Wie kommen Kinder mit Trennung zurecht ?

    • (1) 27.08.15 - 15:12

      Hallo an alle,
      ich würde gerne wissen, wie Eure Erfahrungen mit Kindern bei der Trennung waren oder sind.
      Ich habe mich von meinem Mann vor einiger Zeit getrennt.
      Ich hatte immer die Sorge, dass mein Kind unter der Trennung leiden wird und habe für meine Entscheidung sehr lange gebraucht .
      Ich glaube nicht, dass mein Kind darunter leidet , da sie Papa regelmäßig sieht.
      Trotzdem mache ich mir Sorgen, wie sie alles verkraftet.
      Wie war das bei Euch und könnt Ihr mir Tips geben ?

      • (2) 27.08.15 - 22:50

        Bin selbst ein Scheidungskind (war 10 J.), habe meinen Vater lange Zeit nicht sehen können (insgesamt über 10 Jahre) und DAS war für mich gerade die ersten Jahre sehr schmerzhaft. Die erste Zeit nach der Trennung sind meine Noten in den Keller gerutscht,. Das hat sich aber im 2. Halbjahr wieder normalisiert.

        Da dein Kind den Papa aber regelmäßig sieht, wird es die Trennung evtl. leichter wegstecken können.

        Das einzige, was bei mir geblieben ist, ist die Verlustangst. Man hat gesehen, dass selbst die wichtigsten Verbindungen brechen können und das verunsichert. Ich wünsche mir zwar eine sehr, sehr lange glückl. Ehe, aber ich habe immer im Hinterkopf, dass das mal enden könnte. Einen kleinen Knacks habe ich also schon wegbekommen.

        Mein Mann ist kein Scheidungskind und geht da viel optimistischer ran und glaubt fest daran, dass das ewig mit uns hält.

        • (3) 28.08.15 - 08:23

          Vielen Dank für Deine Antwort.
          Tut mir leid, dass es bei Dir so gelaufen ist.
          Ich möchte, dass meine Tochter da gut durchkommt.
          Es ist alles andere als einfach, wenn man sich mit dem Vater verstehen soll / muss, obwohl man sich ja getrennt hat, weil man sich nicht versteht.
          Meine Tochter hat wohl auch das Problem mit den Verlustängsten.
          Sie hängt sehr an mir, will gar nicht unbedingt zu Papa und will immer bei mir sein.
          Da ich aber arbeite, geht es auch nicht anders.

      Ich selbst bin momentan glücklich verheiratet mit Kind, kann aber aus meiner eigenen Erfahrung als "Scheidungskind" berichten. Meine Eltern ließen sich scheiden, da war ich noch ein Kleinkind. Ich bin zwar sicher, dass kleine Kinder die Unstimmigkeiten der Eltern spüren, kann mich aber natürlich an nichts mehr erinnern.

      Jede Scheidung hat Gründe und in unserem Fall war es ganz sicher besser, dass ich ohne meinen leiblichen Vater aufgewachsen bin anstatt in einer unglücklichen Ehe meiner Eltern. Ein paar Jahre nach der Scheidung lernte meine Mutter einen Mann kennen, der für mich ein Vater wurde und mir bis heute der beste Vater ist, den ich je hätte haben können.

      Ich plädiere also - trotzdem oder gerade weil ich ein Scheidungskind bin - FÜR die Scheidung.

      • Danke für Deine Meinung. Dann ist es ja bei Dir wirklich recht gut gelaufen.
        Ich habe sehr lange mit mir gerungen, mich dann aber doch für die Trennung entschieden.
        Ich bin auch der Ansicht, dass Kinder nicht mit unglücklichen Eltern aufwachsen soll.
        Ich habe noch nie eine so schwere Entscheidung treffen müssen, aber ich bereue es nicht.
        Ich wünsche mir auch , dass mein Kimd später sagen kann, dass es nicht darunter leidet

    Wie sehr Kinder unter der trennung leiden, kommt immer auf das Verhalten der Erwachsenen an, meine Meinung.

    Wenn es denen gelingt, vernünftig miteinander umzugehen und keine schmutzige Wäsche vor den Kindern zu waschen sondern weiterhin respektvoll miteinander umgehen und an einem Strang ziehen - verkraften Kinder so eine Trennung auch ganz gut.

    Sicher ist es hart anfangs.... aber sie gewöhnen sich dann doch an die neue Situation und können feststellen, dass ihnen so nichts weiter fehlt und sie eben beide Eltern als Eltern behalten.

