Anzeige gegen Ex Freund

    • (1) 11.10.15 - 16:54

      Hallo...

      Ich hab mich von meinem Ex Freund getrennt wegen häuslicher Gewalt. Wir haben ein gemeinsames Kind. Beim letzten Ausbruch hab ich mich auch getraut ihn anzuzeigen...ich konnte einfach nicht anders weil ich Angst habe um den Umgang mit meiner Tochter zu ihm. Er ging immer sehr streng mit ihr um und dadurch kamen wir uns in die Wolle. Ein ärtzliches Attest habe ich auch. Beweise wie auch eine kaputte Tür die auf seine Haube geht.

      Wie läuft das jetzt ab? Ein Verhöhr beim Revier gab es noch nicht. Muss ich mir jetzt einen Anwalt nehmen oder wird mir einer gestellt? Er hat mich auch angezeigt...welcher Grund ist mir nicht bekannt. Ich habe nur einen Brief von seinen Anwalt wo der Umgang zu unserer Tochter steht. Auch steht drin das eine gegenseite Anzeige bekannt ist...jedoch nicht weiter vertieft wird. Ich bin jetzt auch mit dem JA in Kontakt und habe bald ein Termi zum Gespräch.

      Welche Schritte kann ich jetzt noch alles gehen?

      • " Muss ich mir jetzt einen Anwalt nehmen oder wird mir einer gestellt?"
        Kommt darauf an was du denn erreichen willst. "Gestellt" wird dir zunächst mal keiner.
        Du brauchst ohnehin nur dann einen, wenn du privatrechtlich gegen ihn vorgehen willst, also z.B. Schmerzensgeld fordern.

        " Beweise wie auch eine kaputte Tür die auf seine Haube geht."
        In wieweit kannst du beweisen das er die Tür beschädigt hat? Alleine die Existenz einer solchen sagt erst mal gar nichts.

        "Wie läuft das jetzt ab?"
        Das ist relativ simpel: Die Anzeige kommt zur Staatsanwaltschaft, diese wird sie mangels öffentlichem Interesse einstellen.

        Das ärztliche Attest kannst du für die Anzeige Körperverletzung verwenden.

        Was den Anwalt betrifft, kommt es drauf an. Frag mal beim Weißen Ring nach, die Vertreten Opfer von Gewalt. Kommt auch ein bisschen auf deine Gelder an.

        LG

        Das einzige wobei ein Anwalt durchaus sinnvoll sein kann ist im bezug auf Unterhaltszahlung seiner Tochter gegenüber denn seine Tochter hat da Anspruch. Aber wenn er schon einen Anwalt hat und mit diesem mit dir in Kontakt tritt solltest du besser auch einen Anwalt nehmen. Am besten einen Anwalt für Familienrecht. Du kannst dir selber einen Anwalt suchen gestellt wird dir keiner. Also einen in deiner stadt. Wenn du dir den Anwalt nicht leisten kannst, hast du die Möglichkeit beim Amtsgericht deiner Stadt einen Antrag auf Beihilfe zu stellen. Du erklärst den Leuten beim Amtsgericht deine Situation und die stellen dir ein schreiben aus in dem dir die Beihilfe bewilligt wird damit kannst du dann zu deinem Anwalt gehen und der kann dann tätig werden. Wenn du selber genug Geld hast wirst du auch keine Beihilfe bekommen kommt auf dein Gehalt an und um die Sache selbst. Das Gespräch mit dem Jugendamt ist wichtig weil er ja auch trotz allem als Vater rechte hat. Es sei denn er hat eure Tochter geschlagen und du kannst das mittels Attest oder blauer Flecke am Kind beweisen. Solange von seiner Seite aus keine Gefahr für sein Kind ausgeht hat er erst mal recht auf Umgang. Das wird aber auch von jugendamt zu jugendamt anders bewertet und gesehen. Das mit der Türe ist in der tat schwer zu beweisen es sei denn du hast zeugen. Das die Staatsanwaltschaft solche Fälle direkt einstellt kann ich mir nicht ganz vorstellen und ich denke das ist von Fall zu Fall unterschiedlich da möchte ich auch keine Prognose stellen. Es ist gut das du ihn angezeigt hast zumindest ist das der erste weg aus der Opfer Rolle heraus.

        Ich wünsche dir auf deinem weiteren Weg in ein zufriedenes leben viel kraft und viel Erfolg.

