Studium+ Streit= Trennung ?

    • (1) 15.09.16 - 12:38

      Guten Tag ihr Lieben,

      ich muss etwas ausholen.
      Seit nun fast 6 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen ( seit ca. 1 Jahr erst verheiratet) und wir haben einen Sohn (3,5 Jahre).

      Als wir uns damals kennenlernten steckte ich mitten im Abitur . Da ich gerade ausgezogen war , bot er mir einen Nebenjob an ( Veranstaltungsbranche ), den ich dankend annahm.
      Ich machte also mein Abi als Jahrgangsbeste mit 1,5 als Durchschnittsnote.

      Dann begann ich, Psychologie zu studieren.

      Mein damaliger Freund und Arbeitgeber beeinflusste mich damals sehr und torpedierte meine Alltagsplanung so sehr, dass ich es irgendwann aufgab.
      Dann, nach einem weiteren Jahr Lebensplanung durch ihn, fing ich erneut ein Studium an. Zu Beginn des Studiums wurde ich ungeplant schwanger, ging aber weiterhin zur Uni und lernte bis kurz vor der Geburt des Kindes.

      In der Babyzeit lernte ich weiterhin und plante, wieder das Studium aufzunehmen, wenn ich eine Betreuung für den Kleinen gefunden habe , die ich dann mit knapp 1 Jahr auch bekam (Tagesmutter). Wir lebten damals noch in der Stadt und die Wege waren sehr lang, sodass es mir nicht wirklich möglich war , effektiv Vorlesungen zu besuchen. Mein Partner weigerte sich, unser Kind hinzubringen oder abzuholen.
      Bis vor 3 Monaten hat er sich null ums Kind gekümmert.

      Das war für ihn natürlich sehr praktisch, denn so konnte er sehr gut in meinen Tagesablauf eingreifen und mich steuern.
      Ich arbeitete also weiter für ihn und war nicht sehr glücklich mit der Situation.
      Immer wenn ich das Thema Studium aufgriff hiess es dann von ihm : " Studium- da verdienst du erstmal überhaupt nichts und hast nachher total schlechte Arbeitszeiten, das machst du nicht.".
      Und so lief das immer, wenn ich etwas anfangen wollte.

      Letztes Jahr startete ich einen erneuten Versuch. Im Vorfeld stellte ich ihm meine tagesplanung vor, damit er weiß, wie das Ganze ablaufen sollte.
      Er fand das gut, war mit allem einverstanden und so immatrikulierte ich mich wieder.
      1 Woche bevor die Uni losging, fing das Theater wieder von vorne an.
      Er wollte das Kind nicht abholen und sowieso wäre mein Job dann später sowieso schlecht und ich hätte ja nicht genug Durchhaltevermögen wie man sieht und daraus wurde dann wieder nichts. Damals hatten wir auch niemanden, der sich noch hätte kümmern können.
      Mich frustrierte das so sehr.

      Im Dezember letzten Jahres zogen wir dann um in eine Kleinstadt.
      Dort bekamen wir einen Betreuungsplatz für unser Kind .
      Nach wie vor war ich mit meinem Leben nicht zufrieden . Ich äußerte erneut den Wunsch, etwas machen zu wollen ( ich bin 26 Jahre alt und hab außer Abitur nichts bisher erreicht) , um mir eine Lebensgrundlage zu schaffen.
      Da ich in den letzten Jahren eine wahnsinnige Leidenschaft für Sport und Ernährung entwickelt habe und mich das Thema als Berufswunsch lange verfolgte, wollte ich mich um einen dualen Studienplatz bewerben.

      Ich sprach dies alles mit ihm ab. Er unterstütze mich bei den Bewerbungen sogar und versprach mir mal wieder Unterstützung.

      Ich bekam recht schnell ein Vorstellungsgespräch in einem Betrieb unweit von uns entfernt.
      Die Arbeitszeiten nannte man mir bereits, vertraglich geregelt wären 32,5h /Woche , wir merkten dann , dass das mit den Schichten nicht praktikabel ist , sodass wir uns auf 35h einigten.
      Mit all dem war mein Mann einverstanden.

