Hausratsaufteilung nach Scheidung

    • (1) 16.12.16 - 11:12

      Hallo zusammen,

      ich bin auf der Suche nach Hilfe. Im internet steht vieles drin, aber leider auch viele Meinungen.

      Es geht um Haushaltsaufteilung bei Scheidung. Gibt es das "was ich in die Ehe mitgebracht habe, bleibt meins" nicht mehr? Sprich, wird wirklich alles aufgeteilt? Und wie ist das mit Sachen, die einem alleine von Eltern, Tanten etc. geschenkt wurden? Muss man nachweisen können, dass es tatsächlich Geschenke waren? Weil sonst könnte man ja vieles behaupten.

      Es geht hier auch nicht um mich, sondern um die Ex-Frau meines Freundes. (Und nein wir haben es nicht nötig, sich um Kleinigkeiten zu streiten, nur geht das ganze Theater schon seit übe 2 Jahren und mein Freund ist echt fertig).

      Ich hoffe, dass hier jmd. Erfahrung hat, ggf. sogar Anwalt für Familienrecht oder Richterin ist und uns helfen kann.

      Danke.

      Gruß
      Biene

      • (2) 16.12.16 - 12:59

        Bist Du wirklich sicher, dass Du hier eine bessere Beratung findest, als bei einem Anwalt? Wenn der Terror schon seit zwei Jahren so geht, dann sollte man das eventuell endlich mal ordentlich klären.

        • (3) 16.12.16 - 14:38

          Das kuriose an der Sache ist ja, es läuft alles über anwälte. Aber seine exfrau ist der meinung, ihr steht alles zu. Sie hatte früher nix und will alles. Und es ist für meinen freund inzwischen nur noch ein psychoterror, er ist mit den nerven fertig und ich bin es langsam auch.

          Ich dachte halr, ich frag hier mal nach erfahrungen.

          • (4) 16.12.16 - 15:00

            Seit zwei Jahren zoffen sie sich wegen irgendwelcher Möbel, Geschenke und anderer materieller Sachen vor Gericht? Und keiner kommt auf die Idee, einfach mal zu sagen: "Dann behalt den blöden Schrank halt, wenns Dir weiter hilft!", damit Ruhe ist?

            Ey das sind Gegenstände, das Andere sind Eure Nerven.

            Oder geht es da um richtige Werte?

          • Ich gehe mal davon aus das keine besonderen Wertsachen dabei sind.

            Das Problem bei der Sache ist: Die gerichtliche Auseinandersetzung über den Hausrat wird teurer als die Neubeschaffung - denn es fallen nicht nur die Kosten für das eigentliche Verfahren, sondern auch für das Wertgutachten jedes einzelnen strittigen teiles an.

            Ich würde es einfach abhaken und bleiben lassen.

      (6) 16.12.16 - 14:54

      Hallo Biene,
      doch, diese Regel gilt im Großen und Ganzen. Natürlich wird alles,was während der Ehezeit angeschafft wurde, geteilt. Aber das, was vorher bereits existiert hat, ist in der Regel eindeutig zuordenbar und gehört dem ehemaligen Eigentümer.
      Und ja, das muss alles nachgewiesen werden (z.B. durch Einkaufsbelege).
      Geschenke sind so eine Sache. Tanten und Onkel,... können nämlich tatsächlich auch während einer bestehenden Ehe dem nichtverwandten Ehepartner Geschenke machen - eigentlich ist das sogar üblich. Hier müsste man tatsächlich nachweisen, dass auch damals schon das Geschenk schon ausdrücklich ausschließlich für die leibliche Verwandtschaft bestimmt war und definitiv auf gar keinen Fall für den Ehegatten.

      Erbschaften gehen prinzipiell nur an die betreffende Person und nie an den Ehegatten.
      Ein Richter kann hier nur bedingt helfen. Ein Richter kennt nicht die Güter der Ehe.

      Mein Bruder hat damals seinen gesamten Hausrat einfach aufgegeben. Ihm war das letztendlich egal. Sein Seelenfrieden war ihm wichtiger. Vielleicht solltet ihr euch das auch mal überlegen. Offenbar könnt ihr darauf verzichten. Was bringt es euch also jetzt noch sinnlos Geld in einen Anwalt zu stecken?

    • Beim durchschnittlichem Hausrat zahlt es sich in Geld betrachtet meist nicht aus um das Zeug vor Gericht lange zu streiten. Die kosten sind zu hoch!

      Als Faustregel kann man annehmen: pro Jahr 10% vom Neuwert weniger wert. Und das ist teils zu hoch gegriffen.

