Unterhalt an Ex

    • (1) 04.08.15 - 16:42

      Hallo zusammen,
      ich hab eine Frage und zwar... Ich wohne mit meinem Freund und meinem zwei jährigen Sohn (der nicht der leibliche Sohn von meinem Freund ist) zusammen, dazu kommt das ich im vierten Monat schwanger bin. Vor der Geburt unseres Kindes wollten wir auch noch heiraten, wobei er ja noch 300,- € sparen würde. Jetzt hat sich das Jugendamt bei meinem Freund gemeldet, er soll Unterhalt für seinen angeblichen Sohn zahlen... soweit ist die Sache ja klar, wenn er der Vater ist muss er auch zahlen. Das eigentliche Problem ist seine Ex Freundin, sie hat ihm immer gesagt sie kann keine Kinder bekommen und wenn sie welche hätte sollte der Vater nur zahlen und sich sonst raushalten. Jetzt kam ein Schreiben von ihrem Anwalt, mein Freund soll Unterhalt für seine Ex und das Kind zahlen. Meine Frage an sich ist. Wenn die Vaterschaft geklärt ist und er der Vater sein sollte, wie ist das dann mit der Zahlung? Gehen erst mein Sohn unser gemeinsames Kind und ich vor?
      oder

      gehen nur die drei Kinder vor?
      oder
      gehen nur seine leiblichen Kinder vor?
      und
      Muss er dann auch für seine Ex Freundin zahlen?
      oder
      Wird mein Geld an das Geld von meinem Freund angerechnet?

      Danke für eure hilfe.

      Lg

      • (2) 04.08.15 - 17:16

        Da fehlen wichtige Informationen um dir antworten zu können.

        Wie alt sind die Kinder deines Freundes?

        Dein Sohn und die Aussagen seiner Freundin, interessieren nicht.

        • (3) 04.08.15 - 18:26

          Also das Kind seiner Ex welches seins sein soll wurde am 1.7.15 geboren, unser Kind ist zum 7.2.16 ausgerechnet.

          • (4) 04.08.15 - 18:58

            Dann ist er selbstverständlich, ihr und dem Kind, zum Unterhalt verpflichtet. Unabhängig ihrer Aussage.

            Da ich davon ausgehe, dass sich dein Mann die Zeugung weiterer Kinder gründlich überlegt hat, dürfte das kein Problem sein, den notwendigen Unterhalt aufzubringen.

          • Wenn er der Vater ist, muss er Unterhalt zahlen - auch Betreuungsunterhalt steht ihr zu. (Normalverdiener können das aber oft gar nicht in voller Höhe finanzieren. Dann springt der Staat bei der Frau ein. Dein Ex muss nicht so viel zahlen, dass er selbst Sozialleistungen braucht.)

            Er muss die Vaterschaft nicht anerkennen, aber das mindert die Unterhaltsansprüche nicht.

            Das ist leider wirklich eine schwierige Situation für alle Beteiligten.

      (6) 04.08.15 - 17:24

      Die Kinder also seine beiden dann haben Vorrang vor dir. Er ist erstmal denen beiden Unterhaltsverpflichtet und dann dir bzw. auch der Ex, wenn das Kind unter 3 ist.

      Deinem Kind ist er überhaupt nicht Unterhaltspflichtig, dein Kind hat doch einen anderen Papa der dir ggf. auch Unterhaltspflichtig ist.

      Dein Geld wird nicht angerechnet lediglich beim Betreuungsunterhalt wird das mit einberechnet.

      • (7) 04.08.15 - 17:36

        Hallo.

        >>> Dein Geld wird nicht angerechnet <<<

        Das stimmt nicht so ganz ... sollte der KV durch die beiden Kinder zu einem Mangelfall werden, kann sein Selbstbehalt durchaus gesenkt werden, damit er zumindest den Mindestunterhalt zahlen kann.
        Somit würde das Geld der TE indirekt durchaus eine Rolle spielen.

        LG

      (9) 04.08.15 - 18:36

      Das er meinem Sohn nicht unterhaltsverpflichtet ist weiß ich, die frage war von mir falsch ausgedrückt... Wenn er der Vater des Kindes seiner Ex ist, dann muss er definitiv zahlen, aber wird bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt dass wir zu dritt bzw viert sind oder muss ich dann wieder beim Sozialamt Geld für die laufenden Kosten beantragen damit das Geld für uns ausreicht.

      • (10) 04.08.15 - 19:21

        Nein,

        für die Berechnung des Unterhaltes wird nicht geschaut, wieviele Personen im Haushalt leben, sondern wieviele Personen unterhaltsberechtigt sind.

        Jetzt momentan ist er (wenn er der Vater ist) zwei Personen zum Unterhalt verpflichtet, ab ca. Dezember drei Personen ab Geburt eures Kindes 4 Personen.

        Er sollte definitiv erst klären lassen, ob er der Vater ist und wenn das so sein sollte, die Titulierung des Unterhaltes herauszögern, bis euer Kind auf der Welt ist. Einmal erstellte Titel sind nur schwer zu ändern.Möglich wäre das, indem er einen Titel beim Notar erstellen lässt (kostet nur eine Schreibgebühr) und ggf. tituliert, was bis Dezember, was bis Februar und was ab Februar gezahlt wird. Der Titel wird dann möglicherweise angegriffen, aber es dauert seine Zeit, so dass es dann für beide Kinder eine faire Berechnung gibt.

