Was wäre der nächste Schritt?

    • (1) 14.08.16 - 14:22

      Hallo,

      ich bin etwas ratlos, was ich tun soll.
      Ich versuche meine Situation kurz zu schildern. Ich kenne meinen Mann seit 14 Jahren, wir sind seit 6 Jahren verheiratet, haben 2 Kinder, haben 2013 ein Haus gebaut (wir sind beide Eigentümer, zahlen beide den Kredit ab ... wir haben ein gemeinsames Konto, von dem alle laufenden Kosten abgehen).
      Ich bin zur Zeit in Elternzeit, noch ca. 5 Monate.

      Anfang April ist mein Mann aus unserem Haus ausgezogen, er wohnt z.Zt. bei seinen Eltern. Er meinte er sei sich unsicher, ob er mich noch liebe und ob er "das alles" (Haus, Kinder, Beziehung) noch wolle.

      Seit Anfang Mai gehen wir zur Eheberatung. Allerdings haben wir diese Woche beschlossen, dass es uns im Moment nicht weiter bringt und wir vorerst nicht hingehen und dass erst eine Entscheidung getroffen werden muss.

      Mein Mann hat mir vor ca. 3 Wochen gesagt, dass er mich "im Moment eher nicht mehr liebe" ... ich liebe ihn noch.

      Er kommt regelmäßig vorbei und unternimmt was mit den Kindern. Wir haben die letzten Monate auch zu viert etwas unternommen. In der Zeit verstehen wir uns gut, aber sobald die Kinder Abends im Bett sind fährt er wieder.

      Sein Verhalten mir gegenüber war die letzten Wochen für mich unerträglich. Er hat mich mehr oder weniger ignoriert, gefühlsmäßig kam bei mir von ihm nichts mehr an. Wenn er mir eine SMS schrieb kam auch nie ein nettes Wort, es wurden nur Fakten geklärt.

      Nun habe ich diese Woche mit ihm gesprochen und habe ihm gesagt, dass ich es nicht mehr ertrage und dass ich mich trennen will. Ich habe meinen Mann zum zweiten Mal in meinem Leben weinen sehen (das erste Mal nach einer OP). Ich habe gemerkt, dass es ihn sehr getroffen hat. Ich denke er dachte nicht, dass ich das sagen werde.

      An dem Tag hatte ich ein richtiges Hochgefühl, ich hatte eine tonnenschwere Last von meinen Schultern, aber irgendwie stehe ich nicht 100% hinter dieser Entscheidung ... aber so wie es war geht es auch nicht weiter.

      Am nächsten Morgen kam sehr früh eine SMS, wie es mir ginge. Das erste Mal seit seinem Auszug! Ihm ginge es sehr schlecht. Und wieder kamen mir Zweifel.

      Den Tag darauf war er zu Hause und hat wieder mit mir geredet, dass es ihm so schlecht ginge, wie es mir ginge, dass er mit der Entscheidung nicht zufrieden sei.

      Also eigentlich passiert im Moment genau das, was ich mir die letzten 4 Monate gewünscht habe, nämlich dass er aus seinem Loch raus kommt, dass er merkt, dass auch ICH sagen kann "es ist aus".

      Nun frage ich mich aber, wie ich am besten weiter aggiere ... rein vom Gefühl her würde ich am liebsten meine Koffer und die der Kinder packen und gehen. Ich könnte übergangsmäßig zu meinen Eltern, aber das wäre nur eine kurze Lösung, auf Dauer ginge das gar nicht.

      Dann würde ich gerne eine Wohnung suchen, aber rein finanziell geht das im Moment nicht. Eigentlich müsste erst das Haus weg, dann könnten er und ich uns was eigenes suchen, aber z.Zt. frage ich mich halt, ob das vielleicht eine falsche Entscheidung wäre :-( ein Haus kann man immer mal verkaufen, aber es hängen halt auch sehr viele Emotionen daran und von heute auf morgen geht das auch nicht.

      Tut mir leid, dass ich so viel geschrieben habe, aber mein Gehirn platzt bald. Ich weiß nicht, was, wann, wie, wohin #heul

      Ich habe schon mit Freundinnen gesprochen und die können mir auch keinen rechten Rat geben.

