In der Sackgasse, kämpfen oder aufgeben

    • (1) 05.12.16 - 00:04

      Hallo,

      dies ist mein erster Beitrag sonst lese ich nur.
      Zu den Rahmenbedingungen, ist vielleicht wichtig zu wissen:

      - beide 27, 4,5 Jahre Beziehung, auf beiden Seiten kein Wunsch nach Heirat oder Kindern, nicht zusammen gewohnt

      - dieses Jahr hat er die Meisterprüfung nicht bestanden (er hat wirklich extreme Prüfungsangst, beim arbeiten ist er wirklich spitze )

      - der erste Job nach der Meisterschule war absolut ein Reinfall

      - "sein" Kaninchen ist verschwunden und wurde dann tot von uns aufgefunden, er hat wirklich extrem an ihr gehangen

      - sein Vater ist vollkommen überraschend dieses Jahr bei einem Motorradunfall verstorben (er war der sicherste Motorradfahrer und Schuld war auch keine überhöhte Geschwindigkeit sondern eine Verkettung unglücklicher Zustände)

      Dieses Jahr war also extrem hart für ihn besonders da er sehr eng mit seinem Vater war und beide gerade damit beschäftigt waren "unsere" Wohnung zu renovieren. (In seinem Elternhaus wurde die ehemalige Gaststätte für uns umgebaut)

      Vor drei Wochen hat er sich nun ein Auto gekauft was er sich eigentlich nicht leisten kann. Wir haben beide vielleicht extrem reagiert und so kam es zur Trennung. Seit dem Wochenende haben wir wieder Kontakt. Er sagt ehrlich dass es ihm im Moment einfach nur scheisse geht. Er nicht weis was er will und so hab ich das Gefühl, er hat Angst dass er was verpassen könnte. Nicht im Bezug auf Frauen.

      Während der drei Wochen Trennung hat er auch eine entfernte Bekannte geküsst, im Alkoholrausch, beide sagen es war ein Fehler und es ist für mich okay. Wir waren getrennt und manchmal passieren solche Sachen, mir selber auch schon.

      Naja heute morgen haben wir uns gesehen und ein paar schöne Stunden verbracht, heute Abend hatten wir dann wieder über Whatsapp eine Diskussion die sich total hochgeschaukelt hat. Ich wollte einfach dass er mal redet und habe ihn wirklich sehr bedrängt und habe mich letztendlich ins Auto gesetzt und wollte zu ihm fahren. Das war ihm in dem Moment zuviel und er hat mich wieder blockiert. Noch auf der Fahrt dahin habe ich gemerkt dass es ein Fehler war und bin umgedreht war aber schon zu spät, bevor er mich blockiert hat, indem Moment in welchem ich es ihm sagen wollte war ich blockiert.

      Ja und jetzt sitze ich hier und weiß nicht weiter. Kämpfen oder Aufgeben.
      Ich bin leider mehr so der Typ kämpfen und das leider bis ich am Boden liege und nicht mehr kann. Bei meinem Exfreund bin ich damals für ein halbes Jahr ins Ausland geflüchtet weil ich ansonsten einfach nicht von ihm losgekommen wäre. Ich habe extreme Probleme mit Trennungen. Ich habe wirklich gute Freunde die sich das alles wieder und wieder anhören. Aber trotz allem mus ich einfach wissen, seht ihr noch einen Sinn und vor allem wie habt ihr den Absprung geschafft?

      • Anscheinend kannst Du ihm momentan nicht das geben, was er braucht. Wenn Du ihn bedrängst, weil Du meinst, er *muss* reden (und ihn und seine wirklichen Bedürfnisse ignorierst), dann solltest Du absolut auf Abstand gehen. Dann kommt noch dazu, dass Du einfach hinfährst, das ist ja das Maximum an Aufdrängen gegen seinen Willen. Auch die Geschichte mit Deinem anderen Exfreund spricht Bände. Du akzeptierst anscheinend die Grenzen Anderer nicht, wenn Du welche gezeigt bekommst. Und stösst Dein Gegenüber damit noch weiter weg.

        Wenn Du Deinen Ex wirklich gern hast, dann lass ihm den Abstand, den er jetzt braucht und dräng Dich nicht schon wieder gewaltsam auf. Dass er Dich geblockt hat zeigt, er will absolut keinen Kontakt im Moment und deswegen wäre es sehr respektvoll von Dir, wenn Du ihm diesmal die Entscheidung überlässt, ob er je wieder mit Dir kommunizieren will. Dass Du geduldige Freunde hast ist gut, aber vielleicht überlegst Du Dir mal und arbeitest daran, warum Du meinst, kämpfen zu müssen, obwohl der Andere schon deutlich sagt, er möchte das nicht.

        Ich finde, du nimmst dieses "kämpfen", wie es gemeinhin so schön heißt, zu wörtlich. Bei dir klingt es beinahe übergriffig und anstrengend. Du willst deinen Freund zu etwas nötigen und kannst seine Grenzen nicht akzeptieren.

        Deine Frage ist eigentlich obsolet, denn ER hat dich jetzt in die Schranken gewiesen und deinem Wunsch nach "kämpfen" einen Riegel vorgeschoben. Schade, denn das müsste vielleicht nicht so sein, weil ihr euch getroffen und euch gut verstanden habt. Und dann brecht ihr eine Diskussion vom Zaun.....wobei das hochgradig infantil ist. Man diskutiert doch nicht schriftlich per Whatsapp so elementare Dinge, die die Partnerschaft betreffen. Kein Wunder, dass du dich da aufführst wie der Elefant im Porzellanladen, weil die Stimme, Mimik etc. fehlen und du gar nicht richtig einschätzen kannst, was der Gegenüber empfindet. Da wusste er sich vermutlich nicht anders zu helfen, als dich komplett zu sperren, um sich dich vom Hals zu halten.

        An deiner Stelle würde ich zurückrudern und mich entschuldigen bzw. deutlich machen, dass du ihn nicht nötigen wolltest. Dann hat er dich Chance, auf dich zuzukommen, wenn ihm danach ist.

        An deiner Stelle würde ichnaber nicht zu viel erwarten. Er hat viel erlebt in dem Jahr und normalerweise zieht man sich nicht komplett zurück (geht ja auch nicht ohne Weiteres, wenn man zusammen wohnt und lange ein Paar ist). Entweder bekommt er von dir nicht die Unterstützung oder die Ruhe, die er braucht oder er ist die Art Mensch, der dann niemanden an sich ranlassen kann, was auch ziemlich anstrengend sein kann im Laufe des Lebens. Ihr habt ja kaum Krisen mitgemacht bisher, da kann noch einiges kommen,,wenn ihr eine gemeinsame Zukunft geplant hattet. Deshalb ist es nicht verkehrt, jetzt zu erkennen, wie man in anstrengenden Zeiten miteinander klarkommt und wie sich jeder dabei verhält. Oder wie heißt es so schön: In Krisenzeiten lernt man die Menschen erst richtig kennen.
        Bei euch scheint es jetzt an der Zeit zu sein und vielleicht passt es doch nicht so optimal zwischen euch.

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