Erfahrungen mit wechselmodell

    • (1) 09.01.16 - 14:44

      Hallo zusammen, ich weiß nicht genau, in welches Forum das am besten passt, schreibe einfach mal hier, kann auch gerne verschoben werden.

      Und zwar habe ich mich von meinem Freund getrennt, wir wohnen noch bis März zusammen und haben das gemeinsame sorgerecht. Er ist ein toller Papa, liebt unsere Tochter (9 Monate) und kümmert sich auch viel um sie (Elternzeit). Er würde sie gerne öfters sehen als jedes zweite Wochenende und mir wäre das auch wichtig, dass die kleine viel Kontakt zu ihm hat. So kamen wir auf die Idee, uns die Betreuung 50/50 zu teilen. Gibt es hier Familien, die das wechselmodell haben? Und wie funktioniert es? Hat sich jemand bewusst dagegen entschieden, und wie löst ihr es? Wie sieht das finanziell aus (Unterhalt etc)? Sind uns noch ziemlich unschlüssig, ich habe halt auch bedenken, ob es für die kleine nicht belastend ist, wenn sie nicht fest bei einem Elternteil wohnt... vielen Dank schon mal für eure Antworten! :)

      • (2) 09.01.16 - 16:30

        Hallo,

        die WM-Kinder, die ich kenne, sind allesamt glückliche Kinder mit Eltern, die ihre Probleme als Paar bzw Expaar nicht mit ihrem Elternsein vermischt haben. Das scheint euch auch zu gelingen, was ich großartig finde.

        Eure Tochter ist noch klein. Sie würde also ganz normal da rein wachsen. Ich würde es auf jeden Fall probieren und dabei entweder sanfte Übergänge gestalten oder aber dass einer sie zur Kita bringt und der andere sie abholt. Einfach mal schauen, worauf sie besser reagiert oder ob es überhaupt einen Unterschied macht. Abbrechen könnt ihr das doch immer noch, wenn ihr merkt, sie ist durcheinander. Ich halte das mit einem "festen Zuhause" eher für eine typisches Erwachsenendenken ("das Kind muss doch wissen, wo es hingehört"). Ich denke, das Kind braucht zwei liebevolle Elternteile.

        Unterhalt könnt ihr unter euch regeln. Im Normalfall müsste im echten WM jeder dem Anderen für seinen Zeitanteil den Unterhalt entsprechend seiner Einkünfte zahlen. Man kann aber auch gucken, wer weniger verdient bekommt einen kleinen Ausgleich vom Anderen oder das Kindergeld ganz. Setzt euch gemeinsam hin und rechnet.

        Lasst es euch nicht schlechtreden. Und bedenkt, auch beim Standardumgang wie zB alle 2 Wochen am Wochenende "wechseln" Kinder und müssen sich umgewöhnen und Abschiede nehmen. Beim WM sehe ich den Vorteil, dass kein Elternteil für 85% des Monats ausgeschlossen ist und vom Kind vermisst werden muss.

        LG

      Hallo

      Wir leben das Wechselmodell jetzt seit September also noch nicht wirklich lange aber es klappt sehr gut.

      Unser Sohn ist 4 und zwei Tage die Woche bei Papa zwei bei mir die Wochenenden einschließlich Montag im Wechsel. Wir sind da aber auch flexibel und es kann schon sein das wenn Junior es sich wünscht und es passt das er dann mal Sonntags beim anderen Elternteil ist.

      Er kennt es im Prinzip auch nicht viel anders gerade unter der Woche weil einer von uns immer schon lang gearbeitet hat und er dann schon im Bett war bis man nach Hause kam.

      Zu bedenken ist das man als Eltern noch viel mehr kommunizieren muss. Und das man evtl Probleme wirklich vom Kind trennen muss. Bei uns klappt das sehr gut da wir uns immernoch gut verstehen.

      Unterhalt Stünde mir im Prinzip keiner zu bzw nur ganz wenig aber mein Ex ist da großzügig. Auch bekomme ich das gesamte Kindergeld. Das ist bei uns aber eine spezielle Regelung.