    Lichtchen

    • (7) 28.08.15 - 11:51

      Ich bin auch ein glückliches Scheidungskind. ICh fand die Entscheidung meiner Eltern sogar damals gut. Es kam zwas nicht zur häuslichen Gewalt oder Streitigkeiten aber die Stimmung war einfach nicht mehr optimal.

      • (8) 29.08.15 - 15:15

        Ja die Stimmung ist wahrscheinlich für ein Kind auch sehr wichtig und führt zu Verunsicherungen, weil es merkt, dass etwas nicht stimmt

    Für einen vernünftigen Umgang braucht es wahrscheinlich erstmal Zeit und gute Nerven.
    Ich merke auch, dass mein Kind verunsichert ist und die Situation verkraften muss.
    Ich hoffe sehr, dass sie sich daran gewöhnt.

Hallo,

mein Sohn hat die Trennung gar nicht gut verkraftet, er ist depressiv geworden. Und das obwohl wir einen mustergültigen Umgang und Kontakt haben, wie wir von Jugendamt und Kinderpsychiater immer wieder hören.

Wenn sie darunter leiden würde, würdest du das merken, glaub mir.

LG

  • Das tut mir sehr leid.
    Mir wurde auch schon gesagt, dass Kinder Verhaltensauffälligkeiten bekommen können oder auch Rückschritte in der Entwicklung machen.
    Das will natürlich niemand.
    Nur es kann es vielleicht genauso gut sein, dass Kinder krank oder auffällig werden, wenn man sich nur wegen der Kinder nicht trennt und die Belastung für ein Kind dauerhaft ist.

Das tut mir sehr leid.
Ich bin auch fast vier Jahre alleinerziehend. Anfangs mit ein halbes Jahr kein Kontakt dann alle 14 Tage einen Tag und dann mit Übernachtungen. Es war Grausam. Immer wenn der Tag gekommen war wo der Papa sie holte war bei mir Terror. Sie wollten dann nicht mehr bei Ihm übernachten und er brachte sie abends noch zu mir. Dann einigten wir uns wieder auf einen Tag alle 14 Tage. Auch nicht gut. Sie langweilen sich und wollen es nicht. Nun sehen sie sich selten. Auch wenn ich sie ständig daran erinnere doch mal den Papa anzurufen und mal was mit ihm machen. Nein keine Lust.

Ich merke keine Veränderungen an Ihnen.

Nach der Trennung (nicht schön verlaufen) waren Sie in sich gekehrt und haben wenig gelacht. Ich habe mich sehr um sie bemüht und dann kam das Lachen zurück.
Dennoch mache ich mir Gedanken ob Sie es psychisch belastet.

Bei Euch läuft der Umgang ja super und trotzdem hat euer Kind Probleme damit. Daran merkt man das es bei jedem Kind anders ist.

Manchen Kindern macht auch der Gedanke zu schaffen nun keine richtige Familie mehr zu sein. Sie spielen mit den Freunden das Spiel" Vater, Mutter, Kind". Dann wird ihnen immer wieder bewusst der Vater ist nicht da.

  • Hallo,
    woran könnte es liegen, dass die Kinder nicht zu Papa wollen ?
    Freiwillig möchte meine Tochter auch nicht unbedingt, und ich kann mir auch vorstellen , warum.
    Vielleicht hat er sich wenig gekümmert oder sich nicht viel mit Ihnen beschäftigt oder echtes Interesse gezeigt.
    Ich muss aber auch lernen, dass ich die Vater- Kind - Beziehung nicht ändern kann.

    • Hallo,
      er hat sich nicht so gekümmert. Der Großen immer Versprechungen gemacht und nicht gehalten. Geschenke bekommt die Große nicht nur die Kleine.
      Sie haben sich gewünscht auch mal allein mit Papa was zu machen. Da er eine eher dominante Lebensgefährtin hat, die sich immer und überall einmischt, ist das schon eher schlecht. Wenn die Kleine Abends Heimweh hatte und nach Hause wollte hat er sie nicht nach Hause gebracht. Danach wollte sie nicht mehr. Heute will sie auch allein nicht mehr hingehen. Die Lebensgefährtin hat gerade auch am Anfang viel mit den Kindern geschimpft. Papa hat sich nie eingemischt auch wenn es nicht berechtigt war.
      Sie streiten vor den Kindern wer nun mit Ihnen spielt. Die Kinder fühlen sich da deshalb nicht wohl. Papa versteht das natürlich nicht. Mama hat die Kinder manipuliert.