      Die ersten Wochen waren schon etwas unstrukturiert, mein Studioleiter, der nicht mein Chef ist, ist nicht so wahnsinnig kompetent und ich hatte anfangs arge Probleme mit ihm. Darüber stand ich mit meiner Chefin immer im Gespräch.
      Dann kam es dazu, dass unsere Pausenzeiten nicht eingehalten wurden und mein Mann mir so aufs Dach stieg, dass ich mit meiner Chefin redete . Nun sind wir wieder bei den 35h inklusive 30min Pause am Tag.
      Damit wäre mein Mann, wie er vorher sagte, einverstanden.

      Nun ist er es aber doch nicht mehr.
      Er macht mir den Druck, dass ich alles an den Nagel hängen soll, sonst wäre er weg.

      Er sagt das duale Studium wäre Müll und ich solle lieber was vernünftiges machen.

      Das ist immer seine Argumentationsweise. Wenn ich aufhöre, spannt er mich für seine Zwecke wieder ein und alles läuft wie er es haben will.

      Seine Forderung war :" Du nimmst dir ab morgen einen Krankenschein, kündigst da und dann schreibst du dich an der Uni ein. Wenn du unbedingt deinen Scheiß da machen willst, dann kannst du das alleine machen. Ich kümmer mich dann nur noch um *Kind* und du brauchst dich da dann gar nicht mehr einzumischen.". #schock
      Dann wird er beleidigend ( " Dann heirate doch deinen Studioleiter, wenn du immer nur nach seiner Nase gehst "Oder " So dumm wie du kann man doch nicht sein, so einen Scheiß zu machen"

      Ist schon klar. Als hätte ich als Mutter keine Rechte mehr mein Kind zu sehen.

      Er versucht mich so emotional einzufangen, weiß aber eigentlich, dass ich klüger bin und das mittlerweile auch weiß.

      Er hat immer versucht mich kleinzuhalten. Relativ zu Beginn unserer Beziehung sagte er zu mir, dass ich ihm ja eigentlich schon zu schlau sei. Bis dato hatte er ausschließlich Freundinnen, die sich komplett abhängig gemacht haben von ihm, weil sie keine Perspektiven hatten.
      Die haben ihn dann nach wenigen Wochen verarscht.

      Ich verstehe es nicht. 6 Jahre habe ich ihn unterstützt wo es nur ging und sobald ich ihn brauche, zieht er sich aus allem raus? Nach 5 Wochen?
      Er hat sich 3 Jahre null ums Kind gekümmert, ihm war alles egal.

      Wir streiten uns nur noch, sind sehr distanziert zueinander.
      Ich habe ihm Lösungsvorschläge gemacht, aber er geht keinen Zentimeter auf mich zu.
      Im Moment überlege ich tatsächlich mich zu trennen.

      Ich sehe mittlerweile keinen anderen Weg mehr.

      Kann mir jemand evtl einen anderen Blickwinkel eröffnen ?

      Lg und einen schönen sonnigen Tag #blume

      • Ich bin ehrlich betroffen, dass eine 26 Jahre alte Frau mit einem guten Schulabschluss sich von einem Mann wie ein unmündiges Kleinkind behandeln lässt.
        Das ganze Posting ist echt gruselig!
        Ich weiß gar nicht, wie oft ich in Deinem Text oben gelesen habe: "Er war einverstanden."
        Du holst Dir ernsthaft das Einverständnis von Deinem Partner, damit Du Dich an der Uni einschreiben darfst oder um Bewerbungen zu schreiben oder einen Job anzunehmen????
        Mensch, Du bist doch kein kleines Mädchen mehr, Du bist erwachsen!
        Warum läßt Du Dir von irgendwem vorschreiben, wie Du zu leben hast? Warum machst Du Dich von einem Mann so derart abhängig und läßt dich so drangsalieren? Bist Du Dir selbst so wenig wert?
        Bitte fang an, Dich zu fragen WAS DU WILLST.

        Wach auf und verhalte Dich wie eine Erwachsene! Steh zu Deinen Wünschen und Entscheidungen. Dein Partner möchte eine Beziehung mit einem Kind führen, welches er herumkommandieren kann. Er sucht keine erwachsene Frau mit einer eigenen Meinung.
        Möchtest Du wirklich so Dein Leben verbringen?
        Ich an Deiner Stelle würde so schnell weglaufen von diesem Kerl, wie es nur geht.