      Vielleicht hat jemand einen Rat, war schon in einer ähnlichen Situation.
      Danke schon mal, dass ich mir das mal von der Seele schreiben konnte ...

      • Heute Morgen kam übrigens wieder eine SMS, wie es mir ginge. Der dritte Tag in Folge ...

        • Das Gefühl, was mich beim Lesen beschlich: er hält dich warm. Irgendein Problem hat er (midlife crisis, verliebt?) und hat aber geglaubt, du hältst diesen Status Quo so aus, solange er das braucht. Nun fährst du ihm in die Parade und er kriegt Panik. Was, wenn du einen Weg einschlägst, den ER hinterher bereut?

          Er muss Tacheles reden, wo sein Problem liegt. Wenn er das nicht kann und somit das Problem auch nicht lösen und etwas ändern kann, müsstest du ja weiter ausharren. Also machst du es ganz richtig, wenn du nun selbst Entscheidungen triffst, statt auf seine zu warten und zu leiden.

          Das Hochgefühl und das, nicht 100% hinter der Entscheidung zu stehen, halte ich für menschlich und völlig normal in dieser Situation. Die Unsicherheit wird dich auf dem Weg begleiten und mit jedem Schritt, bei dem du wieder sicheres Land unter den Füßen gewinnst und dich an das neue Leben gewöhnst, schwinden.

          Grüße Küstenkönigin

          • Das sehe ich auch so.

            Bleib höflich, bleib sachlich, leb Dein Leben weiter, distanziere Dich soweit Du das wegen der Kinder kannst, nimm das Heft in die Hand und wenn er dann an der Situation etwas ändern möchte, wird er kommen! Was Du dann in dem Fall daraus machst, kann man Dir nicht raten, da musst Du Dein Herz befragen.

            Nur überstürze um Gottes Willen nichts wegen dem Haus. Das wäre immer unwiederbringlich weg!!!

      Ich würde erstmal garnichts unternehmen. dein Mann ist ausgezogen, Ihr seid räumlich getrennt. Das ist erstmal das wichtigste, um zur Ruhe zu kommen.
      Das Haus würde ich auf gar keinen Fall sofort verkaufen. In der jetzigen Zeit, braucht Ihr das nicht überstürzen und werdet immer auch kurzfristig einen Käufer finden. In meiner Region bekommt man inzwischen sogar mehr als dafür bezahlt wurde.

      Du hast mit deiner Ansage ja offensichtlich etwas in ihm in Bewegung gebracht.
      Wenn er mit dieser Entscheidung so nicht einverstanden ist, wird er auf Dich zukommen

      Ich war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation. Mein Freund hat sich getrennt. In seinem Fall hatte er sich in eine Arbeitskollegin verliebt. Ich habe ihn direkt rausgeworfen, habe aber immer versucht sachlich und höflich zu bleiben. Das hat ihm imponiert. Und als er gemerkt hat, daß ich mein Leben auch ohne ihn gestalten kann, wollte er zurück. Wir sind heute immer noch zusammen - inzwischen über 18 Jahre.

      Überstürzt nichts, gib ihm/Euch die Zeit sich darüber klar zu werden, wie es mit Euch weitergehen soll. Wenn er dann wirklich zurück will, dann überlegst Du Dir, ob Du das willst und vor allem kannst. Ich habe meinem Freund sein sehr verletzendes Handeln während der Trennung verziehen und mache ihm keine Vorwürfe, ABER ich bin noch immer in vielen Situationen unsicher, was unsere Beziehung angeht. Die Sicherheit die mal da war, ist immer noch nicht komplett zurück.

      Ich drücke die Daumen, daß Ihr die für Euch richtige Entscheidung trefft und wünsche Euch alles Gute.

    • Ich danke euch für eure Antworten.

      Ja, er hält mich warm :-/ und nein das will ich nicjt.

