Woher weiß man, welcher Weg der richtige ist?!

    • (1) 23.10.16 - 22:28

      hallo zusammen

      ich weiß nicht recht, wie ich meine Frage stellen soll und dass es keine direkte Antwort darauf gibt, weiß ich.. aber vielleicht mag ja jmd. von seinen eigenen Erfahrungen berichten

      ich bin grad mit mir arg im Unreinen, welche Entscheidung die richtige ist

      gehen.. bleiben.. kämpfen.. aufgeben.. damit abfinden und so weiterleben.....

      ich schiebe momentan immer die Kinder (drei an der Zahl), die Finanzen und das Haus (mein Elternhaus, welches ich nicht verlieren möchte; Kreditabzahlung) vor, fürs "erstmal bleiben und damit abfinden"
      glücklich bin ich schon lange nicht mehr wirklich und die Gefühle sind kaum mehr positiv.. ich ertrag kaum mehr seine Anwesenheit, geschweige denn Berührungen
      viel Streit, wenig vernünftige Kommunikation möglich.. viele unterschiedliche Ansichten, Interessen etc. - ich würde sagen, das klassische "auseinandergelebt" nach ca 12 Jahren Beziehung/11 Jahren Ehe

      Woher wusstet ihr für euch, dass außer Trennung nichts mehr hilft?
      Also, dass es wirklich vorbei ist?
      Was habt ihr alles als "Rettungsversuche" unternommen?

      • Irgendwann muss es doch mal gepasst haben, wenn man 3 Kinder in die Welt setzt?
        Wenn ich 3 Kinder hätte und noch ein Haus dazu würde ich meinen Arsch heben und kämpfen. Woher kommt der viele Streit? Warum ist keine vernünftige Kommunikation möglich? Woher kommen die unterschiedlichen Ansichten? Ich könnte mir vorstellen, dass es schwierig ist, mit 3 Kindern noch sich selbst und den Partner zu sehen. Das Du das als klassisches Auseinanderleben wahrnimmst, sagt mir, dass das doch in den Griff zu bekommen sein sollte. Wenn Dein Mann kein Thema mit sich rumträgt, welches ein Zusammenleben unmöglich macht, wird's Zeit zu kämpfen.

      Hallo,
      Kurzversion: nachdem es mir ca 1 Jahr schlecht ging, habe ich eingesehen, daß ich nicht körperlich krank bin, sondern meinen damaligen Mann nicht mehr liebe. Im Nachhinein haben wir nie zusammengepasst und auch die Ehe nicht aktiv gestaltet. Und als ich ihn mir so nüchtern angeschaut habe, war ich mir auch sicher, daß ich ihn nicht mehr lieben möchte. Daß ich mit ihm nicht länger leben will, Sex haben will, was eben alles dazugehört. Daher habe ich keine Rettungsversuche unternommen. Er hat es nicht akzeptiert, daß ich trotz 10 Jahre und 2 Kinder (damals 3 und 4 Jahre alt) einfach alles aufgeben will und hat auf eine Ehetherapie bestanden#kratz Nach einer Sitzung und 3 Monaten Nebeneinanderherleben hat er dann begriffen, daß wirklich Hopfen und Malz verloren ist. Übrigens war die erste Frage, als ich ihm gesagt habe, daß ich mich trennen will 'Und was machen wir mit dem Haus??' Sorry, aber was für ein Arsch dachte ich nur. Meine Welt, meine Familie bricht zusammen und er fragt schon, was wir mit dem Haus machen....
      Allerdings ging es bei mir einfach nicht mehr, mein Körper hat die Entscheidung getroffen und ich hätte keinen Monat mehr so weitermachen können (Rhythmusstörungen und auf 54kg runter bei 172cm...).
      Inzwischen ist das 5 Jahre her, wir haben uns ohne großen Streit getrennt, sind beide wieder verheiratet und mögen den jeweils neuen Partner. Die Kinder leben im Wechselmodell jeweils eine Woche hier bzw dort, wir wohnen 500m voneinander entfernt. Und die ersten Monate waren echt beschissen, aber inzwischen sind wir alle glücklicher, auch die Kinder profitieren davon. Noch optimaler wäre es für sie nur, wenn wir direkt nebeneinander wohnen würden ;-)

      Viele Grüße

    • Hallo,

      anfangs war alles harmonisch, schöne Beziehung, dann Ehe, gemeinsames Haus. Keine Kinder trotz 7 Jahre Therapien, künst. Befruchtung und vieles mehr. Nachdem wir beschlossen haben keine Versuche mehr zu unternehmen, Kinder zu bekommen, ging es bergab mit unserer Ehe.

