Ich weiß nicht mehr weiter....

    • (1) 16.04.16 - 23:11

      Hallo ihr Lieben!

      Ich muss mich mal auskosten...
      Ich bin seit acht Jahren mit meinem Mann zusammen und seit zwei Jahren mit ihm verheiratet. Vor einem halben Jahr wurde unser Sohn geboren und seitdem ist in unserer Beziehung der Wurm drinnen. Ständig streiten wir uns wegen Kleinigkeiten und machen uns dann gegenseitig heftige Vorwürfe! Irgendwie schaffen wir es garnicht mehr Zeit miteinander zu verbringen ohne uns zu streiten. Fast täglich frage ich mich, ob unsere Beziehung noch einen Sinn macht.

      Ich kann noch nicht mal sagen, dass er alleine Schuld an all dem ist. Sicher trage auch ich meinen Teil dazu bei. Gerade was körperliche Nähe angeht tue ich mir seit der Geburt schwer. Hab ne heftige Geburtsverletzung die mir noch sehr zu schaffen macht.

      Alles im Allem fällt es mir total schwer eine Entscheidung zu treffen. Ich will doch nicht, dass mein Sohn ohne Vater Aufwärtstrend. Außerdem waren wir doch auch immer ein super Team und haben echt viel gemeinsam geschafft..
      Aber dieses ständige Streiten und Traurig sein ist kaum mehr aus zu halten. Ständig versuchen wir zu reden aber kaum ergibt ein Wort das Andere eskaliert es wieder...
      Ich weiß, dass mir keiner die Entscheidung abnehmen kann aber ich musste es einfach mal los werden...
      Danke fürs zuhören bzw lesen...

                • Ich weiß aber er ist auch viel arbeiten und der kleine Mann wird noch voll gestillt.

                  Ich bin mir schon bewusst dass ich on dem Bereich mehr zulassen muss. Es gab anfangs halt Situationen, die mir das Vertrauen genommen haben. Er schlief mit ihm auf dem Sofa ein und wurde von seinem Schreien nicht wach. Auch nachts hört er ihn nicht. Das macht es mir nicht leichter.

                  • Wurde er tatsächlich vom schreien nicht wach oder hat er bei den ersten paar Mucksern nicht reagiert?

                    Mein Mann hört den kleinen nachts auch nicht im Normalfall - ich glaube, dass ist bei Männern genetisch bedingt ;-) wenn ich allerdings nicht da bin oder früher aufstehen muss und er dann weiß, dass er ihn hören muss, dann hört er ihn auch.

                    Lass die zwei mal machen, mit nem halben Jahr ist er ja auch schon kein Winzling mehr.

                    Ich glaube, dass so etwas sehr sehr frustig für Papas sein kann, wenn man ständig in Frage stellt was sie tun. Was soll schlimmstenfalls passieren?

                    • Hey...
                      Ne wurde er nicht. Selbst morgens, wenn ich die beiden mal alleine lasse weil ich zum Doch muss, dann muss ich meinen Mann erst explizit wecken.

                      Wirklich passieren würde wohl nichts. Er bringt mir nur den Ablauf durcheinander und ich darf es nachts dann ausbaden mit einem quengelnden Kind, während er nebendran seelenruhig schlummert...

                      Leider ist mein Mann auch ziemlich beratungsresistent und wenig kritikfähig und bevor ich dann wieder nur gemotze habe mach ich es lieber selbst.

                      • Das ist bei meinem Mann auch so - ich muss ihm sagen, ich bin jetzt weg, hab ein Ohr auf den Kleinen. Dann funktioniert das auch und ich hab damit kein Problem.

                        Und - du schreibst, ER bringt dir DEINEN Ablauf durcheinander. Also soll doch er so funktionieren wie du und im Endeffekt bist du genauso beratungsresitent.

                        Schade. Vertraue ihm mehr. Ja, manchmal muss man sich zusammen reißen - aber er ist der Papa und er wird einen Weg finden.

                        Das heißt nicht, dass der "Fehler im System" nur bei dir liegt - dein Verhalten ist aber ein "Klassiker" und die erste Zeit mit Baby bedeutet einfach ganz große Umstellung. Für alle.

                        • Naja es ist MEIN Ablauf, weil ich diejenige bin, die 90 Prozent der Zeit mit dem Kleinen verbringt. Es hört sich jetzt vll auch so an, als wäre er nie in Interaktion mit ihm. So ist es nun auch nicht. Vll etwas falsch rüber gekommen. Es ist ja auch nicht seine Schuld, dass ich durch das Stillen nicht die Möglichkeit habe alleine länger weg zu gehen.