        PS sorry, aber dass ausgerechnet Du Psychologie studiert hast, ist ja wirklich pure Ironie...#zitter

        • Nuja , das Einverständnis lag mehr in dem Umstand der Organisation, da es tatsächlich vorkam, dass er den kurzen mal nicht von der TaMu abholte und ich tierische Probleme bekam.
          Ich glaube mein Posting war recht konfus, weil ich aufgrund Schlafmangels etwas müde war und Kaffee brauchte, um mich zu sortieren.

          Dazu habe ich mich finanziell von ihm abhängig gefühlt und deshalb nichts getan.
          Seit einem Jahr habe ich psychologische Begleitung und baue mich daher überhaupt erstmal auf.

          Mit der Caritas habe ich bereits telefoniert, da ich zum einen finanzielle Hilfen benötige , um dauerhaft meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können ( Die Vergütung im dualen Studium ist mehr als dürftig) und gegebenenfalls eine Randbetreuung notwendig ist. Bei meinem System müsste ich den kurzen als in 2 Wochen im Monat beim Vater lassen, eine Woche habe ich Frühdienst und muss ihn dann vor der Arbeit zum Vater bringen und nachmittags vom KIGA abholen. die 3. Woche im Monat habe ich dann von 12.30-20Uhr Dienst. Da wäre die Frage, ob ich ihn abends noch vom Papa abhole , weil er ein später Einschläfer ist.

          Was die Beschaffung einer Wohnung betrifft, habe ich wohl weniger zu befürchten, da ich Erspartes habe , das für Kaution und Einrichtung plus Renovierung dicke ausreichen würde.

      Hallo Du!

      Also, wenn wir jetzt in 1960 wären würde ich sagen: Du mußt machen was Dein Mann sagt. So war das damals, das hat meine Oma zu meiner Mum auch gesagt als sie geheiratet hat.

      Aber wir befinden uns in 2016. Du bist anscheinend eine Frau die mit beiden Beinen im Leben steht. Warum um alles in der Welt lässt Du Dir das gefallen? Du willst studieren und/oder arbeiten? Dann tu es doch!! Dein Mann kann es vielleicht nicht gut finden, aber verbieten darf er Dir das nicht. Und um sein Kind kann er sich genauso kümmern wie Du.

      Also so wie ich das lese und einschätze wird sich Dein Mann nicht ändern. Es gibt Menschen, die sind halt einfach so. Du mußt Deine Einstellung zu ihm ändern. Du bist nicht von ihm abhängig. Ich weiß wovon ich rede, ich war gerade 3 Jahre in Elternzeit und habe zum ersten Mal in meinem Leben kein Geld verdient. In den letzten 3 Jahren hat sich unsere Beziehung so entwickelt dass ich mich nun trennen werde sobald ich meine Probezeit in der neuen Firma rum habe. ICh glaube bei uns hat diese Abhängigkeit alles kaputt gemacht.

      Sag ihm klipp und klar dass Du Deine Vorhaben in die Tat umsetzen wirst. Wenn er dann wieder droht zu gehen, dann zeig ihm mal knallhart die Tür und warte mal ab was dann passiert. Wahrscheinlich flippt er dann völlig aus, aber vielleicht auch nicht.

      Was das finanzielle angeht: lass Dich mal bei Pro Familia beraten was Dir im Falle einer Trennung zusteht (das muß er ja nicht mitbekommen). Er ist Dir und dem Kind zu Unterhalt verpflichtet, Du bekommst Wohngeld/Bafög/ALG2 aufstockend/Erstausstattung für Wohnung ect., Kindergartenbeitrag wird auch bezahlt. Mach Dich schlau, rechne durch. Das war auch das erste was ich gemacht habe. Aber lass Dich doch bitte nicht weiter so runter machen, das hast Du doch gar nicht nötig.

      Ich wünsche Dir viel Kraft.

      LG
      Sunny

      • " ... dass ich mich nun trennen werde sobald ich meine Probezeit in der neuen Firma rum habe."

        Also was man hier so zu lesen bekommt, kann einem echt die Nackenhaare kräuseln!

        Du machst den Zeitpunkt der Trennung von Deinem Mann von Deinem Probezeitende abhängig? #schock
        Ernsthaft???

          • Du hast auch in der Probezeit einen festen Arbeitsvertrag.
            Oder ist er "zur Probe befristet"?

