Trennung - wie den Kindern sagen ?

    • (1) 30.05.15 - 14:15

      Hallo,

      ich bräuchte mal dringend einen Rat.

      Und zwar ist es so, dass ich mich von meinem Mann trennen will. Nicht im Streit, sondern, vor allem wegen unserer Kinder, freundschaftlich. Ich hege keinerlei Hass oder so gegen ihn, aber unsere Ehe kann ich einfach nicht weiterführen.

      Die Gründe haben wir besprochen, das ist zwischen uns geklärt.

      Jetzt müssen wir es nur noch den Kindern sagen. Aber wie sagt man sowas ???

      Wir wollen die Schuld nicht aufeinander schieben, aber was soll ich darauf antworten, wenn sie mich nach den Gründen fragen ?

      Ich habe in den letzten 1,5 Jahren immer wieder versucht, meinem Mann klar zu machen, dass unsere Ehe so nicht mehr funktioniert. Er hat aber nie darauf reagiert. Keine Gefühle gezeigt - nichts.

      Wie soll ich es den Kindern sagen ??? Er hat schon angekündigt, dass das bei ihm nicht ohne Tränen ablaufen wird. Ich bin da mittlerweile gefestigt - ich habe mich wahrscheinlich in der letzten Zeit schon damit abgefunden, dass es zu Ende ist. Ich fühle mich ehrlich gesagt freier, ich kann wieder durchatmen. Aber werde ich für die Kinder dann diejenige sein, die unsere Familie zerstört hat - das macht mir Angst.

      LG
      Heike

      • Hallo Heike,

        das günstigste wäre in meinen Augen wenn ihr euch alle zusammen setzt und den Kindern gemeinsam mitteilt das ihr euch trennt. Da ihr nicht im Hass auseinander geht denke ich ist es zu schaffen. Ich würde den Kinder sagen das ihr euch nicht mehr liebt und daher euch trennen möchtet. Wichtig ist aber, das ihr dabei den Kindern verständlich erklärt das sie keine Schuld an der Trennung haben und ihr sie nach wie vor liebt. Ihr werdet weiter ihre Eltern sein. Versucht das Gespräch wenn es geht ohne Tränen zu führen. Seid nach der Trennung für eure Kinder da.

        Freundliche Grüße

        Blaue-Rose

        • Man soll den Kindern sagen, dass sie sich nicht mehr lieben und sich trennen möchte.

          Also auch wenn das so nicht stimmt und dies einseitig ist?

          • Ja.

            Alles andere überfordert die Kinder. Man kann doch nicht sagen "Mama und Papa trennen sich, weil Papa nicht mehr auf Mamas Bedürfnisse eingegangen ist und Mama Papa deswegen nicht mehr liebt". Im Grunde läuft es doch auch auf die allgemeine Situation hinaus, dass Mama und Papa sich nicht mehr lieb haben, und das reicht erst einmal völlig als Begründung aus.
            Es sollte keiner als Schuldiger dastehen, denn es gehören immer Zwei zu einer Beziehung und dazu, dass es nicht funktioniert.

            Vor den Kindern ist es meiner Meinung nach wichtig, klar zu sagen, dass die Eltern sich trennen und was sich dadurch für die Familie ändern wird.
            Wenn der Mann dabei weinen muss, ist das nicht schlimm. Die Gefühle müssen dann eben raus. Es ist ja auch eine schlimme Sache für alle, da braucht man sich auch nicht verstellen.

            • "Es sollte keiner als Schuldiger dastehen, denn es gehören immer Zwei zu einer Beziehung und dazu, dass es nicht funktioniert."

              Den ersten Teil würde ich noch nachvollziehen, wenn es ums Kind geht.

              Kann man das dann aber nicht "managen" ohne lügen zu müssen?

              Der zweite Teil des Satzes ist mir zu oberflächlich und wirkt so, als wenn es generell keine Schuldigen gibt, nur weil zu einer Bezihung zwei gehören. Und das sehe ich ganz und gar nicht so.

              Ich könnte dir ad hoc Dinge nennen, da würde ich hier gesteinigt werden (zu Recht!) wenn ich diesen Satz als Begründung verwenden würde.

              Der hat für mich genauso viel Substanz wie der Satz, "wer schreit hat Unrecht". Also keinen.

