Welche Rechte hat der Vater meines Kindes?

    • (1) 27.04.16 - 08:50

      Hallo liebe Leute, ich habe ganz dringende fragen zum gemeinsamen sorgerecht.

      Ich erzähle mal kurz :
      Vor 2 Jahren bin ich mit meinem ex freund zusammen gekommen, es wurde schnell klar das die Beziehung auf keinem guten Stern stande. Naja schließlich wurde ich schwanger. Ich war die einzige die sich drauf gefreut hat, mein ex hat sich immer aus allem raus gehalten. Den Namen sollte ich alleine aussuchen. Er hat nie meinen Bauch angefasst, ich musste immer seine Hand nehmen und sie raufen legen.
      Dann sind wir zusammen gezogen, es war ihm egal ob ich schwanger nur eine tüte oder 5 getragen habe...
      Er war jedes Wochenende betrunken, auf Partys und hat Blödsinn gemacht.

      Als sie geboren war habe ich mich immer um sie gekümmert, er saß mit Handy in der Hand auf der Couch und hat gezockt...

      Bis er eines Abends den Bogen überspannt hat und bei seiner "besten" geschlafen hat, die nur 2 Schritte entfernt wohnt. Daraufhin habe ich Schluss gemacht, es hat einfach gereicht.
      Ein paar Tage später habe ich mich dazu überreden lassen das sorgerecht zu teilen. Jaaa es war eine sehr dumme idee, leider ist es jetzt so.

      Seitdem Schluss ist kümmert er sich um sie, plötzlich klappt alles als wenn er nie etwas anders gemacht hätte.

      Ich komm jetzt mal zum punkt. Habe nun jemanden kennengelernt und möchte mit ihm in eine Beziehung gehen.
      Die Fragen :
      1.Darf mein ex, meinem neuen freund den umgang mit meinem kind verbieten ?
      Ich meine dann dürfte ich ja die nächsten 17 Jahre kein neuen freund haben oder wie soll ich das verstehen ?

      2. Wenn ich umziehen möchte, muss mein ex dann wirklich ne Unterschrift geben damit ich das Kind dort beim Einwohnermeldeamt angemeldet bekomme ?
      Ich sage mal als Beispiel ich möchte zu meinem neuen freund ziehen, der wohnt 48 km weit weg, könnte er mir da ein Strich durch die Rechnung machen ?
      Ich will mein Kind um jeden Preis bei mir behalten.

      Ich möchte kein mittleid, sondern hoffe einfach nur auf antworten die mir weiter helfen. Dankeschön schon mal im voraus
      Lg

      • Ist schon wieder Freitag? #kratz

        Also das geteilte Sorgerecht wird in der Regel doch eh zugesprochen. Egal, ob er sich vorher nicht gekümmert hat. Hauptsache, er kümmert sich dann und ist nicht gewalttätig.

        Den Umgang mit deinem Freund kann er dem Kind natürlich nicht verbieten. Genausowenig kannst du ihm aber verbieten mit dem Kind zu seinen Freunden / Freundin / Verwandtschaft zu gehen. Geteiltes Recht eben.

        Mit dem Umzug kenne ich mich nicht aus. Ich weiß, dass kleinere Umzüge (48km zählen glaube ich noch dazu) unproblematisch sind. War zumindest auch in der Familie meines Mannes so.

        • nein wird es nicht. die beiden sind nicht verheiratet und das sorgerecht liegt nach der geburt erstmal nur bei der mutter. diese hat sich überreden lassen, es zu teilen. das hätte sie nicht müssen.

      Er freut sich nicht aufs kind und du ziehst mit ihm zusammen?

      Du machst Schluss und teilst danach mit ihm das Sorgerecht -obwohl er sich bisher nicht für das Kind interessiert hat?

