Trennung, gemeinsames Haus und 2 Kinder

    • (1) 15.06.16 - 11:59

      Hallo! Ich bitte um Eure Hilfe. Ich bin seit 8 Jahren verheiratet. Wir haben vor drei Jahren ein Haus gekauft. Sind dementsprechend verschuldet. Ich werde mich trennen, da ich keine Liebe mehr für ihn empfinde. Probleme gab es in den Jahren immer wieder. Nun will ich so einfach nicht weiter machen. Jetzt kommen einige Hürden auf mich zu. Wo fange ich an? Muss man einen Anwalt hinzuziehen um die Trennung festzusetzen? Kann ich das Haus auf mich umschreiben lassen, schon vor einer Scheidung? Oder wird das mit der Scheidung geregelt. Das ich die Schulden übernehmen muss ist klar, aber wie geht man das an? Wenn jemand damit schon Erfahrungen gemacht hat, wäre ich sehr dankbar um Eure Rückmeldung. Liebe Grüße Lisa

      • <<<Kann ich das Haus auf mich umschreiben lassen, schon vor einer Scheidung? Oder wird das mit der Scheidung geregelt.>>>

        Seid ihr euch denn einig, dass du das Haus bekommst. Und wie möchtest du ihn denn auszahlen, wenn es finanziell eng ist. Ihr solltet euch vorab schon in einigen Punkten einig sein. Bekommst du ihn denn raus aus der Finanzierung, macht die Bank da mit. Habt ihr Kinder?

        • Ob die Bank mitmacht, weiß ich nicht. Einig sind wir uns da auch noch nicht. Wollt gerne wissen ob das grundsätzlich möglich ist, dass ich das Haus behalte. Ich müsste dann natürlich umfinanzieren. Klar würde es eng aber ich bin berufstätig. Also machbar müsste es sein.

          • Das wäre aber schon wichtig, das vorab geklärt zu haben.

            Grundsätzlich ist es möglich. Man muss nur vorher alles geklärt haben, damit die Fronten geklärt sind und die Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Ich habe damals unser Haus behalten, da mein damaliger Mann diese nicht hätte halten können. War nicht leicht, aber machbar. Bin zeitgleich mit meinem jetzigen Mann zusammen gekommen und er wurde dann an der Stelle meines Ex in die Finanzierung mit reingebracht. Somit war die Finanzierung wieder geklärt.

            Zur Scheidung generell:
            Also Unterhalt für die Kinder muss geklärt werden (meistens bei der Scheidung). Dann muss das Aufenthaltsbestimmungsrecht sowie Umgangsrecht geklärt sein. Generell die Finanzen (Aufteilung des Vermögens, evtl. Auszahlung bei Überschreibung des Hauses).

            Hängt schon eine Menge davon ab. Wie gesagt, ihr müsst euch einig sein.

            • Ja. Da kommt wohl einiges auf mich zu. Einigen werden wir uns hoffentlich. Das größte Problem ist, dass er es nicht hinnehmen will, dass ich ihn nicht mehr liebe. Ich danke dir und allen anderen für die netten Rückmeldungen.

          Haus umschreiben geht, kostet nichtmal Grunderwerbsteuer.

          Das mit den Darlehen ist ganz klar eine Frage ob die Banken da mitmachen.

          Im Normalfall wird die Bank keinen der Darlehensnehmer aus dem Vertrag entlassen, schon garnicht während der Zinsbindung.

          Nach der Zinsbindung könntet du überlegen das Darlehen mit einer anderen Bank abzulösen. Vorher geht das zwar auch, ist aber teuer. (Vorfälligkeitsentschädigung)

          Und natürlich muss deine Bonität passen. Das ganze ist seit März diesen Jahres nochmal schwieriger geworden, ein Hoch auf die EZB mit ihren neuen Richtlinien.

          Wenn du nicht so gut verdienst das su das Haus locker allein abbezahlen kannst wird das ziemlich unangenehm werden.

          LG
          Ano

      • "Klar würde es eng aber ich bin berufstätig. Also machbar müsste es sein."

        Nun, "machbar sein" liegt sehr im Auge des Betrachters. So wie du das beschreibst ist es im Auge der Bank mit Sicherheit nicht "machbar".
        Warum sollte eine Bank (oder sonst jemand) die Sicherheit die sie mit zwei Schuldnern hat die Berufstätig sind gegen eine mit einem Schuldner bei dem es "machbar sein müsste" eintauschen?
        Bliebe nur die Variante das zwar das Haus auf dich übertragen wird, dein Ex aber weiterhin Mitschuldner bleibt.
        Er wäre mit dem Klammerbeutel gepudert wenn er das macht.