        Darauf achten, dass der Titel bis zum 18. Geburtstag generell begrenzt wird. Wenn bei euch die ARGE im Spiel ist, dann wird vermutlich weder für die Absenkung des Selbstbehalts Luft sein und der Unterhalt wohl auch auf einen Mangelfall hinaus laufen. Deshalb ist es insbesondere wichtig, keinen Titel zu bekommen, der ab dem 2. Kind nicht mehr bedienbar ist.

        LG

        • (11) 04.08.15 - 19:55

          Ok danke schön das hilft uns auf jedenfall weiter. Wir werden noch mit unserem Anwalt sprechen nur dann wissen wir schonmal wie wir am besten Handeln können. Danke für die hilfe. Lg :-)

      Er zahlt auf keinen Fall so viel Unterhalt, dass eure Familie Sozialleistungen braucht. Das Jobcenter würde der Mutter des Julikindes ergänzend ALG-II zahlen, wenn das nötig ist.

      Die Jugendämter bieten Beistandschaften in Unterhaltsfragen an. Die helfen eigentlich der Mutter den Kindesunterhalt zu bekommen. Das erspart aber allen Beteiligten auch jede Menge Streit und Stress. Ihr könnt das auch einfach als kostenlose Hilfe zur Regelung in Unterhaltsfragen nutzen. In dieser Konstellation sind wirklich jede Menge Konflikte vorprogrammiert. Die müssten die Eltern des Julibabies dann nicht direkt miteinander austragen. Ganz einfach ist nämlich auch die Umgangsregelung für das Baby nicht.

(13) 05.08.15 - 10:38

Kleiner Tip. Er sollte, bis raus ist ob er der Vater ist, den entsprechenden Unterhalt ab letzen Monat beiseite legen damit er dann nicht einen evtl. batzen Schulden abzahlen muss, das Geld fehlt euch dann später.

Kindesunterhalt hat in jedem Fall Vorrang.

Dass die Mutter ihm vorgelogen hat nicht schwanger werden zu können / die Pille zu nehmen ist menschlich daneben, aber das hat auf den Kindesunterhalt einschließlich des Betreuungsunterhalts leider oder Gott sei Dank keine Auswirkungen. Das ist auch kaum beweisbar, er muss es einfach hinnehmen :-( Ein Umgangsrecht hat er durchaus und das ist heute auch durchsetzbar. Das kann die Mutter nicht verhindern.

Dein Kind hat einen anderen Vater, der ihm Unterhalt schuldet. Das wirkt sich nicht mindernd auf die Ansprüche der anderen Kinder aus. Bei euerem gemeinsamen ungeborenen Kind sieht das natürlich anders aus.

Die Mutter dieser Kinder kann nicht auf Unterhaltszahlungen verzichten, wenn sie - wie viele alleinerziehende Mütter - Leistungen des Jobcenters in Anspruch nehmen muss. Es bringt euch wenig, jetzt auf die Ex sauer zu sein. Eine gemeinsame Lösung zwischen den jeweiligen beiden Elternteilen ist fast immer die beste Lösung für die Kinder.

(15) 06.08.15 - 10:51

Wow, innerhalb von knapp 7 Monaten zwei Sozialfälle ungewollt geschwängert, das "schafft" auch nicht jeder Mann.

Die Ambitionen der Exfreundin (und auch deine) sind völlig egal , das Kind ist da und ist unterhaltsberechtigt.
Genauso wie das Kind das du erwartest.

Dein Erstgeborenes spielt auch in keinster Weise eine Rolle, nichteimal bei der Unterhaltsberechnung für dich.

Wenn die beiden Kinder "bedient" sind und noch Geld über seinen Selbstbehalt übrig ist, dann bekommst du und die Ex noch was, hört sich aber irgendwie nicht so an als wäre da dann noch viel zu holen.

Alles Gute

S.

  • Ja der Zeitraum zwischen den Schwangerschaften ist schon der Hammer. Aber es sich um Sozialfälle handelt wissen wir doch gar nicht. Sie hat hat doch von den Einkommen der betroffenden Personen gar nichts erwähnt oder?

    Also die TE schreibt hier:

    http://www.urbia.de/forum/27-trennung/4632992-unterhalt-an-ex/30737422

    ***oder muss ich dann WIEDER beim Sozialamt Geld für die laufenden Kosten beantragen damit das Geld für uns ausreicht.***

    Bei der Ex ist es eher Spekulaton von mir:

    Solche Unterhaltsansprüche im ersten Lebensjahr des Kindes (also im "Elterngeldjahr") sind meiner Erfahrung nach (fast) nur bei Sozialfällen bzw wenn es aus einer festen Beziehung mit Versorgerfunktion zur Trennung kam oder bei wirklich gut verdienenden Vätern relevant. Zweites und Drittes scheint nicht der Fall zu sein. Aber vielleicht täusche ich mich hier auch oder der Anwalt hat es halt einfach mal ohne Aussicht auf wirklich viel Erfolg versucht, kommt ja auch vor.

    • Ach ja tatsächlich, das steht ja weiter unten. Da sie Sorge hatte das ihr Geld (ich ging von Einkommen aus), bei der Unterhaltsberechnung angerechnet werden würde, nahm ich an sie könnte wenigstens sich selbst versorgen.

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