Trennungsjahr bei LAT?

    • (1) 15.05.15 - 16:35

      Hallo!
      Ich bin seit 8 !! Monaten mit meinem Mann verheiratet u wir leben das LAT -Modell. Mein Mann hat sich schon einige Sachen geleistet und ich bin nicht mehr bereit, dass zu tolerieren. Ich schmeiße meine Ehe nicht leichtfertig hin, aber ich lasse mir nicht drohen, mir nichts unterstellen oder kontrollieren. Ich habe 2 Kinder ( von meinem ersten Mann) und denen will ich das nicht antun.
      Jetzt ist meine Frage: Da wir ja nicht zusammen leben, wie ist das mit dem Trennungsjahr? Kennt sich da evtl. jemand aus?

      • Hallo,

        dass ihr nicht zusammen wohnt macht es eigentlich nur einfacher: Der Trennungsmoment ist dann, wenn einer von euch beiden dokumentiert, dass die Beziehung vorbei ist. Dazu könnte man einen Anwalt aufsuchen oder zB beim Finanzamt eine Erklärung über das dauerhafte Getrenntleben abgeben. Das hat zum 1.1.16 einen Steuerklassenwechsel zur Folge.

        Für die Scheidung hat es dann eine Indizwirkung. Der andere Partner kann dann der Scheidung wiedersprechen, allerdings gilt nach 3 Jahren Getrenntleben die Ehe auch gegen den Willen des Anderen Partners als gescheitert und wird geschieden.

        Wenn Du also Montag zum Finanzamt trabst und die Erklärung abgibst, dann kannst Du in ein paar Monaten die Scheidung einreichen und giltst ab 18.5. 2018 als 3 Jahre getrennt. Es sei denn, er stimmt zu, dann geht alles natürlich schneller.

        LG

        • "Das hat zum 1.1.16 einen Steuerklassenwechsel zur Folge."

          Kommt drauf an. In 3/5 können sie eh nicht sein - dem widerspricht LAT ganz klar.
          Der Unterschied von 4/4 zu 2/1 ist dann unwesentlich.

          • Nicht unbedingt. LAT heißt nicht, dass man steuerlich dauernd getrennt lebt. Es ist nicht zwingend notwendig, deshalb gemeinsam in einer Wohnung zu leben. Das wäre ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

            Außerdem ginge dann auch 4/4 nicht, denn das Prinzip: Zusammenveranlagung/Splittingtarif ist bei beiden Steuerklassen (3/5 und 4/4)möglich. Wenn man die eheliche Gemeinschaft in Frage stellt, dürften sie beide Kombinationen nicht haben.

            LG

            • "LAT heißt nicht, dass man steuerlich dauernd getrennt lebt."

              Also wenn ich lese das sie sich gerade mal jedes 2. WE treffen, dann ist dies eindeutig ein steuerliches getrennt leben. Nachdem sie ja erst 8 Monate verheiratet sind wird das FA spätestens bei der nächsten Steuererklärung drauf kommen ..... Wenn es dumm läuft incl. Verfahren wegen Steuerhinterziehung ...

              • Du liegst falsch. Und mit Steuerhinterziehung hat es auch nichts zu tun. Es sind Eheleute mit 2 Wohnungen, die eine eheliche Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft haben. Außer einer beendet diese. Ein mögliches Indiz dafür wäre das Abmelden vom gemeinsamen Hauptwohnsitz.Für den Nebenwohnsitz zahlt man idR sogar Zweitwohnungssteuer.

                LG

        • Doch, wir haben 3/5. Mein Mann verdient um einiges mehr als ich und er gleicht mir den steuerlichen Verlust monatl. aus. Ich weiß, daß der Wechsel erst zum neuen Jahr stattfindet. Meine Frage war allerdings, ob wir quasi dieses Trennungsjahr einhalten müssen, weil wir ja von Anfang an getrennt von Tisch und Bett waren. Ich fahre jedes zweite Wochenende hin (bzw hab ich das bis jetzt so gemacht), Entfernung sind knapp 20 Min. Er hat es selten fertig gebracht mal zu kommen, kann man an einer Hand abzählen. Seine Adresse ist als mein Hauptwohnsitz gemeldet und meine als Zweitwohnsitz. Das werde ich auch nä Woche ändern...Mittlerweile bin ich überzeugt, mir einen Narzissten angelacht zu haben. Und mein grösstes Anliegen ist es, dass er aus meinem und dem Leben meiner Kinder so schnell wie möglich verschwindet.

          • "Seine Adresse ist als mein Hauptwohnsitz gemeldet und meine als Zweitwohnsitz"

            Also auch noch Verstoß gegen das Meldegesetz zum Zweck der Steuerhinterziehung.

            Auf was für Ideen die Leute kommen ....

            • Die beiden sind doch verheiratet - also klär mich mal bitte auf wo da ein Verstoß gegen das Meldegesetz besteht und worin die Steuerhinterziehung begründet wird?

              Im Gegenteil, sie müssen sich auf eine Familienwohnung einigen - aber welche bleibt ihnen überlassen.

              LG

              • Ganz einfach:
                Die Meldung des Hauptwohnsitzes hat dort zu erfolgen wo der gewöhnliche Aufenthaltsort ist.

                Die OP schreibt selber: SIE besucht IHN alle 2 Wochen mal.
                Ergo kann SEINE Wohnung nicht der gewöhnliche Aufenthaltsort sein. Auch für den "Lebensmittelpunkt" reicht das nicht.
                --> Verstoss gegen das Meldegesetz.

                Daraus leitet sich dann direkt das Steuerklassenproblem ab.

                • falsch - die Steuerklasse ist durch die Heirat begründet. Nach Deiner Logik gäbe es sonst niemanden der eine zweitwohnung steuerlich absetzen könnte wenn er da nicht mindestens x Tage im Jahr wäre.
                  Und es zwingt niemand ein Ehepaar zusammen zu wohnen.

                  • Falsch.
                    Die Steuerklasse definiert sich eben nicht NUR über die Heirat, sondern auch über das Zusammenleben.
                    Dies bedingt zumindest einen (rechtmäßigen) gemeinsamen Wohnsitz.
                    Im "Klassischen" Zweitwohnungsfall ist es ja so, das der Auswärts arbeitende jedes WE zurück zu seiner Familie fährt - also dort auch seinen Erstwohnsitz hat.
                    In diesem Fall lässt sich der "Erstwohnsitz" damit begründen, das dort wo die Familie lebt der Lebensmittelpunkt ist.
                    Wäre es so, dann hättest du völlig recht.

                    Der Fall der OP ist aber anders gelagert: SIE hat Ihren Erstwohnsitz bei Ihrem Mann angemeldet - bei dem Sie nur alle 2 Wochen ist.

                    Hier jetzt den "Lebensmittelpunkt" zu konstruieren - und somit die Korrektheit des gemeldeten Hauptwohnsitzes - wird scheitern.
                    Entsprechend haben beide auch keinen gemeinsamen Hauptwohnsitz.

                    • Jupp das stimmt. Wenn nämlich nur die Heirat ausschlaggebend wäre, würden Eheleute die seit Jahren getrennt, aber nicht geschieden sind ja ebenfalls eine Zusammenveranlagung bekommen.

                      Es reicht auch nicht aus das beide am selben HW gemeldet sind. Es muss erkennbar sein das sie eine Haushaltsgemeinschaft führen oder müssen nachweisen können das z.b. Urlaube gemeinsam bezahlen und nicht jeder getrennt. Ist alles getrennt, muss auch steuerlich getrennt werden.

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