      Ja, ich habe auch lange überlegt, dann gekämpft und mich letztendlich getrennt.
      Es ist einige Jahre her.

      Ca. 2,5 lang habe ich Verschiedenes bei meinem Ex-Mann direkt angesprochen, er versprach immer Besserung, dies hielt nicht lange an (höchstens 3 Wochen, dann alles von vorn).
      Unsere Streitpunkte waren: seine extreme Kontrollsucht, wie viel Geld ich auf dem Konto habe (hatten getrennte Konten), was ich für mich ausgebe, was ich esse (ja, das stimmt), wie viel Sport ich treibe. Anmerkung - bin schon immer schlank gewesen und bin extrem sportlich. Wenn ich in seinen Augen zu wenig Sport gemacht habe (7 x Woche mehrere Stunden im Fitnessstudio und Laufen draussen), wurde ich ermahnt und er sprach mehrere Tage nicht mehr mit mir. Ständiges Nörgeln an mir wie z. B. Mensch bist du fett, achte auf deine Figur, warum heute nur 10 km gelaufen, streng dich an du loser.... (ist noch harmlos).

      Dann wieder Entschuldigungen, er würde mich sehr lieben und besonders dann, wenn ich dies und das ändern würde, also sparsamer werden, noch schlanker und noch sportlicher.

      Ich wollte kämpfen, dachte, wenn ich mich mehr anstrenge, wird er mich irgendwann wirklich lieben. Aber wie sehr ich mich anstrengte, desto mehr Kritik bekam ich. Bis ich endlich begriff, dass ich nicht das Problem bin, sondern der falsche Mann an meiner Seite.

      Ich war in Therapie für ein 3/4 Jahr - die Ehe retten. Mein Ex-Mann wollte nicht mit, ich soll zuerst hingehen, wenn es was bringt, geht er dann mit.

      Nun ja, ich fand es sehr gut dort in der Therapie. In den Gesprächen wurde mir so Einiges klar. Ich hatte endlich wieder zu mir gefunden, meine Gedanken sortiert und mich getrennt.

      Mein Ex-Mann hat mich ausbezahlt, er hat das Haus behalten.
      Ich bin ausgezogen und bin so glücklich wie nie zuvor.
      Nach der Trennung musste ich keine faulen Kompromisse mehr machen, ich muss niemanden etwas beweisen, damit mich jemand liebt.
      Ich bin absolut glücklich und bin wirklich froh, dass ich nicht noch mehr Zeit verloren habe in dieser, zum Schluss, lieblosen Ehe.

      Mein jetziger Freund trägt mich auf Händen, wir sind 2 sehr glückliche Menschen, die sich gesucht und gefunden haben.

      Alles Gute für dich!

      Hallo,

      ich kann nur von meiner Freundin, einer vierfachen Mutter (eins davon ist mein Patenkind) berichten.

      Sie ist vor zwei Monaten ausgezogen. Ich hab grad beim lesen gedacht, DAS IST SIE, denn Du schreibst ihre Geschichte.

      Sie weiß auch seit einiger Zeit, dass es nicht mehr passt. Sie waren über ein Jahr in einer Paartherapie, er hat sich sehr zum positiven geändert. Aber der Ofen bleibt aus. Und dann ist sie letztendlich den letzten Schritt gegangen: "Ich liebe ihn nicht mehr, ich ziehe aus".

      Sie ist bei den meisten im Umfeld der Buhmann. Hat ihren vollzeit arbeitenden Mann mit den Kindern und dem Hund im Haus gelassen und macht sich jetzt ein schönes Leben.

      Aber so einfach ist es nicht. Ich persönlich finde es unheimlich mutig und konsequent. Viele Frauen und Männer warten, bis die Kinder "aus dem Gröbsten raus" sind, bevor sie sich eingestehen, dass man sich als Mensch/Paar soweit verändert hat, dass es halt einfach nicht mehr passt. Wir Menschen verändern uns. Unabhängig vom vielleicht perfekten Umfeld. Wichtig ist doch nur eins: Das man als Mensch mit dem passenden Umfeld glücklich ist. Man hat nur ein Leben.

      Meiner Freundin geht es jetzt viel besser. Natürlich ist es für alle Beteiligten schwierig. Sie müssen sich ganz anders organsieren und das muss sich erst einspielen.

      Wir können uns gern weiter darüber austauschen, wenn Du magst. Ich bin keine Verfechterung von Kämpfen an Stellen, wo sich ein Kampf ganz offensichtlich nicht mehr lohnt! Nur weil ich vor 10 Jahren eine Entscheidung getroffen habe, muss ich nicht das ganze Leben lang glücklich mit dieser Entscheidung sein.

