Schwanger und mein Ex versucht mich fertig zu machen

    • (1) 01.06.16 - 21:24

      Hallo,

      ich hoffe ich bin hier richtig. Ich habe ein Anliegen, dass mich seit längerem schon nicht mehr richtig schlafen lässt. Ich befinde mich momentan in der 25. SSW. Seit Beginn der Schwangerschaft macht mein (inzwischen) Ex-Freund mich psychisch so fertig, dass ich bereits wegen vorzeitiger Wehen im Krankenhaus war. Es ist so, dass er vor ca. 3 Jahren in eine Psychatrische Klinik eingewiesen wurde und seitdem auch dauerhaft in Therapie ist. Zu Beginn der Beziehung war alles wunderschön, und ich fand es toll, wie offen er diesbezüglich mit seiner Erkrankung mir gegenüber umging und mir auch so viel von seiner schrecklichen Kindheit erzählte.Ich habe ihn diesbezüglich auch nie verurteilt. Als ich dann schwanger wurde fing der ganze Horror an.

      Dazu muss gesagt werden, dass ich bereits eine 14-Jährige Tochter aus einer früheren Beziehung habe. Mit dem Vater meiner Tochter verstehe ich mich sehr gut und es war uns auch immer wichtig allein schon wegen unserer Tochter ein gutes Verhältnis zu haben, die auch jedes Wochenende bei ihm ist.

      Anfänglich der 2. Schwangerschaft habe ich sehr mit starker Übelkeit zu kämpfen gehabt. Ständig fing mein Freund an zu behaupten, dass es nichts mit der Schwangerschaft zu tun hat, sondern ganz eindeutig depressionen sind. Seitdem wurden seine Behauptungen immer schlimmer. Er redete ständg davon zu wissen, dass ich an inneren qualen leide. Er wüsste es, weil er das alles selbst erlebt hat. Um mich und meine große Tochter zu schützen habe ich dann vorerst den Kontakt abgebrochen. Irgendwann hat mich meine Familie dazu gedrängt doch wieder den Kontakt aufzunehmen, da er ja schließlich der Vater ist. Anfänglich war alles gut aber ich war noch sehr skeptisch ihm gegenüber. Und dann fing es aus heiterem Himmel richtig an. Er kontaktierte meine Freunde und Familie und bombadierte sie mit Nachrichten in denen stand wie krank ich doch bin und dass ich allen etwas vor mache und nur er meine wirkliche Erkrankung erkennt. Ich würde ihn psychisch fertig machen und unser Baby wäre bei mir nicht sicher, weil ich gar nicht in der Lage bin es zu erziehen. Deswegen möchte er, dass die Kleine nach der Geburt zu ihm kommt, denn nur er kann ihr Liebe geben. Zum Glück kennen mich alle so gut, dass sie ihm keinen Glauben schenken. Aber mich hat es schon sehr fertig gemacht. Im nächsten Moment behauptete er wieder er wäre eh nicht der Vater und er wüsste, dass ich ihn betrogen hätte. Deswegen will er einen Vaterschaftstest nach der Geburt, auch diese Behauptungen gingen an Freunde und Familie. Gestern flatterte dann ein Brief herein. Vom Jugendamt. Der Herr XY hat namentlich gemeldet, dass ich auf Grund schwerer psychischer Probleme nicht in der Lage wäre meine große Tochter und mein ungeborenes Baby zu versorgen. Das er umgehend Kontakt haben möchte um mich zu unterstützen und dass eine akute Kindswohlgefährdung vorliegt. Ich bin aus allen Wolken gefallen und war am Boden zerstört. Bin aber dann direkt zum Jugendamt und habe meine Sachlage geschildert und die Damen zu mir nach Hause eingeladen und dass sie auch gerne mit meiner großen Tochter sprechen können. Ich habe mir diesbezüglich ja nichts vorzuwerfen. Allerdings ist die zuständige Sachbearbeiterin im Urlaub und ich sollte abwarten bis zu dem Termin in drei Wochen. Sie fanden es aber sehr gut, dass ich sofort vorbei gekommen bin. Jetzt drehe ich trotzdem fast durch vor Sorge. Ich habe am Montag einen Anwaltstermin und auch eine Anzeige wegen Verleumdung mit allen Nachrichten bei der Polizei gestellt. Aber ich habe so dolle Angst, dass er mir mein Baby wegnehmen möchte und mit seinen Beschuldigungen durch kommt. Meine Frage ist jetzt, wenn sich beim Jugendamt herausstellt, dass er eine falsche Beschuldigung gemacht hat und nichts an den Anschuldigungen dran ist, kann ich dann gerichtlich gegen ihn vorgehen damit er endlich aufhört und kann das Jugendamt eine Akteneinsicht des psychiatrischen Gutachtens aus der Klinik erhalten? Ich weiß aus seinen Erzählungen auch, dass er in der Klinik Stimmen hörte und Wahnvorstellungen hatte. Außerdem wollte er sich noch kurz vor unserem Kennenlernen das Leben nehmen. Das habe ich aber alles erst im laufe meiner Schwangerschaft erfahren. Ich mache mir wirklich große Sorgen.
      Natürlich ist er der Vater und hat seine Rechte, aber er ist so unberechenbar, dass ich inzwischen angst habe er könne uns etwas antun. Er ist nach außen hin immer sehr freundlich und zuvorkommend und hat einen guten Job. Ich habe die Sorge, dass er das alleinige Sorgerecht einklagt und recht bekommt. Diese Gedanken machen mich fast verrückt.

