Aus und vorbei?!

    • (1) 12.06.16 - 10:51

      Hallo...
      Ich hatte im Januar leider eine stille Fehlgeburt im 4. Monat. Seit diesem Moment geht es mir psychisch sehr schlecht. Mein Mann versuchte mich am Anfang zu verstehen und zu unterstützen - aber richtig gelungen ist ihm das nie. Wir sind seit 10 Jahren zusammen und doch habe ich Angst dass unsere Beziehung das nicht verkraftet. Ging es jemandem auch so? Danke für eure Antworten...

      • Ja ich. Ich hatte 4 Fehlgeburten in Folge.

        Männer trauern und verarbeiten anders als Frauen. Das können und dürfen wir Ihnen nicht zum Vorwurf machen.

        Im Endeffekt sind die Männer genauso hilflos, wie wir Frauen. Wurde denn eine Ursache gefunden?

        Was hättest du dir denn konkret von deinem Mann gewünscht? Hast du auch versucht ihn zu verstehen?

        Eine gute Beziehung hält das aus. Aber - irgendwann ist wie bei jeder Trauer der Punkt gekommen, wo sich nicht mehr alles nur um dieses Thema drehen darf. Es muss wieder Alltag und Normalität einziehen.

        Wenn du da gar nicht raus kommst solltest du dir professionelle Hilfe suchen, das liegt ausserhalb der Kompetenz deines Mannes.

        Die 5. Schwangerschaft ist übrigens jetzt 16 Monate alt und die 6. hat ET im Oktober.

        Versuch nach vorne zu schauen, auch wenn's schwer ist.

        Alles gute!

        • Danke für die ehrliche und liebe Antwort.

          Nein es wurde keine Ursache gefunden und das macht mich einerseits froh (liegt also nicht an mir) aber andererseits kann man es auch weniger verstehen.

          Mein Mann spricht in einer solchen Situation nicht (war auch bei dem Tod von seinem Vater so) und kehrt sofort zur Normalität zurück. Auch ins Spital musste ich mit meiner Mutter für die Ausschabung weil mein Mann zur Arbeit musste/wollte. Er kann mich auch nicht leiden sehen - das verträgt er nicht.

          Ach im Moment ist einfach alles so schwer zu verarbeiten weil 16 (!!!) Frauen in der Bekanntschaft schwanger sind (unter ihnen meine beste Freundin und Schwester). Man freut sich für die Frauen aber rechnet automatisch mit in welcher Woche man wäre und wie man aussehen könnte.

          Ich wünsche dir und deinen (Bauch-)zwergen alles Gute!

      Ich hatte einmal eine Eileiterschwabgerschaft. Das hat mich auch ziemlich mitgenommen, weil ich div. Informationen bekam, ob sowas häufiger auftritt oder eher eine einmalige Sache war bzw. ob ich überhaupt nochmal schwanger werden kann.

      Es tut mir leid, was du erleben musstest.

      Inzwischen sind 5 Monate vergangen. Dein Mann kann dich trösten, aber muss natürlich zur Normalität übergehen. Arbeiten, leben etc. Die Erde dreht sich weiter und sowas ist nicht das Ende aller Tage. Zudem ist er nicht dein Therapeut. Wenn du so down bist, solltest du dir vielleicht professionelle Hilfe suchen. Nicht dass du dir die Chance auf eine erneute Schwangerschaft verbaust, weil du in eine Depression rutschst oder dein Mann die Nase voll hat von negativen Gedanken und Gefühlen. Wenn es ihm nicht gegeben ist, empathisch zu sein oder er mit trauernden Frauen nicht umgehen kann, wirst du es nicht ändern können. Manche leben besser mit der Verdrängung und möglichst wenig dran denken. Du bist eher der Typ, der die Erinnerungen und Trauer kultiviert und am Leben erhält.

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