Es läuft alles schief...

    • (1) 05.01.17 - 21:44

      Liebe Mitleidenden, vielleicht könnt ihr mir helfen. Wie ihr wisst, ist es ja oft so, das die Väter bei einer Trennung "die Dummen" sind - die Trennung trifft sie unvorbereitet, sie ziehen überstürzt aus usw... nachher haben sie dann Probleme damit, die Kinder regelmäßig zu sehen oder bleiben bei einer Scheidung finanziell sehr angeschlagen zurück.

      Nun, mein Problem: Für meinen Mann kam die Trennung nicht unvorbereitet. Wir sind quasi schon ein Jahr im Auf- und ab geschwommen, und als ich dann zum Anwalt gegangen bin, weil es wirklich nicht mehr ging, musste ich feststellen, dass mein Mann alle Selbsthilfeforen für Männer wohl schon durchgeackert hatte und seitdem sämtliche Tipps befolgt. Er hat beispielsweise sofort das gemeinsame Konto gekündigt und das Geld auf ein eigenes gezogen. Er hat beim Jugendamt vorgesprochen, um sich als besorgten Daddy darzustellen. Er will nun plötzlich ständig was mit den Kindern machen, was ich ja nicht verhindern kann. Er zieht nicht aus, und während mir das Gästezimmer bleibt, macht er es sich aber im Haus recht gemütlich. Er zahlt keinen Unterhalt und kommt damit bislang auch durch (meine ANwältin kann nur neue Fristen zur Vorlage fehlender Unterlagen zur Berechnung setzen) und verweigert die Unterschrift für die Familienkasse, damit ich das Kindergeld zugesprochen bekomme. Das Auto, auf das ich dringend zur Versorgung der Kinder angewiesen bin, will er nun abmelden, da er die Versicherungen tauschen will (was meine Anwältin aber nicht einsieht und mir deshalb davon abrät). Auch mein Mobiltelefon, bisher bei ihm im Vertrag inklusive, will er sperren lassen. Gegen all das bin ich völlig machtlos und deshalb zunehmend verzweifelt (und reagiere deshalb auch zunehmend verzweifelt :-( ), denn da ich kein eigenes Einkommen habe (die Kinder sind 2x4 und noch nicht ganz 3 Jahre alt - es war auch vereinbart, dass ich bis 2018 Erziehungszeit nehme), kann ich alleine schon finanziell ncihts von seinen "Forderungen" stemmen.

      Ich weiß, ich kann die Kinder nicht nehmen und ausziehen ohne seine Zustimmung, aber seine Macht über mich und dann noch dieses vor den Kindern den liebenden "Superdaddy" spielen, macht mich völlig fertig. Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich weiß, dass mein Mann mir am liebsten die Kinder komplett wegnehmen würde, da er seinen Job immer gehasst hat und lieber Hausmann wäre... und momentan setzt er alles drauf an, damit er eben bei Gericht auch die besten Chancen hat.

      Was kann ich denn nun als Mama machen? Ich hab panische ANgst, meine Kinder an diesen Menschen zu verlieren, der mich aus verletzter Eitelkeit einfach nur wo es geht fertig machen will

      • Fühlen dich erstmal gedrückt!

        Lass dich nicht verrückt machen! Das will er doch!
        Er muss dir Trennungsunterhalt zahlen. Von irgendetwas musst du leben.

        Gehen die Kinder in den Kindergarten?
        Kannst du früher wieder in den Job einsteigen? Dann wärst du finanziell unabhängiger.
        Lass dich zusätzlich bei einer Beratungsstelle beraten (Caritas, Pro Familia etc.).
        Versuche an wichtige Unterlagen ranzukommen, wenn sie denn noch im Haus sind und zieh dir Kopien.
        Alles Gute!

        • Die Kleine geht noch nicht in den Kindergarten, also kann ich noch nicht arbeiten. Meine Anwältin rät mir aber auch dringend davon ab, da im Trennungsjahr alles so beibehalten werden soll wie bisher. Was die Unterlagen angeht, hat er natürlich auch schon vorgesorgt und alles weggeschafft, so dass ich an nichts mehr rankomme. Sogar die Papiere vom Auto.