      Ich würde sagen durch Erfahrung lernt man, das lässt sich jetzt nicht mehr ändern aber ich will dir raten deine Entscheidungen in Zukunft besser zu überdenken, nicht vorschnell irgendwas zu wollen und alles zu überstürzen.
      Ich würde auch nicht gleich 50 km zum nächsten Freund ziehen - das kannst du machen wenn ihr länger zusammen seid. du schlitterst sonst von einer Katastrophe in die nächste.

      zu 1. sicher kann er den Umgang nicht verbieten -da müsste schon was schwerwiegendes vorliegen

      zu 2. da kenne ich mich leider nicht aus.

      (8) 27.04.16 - 08:57

      Natürlich kann er das nicht verbieten, wie auch?

      Das Kind ist ja jetzt gerade mal knapp über ein Jahr alt, warum willst Du jetzt schon zu einem neuen Typen ziehen? Lass das Kind erstmal eine Beziehung zu seinem leiblichen Vater aufbauen, bevor Du ihm den nächsten vor die Nase setzt.

      Du wirst in den nächsten 18 Jahren noch sehr oft und für vieles, die Unterschrift des Vaters brauchen.

      Hi,

      Deine Schilderungen zur Vorgeschichte spielen beim Sachverhalt überhaupt keine Rolle.

      1.
      Ihr habt gemeinsames Sorgerecht und somit auch gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht.

      Möchtest Du Euer gemeinsames Kind aus seinem gewohnten Umfeld und somit aus dem Einzugsgebiet des KV durch einen Umzug entfernen, benötigst Du hierzu die Zustimmung des KV. Dabei ist es mittlerweile egal ob Du 10, 30 oder 300km weit weg ziehst.
      Früher galt mal die Richtlinie bis 30km Entfernung ist eine Zustimmung nicht notwendig, das sehen Gerichte heute i.d.R. nicht mehr so locker.
      Stimmt der KV dem Umzug nicht zu, kannst Du seine Zustimmung gerichtlich ersetzen lassen.
      Die alleinige Begründung dass Du zu Deinem neuen Freund ziehen möchtest, reicht hier in der Regel aber nicht aus.

      Da muss schon ein Arbeitswechsel oder eine Familienzusammenführung nach langjähriger, gefestigter Beziehung dahinter stecken.

      2. Der KV kann den Umgang vom Kind zu Deinem neuen Freund genauso wenig verbieten wie andersrum.
      Es gilt: Hält sich das Kind in Deiner Obhut auf bestimmst Du alleine über dessen Aufenthalt und Kontakte, hält es sich beim KV auf ist es logisch andersrum.

      Davon mal abgesehen finde ich es sehr befremdlich dass Du Dir bereits Gedanken über einen Zusammenzug mit einem Mann machst, mit dem Du noch nicht mal zusammen bist.

      Gruß K.

      Er hat gar keine Rechte ganz einfach.
      Er ist nicht als Vater eingetragen, also hat er weder ein umgangsrecht noch sonstiges. Genauso wie ja auch alle Pflichten entfallen wie Unterhalt und deine Tochter würde ja auch nicht erbberechtigt sein, wenn er jetzt stirbt.

      Deine Tochter hat einen Vater der sich kümmert und sie liebt und das ist toll.

      Ihr "Erzeuger" hat sich nie um sie gekümmert und ja nichtmal seine Pflichten wahrgenommen, da würde ich ihm jetzt auch nicht entgegen kommen bin ich ehrlich.

      Wie schätzt du ihn ein? Würde er einfach bei euch auftauchen oder an der Schule?

      Ich würde ihm ganz klar sagen, er soll mein Kind und meine Familie in Ruhe lassen.

      Wie gesagt im Moment hat er eh keine Rechte. Die muss er sich erst vor Gericht erstreiten.

      Deiner Tochter würde ich es vielleicht trotzdem jetzt schonend beibringen das ihr Papa nicht genetisch ihr Papa ist.
      Ihr könntet ja auch eine Adoption jetzt angehen, da dafür nur dein Einverständnis nötig ist als Elternteil, da es gesetzlich ja keinen anderen gibt.
      Bei dem Alter deiner Tochter bin ich mir aber nicht sicher ob sie nicht auch dann gefragt werden würde und dann würde sie es ja erfahren. Deswegen jetzt schon langsam sagen, auch wenn es schwer ist.

