Kurzzeitig getrennt lebend, schwanger von Affäre, wie sieht die Rechtslage aus?

    • (1) 08.06.15 - 09:31

      Hallo meine Lieben,

      Kurz zu meiner Situation:

      Ich war getrennt lebend von meinem Mann, wir hatten Differenzen und dachten dass wir es nicht schaffen. Hatte jemanden kennen gelernt und eine kurze Affäre. Nun bin ich von eben dieser Affäre schwanger und kurz vor dem Entbinden. Seit dem 3. ss-Monat ist kein Kontakt mehr zum Kindsvater da - er hatte mich gestalkt und die Polizei musste ich einschalten. Habe zu den Eltern der Affäre ein gutes Verhältnis was aber seit Wochen nun auch auf Eis gelegt ist. Durch die Eltern hat er mir auch bereits mitteilen lassen dass er mit dem Kind "abgeschlossen" hat und nichts mehr von niemandem wissen will. Muss dazu sagen dass er super super unreif ist, in seiner Traumwelt lebt (frisch mit der FH fertig aber will schon leben wie ein Konzern Chef, finanziert von den Eltern...). Wichtig war ihm nachdem er erfahren hat dass ich schwanger bin, dass er jedem erzählt ich würde abtreiben etc. Wurde dann mit Kugel in der Stadt drauf angesprochen und es war wirklich die Hölle!

      Mit meinem Mann verstehe ich mich mittlerweile besser als zuvor, wir sind wieder zusammen gezogen und haben nun ein neues Haus etc. Stecken quasi mitten im Nestbau ;)

      Jetzt stellt sich für uns natürlich die Frage wie es nach der Geburt weitergeht mit Vaterschaftsanerkennung, Umgangsrecht, Sorgerecht, Unterhalt

      Wäre diese Konstellation möglich:

      Mein Mann fechtet nach der Geburt die Vaterschaft an (da hat er ja bereits automatisch das gemeinsame Sorgerecht mit mir). Behält er dieses wenn ich das so möchte oder wird das wieder aberkannt?

      Ich weiß bisher nur dass mein Mann die Vaterschaft anfechten muss und dass dann der Vaterschaftstest mit dem Kindsvater erfolgt. Aber wann sollte er die Vaterschaft anfechten und wie genau bzw klappt es dann trotzdem mit dem gemeinsamen Sorgerecht?

      Muss dazu sagen dass mir das Sorgerecht super wichtig ist da ich mit meinem Mann bereits Kinder habe und er einfach der beste Papa ist (in jeder Hinsicht) den man sich vorstellen kann. Ganz im Gegenteil zur Affäre...

      Vielen lieben Dank schonmal für eure Antworten :)

      lg, Dreimäderlhaus

      • Dein (mit dir verheirateter Ehemann) gilt sowieso als Vater, er muss nichts anfechten dafür. Ich verstehe auch nicht, was er anfechten sollte, wenn er doch als Vater gelten will.

        • Er ist aber nicht der leibliche Vater und da geht es ja auch um Unterhalt etc

          • Verstehe ich das jetzt richtig?

            Dein jetziger Ehemann soll nach außen hin als Kindsvater dargestellt werden, mit allem Pipapo.. Den Unterhalt aber, den lasst ihr Euch von Jemanden finanzieren, der sich bitteschön komplett aus allem raus halten soll? Das wäre natürlich für Euch der Jackpot schlechthin, nicht wahr?!

            Ich wünsche Euch, aber vor allem dem Kind, dass sich der leibliche Kindsvater stets um sein Kind bemüht, Kontakt hält, dem Kind seine wahre Herkunft zeigen kann und sich nicht nur als Zahlvater ausnehmen lässt.

            • Um Gottes Willen nein, der Kindsvater bekommt sein Umgangsrecht und alles.

              Er soll (sofern er dies möchte und nicht selber verhindert) auch als Vater in die Geburtsurkunde eingetragen werden. Mir gehts hier ums Sorgerecht, sprich dass mein Mann dann auch bestimmte Entscheidungen treffen kann. Sollte ich mal im Krankenhaus sein oder dergleichen.

              Und zum Thema Zahlvater: er wollte dass ich abtreibe, es wurde Geld für die Abtreibung überwiesen (ohne Absprache, also ich wusste nichts davon) und er hat überall erzählt ich hätte abgetrieben... Erst nachdem ich die Hilfe der Polizei angenommen habe hat der Psycho Terror aufgehört. Mir gehts hier in erster Linie um meine und die Sicherheit des Vaters. Kümmert er sich anständig dann gibts da absolut keine Einwände meinerseits was Umgang und alles angeht!

              • Ganz ehrlich : wenn mir jemand ne Abtreibung aufdrängen will, lügen verbreitet und selbst sagt er will nix mit allem zu tun haben, dann hat er sich quasi selbst zum zahlvater degradiert.

                Ich bezweifle das er plötzlich zum zuverlässigen we Papa mutiert....

                Wie das rechtlich ist weiß ich nicht...aber wenn er das sorgerecht möchte muss er das Kind adoptieren nehme ich an...und dann ist er auch finanziell dafür zuständig.

                Ist die Frage ob man nicht auf den Unterhalt des anderem verzichtet und sich somit auch Kleinkrieg erspart.