      Es kommen auch ein paar mehr Dinge dazu, allzu einfach ist das natürlich nicht *seufz*
      Also er hat mir im Dezember gesagt, dass er einer Arbeitskollegin gegenüber "mehr Gefühle entwickelt habe als ihm lieb ist" (das Wort "verliebt" hat er so nie aussprechen können). Sie ist aber im November weggezogen, dann hat er das auch wohl erst gemerkt dass er so empfindet. Er habe seit Ende Januar keinen Kontakt mehr zu ihr. Ob das wirklich stimmt weiß ich natürlich nicht.

      Als wir knapp 2 Jahre zusammen waren -also schon vor ner Weile und da waren wir noch jung und ungebunden- hat er sich schon mal von mir getrennt mit der Aussage er wisse nicht was er will und er liebe mich nicht mehr. Nach ca. 2 Monaten hatte ich das dann langsam verdaut und mich öfter mit einem anderen getroffen (da war nie was zwischen uns, von meiner Seite auch keine Gefühle) und als er das mitbekam hat er sich plötzlich wieder bei mir gemeldet. Es sei ein riesen Fehler gewesen mich zu verlassen und er bereue es.

      Das ist jetzt schon so lange her, aber damals hab ich ihn einfach zurück genommen und grade jetzt frag ich mich ob das damals ein Fehler war, zumindest dass ich es ihm so leicht gemacht habe.

      Ich will jetzt halt nicht einfach einknicken und ihm zeigen, dass ich selbst zweifele.

      Ich hänge mich jetzt auch sehr in den Sport (hatte ich vorher nie so Interesse dran) und in ein neues Hobby und es tut mir gut :-)

      • Auffällig, oder? Immer, wenn Du ihn willst, reichen seine Gefühle nicht mehr aus. Sobald Du ihm dann aber entgleitest, nähert er sich auf einmal wieder an. Ich wette, wenn Du jetzt einen anderen Mann daten würdest, dann war es "ein riesen Fehler und er bereut es", sich getrennt zu haben.

        Die Frage ist, wie oft das noch passieren soll?

        • Genauso sehe ich es auch!

          Es gibt auch Männer, die dich IMMER lieben würden. ...

          In der letzten Beratung meinte er, dass es ihm nichts ausmachen würde wenn ich jetzt einen anderen hätte. Aber das kauf ich ihm nicht ganz ab.

          Ich hab auch seit Mittwoch meinen Ehering aus. Ja, es ist "nur" ein Ring, aber auch ein Symbol und er hat eindeutig gesehen dass ich ihn nicht mehr trage. Er hat seinen immer noch an.
          Heute wollte er wieder ein Gespräch darüber anfangen, also zumindest hatte ich von seinem Blick her das Gefühl, aber ich hab ihn abgewürgt bzw. bin ihm aus dem Weg.

          • Du klingst gerade ein wenig so, als müsstest Du Dir erstmal selbst sicher sein, was Du für Dich in Zukunft willst, oder? Und diese Beratung bringt Euch absolut gar nichts, wenn keiner von Euch ehrlich sagt, was er genau wie haben will. Würde ich also definitiv erst einmal auf Eis legen, man kann seine Zeit sicher sinnvoller verbringen.

            • Die Beratung haben wir jetzt ja auf Eis gelegt. Die Psychologin meinte auch, dass erst eine Entscheidung getroffen werden muss.
              Tja und deshalb hab ich auch gesagt, dass jetzt Schluss ist weil ich nicht mehr kann. Aber an unserer Situation hat sich eigentlich nichts geändert, es ist genau wie seit 4 Monaten außer dass ich das Gefühl habe, dass er jetzt Schiss bekommt.

              Deshalb würde ich gern irgendeinen nächsten Schritt gehen, aber da ich selbst noch nicht 100% von der Entscheidung überzeugt bin fällt es schwer einen zu gehen. Zumal wir nicht nur zu zweit sind und irgendwo nur zur Miete wohnen. Nein wir zahlen jeden Monat nicht grade wenig Geld für unser Haus und haben 2 Kinder deren Bedürfnisse auch beachtet werden müssen. Das macht das ganze ja so schwer :-(

              • Deshalb würde ich gern irgendeinen nächsten Schritt gehen, aber da ich selbst noch nicht 100% von der Entscheidung überzeugt bin fällt es schwer einen zu gehen.

