann können wir was weiß ich was damit machen)

          oder realistisch: alle trennen sich gerade um mich herum, alle! Natürlich haben auch wir Probleme. Wenn es also dazu kommen würde, was ich nicht hoffe, wäre ich an dem Thema Firma voranbringen nicht beteiligt. Das habe ich jetzt aus den Antworten entnommen.

          Also ist es für mich wichtiger meine Arbeit voranzubringen, was in unserem Fall bedeutet nix Firma voranbringen.

          Das war alles und alles darüber Hinaus ist Interpretation

          P.S. ich schrieb schon zu Beginn, dass ich auch zu einem Anwalt gehen könnte, trotzdem dachte ich, dass ich in einem Trennungsforum eventuell Menschen finde, die schon ihre Erfahrungen gesammelt haben zu diesem Thema

          Grüße, febe

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