Fragen zur Trennungsvereinbarung

    • (1) 16.08.16 - 11:56

      Unser Trennungsjahr ist rum und mein Ex und ich haben es immer noch nicht geschafft, die Trennungsvereinbarung zu unterschreiben.

      Eigentlich war ausgemacht, dass wir diese zusammen ausarbeiten und dann notariell beglaubigen lassen. Er kam eines Tages mit dieser zu mir, wo ich aber noch inhaltliche Änderungen wollte. Ein paar Tage später hielt ich die geänderte Vereinbarung, ausgefertigt von seinem Anwalt, und genehmigt von meinem Ex, in den Händen. Da auch Neuerungen enthalten waren, blieb mir nichts anderes übrig, als das meiner Anwältin zur Prüfung zu übergeben. So ging es ewig hin und her und kostete eine Menge Geld. Letzendlich habe ich diese kleinen Änderungen (z.B. Zahlungsdatum Unterhalt, Trennungsdatum einfügen...) selbst übernommen, um den finanziellen Rahmen nicht zu sprengen.

      Es gibt einen Absatz, in dem beschlossen wurde, dass...Zitat: "Die beiden Kinder sollen vorbehaltlich einer anders lautenden gerichtlichen Entscheidung, welche die Beteiligten nicht anstreben, in der Obhut der Mutter bleiben." So wurde das vom Ex beim Anwalt genehmigt. Nun will er die Passage ...welche die Beteiligten nicht anstreben... herausnehmen. Ich allerdings bestehe darauf, weil er dem eben zugestimmt hat. Und vorallem, weil er plötzlich die Idee hat, die Kinder zu trennen. Eins bei mir lassen und eins nimmt er zu sich. Und ich traue ihm zu, dass er den gerichtlichen Gang wagt.

      Wie gehe ich denn jetzt vor? Ich unterschreib nicht ohne die Bedingung und er unterschreibt nicht ohne die andere Bedingung. Kennt jemand eine ähnliche Situation?

      Noch eine Frage habe ich zum Zugewinnausgleich: Meine Anwältin hat einen Absatz eingefügt, der diesen ausschließt. Jetzt meint mein Ex, dass dieser nur ausgeschlossen werden kann, wenn das Schriftstück notariell beglaubigt wird. Aber eine Trennungsvereinbarung ist m. E. auch mit unseren beiden Unterschriften gültig. Hab ich da jetzt eine Fehlinformation und sollte meine Anwältin das nicht eigentlich wissen, wenn es so wäre?
      Wenn ich jetzt weniger Vermögen habe, als vor der Eheschließung, wird das dann überhaupt gemacht? Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass der Ausgleich nur auf Antrag gestellt wird.

      Fragen über Fragen. Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich ud ihr könnt mir eure Erfahrungen mitteilen.

      LG dr.posemuckl

      • Hallo dr.posemuckl,

        bezüglich des Problems mit den Bedinungen kann ich dir leider auch nicht weiter helfen. Was ich aber weiß: Ein Versorgungsausgleich wird im Normalfall immer automatisch durchgeführt (wenn ihr Zugewinngemeinschaft hattet), sofern es nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird.

        Mein Ex und ich haben uns damals bei seinem Anwalt (wir führen eine einvernehmliche Scheidung durch, es hat also nur er einen Anwalt) darauf einigen wollen auf den Versorgungsausgleich verzichten zu wollen, da wurde uns auch gesagt dass das nur mit notarieller Beurkundung ginge.

        LG
        mamajuko

        • Versorgungsausgleich geht auch nur notariell auszuschließen. Aber der Zugewinnausgleich (Zuwachs an Vermögen) kann meines Wissens nach, ausgeschlossen werden ohne Beurkundung.

          Wir wollen auch eine einvernehmliche Scheidung und vorher alles klären. Das mit nur einem Anwalt versteht er nicht, zumal sich die Anwaltskosten auch halbieren könnten. Aber ich werde mir definitv einen nehmen. Wer weiß, was er dann zum Termin noch alles "einklagen" will.

      Hallo,

      den Zugewinnausgleich auszuschließen geht ohne Notar. Da reichen die Unterschriften unter der Vereinbarung.

      Dass er diesen Passus verändert, würde mich auch stutzig machen. Allerdings macht es keinen Sinn, heute so eine Vereinbarung zu unterschreiben, um die morgen zu kippen.

      Wenn du aber ein schlechtes Bauchgefühl hast, nimm dir einen Anwalt. Bauchgefühle haben fast immer Recht....

      LG Küstenkönigin

      • Hallo Küstenkönigin,

        danke für deine Antwort. Kannst du mir das belegen, mit dem Zugewinnausgleich? Ich würde ihm das gerne vorlegen, jedoch finde ich im Netz keinen § oder ähnliches.

        Mich macht die Passusänderung eben auch stutzig. Er macht einfach aus Trotz, weil er der Verlassene ist. Er will mir Angst machen, dass er mir die Große wegnimmt. An die Folgen und an die Kinder denkt er dabei nicht. Sie sind schließlich kein Gegenstand, den man hin und her schiebt. Und, den Kindern geht es bei mir gut. Es hat sie zum Positiven verändert, seit der Trennung.

        Eigentlich habe ich keine Lust wieder Geld für den Anwalt zu bezahlen, wegen einem so kleinen Absatz. Horrende Summen kann ich mir nicht leisten, da ich Geringverdiener bin. Beratungshilfe wurde allerdings auch abgelehnt, da ich mit dem Ersparten noch gering über der Grenze liege.

        LG dr.posemuckl

    Mhm.. ich kann mir schon vorstellen, dass er damit etwas schocken wollte, aber ist das nicht im Endeffekt Wurscht, ob es drin steht?

    Ob ihr es nun anstrebt oder nicht - es kann doch immer zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, oder?

    Bei uns wird es auch eine notarielle Beurkundung geben, was vor einer einvernehmlichen Scheidung erfolgt.

    Darin ist Zugewinn, Versorgungsausgleich und nachehelicher Unterhalt geregelt.

    Einfach nur unterschreiben ist nicht....

    Wie alt sind denn die Kinder? So einfach trennt kein Gericht die Kinder. Ab einem gewissen Alter können diese auch befragt werden und deren Wunsch wird sicherlich nur in den seltensten Fällen ein Gericht widersprechen.

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