                ---

                naja, forcieren musst du im Grunde auch nichts. Du leidest ja nicht wirklich Not. Gedanklich hast du dich getrennt, ausgesprochen hast du es auch. So lange ER nicht reklamiert, dass du im Haus wohnst und er weiterhin mit bezahlt und du es dir finanziell leisten kannst, so zu leben .... Lass es doch erstmal laufen. Überleg dir derweil in Ruhe, wie die Wohnsituation zukünftig aussehen könnte, was du dir leisten kannst.

                Wenn du sehr ambivalent oder ängstlich bist, würde ich eine Therapie nur für dich in Erwägung ziehen jetzt wo die Paarberatung auf Eis gelegt ist. Einige Gespräche in eigener Sache, um mehr Klarheit zu bekommen. Vielleicht weißt du in ein paar Monaten wo die Reise hingehen soll.

                Das Problem sehe ich erst, wenn die Trennung feststeht. Von wenigstens einer Seite her muss der unumstößliche Entschluss kommen, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt.

                Den Kindern zuliebe solltet Ihr die jetzige Lösung beibehalten, so lange das möglich ist. Ein Umzug und vor Allem der Hausverkauf ist das Letzte, was man ihnen (und Dir) zumuten sollte, wenn noch gar nicht klar ist, ob in einem halben Jahr alles wieder beim Alten ist.

                Was aber erst einmal sinnvoll wäre, ist aus meiner Sicht eine klare Trennung "Paar" und "Eltern". Du willst Klarheit? Dann hör auf, die Elternebene und die Paarebene zu vermischen. So lange Du mit ihm und den Kindern zusammen etwas unternehmt, ist das keine Elternebene, sondern wieder die Paarschiene. Familie halt. Du siehst ja, was passiert: So lange Du das herbeisehnst, läuft er weg. Sobald Du ihm aber entgleitest, gibt er nach.

                Du hast Dich besser gefühlt, als Du ihm eröffnet hast, dass Du die Trennung willst. Warum war das so? Und warum lebst Du das jetzt nicht einfach mal aus (ohne gleich das Haus zu verkaufen) und schaust, wie Du Dich damit fühlst? Er kann Vater sein, ohne Dein Partner zu sein. :-)

                • Also ich habe ihm schon gesagt, dass ich keine Unternehmungen zu viert mehr möchte, wenn wir uns trennen. Das hab ich schon davor gesagt und jetzt sind wir z.B. auf 2 Geburtstage eingeladen (einmal Freundeskreis, einmal seine Familie) und ICH will da nicht zu viert auflaufen. Er kann wegen mir die Kids mit auf den Familiengeburtstag nehmen, aber ich will da nicht mit. Zu den Freunden gehe ich alleine, das ist schon geklärt.
                  Er sieht das ganze allerdings anders. Er sagt "der Kinder wegen" sollten wir weiterhin zu viert etwas unternehmen, aber ich denke, dass es den Kindern nichts bringt, sie müssen wissen, was Sache ist. Wir haben es ihnen jetzt aber noch nicht gesagt. Unsere Tochter ist erst 1,5 Jahre, d.h. sie registriert das eh nicht wirklich. Unser Sohn ist 4 und er fragt schon viel. Er weiß, wo der Papa ist, er weiß, dass wir uns im Moment nicht gut verstehen. Nach außen hin scheint er das zu verstehen, aber wie es ihm damit wirklich geht weiß ich nicht.

                  Dass ich selbst für mich eine Therapie in Anspruch nehme wurde in der Paartherapie schon angesprochen und das will ich auch machen. Mein Mann ebenfalls, er hat nämlich auch ein paar "Baustellen".

                  Ich stand heute Mittag vor unserem Kleiderschrank und hab mich gefragt, ob ich die letzten Sachen, die er noch hier hat einfach in ne Kiste packen soll. Er hat eh 75% seiner Kleider mitgenommen.

                  Bald fahre ich auch mit den beiden Kindern in Urlaub, nur ein paar Tage, aber ich freu mich irgendwie mal rauszukommen, auch wenn es sicherlich anstrengend wird mit den beiden. Aber fast ne Woche nicht im Haus sein, ihn ne gute Woche nicht zu sehen ... das alles fühlt sich erst mal gut an.

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