Kindesunterhalt und Vater kauft sich Bmw

    • (1) 08.04.16 - 13:05

      Hallo.

      Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen. Ich bin jetzt zum Jugendamt gegangen, damit der Vater meines Sohnes endlich mal seinen Pflichten nachkommt und den vollen Unterhalt zahlt.
      Nun meine Frage. Der Kindsvater hat ein Nettoeinkommen von 2636€. Momentan zahlt er 180€. Von diesen Nettoeinkommen zahlt er jetzt irgendwie einen BMW ab. Das läuft irgendwie über die Firma und er zahlt monatlich 896€. Auf seiner Abrechnung stehen die 2636€ und Abzüge 896€ wegen dem Auto. Also Nettoeinkommen dann knapp 1800€.
      Wie wird das Amt denn das bewerten? Ich will ja nichts sagen, ich fahre einen TWINGO für 1500€. Ich meine muss es denn ein BMW sein. Wird das Amt fast 900€ monatlich für ein Auto berücksichtigen?

      Danke für eure Hilfe.

          • ...ist sogar bei Firmenfahrzeugen zur Privatnutzung so.
            Ich weiß ja nicht, wie der Vater das jetzt eigentlich dort abrechnet, aber ein PRIVAT genutztes Fahrzeug ist immer Privatsache und falls es auf der Gehaltsabrechnung drauf steht, wird das zum Netto dazuaddiert.

      Hallo,

      Warum bezahlt er bei diesem Netto nur so wenig Unterhalt? Müsste doch viel mehr sein. Im die 400...?
      LG Bea

      • Er war bis vor kurzem noch Student und wir hatten uns auf 180 geeinigt. Nun hat er einen Job und auch schuldenfrei. Ich habe ihn gebeten doch mehr zu zahlen, ich wußte ja nicht was er verdient. Er hat sich geweigert, hätte selbst nichts. Und dann bin ich zum Jugendamt.

        Da wurde mir das denn erzählt mit dem Nettoeinkommen und das davon direkt fast 900€ auf der Abrechnung für ein Auto abgehen. Und das macht mich so sprachlos und deshalb frage ich.

        • Ich verstehe nicht, wieso sein Autokredit bzw die Rate dafür auf seiner Lohnabrechnung steht oder hat er einen Firmenwagen?

          Normalerweise wird vom Nettolohn abgerechnet, wieviel berufsbedingten Aufwand er hat (zB Fahrkosten, 30ct/km) und ggf. private Altersversorge (max. 4% vom Brutto). Dann hast du das bereinigte Netto, mit dem er in die Düsseldorfer Tabelle eingestuft wird.

          Dann zahlt er den Unterhalt xxx. Und vom Rest (es müssen ihm mindestens 1080 Euro verbleiben) zahlt er dann seinen BMW und sein täglich Brot.

          LG

          • Ja das weiß ich auch nicht, warum das auf der Abrechnung steht. Ich vermute das es vielleicht ein Auto ist welches der Firma gehört und er abzahlt. Ich finde das alles richtig komisch. Wie gut das das Amt das jetzt in die Hand nimmt.

            • Kann es nicht eher sein, dass es sich um die Versteuerung eines Firmenwagens handelt?

              Und dann wird bei der Unterhaltszahlung eher der Betrag gerechnet, den er sich dadurch spart. Dann hätte er möglicherweise gar kein so teures Auto. Entsprechend kann die Hinzurechnung dann niedriger ausfallen.

        Bei manchen Firmen hat man die Möglichkeit über die Firma günstiger an Dinge ( Autos, Fahrräder etc.) heran zu kommen, da die Firma bessere Konditionen vereinbaren kann.

        In den meisten dieser Fälle, wird dann die fällige Rate direkt auf der Lohnabrechnung abgezogen. Damit schützt sich die Firma teilweise auch vor einem möglichen Ratenausfall.

        Interessant hierbei wäre zu wissen, ob ihm der Betrag vor oder nach Steuern abgezogen wird.

        Soweit ich weiss, sind aber bestehende Zahlungsverpflichtungen mit in die Berechnung des Unterhaltes einbezogen. Wie genau dort der Schlüssel ist, kann dir das JA sagen.

Bei mir war es so:
Wir haben gemeinsam entschlossen zum JA zu gehen, damit alles seine Richtigkeit hat. Haben das auch alles beurkunden lassen.

Das JA hat uns beide dazu aufgefordert die letzte aktuelle Lohnabrechnung, Verträge laufender Finanzierungen, der letzte Steuerbescheid, Mietvertrag usw. einzureichen. Auf dieser Grundlage haben die genau berechnet, was wem zusteht.. An einem gemeinsamen Termin wurde dann gesagt, was Sache ist und wir haben vor Ort eine Entscheidung getroffen und das ganze beurkunden lassen.

Lg

Also mal ganz kurz ins Grobe gesagt... es gibt die 1%-Regelung, wenn ein Firmenwagen auch privat genutzt werden darf. Heißt: 1% vom Listenbruttoneupreis wird als fiktives Einkommen versteuert, d.h. sein Einkommen erhöht sich um diesen Betrag, er bekommt es aber nicht ausgezahlt - sondern er muss dafür nur Lohnnebenkosten zahlen.

Gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass die Firma von ihrem Arbeitnehmer einen Fixbetrag vereinbart, mit dem er sich an den Unterhaltskosten für das Auto beteiligen muss - es steht ja nirgendwo geschrieben, dass die Firma ihren Mitarbeiter das Auto "für lau" fahren lassen muss.

Außerdem gibt es auch die Möglichkeit ein Auto über die Firma zu leasen...

Am einfachsten wäre es, Tacheles mit Deinem Mann zu reden. Im günstigsten Fall handelt es sich hierbei um ein fiktives Einkommen, weil Firmenfahrzeug und dann hat er nur sehr begrenzt Einfluss auf die Art des Wagens und bei einem 5er oder einem X5 ist man schnell im Bereich der 90.000€ - selbst wenn man das Auto nach Jahren kauft, werden weiterhin die 900€ fiktives Einkommen angerechnet.

Und im ungünstigsten Fall hat er mit seinem Arbeitgeber einen Deal in der Hoffnung Unterhalt sparen zu können um quasi über die Firma ein Auto zu leasen - wobei das schon eine ätzend hohe Rate wäre bei so einem kleinen Einkommen. In jedem Fall steht Dir dann der Unterhalt von den 2.600€ zu, wie es bei fiktivem Einkommen ist, weiß ich nicht.

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