      VG A.

      • Danke für das Angebot bzgl des weiteren Austausches.. :)

        großen Respekt an deine Freundin, dass sie diesen Schritt "gewagt" hat..

        Sie hat sich also eine Wohnung gesucht und die Kinder blieben beim Mann?! Das könnte ich mir zB gar nicht vorstellen. puuh. das stell oh mir sehr schwer vor

        • Hi,

          das ist es auch. Schwierig. Ich muss allerdings dazu sagen, dass die Wohnung keinen Kilometer entfernt ist. Und ... der Mann macht morgens die Kinder fertig, meine Freundin arbeitet nur 12h/Woche und empfängt die Kinder mittags zu Hause, kümmert sich um die Nachmittagsaktivitäten, kocht, schmeißt (noch) den Haushalt und verlässt das Haus, kurz bevor er dann abends heim kommt und wieder "übernimmt".

          Natürlich ist es schwer, aber sie wollte den Kindern nicht das Zuhause, ihr Umfeld nehmen. Sie ist keine der Frauen, die den Mann ausbluten, um im "Nest sitzen zu bleiben". Mal hart ausgedrückt. Ihr ist völlig klar, dass sie mit ihrem Minijob weder das Haus, noch Wohnung, Auto ... finanzieren kann. Aber sie geht jetzt Schritt für Schritt ... auch ich bin gespannt, wie sich das zukünftig entwickelt.

          VG

          • das ist natürlich super, dass das so erstmal klappt..
            ich könnte mir nicht vorstellen, ihn hier mit den Kindern (und meiner Ma) in meinem Elternhaus allein zu lassen und zu gehen..

            klingt total doof irgendwie.. aber nee, kann ich mir nicht vorstellen..
            das ist eben auch eine große Hürde bei mir.. ich haben ebenfalls bis dato nur einen Minijob und wüsste nicht, wie ich das alles hinbekommen soll dann.. möchte aber eben auch nicht das Haus verlieren..
            ich mag mir selber dabei gar nicht "zuhören".. das klingt so fies.. es ist unfair ihm gegenüber, das weiß ich wohl.. *heul*

    Das kenn ich gut. Mein Ex hats mir leicht gemacht, nach Jahren dieser Unsicherheit hat er mich mit einer Kollegin betrogen und war blöd genug, dass ich drauf gekommen bin. So hatte ich endlich einen Grund und es hat sich sofort derartig richtig angefühlt!

    Du wirst es tun müssen.

Gefühle können in der täglichen Belastung durch Job und Familie schnell auf der Strecke bleiben, wenn man nicht permanent als Paar an seiner Beziehung arbeitet.
Aber zwischen euch muß es ja irgendwann mal Liebe gegeben haben, sonst hättet ihr wohl kaum 3 Kinder bekommen, oder?

Außerdem gehöre ich zu den hoffnungslos altmodischen Menschen, denen das Eheversprechen wirklich etwas bedeutet. Daher sollte bei euch eine Paartherapie das Mindeste sein, was ihr versucht, bevor ihr über Trennung nachdenkt.

  • sicherlich war es anfangs anders zwischen uns.. und Gefühle waren da.. ??
    in meiner Lebensplanung kam definitiv auch keine Trennung/Scheidung vor..
    ich bin in einer "intakten Familie" groß geworden und fand das immer super (leider ist mein Vater vor 10 Jahren verstorben) - mein Mann wiederum ist ein Scheidungskind

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Die Antwort hast Du Dir eigentlich schon selbst gegeben. Wenn man weder Berührungen, noch Anwesenheit des Partners erträgt, ist es Zeit, die Karten offen auf den Tisch zu legen.

Du verkaufst Dich ja nur selbst, zum schlechten Preis. Wie viel bist Du Dir denn selbst Wert?

Eine vergangene Liebe wächst seltenst neu, wenn die Flamme erstmal erloschen ist. Häufig ist der Respekt voreinander schon lange gegangen. So etwas wieder zu finden, ist häufig schwierig bis aussichtslos. Besonders dann, wenn man da schon zu stehen scheint, wo Du stehst.

Ich habe auch zuerst gekämpft. Wie viele meiner Freundinnen auch. Gegangen sind sie trotzdem irgendwann, genauso wie ich. Irgendwann ist der Leidensdruck so groß, da kann man einfach nicht mehr.

Hör auf Dein Herz. Es erzählt einem immer, welcher Weg der richtige ist. Zum Schluss fehlt es vielen nur an einem: am Mut den letzten Schritt zu gehen.

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