Seh grad, Kinder habt ihr. Auch da solltet ihr euch einig sein. Also ich denke mal, ohne Anwalt geht es nicht.

(10) 15.06.16 - 16:53

Das Thema Haus, Kinder etc. solltet ihr mal gemeinsam durchsprechen. Evtl. wäre es auch ratsam, einen gemeinsamen Anwalt zu nehmen. Da spart ihr dann auf jeden Fall auch nochmal!

  • Einen gemeinsamen Anwalt gibt es nicht, ein Anwalt vertritt immer nur eine Partei. Bei einer Scheidung ist es allerdings ausreichend, wenn nur einer der Beteiligten einen Anwalt hat.

Die Bank wird Deinen Mann nicht einfach so aus dem Kredit nehmen. Von daher macht es Sinn, den Kredit von einer anderen Bank abzulösen, so dass Du dann die alleinige Kreditnehmerin bist und er aus dem Grundbuch geht.
Das würde ich als erstes klären.

  • "Von daher macht es Sinn, den Kredit von einer anderen Bank abzulösen ..."

    Was aber direkt mit erheblichen Kosten verbunden ist.
    Bank 1 will Vorfälligkeitsentschädigung, die Sicherheiten müssen auf Bank2 umgetragen werden.

    Wenn das mit der Finanzierung ansich "gehen müsste", dann wird es an diesen Kosten scheitern, denn diese kann sie nicht über das neue Darlehen abdecken.

Hallo Lisa,

man kann so ziemlich alles schon vor der Scheidung regeln, das macht auch absolut Sinn, da alles, was vom Gericht geregelt werden muss, in den Streitwert einbezogen wird und danach richten sich dann die Kosten.

Da es bei euch u. a. um eine Immobilie geht, geht das nur über einen Ehevertrag/eine Scheidungsfolgenvereinbarung, die beim Notar beurkundet werden muss.

Du musst auf jeden Fall mit der Bank klären, ob du den Kredit alleine übernehmen kannst (da kommt es auch drauf an, ob du deinen Mann auszahlen musst) - ansonsten benötigst du evtl einen Bürgen.

Du solltest dich auf jeden Fall von einem Anwalt für Familienrecht beraten lassen.

(15) 30.06.16 - 09:50

Hallo,

du musst jetzt erst mal einen Schritt nach dem anderen machen.

Wenn du dir mit deinem Mann über die Trennung einig bist, dann könnt ihr auch einen gemeinsamen Anwalt nehmen.

Allerdings rate ich dir, dass du erst mal mit einem guten Familienrechtler ein Gespräch alleine führst. Dein Mann muss ja nicht alles mitbekommen.

Falls du übrigens eine Rechtsschutzvers. hast, dann wird das Erstberatungsgespräch in der Regel auch darüber bezahlt.

Wichtig ist, wenn du die Trennung wirklich möchtest, dass das Trennungsjahr mit einem Beginndatum durch den Anwalt festgesetzt wird.

Ab dem Zeitpunkt des Trennungsjahres muss dein Mann für dich (da die Frau in der Regel weniger verdient) und für die Kinder Trennungsunterhalt zahlen.

Im ersten Schritt wird es, wenn es vernünftig läuft auch so sein, dass du erst mal im Haus bleibst und dein Mann ausziehen muss.

Bei uns war es z. B. so, dass mein Mann weiterhin das Darlehen fürs Haus auch zahlen musste und dementsprechend dann einen etwas geringeren Anteil an Unterhalt für mich.

Somit hast du erst mal eine finanzielle Sicherheit, wie du die nächsten Wochen / Monate mal schauen kannst, wie du klarkommst und dich sammeln kannst.

Dann wird in Ruhe besprochen, wie man das mit dem Haus regelt. Ist evtl. ein Ehevertrag vorhanden, wie sind die Eigentumsverhältnisse des Hauses, Vermögensausgleich etc.

Man kann vieles vor der Scheidung regeln. Gerade auch wegen Vermögensausgleich, Rentenberechnungen etc.

Seit ihr euch wegen den diversen Zahlungen etc. einig, so könnt ihr ein vereinfachtes Scheidungsverfahren - welches günstiger ist - auch anstreben.

Aber wichtig: Lass dich beraten und mach wegen dem Haus keine voreiligen Schüsse und keine zu schnellen Zugeständnisse, gegenüber deinem Mann.

Viel Erfolg

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