            • Nein, es ist ein fester Vertrag, mit 6 Monaten Probezeit. In dieser kann man innerhalb von 4 Wochen gekündigt werden. Klar, Garantie gibt es danach auch nicht, aber nach einem halben Jahr kann ich es etwas einschätzen. Und da ich ganz bei 0 anfange Geldtechnisch brauche ich einige Monate um eine komplette Wohnungs- und Haushaltseinrichtung zusammen zu sparen, ich besitze nämlich gar nichts, ist alles ihm.

              • Schau mal nach Sozialkaufhäusern in deiner Nähe. Da kannst du einfach hingehen, auch ohne irgendeine "Bescheinigung" oder fürchterliche Notlage. Ich habe beinahe meine gesamte Wohnungseinrichtung in einem solchen gekauft. Insgesamt für maximal 500€.
                Und ich zeige meine Wohnung sehr gerne her und bekomme viele Komplimente für die geschmackvolle Einrichtung. Du musst nicht unbedingt viel Geld haben um die Wohnung gemütlich einzurichten #blume

                • Es gibts in der Nähe einsolches Kaufhaus. Aber das möchte ich nicht, ich bin ja eigentlich nicht bedürftig. Bin zwar momentan arbeitslos, aber ich fände es trotzdem falsch. Ich kann mit meiner Halbtagsstelle ohne Probleme meine Kleine und mich durchbringen, es gibt sicher einige die viel weniger haben als ich. So lange wir uns nicht streiten ist es ja kein Problem, außerdem dauert es mindestens ein Jahr um hier aufm Dorf ne Wohnung zu finden.

                  • Die Sozialkaufhäuser, die ich kenne sind nicht ausschließlich für stark bedürftige Menschen. Da gehen viele Leute auch hin, weil sie die "Flohmarkt-Atmosphäre" schätzen oder weil es alte Sachen gibt, die man bei Ikea nicht findet. Aber ich will dich nicht überzeugen/missionieren. #klee

      Vielen Lieben Dank :)

      Informiert habe ich mich sehr grob. Erstausstattungsgeld bräuchte ich nicht, da ich genug Erspartes besitze und wahrscheinlich (ich habe den exakten Wert nicht durchgerechnet) auch noch ein paar Monate ohne Unterstützung durchkäme.

      Unterhalt müsste er für den Kleinen ohnehin zahlen , das wäre ja schon mal nicht das größte Problem.

      Von meinem letzten Freund habe ich mich getrennt, weil er nicht wollte, dass ich studiere, sondern direkt arbeiten gehe, was ich damals nicht wollte.

      Nach Wohnungen habe ich auch schon Ausschau gehalten und einige gefunden, die passen würden auch finanziell und von meinem Arbeitsort und vom Kindergarten nicht weit entfernt sind.

      Meine Arbeitskollegin war in derselben Situation und hat mir auch Rat und Hilfe angeboten. Ihr damaliger Partner war von ähnlichem Charakter und hat sie ebenfalls unterdrückt.
      Meine Chefs wissen ebenso von seinem Naturell und haben mir auch Unterstützung zugesagt.

Hallo libe knusperfelix,

eventuell ist diese Seite was für dich re-empowerment.de

ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen für die nächste Zeit.

Viele liebe Grüße
princes01

Mir ist deine Fragestellung noch nicht ganz klar.

Suchst du Alternativen zur Trennung?

Oder eher Ideen, wie du die Trennung "gut gestalten" kannst?

Dein Mann hat offensichtlich ein enormes Minderwertigkeitsproblem und muss dich deswegen zwanghaft "klein" halten.

Deine Formulierungen lassen darauf schließen, dass du dich ihm grundsätzlich unterordnest, dass ihr nicht auf Augenhöhe steht, oder fragt er dich auch bei allem um dein Einverständnis?

Vielleicht kann dir deine psychologische Betreuung aus dieser Unterworfenheit heraushelfen, zur Not eben durch eine Trennung. Das ist zwar immer sehr traurig, insbesondere für beteiligte Kinder, aber du möchtest sicher weder dein restliches Leben so verbringen, noch willst du deinem Sohn ein derartiges Vorbild sein. (BTW: wie ist denn das Verhältnis deiner Schwiegereltern zueinander, wird die Mutter da auch so unterbuttert?)

Alles Gute!
S.

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