Jobwechsel erzwingbar wegen Unterhalt?

    • (1) 12.03.16 - 17:00

      Hallo,

      mein Mann und ich werden uns wohl leider (zum 2. Mal) trennen.
      Wie das so ist, hat er ein hohes Einkommen, ich nur ein kleines (ca 25% von seinem, wenn wir wieder getrennte Steuerklassen haben).

      Wir haben uns vor 2 Jahren zusammen ein Haus gekauft, das Darlehen läuft jetzt natürlich noch ein paar Jahre. Da bisher er den Kredit abzahlt und auch sein Erbe eingebracht hat, will ich davon natürlich nichts haben, das Haus steht ihm zu. Ich weiß, für den Kredit bin ich weiter haftbar, aber vielleicht läßt mich die Bank da raus, wenn ich meinem Mann das komplette Eigentum überlasse ...

      Leider habe ich alles, was ich noch an Rücklagen hatte, in die Renovierung des Hauses gesteckt (auch wenn es verschwindenden wenig war), daher muß ich mir das Geld für eine Wohnungs-kaution u.ä. leihen.
      Eine Wohnung, die groß genug für die Kinder wäre, kann ich mir auf keinen Fall leisten, die müssen beim Papa bleiben - darauf legt er auch großen Wert.

      Nun habe ich mich verpflichtet, einen kleinen Familienbetrieb zu übernehmen. Wie das so ist, verdient man damit eher saisonal. Generell wird das Auskommen nicht üppig werden, das hat mir nur bisher nicht viel ausgemacht, da ich ja "kostenlos" wohnen konnte. Mehr als 1500 € brutto habe ich wohl auf keinen Fall im Monat zu erwarten,
      davon belieben mir dann max 1100 nach Steuern.
      Ich kann natürlich auch weiterhin Kleider und Schulsachen kaufen, Taschengeld zahlen o.ä. (mache ich ja von meinem jetzigen Gehalt auch), aber den Kindesunterhalt schaffe ich von meinem Gehalt nicht.

      Ich weiß nicht, wie ich davon den Unterhalt für meine Kinder (1 und 15 Jahre) bezahlen soll. Kann man mich zwingen, die Firma zu verkaufen? Ich habe Leasingverträge über mehrere Jahre abgeschlossen, meine Eltern und ich wären finanziell völlig ruiniert, meine Angestellten stünden auf der Straße, - und ob ich mit 40 Jahren so schnell etwas besser bezahltes finden würde, weiß ich nicht.

      • (2) 12.03.16 - 17:17

        Nachsatz :
        die Einkommensbeträge waren so ungefähr die, die ich bei der ersten Trennung hatte.
        Ich weiß, wenn ich erst selbständig bin und nicht mehr angestellt, wird das noch anders, aber das ist der aktuelle Stand der Dinge. Die Firma ist noch nicht meine, soll es aber bald werden.

        (3) 12.03.16 - 19:36

        Sorry, aber du versucht hier großzügig zu sein, obwohl du es dir offenbar nicht leisten kannst. Teilt das Haus im Rahmen des Zugewinns ordentlich. Dann zahlt er dich aus und du kannst Unterhalt für die Kinder zahlen. Auch bei 1500€ ist ein Unterhalt möglich. Dein Selbstbehalt liegt ja eh niedriger.

        • (4) 13.03.16 - 18:23

          1500€ war doch brutto, sie schrieb das dabei ca. 1100€ netto bleiben. Davon ist dann nicht viel übrig zum Unterhalt zahlen.

      (5) 13.03.16 - 11:27

      Also du lässt ihm Haus, Kinder und spielst mit dem Gedanken den Familienbetrieb auch noch zu opfern und deinen Eltern auch noch die Existenz zu nehmen sowie den Angestellten den Job und machst dir Sorgen ihm nicht genügend Unterhalt zahlen zu können?

      Nicht schlecht, solche Ex-Partner wünscht sich wohl jeder. Wie kommt es das du so denkst und handelst? Klingt als ob dein Ex dich einer Gehirnwäsche unterzogen hätte, auf so was Bescheuertes kann man von alleine doch gar nicht kommen.

