Ärger mit Ex-Mann wegen Steuererklärung

    • (1) 29.12.16 - 12:21

      Hallo ihr Lieben,
      als erstes hoffe ich, dass ihr alle schöne Weihnachten hattet.

      Ich muss mal grad etwas Dampf ablassen. Es geht um meinen werten Herrn Ex-Gemahl und seine Nachzahlung ans Finanzamt.

      Leider habe ich, aufgrund mangelnden Wissens, für das Jahr nach unserer Trennung die Steuererklärung wieder alleine gemacht. Wahrscheinlich aufgrund dessen (und der Tatsache, dass wir beide die Änderung unserer Steuerklassen vergessen haben), musste er ein paar Tausend Euro ans Finanzamt nachzahlen. Er wollte, dass ich mich anteilig daran beteilige, weil er mir ja angeblich zu viel Unterhalt gezahlt hat (der Unterhalt wurde aber anwaltlich festgelegt, also kann er da gar nicht zu viel gezahlt haben). Er drohte mir schon an, dass es für das Jahr darauf genauso sein würde und ich mir ja an fünf Fingern abzählen kann, wie viel er da von mir verlangen wird.

      Dieses Jahr kam er dann aber mit der Anlage U, die ich ihm bitte unterzeichnen möchte. Damit würde er wohl einer (größeren) Nachzahlung entgehen. Eine Nachfrage bei meinem Anwalt ergab, dass ich im Gegenzug von ihm die Unterschrift für meinen Nachteilsausgleich einfordern soll. Jetzt weigert er sich aber, mir seine Unterschrift zu geben, weil er das nicht fair findet, dass er "pauschal alle meine entstehenden Nachteile übernehmen soll".

      Wäre es nicht für ihn günstiger, wenn er seine Unterschrift auf meinem Nachteilsausgleich leistet? Macht er das nicht, unterschreibe ich die Anlage U nicht. Damit würde er doch wissentlich einer hohen Nachzahlung ans Amt entgegen sehen. Die ich laut meinem Anwalt nicht mitzutragen habe. Oder?

      Liebe Grüße.
      patchoulie

      • Hi,

        das Jahr NACH der Trennung MUSST du einzeln veranlagen. Die Gemeinsame ist da gar nicht mehr möglich. Da hat sich dein Ex vermutlich unzulässig an Stkl. 3 festgehalten und ist auf die Nase gefallen?

        Wg. der nachehelichen Solidarität "musst" du die Anlage U unterschreiben und "muss" er sämtliche entstehenden Nachteile ausgleichen.

        Er soll sich schlau machen, dann rechnet ihr, ob es überhaupt lohnt. Da solltet ihr schon Einigkeit erzielen.

        Grüße Küstenkönigin

                • Sorry, ich glaube, das habe ich etwas missverständlich geschrieben.

                  Für 2015 habe ich noch komplett nachehelichen Unterhalt bekommen. Der ist erst seit diesem Jahr gestrichen, da unser Kind 3 geworden ist und ich wieder angefangen habe zu arbeiten.

                  • Ah ach so. Dann hat er für 2015 den Anspruch auf Anlage U. Die musst du dann für die Folgejahre widerrufen und in 2015 erhaltenen Unterhalt versteuern.

                    Aber er muss dir eben auch die Nachteile ersetzen:
                    - die Differenz zwischen der Festsetzung mit und ohne Unterhalt (bspw ohne Unterhalt 500 Euro Erstattung, mit Unterhalt 300 zahlen, Ausgleich 800 Euro!)
                    - höhere Kitabeiträge
                    - ggf. fehlendes Wohngeld
                    - andere Vergünstigungen, die dann wegfallen

                    Hat er denn so viel gezahlt?

                    • "Ah ach so. Dann hat er für 2015 den Anspruch auf Anlage U. Die musst du dann für die Folgejahre widerrufen und in 2015 erhaltenen Unterhalt versteuern."

                      Das ist so nicht richtig.

                      1. Es gibt grundsätzlich keinerlei Anspruch auf ein Unterschreiben der Anlage U. Es besteht lediglich ein Anspruch auf Zustimmung zum Realsplitting. Die Anlage U ist einer der Möglichkeiten diese zu Erteilen - es ginge auch per formlosem Schreiben. Das ist zwar ein feiner juristischer Unterschied - mit dem aber selbst schon unerfahrene Anwälte auf die Nase gefallen sind.

                      2. Der Anspruch auf Zustimmung besteht natürlich noch über das Jahr 2015 hinaus, denn auch die Ausgleichszahlung kann der UH-Pflichtige wieder im Rahmen des Realsplittings geltend machen. Der Anspruch auf Zustimmung hängt also davon ab, wie lange der UH-Empfänger mit dem UH verbundene Zahlungen erhält.

              Der wird aber auch weniger werden, wenn das Netto des Vaters geringer ist

        Schön blöd von ihm. Sorry. Warum hast du nicht Stkl 2 = Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beantragt?

        LG Küstenkönigin

Top Diskussionen anzeigen