      Vielleicht hat ja jemand eine ähnliche Situation erlebt oder kann mir irgendwie weiter helfen. Für jede hilfreiche Antwort bin ich wirklich sehr dankbar.

      • Er kann dir dein Kind nicht einfach so "wegnehmen".

        Wenn bei einer Trennung beide Elternteile das Sorgerecht haben wollen, ist es extrem unüblich und es müssten manifestierte Gründe vorliegen, wenn die Mutter nicht das Kind zugesprochen bekäme.
        Anhand seiner Mails/sms oder was auch immer kannst du zudem nachweisen, dass er in seinen Aussagen sehr wankelmütig ist und dich gleichzeitig (offenbar grundlos) beim Jugenamt anschwärzt...damit gräbt er sich selbst eine Grube.
        Dokumentieren und Rechtsbeistand einholen.

        (3) 02.06.16 - 09:07

        Mein dringender Rat: Mach KEINE Vaterschaftsanerkennung. Verzichte lieber auf den dir dann zustehenden Unterhalt, als zu riskiern, dass dein noch ungeborenes Kind später diesem Mann im regelmäßigen Umgang ausgesetzt ist. Letztlich ist das der einzige Weg, wie du dir und deinen Kindern (Ja, beiden!) das weitere Märtyrum ersparen kannst. Klingt hart, aber ich hätt was dafür getan, wenn ichs damals gemacht hätte... Übrigens: Mein Ex hats dann nach ein paar Jahren tatsächlich geschafft, mich in die Depression zu treiben. Du musst ihm nur lang genug Zeit dafür geben...

        (4) 03.06.16 - 15:32

        Hi,
        ich erkenne Parallelen zu der Situation einer Freundin, der KV hat auch starke psychische Probleme. Es ist nicht schön für sie sich mit ihm rumschlagen zu müssen. Die Trennung kam aber nach der Geburt, Vaterschaft war bereits anerkannt.
        Ich würde versuchen, dass du ihn aus der Nummer raushältst. Nur wie du das anstellen kannst - keine Ahnung.
        Alles Gute!

        Vlg tina

      • Klasse, dass du dich sofort beim Jugendamt gemeldet hast! Da der Vater schon jetzt so weit gegangen ist, würde ich mich auf weiteren Stress einstellen.

        Daher würde ich nun alle Verfehlungen, die er sich geleistet hat und die er sich noch leisten wird, mit Datum notieren (und auch Beteiligte, die das bestätigen können), damit du später besser argumentieren kannst.

        Ob das Jugendamt direkt die medizinischen Gutachten erhalten kann, weiß ich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass das nur im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens möglich ist.

        (6) 07.06.16 - 18:28

        Du kommst nicht zufällig aus Halle (Saal) oder Umgebun?

        Das alles klingt genau nach meinem noch-Mann. Nur hatte ich den überall geblockt und er konnte auch meine Familie nicht kontaktieren.

        Bei uns ist nun ein Vaterschaftstest angewiesen worden (vom Gericht) da ich ja immer fremd gegangen bin (Ironie)

        Lass dich bloß nicht unterkriegen und wenn du Fragen hast schreib mir einfach ne PN

        LG Pingu

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