      Ich würde auch noch einen Anwalt befragen, vor allem bei einer Adoption.

      Hoffe auf jeden Fall das die kleine es gut verkraftet solltet ihr ihr die Wahrheit sagen. Und bei einer Adoption wäre ihr Papa ja au h endlich ihr richtiger Vater auch vorm Gesetz, deswegen würde ich diesen Weg gehen.

      Dein Ex könnte zwar versuchen das anzufechten, aber da stehen die Chancen wohl schlecht gegen dein seit 7 Jahren dozialen Vater zu gewinnen, wenn man sein Kind nichtmal kennt.

      Aber deswegen auch auf jeden Fall Termin beim Anwalt.

      Und auch wenn du Hilfe brauchst es seiner Tochter zu sagen, gibt es auch da stellen die helfen können.

      LG

    (12) 27.04.16 - 18:55

    Zu 1. hast du genügend (richtige) Antworten bekommen.
    Zu 2.: Es ist nicht nur so, dass du seine Unterschrift brauchst, er kann den Umzug des Kindes direkt vereiteln. Inwieweit du ihm dann Entgegenkommen musst, damit er zustimmt, kann dir hier niemand sagen. Es ist sowieso vorgesehen in der Rechtssprechung, dass du dann nicht nur sämtliche Kosten des Umgangs tragen müsstest, sondern auch noch die Zeit dafür selbst aufbringen musst. 50 km sind eine lange Strecke und wenn er verlangt sein Kind alle 14 Tage zu sehen über das WE und einen Tag jede Woche, dann sitzen du und das Kind nur im Auto. Gerade du fährst ja jeden Tag doppelt so oft.

    Also ich selbst hatte vor wenigen Monaten einige verfahren wegen Umgangsrecht und gemeinsames Sorgerecht. Von daher kann ich mit beruhigten gewissen sagen , das zu 1......

    Er den Umgang mit deinem Freund nicht verbieten darf. Da es für das Kind (wenn Mutter mit neuen Freund zusammenkommt) eine Bereicherung ist. Dient zum Kindeswohl. Allerdings sollte man den Partner nicht ständig wechseln. Das sollte jedem bewusst sein.

    Zu 2....
    Du darfst hinziehen wohin du willst. Du solltest allerdings den Kindsvater in Kenntnis setzen. Sollte er trotzdem was dagegen haben, hast du das recht beim Familiengericht einen Antrag auf Umzug zu stellen.

    Mir wurde bei Gericht gesagt, das mir das Gericht dem immer stattgeben wird. Weil sie mich nicht festhalten können. Zudem muss aber das Aufenthaltsbestimmungstecht bei der Kindesmutter liegen sowie der Lebensmittelpunkt.

    Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen.

    • Hallo henne,

      es stimmt. Jeder darf überall hinziehen, wo er will. Das kann ihm/ihr niemand verbieten.
      Wenn du aber, wie in diesem Fall hier, das gemeinsame Sorgerecht vorhanden ist, muss der andere Elternteil dem zustimmen, wenn sich dadurch das soziale Umfeld des Kindes ändert.
      Wie Familiengerichte dass dann entscheiden, steht auf einem anderen Blatt....
      Ich kenne Fälle wo ein nicht abgesprochener Umzug der Mutter mit Kind vom Gericht nachträglich legitimiert wurde, aber auch Fälle wo das zum Baustein des Sorgerechtsentzug der Mutter wurde.

      Kontakt zu Dritten kann man nur gerichtlich verbieten, wenn es dafür gute Gründe gibt (z.B. Drogen und sex. Mißbrauch, extremistische polit. Einstellung). Ansonsten gilt: das Elternteil, bei dem das Kind gerade ist, entscheidet.

      Gruß
      fujimori

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