      • " auf so was Bescheuertes kann man von alleine doch gar nicht kommen. "

        Stimmt - da kann auch ein Familiengerich drauf kommen, das die Ansicht vertritt das die Befriedigung der KU Ansprüche ihrer Kinder einen höheren Rang hat als ihre Eltern oder irgendwelche Angestellten.

        • Das ist weder durch Gesetz noch durch richterliche Gesetzesauslegung möglich. Genausowenig wie jemand gezwungen werden kann, einen Job zu suchen, noch kann jemand gezwungen werden einen besser bezahlten Job zu finden.

          Das wäre ja auch Unsinn.

          Die Solidargemeinschaft springt ein und holt sich das Geld per Forderung/Pfändung wieder zurück. Wenn das bis zum Lebensende nicht möglich sein sollte, dann eben nicht.

          Zur TE: deine Arbeit in dem Haus, an den Kindern, die Zeit und deine Rücklagen solltest du nicht ohne weiteres aufgeben. Such dir bitte einen Anwalt für Familienrecht und lass dich beraten. Das kostet jetzt ein bisschen Geld, aber das hast du schnell wieder drin.

          • Woher hast du denn diese Erkenntnisse? Klar habe ich schon Leute gezwungen, sich einen Job zu suchen und wenn man für einen Hungerlohn arbeitet, obwohl es etwas besser bezahltes gäbe, setzt das Familiengericht auch mal gerne den Mindestunterhalt fest. Familienbetrieb, wenn ich das schon höre....

            Stimmt, physikalisch ZWINGEN kann einen natürlich niemand.
            Man rechnet dann halt mit "fiktivem Einkommen" das der UH-Pflichtige erzielen könnte. Ob er das letztlich tut oder selbst mit weniger auskommt ist dann seine Entscheidung.

        Und das Familiengericht entscheidet natürlich auch einfach mal so, dass sie auf alles andere wie anteilsmässige Entschädigung am Haus, Kinder usw. verzichten soll?
        Kaum, im Gegenteil, das Familiengericht käme unter Umständen sogar zum Schluss, dass unabhängig von den Eigentumsverhältnissen sie mit den Kindern im Haus bleiben kann, und er ausziehen muss.

        • Also, eine "Anteilsmäßige Entschädigung für Kinder" gibt es schonmal nicht.
          Ob ihr für's Haus ein Zugewinnanteil zustände kann man aus der Ferne nicht sagen, das wäre auszurechnen. Ob der Tatsache das es Belastet ist und der KV wohl erhebliches Erbe eingebracht hat wird da nicht viel rum kommen. Es zwingt sie ja keiner darauf zu verzichten.

          "Kaum, im Gegenteil, das Familiengericht käme unter Umständen sogar zum Schluss, dass unabhängig von den Eigentumsverhältnissen sie mit den Kindern im Haus bleiben kann, und er ausziehen muss. "
          ... kann sein, dann steht ihm halt die marktübliche Miete dafür zu. Ob Sie diese stemmen kann ist dann wieder ihr Problem. Was es nicht gibt ist eine Entscheidung das sie da auf ewig für umme wohnen kann.

    Da passt ja etwas gerade komplett nicht in Dein Weltbild... eine FRAU!! die auch noch Unterhalt für Ihre Kinder bezahlen muss...

    auf so was Bescheuertes kann man von alleine doch gar nicht kommen.

    :-D:-D:-D

    • Amüsier dich nur, oberflächlich lesen, sowohl den Text der Themeneröffnerin als auch meiner, und dann rumspötteln....

      Darum geht es überhaupt nicht, warum soll eine Frau nicht Unterhalt zahlen? Es geht um das Gesamtpaket bei welchem Sie sich so wie es klingt völlig über den Tisch ziehen lässt.

Irgendwie wirkt es seltsam, dass du a) Angestellte hast, und b) über mehrere Jahre laufende Leasingverträge abgeschlossen hast, wenn du nur einen Gewinn von EUR 1.100 nach Steuern zu erwarten hast. Da stimmt doch etwas nicht mit der Kalkulation.