      Eure kleine ist noch so klein für sie wird es das normalste der Welt sein. Probiert es aus wenn es nicht klappt dann kann man weiter schauen.

      Lg

    Hallo!
    Bevor mein Ex-Mann und Papa meiner Kinder vor einiger Zeit weiter weg gezogen ist lebten wir auch das Wechselmodell. Es wurde gegenseitig kein Unterhalt gezahlt, er überließ mir das Kindergeld, weil ich wesentlich weniger verdiene.
    Das hat alles wunderbar geklappt.
    Ich würde es von Montag bis Sonntag machen. Für mich wären 2 Tage dort, 2 Tage dort und dann nochmal die Wochenenden im Wechsel zu durcheinander gewesen.

    Lg
    Katrin

(8) 09.01.16 - 20:45

Sohnemann wird Ende Januar zwei. Letztes Jahr Oktober haben wir uns auch räumlich getrennt.
Wir wechseln i.d.R. über die KiTa immer Mo, Mi und Fr. (Bsp. Mo bringt mein Ex das Kind in die Kita und ich hol ihn ab, Die ist er dann komplett bei mir, Mi bring ich ihn, Ex holt ihn ab, Fr wieder zurück, WE dann bei mir und die Woche drauf ist das andersrum.)
der einzige Haken an der Sache ist, dass ich eben nicht planbar z.B. jeden Mittwoch ohne Kind bin, aber ich finde das nicht so schlimm.
Aber ich kann nicht länger ohne mein Kind, habe so schon Sehnsucht und ich kann so meine Stunden arbeiten. An den Tagen ohne Kind arbeite ich Zeiten raus. Unterhalt erhalte ich nicht.
Da mein Ex aber sehr "ich" bezogen ist, habe ich weil gaaaaaaanz wichtige Termine sind mein Kind noch öfter. ;-)
Es ist wirklich nicht einfach, ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass mein Kind nicht "heile" Familie hat und alle Welt redet mir ein, dass das hin und her nicht gut für mein Kind ist. Auch könnte ich meinen Ex manchmal an die Wand klatschen. Man trennt sich ja nicht umsonst und eigentlich ist es anstrengender als den Mythos Beziehung aufrecht zu erhalten. Ich hoffe aber, dass da noch Ruhe rein kommt.
Ab und an machen wir auch noch Ausflüge zu dritt. Auch wenn Sohnemann einen sehr ausgeglichenen Eindruck macht, merkt man sehr wie er das genießt...
Ich drück euch alle Daumen!!!

  • (9) 09.01.16 - 21:56

    Danke für deine Antwort! Ich glaube, ich kann dich verstehen, könnte es auch nicht ne Woche lang ohne meine kleine aushalten.. und in puncto Zuverlässigkeit bin ich mir auch noch nicht sicher, wie gut das mit meinem ex funktionieren wird... wir haben auf jeden Fall auch geplant, dann ab und zu mal was zu dritt zu unternehmen. Hoffe nur das klappt alles so, wie ich es mir wünsche.

    Aber ich denke, die heile familienwelt aufrecht zu erhalten, ist auch nicht gut. Wir haben uns ja nicht umsonst getrennt, es funktioniert halt einfach nicht mehr zusammen.

    • (10) 09.01.16 - 22:35

      Natürlich ist das nicht gut.
      Meine Eltern haben sich nie getrennt und bis heute weiß ich nicht warum ;-)
      Ich erinnere mich sehr gut an dieses Gestreite in meiner Kindheit und selbst meine Oma hat zu gegeben, dass sie meinen Opa besser hätte verlassen müssen, da er echt ein Arsch war.

      Nur wünscht man es sich für sein Kind eben anders... Egal. Jetzt heißt es: erwachsen sein und alles was das Kind nicht betrifft von diesem fernhalten.

Seit unserer Trennung vor 3 Jahren verbringt unser Sohn (6) ebenso viel Zeit beim Papa wie bei mir. Wir haben feste Wochentagen und wechseln das WE incl. Freitag ab. Änderungen sind da spontan auch möglich. Da waren wir uns von Beginn an einig, trotz Wut, Ärger und anderen schlechten Gefühlen, die mit Trennungen einhergehen. Aber der Kleine, der hat nichts abbekommen und fühlt sich wohl mit unserem Modell und ist sehr ausgeglichen. Nichts anderes käme für uns in Frage. Auf Veranstaltungen von Sport und Kiga, etc. gehen wir auch gemeinsam, da können wir uns zusammenreißen.