      LG

      • Das ist ja echt schwierig

        Da kann man schon nachvollziehen, dass die Kinder lieber bei Mama bleiben wollen.
        Da wissen sie wenigstens, woran sie sind.
        Vor allem das mit den Geschenken ist ja unglaublich.
        Wenn sich dann noch die neue Partnerin so extrem einbringt, wird es erst recht nicht besser.
        Bis jetzt ist es bei uns noch nicht so weit, mal sehen, was dann passiert.

        • Hallo
          wenn es bei Euch mit dem Umgang soweit gut läuft, warum hat dein Kind den eine Depression? Wo liegt da die Ursache?
          LG

          • Glücklicherweise ist es auch nicht so.
            Das hatte sumatrabarbin von ihrem Kind geschrieben.
            Von Super kann bei uns aber leider auch nicht die Rede sein

            • Naja solange er den Umgang regelmäßig war nimmt ist es doch gut. So hast du auch mal eine Verschnaufpause und Zeit für dich.

              Wo liegt bei Euch das Problem?

              Ich habe seit Jahren keine Zeit mehr für mich.

              • Das glaube ich Dir !
                Bei mir hält es sich mit der Freizeit auch in Grenzen, war aber vorher auch schon so.
                Er nimmt sie, wenn ich arbeite und sie möchte lieber bei mir sein.

                • Ja ich kenne das. Ist nicht schön. Die Gedanken sind trotzdem beim Kind.

                  Praktiziere es eine Weile. Sollte sich die Situation nicht ändern und Sie nicht mehr hinwollen muss eine Lösung her. Ein Kind muss sich ja auch daran gewöhnen.

                  Beobachte Sie ob sich Ihr Verhalten ändert. Mehr kannst du im Moment nicht tun.
                  Nur hoffen das er sich in Zukunft weiter kümmern will.

                  • Danke für Deinen Rat.
                    Ich hoffe auch sehr , dass sich alles einspielt.
                    Haben Deine Kinder gar keinen Kontakt mehr ?

                    • Hallo,
                      doch aber wenig. Am letzten Freitag noch. Er wollte Sie um Mittag12.00 Uhr holen und kam um 14.30 Uhr. #schock

                      Angerufen das er später kommt hat er erst um 13.30 Uhr.

                      Die Kinder wissen das er unzuverlässig ist.

                      Das nächste Mal wenn er nicht kommt nehmen wir uns was anderes vor.

                      Die Kinder stehen fertig und keiner kommt. Echt toll.

                      Der Kontakt ist selten und er meldet sich auch selten. Die Kinder können wenn Sie wollen jederzeit anrufen oder Termine machen, aber sie wollen nicht.

                      Habe im Oktober einen Termin bei einer Kinderpsychologin. Einfach nur so um zu schauen ob alles ok ist. Wenn nicht, damit man noch eingreifen kann.

                      LG

                      Das ist schon wirklich traurig für die Kinder und irgendwie für Dich ja auch.
                      Man will ja nur das Beste für die Kinder.
                      Das mit der Kinderpsycholgin finde ich gut.
                      Ich bin auch immer für Beratung und Hilfe holen zum Wohle der Kinder

                      Hallo,
                      Hilfe habe ich mir anfänglich erhofft vom Jugendamt. Auch eine Mediation war im Gange. Nur das er die Termine gekänzelt hat. Das Jugendamt hier bei uns ist ein Katastrophe. Die Mitarbeiterin hat kein Herz und was die Kinder fühlen und wollen ist ihr Wurst. Mein EX log das sich die Balken bogen. Obwohl alles so lief wie abgesprochen drohte sie mir mit dem Satz: Ich habe schon ganz andere Kinder aus der Familie genommen.#schock
                      Da ich nichts getan hatte nur mein Ex gelogen habe ich ihr ins Gesicht gesagt, das werden wir sehen. Danach hat sie noch von meiner Anwältin gehört, weil ich mit einer Psychologin gesprochen habe. Diese sagte mir das geht gar nicht. Ich kenne einige Fälle wo sie Kinder aus der Familie raus geholt hat. Ohne Grund. Alles an den Haaren herbeigezogen.

                      Deshalb haben wir hier schon einiges durch. Kann nur besser werden.

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