Und warum du überhaupt so ein schlechtes Geschäft übernommen hast zum jetzigen Zeitpunkt, da du dich trennst und bereit bist, auszuziehen, so dass du Unterhalt zahlen müsstest, verstehe ich auch nicht. Du hattest doch etwas anderes vorher, wenn ich dich recht verstanden habe. Noch weniger Geld kannst du damit doch wohl kaum verdient haben - und das Risiko war sicher geringer.

Entweder du bist falsch beraten oder kalkulierst selber falsch (wie auch im Falle des Hauses) oder du hast da Geschäft deiner Eltern aus Altruismus übernommen. Man könnte auch auf den Gedanken kommen (dein Ex z.B.), dass du denkst, dass durch eine selbständige Tätigkeit dein wahres Einkommen verschleiert werden kann und dadurch der Unterhalt gemindert werden kann.

Wenn ein Unterhaltsschuldner nicht genug Unterhalt zahlen kann, kann er u.U. verpflichtet werden, eine zusätzliche Arbeit annehmen zu müssen.

Ich finde dein Geschäftsvorhaben sowohl aus unternehmerischer Seite als auch von unterhaltsrechtlicher Seite aus sehr unglücklich.

(15) 15.03.16 - 13:13

Die Firma gehört Dir noch nicht und Du hast schon eigene Angestellte und langfristige Leasingverträge an der Backe?

(16) 15.03.16 - 21:59

mich würde viel eher beschäftigen, mein einjähriges baby einfach so dazulassen.

  • (17) 20.03.16 - 01:43

    Ja komisch, genau das dachte ich auch.

    Ein kleines Mäuschen und ein Pubi. Mutter macht sich sorgen um die Firma? Sie sollte die Kinder vielleicht selbst betreuen und mal von der Seite denken.

(18) 20.03.16 - 19:01

Hallo!

Ich frage mich, warum du nicht MIT den Kindern ausziehen kannst?

Völlig ohne Vorwürfe. Es interessiert mich.

Für mich wäre diese Option niemals in Frage gekommen.

Für meinen Noch-Mann allerdings auch nie.

Du würdest zzgl zu Deinen geschätzten 1.100 € ja dann noch das Kindergeld bekommen und Unterhalt für die beiden Kinder von deinem Mann.

Ich denke, damit kann man es schaffen,

Zumal dein Mann ja gut verdient und somit wärst du vermutlich nicht auf UV angewiesen (der ja deutlich geringer und zeitlich begrenzt ist und auch nur für euer jüngstes Kind gezahlt werden würde).
Im Grunde denke ich nicht nur, sondern weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es machbar ist, selbst mit UV.

Wählst du deinen Weg wie geschrieben:
Das Gericht kann dich letzten Endes zu fiktivem Unterhalt verurteilen.

Zahlst du nicht, kann vollstreckt werden.

Aber wo nichts da ist, kann letzten Endes auch nichts geholt werden.
Wobei ich nicht weiß, in wie weit da Dein Familienbetrieb mit auf dem Spiel stehen würde.

Viel Glück.

  • (19) 21.03.16 - 13:21

    "Hallo!

    Ich frage mich, warum du nicht MIT den Kindern ausziehen kannst?"

    Und warum sollte Sie das so einfach dürfen?

    (22) 21.03.16 - 23:00

    "Ich frage mich, warum du nicht MIT den Kindern ausziehen KANNST?"

    Mich hat tatsächlich nur das "KÖNNEN", und hier in erster Linie das finanzielle "KÖNNEN" interessiert, da es der TE für mein Verständnis hauptsächlich um ihre Finanzen und die Selbstständigkeit ging.

    In zweiter Linie interessierte mich auch das "Kinder-zurück-lassen-KÖNNEN".

    Mir wäre das unmöglich gewesen, daher interessierte mich einfach der Gedanke/die damit verbundenen Gefühle einer Mutter.

    Ich kann Dir Deine Frage an mich daher nicht beantworten, da ich mich mit deinem "DÜRFEN" nicht beschäftigt habe und ohne Antwort der TE auch nicht beschäftigen werde.

    • (23) 22.03.16 - 12:58

      Es war auch ein rhetorische Frage..

      Ich sehe nämlich keinen Grund warum sie die Kinder so einfach aus deren gewohnter Umgebung reißen sollte und dürfte..

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