(14) 10.01.16 - 21:00

Huhu,

wir leben seit 5 Jahren mit dem Wechselmodell. Meine Kids sind jetzt 10 und 7 Jahre alt und es geht ihnen sehr gut damit.

Die Mädels sind immer eine Woche bei ihrem Papa und eine bei mir. Wir wechseln Montag auf Montag.
Was seit Beginn des neuen Schuljahres im September 2015 neu ist, ist das meine grosse jetzt täglich nach der Schule erst einmal zu mir kommt um ihre Hausaufgaben zu machen und zu lernen. Da sie jetzt auf dem Gymnasium ist dachten wir uns das es ihr leichter fällt wenn sie ihre Schulsachen immer nur bei einem Elternteil hat. Das klappt bisher recht gut.

Funktioniert aber auch nur da ich momentan wegen Elternzeit eh zuhause bin.
Die Absprache zwischen den Eltern muss auf jeden Fall stimmen.
Auch Erziehungstechnisch sollte an einem Strang gezogen werden.

Ich wwünsche dir auf jeden Fall alles gute und das es bei euch auch gut klappen wird!

LG Sarah

Hallo,

wir hatten das mal eine Weile gemacht und dann wieder gelassen. Das ist schon ein paar Jahre her (2-3?).
Gerade erst heute hat meine Tochter (mittlerweile 10 Jahre) mir gesagt, dass sie es ziemlich anstrengend fand. Sie meinte sie hätte sich immer gerade daran gewöhnt bei der einen Person zu sein, da sollte sie wieder zu der anderen.

So wie wir es jetzt händeln findet sie es wohl viel besser. Aber sie ist eben auch 10, das wird bei euch noch nicht durchführbar sein.
Sie ist alle 2 Wochen über das Wochenende beim Papa und einmal im Monat von Dienstag - Donnerstag.
Aber sie hat seine Handynummer, und wenn sie Lust hat, dann treffen sie sich spontan am Nachmittag, auch wenn eigentlich "MamaZeit" ist (außer wir haben etwas konkretes vor was schon abgesprochen war, dann muss sie halt doch absagen; das gilt aber auch für Verabredungen mit Freundinnen). Das ganze läuft wirklich gut für uns alle. Aber sie ist eben schon viel älter.

Wenn ihr das gut findet, dann probiert es ruhig aus. Aber haltet es variabel, wenn ihr merkt, dass es das Kind überfordert, dann passt die Intervalle dann noch einmal an.

Schön, dass die Trennung ohne Streit um das kind zu funktionieren scheint.

Alles Gute!

(18) 12.01.16 - 14:53

Wir hatten anfangs das Wechselmodell und es war sehr anstrengend weil die Kinder mit dem ständigen Wechsel überhaupt nicht zurecht kamen. Beim Vater war alles anders als bei mir, Schlafenzeiten, Essen, Gewohnheiten etc. und die Umstellung fiel ihnen immer sehr schwer. Die kleine war damals erst 2 und konnte nach Wechseln immer schwer einschlafen oder wachte auf und wusste nicht wo sie war.

Jetzt essen die Kinder 2x die Woche beim Vater zu Abend und kommen zum schlafen nach Hause, auch weil ich näher an der Schule wohne. Ausserdem verbringen sie jedes 2.We (Fr-Mo.) bei ihm und die Ferien im 1-2 Wochenwechsel zur Hälfte. Das klappt viel besser, sie kommen vor allem besser damit klar, nicht immer alles hin und herschleppen zu müssen (Schulsachen, Nintendo, Handy, Lieblingskuscheltier hat man nunmal nicht doppelt) und schlafen nachts besser.

Ich persönlich fände es schrecklich, dauernd woanders wohnen zu müssen.