      Warum schenkt dein Freund ihr das Krempel nicht einfach?

      Wenn er aus Prinzip drum streiten will, dann muss ihm auch klar sein, dass es auch Nerven kosten kann. Ist er dazu bereit?

      LG

      (8) 16.12.16 - 19:31

      Hallo,
      genau das was dein Freund macht, aus den Gründen die euch jetzt passieren, nämlich das streiten um den "wertlosen" Hausrat habe ich bei meiner Trennung von meiner Ex Frau 2004 nicht gemacht.

      Ich habe meine persönliche Bekleidung, meinen PC mit Software und Spielen und mein Auto mitgenommen.
      Den kompletten Hausrat mit allen Möbeln und allem drum und dran habe ich ihr gelassen.
      Nicht nur das, ich habe ihr mit meinem Freund sogar den Umzug aus unserer dann ehemaligen Wohnung organisiert und dabei geholfen.

      Ich habe mir dann nach und nach alles neu gekauft.

      Ich habe das nämlich schlicht einfach mal realistisch nachgerechnet was ein Streit um den Scheiß mit 2 Anwälten und Gericht gekostet hätte.
      Das stand inklusive der blank liegenden Nerven und der langen Dauer die ich dann noch regelmäßig mit meiner Exfrau zu tun gehabt hätte nämlich in keinem Verhältnis zu dem Wert des Hausrats.

      Mein Tipp.
      Lasst der Ex den Scheiß Hausrat und hört auf den Gerichten und 2 Anwälten weiter Geld in den Rachen zu schieben und beendet das, am besten sofort.

      Gruß
      Demy

      (9) 16.12.16 - 19:51

      Doch das gilt schon noch und normalerweise gehören jedem die Dinge, bei denen man im Kaufvertrag steht.

      Die Frage ist, was für Sachen will sie denn GENAU? Sie müsste ja beweisen, dass X noch in seinem Besitz ist, damit sie die Herausgabe fordern kann. Ggf hat eben x den Umzug nicht überlebt und Y ist wegen Abnutzung entsorgt worden.

      Ich kann mir (Bauchgefühl) nicht vorstellen, dass ein Gericht ihr heute noch irgendwas vom alten Kram zuspricht resp. einen Wertausgleich.

      Würde sie klagen? Falls ihr davon nicht ausgeht, würde ich die Kommunikation einstellen. Oder erfolgt das im Scheidungsverbund?

      LG Küstenkönigin

      • (10) 17.12.16 - 10:35

        Also es ist so, dass mein Freund in einer eigenen Wohnung im Haus seiner Eltern wohnt. Sämtliche Möbel stehen also noch hier. Während der Ehe wurde das Schlafzimmer und die Flureinrichtung gekauft sowie einen Fernseher. Der Rest war vorher schon hier. Und genau diese Sachen wie Flur, Schlafzimmer und Tv fordert sie nun.

        Ich habe meinem Freund auch geraten, des Friedens willen und endlich einen Abschluss zu finden, den Kampf aufzugeben. Das sieht er inzwischen auch so, allerdings hat er Angst, dass danach immer noch keine Ruhe ist und ihr immer wieder was neues einfällt.
        Und außerdem weiß er nicht, wie sie die Sachen hier rausschaffen will (sie darf und soll auch nicht mehr in seine wohnung) und wenn er die Sachen abbaut, kann sie ja hinterher behaupten, dass er da was kaputt gemacht hat. Eine Firma beauftragen? Wer würde die Kosten dafür tragen? Sie, er, beide?

        • (11) 17.12.16 - 12:33

          Dann soll er das als Kompromiss vorschlagen. Sie soll eine Spedition beauftragen den Kram zu holen und sie trägt die Kosten dafür, dann verzichtet er auf einen Wertausgleich. Und sie bestätigt seinem Anwalt gegenüber schriftlich, dass dann allr Ansprüche abgegolten sind. Wenn sie alles gemeinsam Angeschaffte bekommt, muss sie ja ausgleichen. :-)

          Dann soll sie doch mit einem "alten" TV fern gucken und auf euren Matratzen schlafen. Wer das braucht...

          Wenn sie diesen Vorschlag dann nicht annimmt, müsste sie ja erklären, was ihr Problem ist. Das würde das Gericht dann sicher auch gern wissen.

          LG Küstenkönigin

          (12) 19.12.16 - 08:16

          Das klingt irgendwie überhaupt nicht so, als würde das über einen (guten) Anwalt laufen, wenn Dein Freund immer noch kein Angebot an die Ex abgegeben hat und Angst hat, es könnte zu weiteren Forderungen kommen.