              • Schön, wie willst du es denn managen, ohne zu "lügen ", wobei ich dabei bleibe, dass es im Kern die Wahrheit ist.

                Wie gesagt meine ich, dass längere Erklärungen, was genau zur Trennung geführt hat, die Kinder in der Situation überfordert und sie es erst einmal auch gar nicht wissen sollten. Je nach Alter kann man ja eventuell versuchen, das mal aufzuarbeiten.

                Meine Eltern sind seit Jahren getrennt, ich war damals 21, bis heute will ich die Gründe im Detail nicht erörtert bekommen. Ich sehe nämlich meinen Papa als meinen Papa und meine Mutti als meine Mutti und dabei soll es bleiben. Und was soll überhaupt die Wahrheit sein, es gibt hier nur Meinungen, die stark von Gefühlen abhängen.

                Für mich stimmt es, dass immer zwei Schuld am Scheitern bzw Gelingen einer Beziehung sind, auch wenn es sich pauschal anhört. Kann nicht sein, dass es nur an einer Person liegt, wenn es nicht klappt.

                Aber das gehört ja hier nicht zum Thema, es wurde ja gesagt, dass die Betroffenen über die Gründe gesprochen haben.

                • Wenn eine Partei sagen soll sie liebt die andere nicht mehr (also beide gegenseitig) und das stimmt gar nicht ist das für mich nicht im Kern die Wahrheit. Dieser Vortrag wäre eine Lüge.

                  Ich plädiere ja nicht für lange Erklärungen. Ich plädiere dazu lügen zu vermeiden.

                  Du hältst diese Lüge für unausweichlich, wenn man alles "richtig" machen will?

                  "Für mich stimmt es, dass immer zwei Schuld am Scheitern bzw Gelingen einer Beziehung sind, auch wenn es sich pauschal anhört."

                  Das hört sich nicht nur pauschal an. Das ist es auch.

                  Und der gesunde Menschenverstand sagt, dass dies nicht immer der Fall sein kann.

              (8) 02.06.15 - 18:15

              Mich würde interessieren, wie du es den Kindern erklären würdest und warum du der Meinung bist, dass man den Kindern einen "Schuldigen" vorführen sollte?

              Für das Scheitern der Ehe/Bezieung sind eigentlich immer beide verantwortlich.

              • (9) 02.06.15 - 19:00

                Ich plädiere nicht dazu den Kindern einen Schuldigen zu präsentieren. Wo soll ich das geschrieben haben?

                Ich plädiere dazu Lügen zu vermeiden.

                Ist das für dich das Gleiche?!

                " Für das Scheitern der Ehe/Bezieung sind eigentlich immer beide verantwortlich. "

                Was heißt "eigentlich"? Ich kann mir viele Fälle vorstellen, wo das nicht der Fall ist.

                Insbesondere dann, wenn z.B. einer nachträglich die vorhandenen "Spielregeln" ändert und wenn bei Nichtakzeptanz der "neuen" Regeln dann die Ehe scheitert.

                Ich mag so Pauschalsprüche nicht, die inhaltlich vollkommen daneben liegen können.

                Ein "häufig" beide verantwortlich, könnte ich wohl noch akzeptieren. Wer will da schon Zahlen nennen können.

                Man muss aber klar erkennbar äußern, dass dies bei Liebe nicht immer der Fall ist. Dazu gibt es viel zu viel Fälle wo das schlichtweg nicht sein kann.

                • Um es auf diesen Fall zu konkretisieren, auch wenn es gar nicht das Thema ist - Heike schrieb:
                  "Ich habe in den letzten 1,5 Jahren immer wieder versucht, meinem Mann klar zu machen, dass unsere Ehe so nicht mehr funktioniert. Er hat aber nie darauf reagiert. Keine Gefühle gezeigt - nichts."
                  Klingt nicht nach Liebe. Und der Mann trägt mit Schuld am Scheitern der Beziehung. Von daher ist die Kernaussage nicht gelogen.
                  Wenn sie sagt " wir verstehen uns nicht mehr" trifft es das vielleicht auch.
                  Ich glaube sowieso nicht, dass die Kinder den Wortlaut der Begründung auseinander klamüsern werden, sie werden erst einmal genug zu verarbeiten haben. Wozu Beziehunsprobleme mit den Kindern auswalzen?