Hallo liebe katzi0510 ;o) ich bin leider ungewollt kinderlos, seit anderthalb Jahren lebe ich von meinem Mann getrennt. Aber seit ca. einem Jahr darf ich Neo, jetzt sechs Jahre alt im WM mit meinem Freund zusammen aufwachsen sehen! Es ist ist die beste Entscheidung, die jemals getroffen wurde. Neo wächst in zwei Familien parallel auf und ist super happy damit. Wir haben ihm in vielen intensiven Gesprächen erklärt, das Mama und Papa zusammen nicht mehr glücklich sind. Doch wenn jeder wieder "seinen Weg" gehen kann (inkl. neuen Partnern) die Möglichkeit besteht, das er zwei Familien hat und es rundum harmonisch sein könnte. Er hatte damit die kleinsten Probleme, eigentlich gar keine, um genau zu sein. Wir wechseln immer Montags von der Mama in die PapaWoche und Neo weis das genau. Vorteilhaft ist es natürlich auch finanziel, keiner muss etwas zahlen und durch das Kindergeld sind Mittagessen- und Hortkosten gedeckt. Ausserdem haben beide komplett den gleichen Einfluss auf die Erziehung des Kindens und treffen alle Entscheidungen gemeinsam.

Ich finde das WM wunderbar!!!

Wenn du noch Fragen haben solltest, zögere nicht und schreibe mich an. :-)

Liebe Grüße und einen schönen Abend

  • Vielen lieben Dank für deine Antwort :) wünsche dir auch einen schönen Abend und alles Gute!

    Ist zwar schone etwas her aber Vlt liest du es noch.

    Ich finde es toll auch mal die sicht einer Bonus Mama zum WM zu lesen.
    Wobei meiner Erfahrung nach du scheinbar eine wundervolle Ausnahmen bist. Man liest förmlich die liebe die du Neo gegenüber empfindest und das finde ich ganz toll.

    So eine Bonus Mama wünsche ich mir auch mal für meinen Sohn.

    Alles gute euch weiterhin!

    Lg

(23) 18.01.16 - 16:58

Hallo, ich habe den Beitrag erst gerade entdeckt. Seit meiner Trennung im Juni 2013 haben wir auch das Wechselmodell, ich glaube nach wie vor, dass es für die unsere 3 Kinder (8,13;17) eine gute Lösung ist.
ABER: es ist unglaublich anstrengend, da trotz Erziehungsberatung immer noch Paarkonflikte von seiner Seite zum tragen kommen ...
Sowohl mein EX als auch ich leben mit neuen Partnern samt Kindern, es gelten sehr unterschiedliche Regeln, die immer wieder zu Konflikten führen, insbesondere mit meiner pubertären 13jährigen...
Da ich deutlich mehr Grenzen setze, führt die Rebellion gleich in die andere Familie und das Raushalten funktioniert dort leider nicht, so dass ich mich oft hilflos fühle...

Wenn du mehr wissen möchtest, gerne per PN.
LG

(24) 20.01.16 - 20:05

Hi.
Habe Grade deinen Beitrag gelesen . Wir also mein Exmann und ich sind seit 6 Jahren getrennt. Wir haben 2 Töchter ( jetzt 12 uns 17 Jahre alt) seit der Trennung haben wir das WM . Nur läuft es bei uns so da er 14 Tage arbeiten ist so ab. Wenn er nach Hause kommt hat er die Mädels für 7-9 Tage bei sich . Den Rest des Monats sind sie bei mir. Es klappt super . Wir teilen uns alle Kosten. Etwas Geld bekomme ich auch von ihm da ich weniger verdiene. Wir haben beide neue Partner. Ich sogar noch ein kleines von meinem Freund. Alle samt verstehen wir uns super . Treffen alle Entscheidungen gemeinsam . Auch die Feiertage gehen gut bei uns. In diesem Jahr wollen wir sogar eventuell zusammen Weihnachten feiern. Die neue Frau an seiner Seite ist eine sehr liebe . Ich weiß das es meinen Kindern dort gut geht . Unsere Entscheidung dieses Modell zu nehmen haben wir nie bereut. Als paar klappte es nicht mehr aber als Eltern sind wir alle zusammen ein super Team. Probiere es aus . Wenn es nicht klappt kann man neue Wege finden .
Lg

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