          Denn wie schon gesagt kann man das so regeln, dass sie ein entsprechendes Schreiben bekommt, sich um die Abholung durch ein Unternehmen selbst kümmern muss (natürlich in Absprache mit Deinem Freund bzgl. eines Termins) und hinterher alle Ansprüche abgegolten sind. Warum hat der Anwalt das nicht schon lange veranlasst?

    (13) 17.12.16 - 13:53

    Mir wurde des so erklärt:

    meins bleibt meins

    seins bleibt seins

    und das zusammen gekaufte...da einigt man sich am besten selbst....

    Obwohl wir noch gar nicht geschieden sind, habe ich zu meinem Noch-Mann gesagt, dass er in 6 Wochen alles hier rausholen und Müll entsorgen soll. Der Rest ist dann meins und so schreiben wir es auch in die Trennungsvereinbarung. Dass danach alle Ansprüche erloschen sind.

    Die Kurzform der Vereinbarung ist: Er räumt seinen Krempel raus, bekommt das fast neue Auto und ich den Hausrat. Fertig!

    Wo liegt das Problem, dass sie eine Spedition beauftragt (bei My Hammer kann man auch kostengünstig etwas finden) und das Schlafzimmer samt TV mitnimmt? Wenn das Schlafzimmer und die Möbel im Flur während der Ehe neu angeschafft worden sind, ist doch klar, dass sie wenigstens die Hälfte davon bekommen zu hat.

    Ich verstehe deinen Mann wirklich nicht, dass er eine so simple Sache so ausufern lässt. Gebt der Frau was ihr zusteht, wahlweise Schlafzimmer- oder Flurmöbel, dann habt ihr eure Ruhe.

    • Naja wenn das alles so einfach wäre, wäre das auch alles schon lange geklärt. Mein Mann hat über seinen anwalt mitgeteilt, dass sie die sachen, die sie fordert (und sie fordert nicht schlafzimmer ODER flur sondern Schlafzimmer UND flur) abholen kann, wenn sie dafür unterschreibt, dass dann alles erledigt ist und sie keine weiteren Forderungen bzgl. Hausrat mehr stellt. Und das tut sie nicht, sie unterschreibt nix. Stattdessen stellt sie imme neue Forderungen.

      Mein mann guckt sich bereits nach neuen möbeln um, eben weil wir unsere ruhe wollen. Aber wir bekommen sie ja nicht.

Hallo

"Also es ist so, dass mein Freund in einer eigenen Wohnung im Haus seiner Eltern wohnt. Sämtliche Möbel stehen also noch hier. Während der Ehe wurde das Schlafzimmer und die Flureinrichtung gekauft sowie einen Fernseher. Der Rest war vorher schon hier. Und genau diese Sachen wie Flur, Schlafzimmer und Tv fordert sie nun."

Ich stelle mir die Sachen wie folgt vor:

- eine Flurkommode oder vl Garderobe
- evtl ein Spiegel
- vielleicht ein Läufer im Flur
- ein Fernseher
- ein Bett
- zwei Nachttischchen, meinetwegen mit Lämpchen
- ein Kleiderschrank
- vl noch eine Schlafzimmerkommode und ein Teppich

Mein Gott, das (vor allem gebrauchte!!) Zeug ist doch bei weitem weniger wert, als diese Prinzipienreiterei mit Anwälten und Co Euch kostet.

Mein Rat: Dein Freund soll der Tussnelda den ganzen Plunder überlassen.
Dann kauft Euch halt ein neues Schlafzimmer - ich wollte in Deinem Fall auch nicht unbedingt in einem Bett schlafen, in dem damals die Ex schlief.
Sehr es als einen Neubeginn, geht gemeinsam neue Sachen kaufen - nach Eurem Geschmack, mit Deinen Wünschen darunter.

Das sind vielleicht ein paar Tausender - je nachdem, was Ihr kauft und wo Ihr es kauft.
Das müsst Ihr wissen.
Und dann ist Ruhe, fertig.
Das Geld für neue Möbel und einen Fernseher hat man doch auf einer Pobacke abgesessen....

LG

Hallo Biene!

Ist ja eine schlimme Sache die du da schilderst. Da ich zur Zeit in Hannover lebe kann ich dir nur einen Anwalt aus meiner Umgebung empfehlen der aber in dieser Hinsicht wirklich top ist.
Wenn du willst kannst du ja gerne auf http://gramm-recht.de vorbeischauen. Ich denke in Sachen Haurtatsaufteilung nach der Scheidung wird es nicht all zu viele Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland geben.

lg Michaela

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