                Ich würde den kv fragen ob er mit einer Adoption einverstanden ist .

              • "Er soll (sofern er dies möchte und nicht selber verhindert) auch als Vater in die Geburtsurkunde eingetragen werden. Mir gehts hier ums Sorgerecht, sprich dass mein Mann dann auch bestimmte Entscheidungen treffen kann. Sollte ich mal im Krankenhaus sein oder dergleichen."

                Du kannst deinem Mann kein Sorgerecht übertragen, wenn er nicht leiblicher Vater des Kindes ist. Möglich wäre, dass dein Mann das Kind adoptiert. Das setzt aber die Zustimmung des biologischen Vaters voraus - und in dem Fall gibt's eben auch keinen Unterhalt.

          Du müßte schon wissen, was Du willst:

          So wie ich das sehe, bedeutet Unterhalt das dieser " irre Stalker" für die nächsten 18-25 Jahre einen festen Platz in Deinem Leben Bekommen wird. Er wird Sorgerecht erhalten, ist in alle Entscheidungen das Kind betreffend involviert und hat Umgangsrecht.

          Ja, nicht wenige Männer wollen " auch was von dem Kind haben, wenn sie schon Zahlen" , egal was er jetzt sagt

          Dein Mann jedoch, ist bereit den Bauchzwerg anzuerkennen und juristisch ist er eh der Vater. Läßt ihn in die Geburtsurkunde eintragen und nix weiter!

          Dem Kind kannst Du später seine Entstehungsgeschichte erzählen. Aber offiziell machen würde ich gar nichts.

          Pina

    Hallo,

    als Vater gilt automatisch vor dem Gesetz derjenige, welcher zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist.
    Eine Vaterschaftsanfechtung ist teuer. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Mein Ex-Mann musste damals (nach der Geburt, ob man das vor der Geburt machen kann, weiß ich nicht, da erkundigst du dich evtl beim JA, Familiengericht, Anwalt) die Vaterschaft anfechten, das Familiengericht ordnete einen Vaterschaftstest (Bluttest) an (wenn ich mich nicht täusche, wird auch ein Test akzeptiert, welcher von einem Arzt durchgeführt wurde und die Testpersonen namentlich genannt werden - sprich die Speichelteströhrchen vom Arzt beschriftet werden), die Vaterschaft wurde aberkannt und die Geburtsurkunde geändert. Das Ganze hat ca. 2000 Euro gekostet.
    Auf dich wird ja dann zukommen, dass deine Ex-Affäre die Vaterschaft anerkennen muss (ob das so einfach ablaufen wird, kann ich mir nicht vorstellen) etc pp.
    Möchte dein Mann das Kind adoptieren? Wenn ja, könntet ihr euch das ganze Procedere eigentlich sparen.

    LG und alles Gute,
    incredible mit Räuber (6 Jahre) und Zwergi 27. SSW (26+1)

    • Teuer wird es wohl nur,wenn der richtige Vater die Vaterschaft nicht anerkennt.
      Ich war in der Situation der TE und noch verheiratet bei Geburt meiner Tochter.
      Mein Nochmann musste beim Standesamt eine Vaterschaftsaberkennung unterschreiben,der der richtige Vater und ich zustimmen mussten.
      Der Vater meiner Tochter hat im Gegenzug eine Vaterschaftsanerkennung unterschrieben,der ich zustimmen musste und gut wars.
      Gekostet hat uns das ganze gar nichts.

      • Die ganze Procedere lief bei euch vor der Geburt des Kindes ab, oder? DAS ist der Unterschied. Bei mir war das Kind meines jetzigen Mannes und mir schon auf der Welt und ich noch mit meinem Ex-Mann verheiratet! Aus diesem Grund Gericht etc und diese Kosten!

Das glaube ich, dass dir so einiges superwichtig ist. Aber irgendwie denkst du komplett falsch.
Die Regel lautet:

Der Kindsvater macht die Vaterschaftsanerkennung. Damit gehen direkt 2 Dinge einher: einmal ist verpflichtet dem Kind Unterhalt zu zahlen (dagegen hast du ja nichts), aber gleichzeitig ist es das Recht des Kindes UND des Vaters, dass die Beiden sich regelmäßig sehen können - also ein Umgangsrecht. Der Kindsvater hat außerdem das Recht, das Sorgerecht zu beantragen. Da musst du Gründe nennen, warum er es nicht bekommen darf. Das müssen sinnvolle Gründe sein. Er muss also wirklich nachweisbar gegen das Kindeswohl verstoßen haben - nach der Geburt des Kindes.
Dein Mann hat überhaupt kein Verhältnis zu diesem Baby und kann natürlich auch kein Sorgerecht beantragen. Aufgrund eurer noch bestehenden Ehe und des in Deutschland etwas eigenartigen Rechts, ist er jedoch sowieso ab Geburt der Vater. Also überlege dir gut, was das Ziel sein soll und ob man das nicht auch anders erreichen kann. Mit dem Kindsvater musst du eh reden. Und ob du das nun in einer Wohnung, im Café oder vor Gericht tust, ist eigentlich egal - nur der Preis ist unterschiedlich.

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