                          Der Kleine ist auch nicht der einzige Streitpunkt zwischen uns. Wir sind einfach beide Hitzköpfe und fahren schnell hoch..das wird sich schon wieder geben.

      Ich würde mal ein bisschen Druck raus nehmen, sonst passiert vielleicht noch was, was ihr am Ende bereut. Bei uns hat es nicht funktioniert und wir haben uns nun getrennt, im Nachhinein bin ich aber der Meinung, dass es vorher schon nicht gestimmt hat.

      Das erste Jahr mit Baby ist hart!
      Mein Ex konnte auch erst so richtig was mit dem Kleinen anfangen als er ein Jahr alt wurde. Gerade so lange noch gestillt wurde....

      Was wir irgendwann gemacht haben: ich hatte einen Vormittag in der Woche frei und da war Sohnemann mit Papa unterwegs. Da gab es aber mittags schon Brei.

      Nehmt den Druck raus: du bei dem was du erwartest, was doch eigentlich sein müsste, er bei dem was er erwartet. Dann entspannt man sich mehr, auch körperlich.
      Macht kleine Schritte. Kleine Vereinbarungen. Kleine Änderungen.
      Und akzeptiert, dass euer Leben von vorher nicht mehr existiert, ihr euer Zusammenleben ggf. neu strukturieren müsst.

      Es geht auch anders, es gibt Kinder die laufen in den Leben einfach neu mit und fertig. Aber zumeist verändert man sich doch sehr, wenn man Eltern wird.

      Alles Gute!

      • Hallo..
        Danke für deine Antwort! Ich denke du hast absolut recht mit dem was du schreibst.
        Ich denke, ich muss meine Erwartungen runter schrauben und meinem Mann einfach mehr zutrauen. Weit sind wir vom Brei auch nicht mehr entfernt und dann wird es sicher etwas entspannter für mich.
        Hitzköpfe waren wir schon immer aber die Verantwortung für den Kleinen und die ständige Angst etwas verkehrt zu machen, setzt uns nochmal zusätzlich unter Druck.

        Vielen Dank für deine lieben Worte!
        Ich wünsche dir auch alles Gute!

        • Hallo maggie, ich hab deine Geschichte gelesen und möchte dir gerne erzählen wie es bei uns gewesen ist. Tatsächlich ist es so, dass das erste Jahr mit Baby wirklich schwer sein soll. Du als Mama weißt ganz genau und immer am besten, was dein Kind braucht, einfach daher, da man eine gewisse unsichtbare Verbindung hat. Man schläft nicht so fest, daher hört man auch sein Kind sofort. Wenn mein Kleiner manchmal durchs Babyphone geschrien hat, das auf der Bettseite meines Mannes stand, hat er es manchmal erst nach 5 Minuten gehört, wo ich aber schon lange beim Kleinen war. Männer haben das nicht so drin irgendwie. Und auch die Abläufe. Man bemüht sich monatelang, dass man einen rein bekommt, und dann kommt der Mann und hat ihn 2 Stunden und das Kind ist völlig durcheinander inkl sein Ablauf. Es kann wirklich anstrengend sein, wenn man als Frau plötzlich das Gefühl hat man hat zwei Kinder zu Hause - ein großes und ein kleines und das große macht so viel mehr Arbeit. Ich kann dir nur einen Tipp geben: Lass deinem Sohn Zeit verbringen mit seinem Papa. Mach ihm vorher klar, was geht und was nicht und erklär ihm auch warum du gewisse Abläufe unbedingt beibehalten möchtest/musst. Und dann lass ihn aber machen wie er es für richtig hält. Ich selbst erwische mich auch manchmal dabei meinem Mann sagen zu wollen wie es "richtig" ist, aber wir sind zwei verschiedenen Personen, wollen aber beide nur das Beste für den Kleinen und jeder macht es eben auf seine Art. Was nicht heißt, dass eine Art verkehrt ist oder dem Kind schadet. Und dann macht euch vielleicht mal einen Abend zu zweit. Seid mal wieder ein Paar, geht zwei Stunden in der Stillpause zum Essen und redet nicht übers Kind. Seid einfach mal wieder ein (Liebes-)Paar und nicht vordergründig Eltern.

          Du wirst sehen, das Verlangen nach Nähe, dem Partner, usw. kommt wieder, wenn sich alles gut eingespielt hat. Bei mir hat das 14 Monate gedauert... und nun bin ich froh, dass wir beide durchgehalten haben.

          • Hey..
            Ich danke dir für deine lieben Worte und die Zeit, die du dir genommen hast.

            Deine Antwort hat wirklich ins Schwarze getroffenen. Ich werde versuchen, das umzusetzen und hoffe auf ein genauso positives Ergebnis wie bei euch!
            Ich wünsche euch alles Gute!

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