        • " Das die Staatsanwaltschaft solche Fälle direkt einstellt kann ich mir nicht ganz vorstellen"
          ist aber so. Die Staatsanwaltschaft ist dazu da Fälle von (besonderem) öffentlichen Interesse zu verfolgen.
          Das im Rahmen einer Trennung der Ex ihr eine gelangt hat ist im Sinne des "öffentlichen Interesses" belanglos, da in Trennungssituationen "normal".
          Es bleibt ihr der Zivilklageweg - der ihr wirklich viel auch nicht bringen wird.

          • Dennoch finde ich es mutig und richtig solche taten zur Anzeige zu bringen. Vor allem wenn ein Kind im Spiel ist. Das heisst nicht das dieser Mann kein umgangsrecht hat- voraussetzt er tut dem Kind nix. Untätig zu bleiben hilft einem aus der Opfer Rolle nicht raus. Sie setzt ein Zeichen damit dass sie sich nicht mehr alles gefallen lässt. Zivil Klage wäre eine Möglichkeit richtig und einen versuch wert, denn sie hat ein medizinisches Attest, dass haben noch lange nicht alle Frauen die Opfer häuslicher Gewalt werden. Als "normal" kann man solch eine Situation auch im Trennungsfall nicht bezeichnen. Ich habe das Gefühl das dir selbst sowas widerfahren ist und dir wahrscheinlich so Sätze wie "das ist normal" um die Ohren gehauen wurde. Wenn dem so ist tut mir das sehr leid für dich. Es gibt aber andere Anwälte und jeder Fall ist anders. Denn am Ende ist es auch oft eine Frage der beweislage ob ein Verfahren "glücklich" endet oder erst gar nicht beginnt.

            • " Als "normal" kann man solch eine Situation auch im Trennungsfall nicht bezeichnen. Ich habe das Gefühl das dir selbst sowas widerfahren ist und dir wahrscheinlich so Sätze wie "das ist normal" um die Ohren gehauen wurde. Wenn dem so ist tut mir das sehr leid für dich. Es gibt aber andere Anwälte und jeder Fall ist anders. Denn am Ende ist es auch oft eine Frage der beweislage ob ein Verfahren "glücklich" endet oder erst gar nicht beginnt. "

              Ich rede von der Verfolgung als Straftat. Hier gibt es keinen mir bekannten Fall in dieser Größenordnung, der von der StA NICHT eingestellt worden wäre, hingegen etliche die mangels öffentlichem Interesse eingestellt wurden.

              Und das ist nicht mal abwegig. Die StA ist ja nicht als Rächerin irgend einer Privatperson gedacht, sondern um die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten.
              Ob person X jetzt deiner Ex mal eine gelangt hat interessiert die Allgemeinheit eher wenig - das ist letztlich eine Sache zwischen den beteiligten.

              Wäre dieser Angriff nun aber unvermittelt zwischen völlig Unbekannten passiert, dann sähe es anders aus.

          Das ist so nicht korrekt- die Körperverletzung ist ein Strafantragsdelikt - den hat sie gestellt- nur wenn kein Strafantrag vorliegt, wird die Anklage nur erhoben, wenn ein besonderes öffentliches Interesse an der Verfolgung der Straftat besteht.

          LG Sunny

          • Das ist völlig korrekt.

            Antragsdelikt bedeutet: Die StA kann überhaupt erst nach einem Strafantrag tätig werden.
            Es bedeutet NICHT: Sie wird nach Antrag in jedem Fall tätig.
            Die StA bewertet in wieweit der Antrag von öffentlichem Interesse ist, und wenn dies verneit wird, dann erfolgt eben keine weitere Verfolgung.

            • Das stimmt schon, aber ich kann doch der Teilnehmerin nicht pauschal sagen, dass die STA das Verfahren auf jeden Fall auf Grund mangelndem öffentlichen Interesse einstellen wird - dafür haben wir überhaupt nicht genügend Anhaltspunkte - das Fällle der häuslichen Gewalt generell eingestellt werden, ist nicht korrekt - auch diese werden - je nach Schwere der Tat und der Verletzung - durchaus verfolgt.

              Ich hoffe dennoch, dass sich die Frage der TE mitlerweile erübrigt hat und sie schon rechtlichen Beistand in Anspruch genommen hat.

              • "auch diese werden - je nach Schwere der Tat und der Verletzung - durchaus verfolgt."

                Werden sie, allerdings können wir davon ausgehen das die Schwere im unteren Bereich war - ansonsten hätte sie sicher von einem notwendigen Krankanhausaufenthalt berichtet.

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