                  (11) 02.06.15 - 20:07

                  Dann tausche mein eigentlich gegen sein häufig.

                  Sicher gibt es Fälle, in denen womöglich nur einer Schuld hat, obwohl ich bei einer Trennung gar nicht von Schuld sprechen möchte. Es ist einfach so, das manche Beziehungen nicht für ewig halten, die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich und so richtig wissen auch nur die beiden Betroffenen Bescheid, warum es nicht mehr funktioniert und das geht auch niemand anderen etwas an.

                  Wenn man den Kindern sagt, dass man sich trennt, weil man sich auseinander gelebt hat, man sich nicht mehr so liebt wie sonst, dass ist doch keine Lüge.
                  Vielleicht nicht die komplette Wahrheit (aber in dem Fall der TE stimmt es ja nun einmal), aber sollte man den Kindern vielleicht noch dazu sagen, weil der Papa (wahlweise auch die Mama) die Mama seid Wochen betrügt? Oder die Mama will den Papa nicht mehr, weil sie ihn einfach nicht mehr um sich haben kann und der Papa ist deswegen jetzt total traurig......?
                  Ich finde die Kinder sollten, zumindest wenn sie noch jung sind, sich mit so etwas nicht auseinander setzen müssen. Die Trennung an sich ist für sie schon schlimm genug und sie müssen vorerst gar nichts wissen von wem die Trennung ausgegangen ist, warum auch? Sie würden sich dann nur noch mehr Gedanken machen, evtl. sogar sauer auf ein Elternteil sein, weil der ja für die Trennung verantwortlich ist.

                  Jeder muss es so handhaben wie er es für richtig ansieht. Ich für meinen Teil finde, man sollte es den Kindern so schonend wie möglich beibringen, viel mit Ihnen über die Trennung reden, aber man sollte Vorwürfe, dem anderen Elternteil gegenüber vermeiden.

    "Wir wollen die Schuld nicht aufeinander schieben, aber was soll ich darauf antworten, wenn sie mich nach den Gründen fragen ?"

    Vielleicht kannst du sagen, dass du darüber später einmal in Ruhe sprechen kannst, wenn du selbst auch erstmal ein paar Dinge verarbeitet hast. Ansonsten würde ich mich an allgemeine Begründungen halten, die auf euch zutreffen:
    Wir lieben uns nicht mehr,
    Wir verstehen uns nicht mehr,
    Wir wollen zu verschiedene Dinge,
    Wir haben es versucht, aber wir sind nicht mehr glücklich miteinander...

    Kommt auch darauf an, wie alt deine Kinder sind.

    (13) 02.06.15 - 18:10

    Wichtig wäre vielleicht zu wissen, wie alt die kinder eigentlich sind. Denn je nach Alter kann man offener darüber reden.

    Obwohl ich es auch so handhaben würde, dass ich als ersten Grund sagen würde, dass man sich nicht mehr versteht, sich nicht mehr liebt.

    (14) 03.06.15 - 07:21

    Hallo.

    Also ich würde hier sehr wichtig finden, dass beide loyal bleiben und nicht den Gegenpart in die Pfanne oder als Schuldiger hinstellen sollte. Das sollte vorab geklärt sein, bevor man den Kindern das vermittelt. Alles andere würde die Kinder total verunsichern.

    LG

    (15) 04.06.15 - 12:26

    Hallo Heike,

    ich war vor fast einem Jahr in dieser Situation und wir haben es unserer Tocher (9) gemeinsam bei einem Spaziergang gesagt. Nur, dass wir uns nicht mehr so gut verstehen und dass wir nicht mehr gemeinsam wohnen werden. Das hat sie gleich kapiert, weil sie ihre Freundinnen auch mal besser mal schlechter gelitten sind. (Nein, es gab bei uns keinen Streit und keine dritten Personen).

    Für sie war es am wichtigsten sofort die "Fakten" zu kennen: Wo werde ich wohnen? Kann ich in meiner Schule bleiben? Usw. Das war für sie ein richtiger und wichtiger Anker.

    Alles andere kam später.

    So schnell können Kinder das gar nicht verarbeiten und ihr Horizont, was Beziehungen angeht, ist ja noch ein ganz anderer.

    LG
    Andrea

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