Trennung von meiner Psychisch kranken Frau?

    • (1) 14.06.16 - 11:47

      Hallo zusammen,
      ich schildere euch mal unsere Situation.
      Meine Frau ist depressiv, lässt sich aber nicht behandeln, bzw. hat sie schon verschiedene Behandlungen wieder abgebrochen. Auch hat Sie Medikamente verschrieben bekommen, welche Sie aber nicht regelmäßig nimmt.

      Ich bin vollzeit berufstätig und Abends meist erst gegen 18 Uhr zuhause. Sie geht nicht arbeiten. Wir haben eine gemeinsame Tochter, welche 4 Jahre alt ist und zum Kindergarten geht. Meine Frau hat noch eine Tochter aus einer anderen Beziehung, welche bei uns wohnt. Sie ist 13.
      Zur Zeit streiten wir häufig, bzw. können nicht richtig miteinander reden. Sie ist unzufrieden, da wir kaum Sex haben. Deswegen war ich auch schon bei einem Neurologen. Hier wurde bei mir ein Testosteronmangel festgestellt. Diesen lasse ich jetzt durch eine Testosteronspritze beheben. Meine Befürchtung ist aber, dass Sie dann etwas anderes findet was Sie an mir auszusetzen hat.

      Ich bin inzwischen so weit zu sagen, dass ich mich trennen möchte, da ich mich durch ihre Depression überfordert fühle und auch nicht weiss wie ich ihr helfen kann.
      Es fehlt mir die Kraft.
      Was mich hindert ist zum einen unsere Tochter und zum anderen die Angst, dass Sie sich etwas antun könnte.
      Habt ihr vielleicht Erfahrungen mit depressiven Partnern und könnt mir Tipps geben?

      • Ich würde dir raten dir selbst Hilfe zu holen, um mit der Situation besser umzugehen. Ich selbst hab meine Beziehung mit meinen Depressionen zerstört und sobald man das erkennt, geht es einem noch schlechter. Ich gehe davon aus, dass du deine Frau liebst und sie wegen e iner "normalen" Krankheit nicht verlassen würdest. Also such dir bitte Hilfe um ihre Depression als Krankheit zu sehen und ihr Verhalten nicht persönlich zu nehmen denn sie kann es selbst nicht regulieren was sie tut

        • Sehr guter Gedanke! Ich dachte auch als allererstes: Selbsthilfegruppe für Angehörige! Lass dich beraten. Wenn bei euch in der Ecke keine Selbsthilfegruppen für Angehörige gibt, dann kannst du dich z.B. auch an den Sozialpsychatrischen Dienst, die Familienhilfe oder einer ähnlichen Einrichtung.

          Ich wünsche dir viel Kraft!

          • Vielen Dank euch beiden für die Tipps. Ich werde dies erstmal so versuchen.
            Vielleicht ist aber auch schon zu viel passiert.

            Ich empfinde es so, dass Sie mir gegenüber keinen Respekt mehr hat. :-(
            Es kam auch schon mal zur Gewalt von Ihrer Seite aus und das nicht nur einmal.

            • Das tut mir sehr leid, was du erleben musstest... :-(

              Auch im Fall, dass eine Trennung das beste ist (was ich mir hier durchaus auch vorstellen kann), wirst du bestimmt entsprechend beraten. Schließlich geht es darum, auch bei einer Trennung das möglichst beste Verhältnis zum anderen Elternteil zu erhalten, um gemeinsam für das Kind dasein zu können. Und vielleicht wissen die bei der Beratungsstelle ein paar Tipps und Tricks, die den Umgang mit deiner noch-Partnerin auch nach einer Trennung erleichtern können. Durch das gemeinsame Kind werdet ihr ja trotz Trennung weiterhin miteinander zu tun haben.

              Desweiteren gilt: Mit Behandlung hätte sich eure Beziehung vielleicht wieder normalisieren können - dem hat sich deine Partnerin bisher aber verweigert. Insofern musst u dir kein schlechtes Gewissen einreden (lassen), dass du eine "kranke" Frau verlassen willst. Ich war auch mal depressiv, weiß wie das ist. Wer sich trotzdem nicht helfen lassen will, dem ist eben nicht zu helfen...

      Was mir zu allererst auffällt, ist das Anspruchsdenken deiner Frau. Sie bemängelt, dass ihr zu wenig Sex habt und du trabst artig zum Arzt, während sie die Behandlung Ihrer Erkankung wiederum verweigert bzw. nicht vorantreibt.

      Findest du nicht, dass es da eine gewaltige Schieflage zwischen euch gibt? Wie würde sie es denn finden, wenn du einfach mitteilst, du würdest dir nichts spritzen lassen wollen und sie müsse eben mit deiner Erkrankung bzw. deinem Mangel an Testosteron leben.

    Meine leibliche Mutter hatte Wochenbettdepressionen, die sich dann zu einer "richtigen" Depression auswuchsen. Meine Eltern haben sich schlußendlich getrennt, ich blieb bei meinem Vater. Sie kann bis heute (ich bin jetzt 35, sie 60) nur betreut wohnen, hat schlechtere und bessere Phasen. Für uns sehe ich nicht, dass es auch einen anderen Weg gegeben hätte.

    Ich denke auch, dass ihr professionelle Hilfe braucht, auch du. Jemand, der ihre Krankheit kennt, wird sie besser einschätzen können.

    Einfach trennen, wenn sie nicht in Behandlung ist, halte ich nicht für klug. Selbst wenn eure gemeinsame Tochter bei dir bleibt, ist da noch die 2.Tochter, die wird sie ja mitnehmen.

    Besonders hilfreich war mein Beitrag jetzt nicht, ich weiß.
    Aber meiner Meinung nach könnt ihr das nicht privat zu Hause lösen.

    Mein Tipp:Animieren. Man hört immer soviel....'der andere muss es wollen'...'du kannst nichts erzwingen'...bla. Als Endprodukt stimmt das bestimmt. Ich selbst bin auch immer wieder depressiv,hab Borderline. Mein jetziger Partnerschaft hat mich quasi aus meiner schlimmsten Zeit gerettet. Mir ist klar,dafür hat man nicht immer die Kraft. Ich hab zum Glück einen sehr pragmatischen Partner. Und er hat mir so richtig in den Arsch getreten und das hat mir geholfen. Ich war schon zich mal in Therapie. Auch stationär. Dort fassen sie dich auch alle mit Samthandschuhen an . Natürlich haben die Therapien auch was gebracht. Aber sehr besonders in der Beziehung zu meinem Freund war,er hat mir klipp und klar Grenzen gesetzt und das kommuniziert. Er hat mir gezeigt,wie sehr er mich liebt,aber das mein Spielraum aufgebraucht ist. Er War immer für mich da,unter der Option,dass ich mich zusammen reiße. Am wichtigsten war es eigentlich,zu reden. Ich bin 34 und erlebe das erste Mal,das jemand ehrlich zu mir ist. Das hatte ich vorher noch nie. Und seit dem funktioniert es au ch. Reden, reden,reden.

    Kämpfe um deine Ehe. Du hast dich in diese Frau verliebt. Ihr schafft das. Aber vielleicht musst Du sie auch mal 'auf den Port setzen' und klare Worte sprechen. Ich kann nur von mir sprechen.....es hilft. Für mich War es ein Gefallen,wenn man selbst verloren ist und jemand anderem einem den Weg aufzeigt.

    Lg

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