      Sei genauso.

      Ruf in der Lohnbuchhaltung seiner Firma an (lass dir notfalls Ausreden einfallen, um da zu landen) und dann "Guten Tag, Meier hier. Mein Mann hat mich gebeten, Sie anzurufen - wir hatten einen Wasserschaden und sämtliche Lohnabrechnungen aus 2105/2016 sind unleserlich bzw. zerstört. Wenn Sie die ihm bitte nochmal zusenden könnten?" Und dann musst Du es nur noch abfangen - was ja problemlos geht, weil Dein Mann tagsüber aushäusig ist.

      Wenn eines der Autos auf euch beide steht, melde die Papiere bei der Polizei als verloren. Lass Dir Versicherungspolicen und Kontoauszüge erneut zusenden (mit ähnlicher Story).

      Kümmer Dich drum, dass die Lohnsteuerklasse angepasst wird.

      Und beweg Dich zuhause so frei wie er. Lad Dir Freundinnen ein, lad Dir notfalls auch Herrenbesuch ein. Geh mit den Kids raus....
      Weinen und Dich zurücziehen kannst Du dann, wenn Du alleine bist...

      • "Ruf in der Lohnbuchhaltung seiner Firma an (lass dir notfalls Ausreden einfallen, um da zu landen) und dann "Guten Tag, Meier hier. Mein Mann hat mich gebeten, Sie anzurufen - wir hatten einen Wasserschaden und sämtliche Lohnabrechnungen aus 2105/2016 sind unleserlich bzw. zerstört. Wenn Sie die ihm bitte nochmal zusenden könnten?""

        Genau. Und das die unbedingt per Post zugeschickt werden müssen und dein Mann die nicht per Hauspost bekommen kann schlucken die sicher auch völlig Poblemlos ....

        "Wenn eines der Autos auf euch beide steht, melde die Papiere bei der Polizei als verloren."
        Meineid war schon immer eine gute Idee. Für neue KFZ-Papiere gibt man eine eidesstattliche Versicherung über den Verlust ab. Macht sich sicher gut wenn dein Mann plötzlich die originale aus der Tasche zieht ....

        Das sind wirklich selten dämliche, weil gefährliche Vorschläge.

        Du übersiehst, dass er hier seine eigenen Angelegenheiten und Besitztümer klärt und sichert. Und das ist völlig legitim. Und deshalb soll sie jetzt solche semikriminellen Machenschaften starten? Betrügen und lügen?

        Das Auto gehört dem, der im Kaufvertrag steht. Ist sie das nicht, ist es schlicht nicht ihr Auto. Sie kann lediglich versuchen, dass ihr ein vorhandener Wagen von zwei als Hausratsgegenstand zugesprochen wird.

        Sie muss juristisch korrekt vorgehen, wenn sie nicht baden gehen will. Z. B. durch eine Stufenklage auf Auskunft (wenn er die ganz oder teilweise verweigert) und Unterhalt.

        Und beim Rest muss man Wege und Einigungen finden. Warum soll er ausziehen? Sie müssen eben eine Einigung finden, wie die Kinder betreut werden und wie es weitergehen soll. Und wenn das Konzept steht, DANN kann einer der beiden ausziehen.

        Gruß Küstenkönigin

    Hallo erstmal,

    das klingt echt bescheiden.

    Aber was für Forderungen hat er denn am dich?

    Ich würde jetzt mal aktiv werden, kannst du dir nicht erstmal das Haus zuweisen lassen? Allerdings würde ich auch aktiv auf Wohnungssuche gehen und ebenfalls beim Jugendamt vorstellig werden.

    Hallo,

    mal ein paar Fragen:

    Warum soll er Unterhalt zahlen? Soweit ich das verstehe, wohnt ihr alle noch unter einem Dach und Barunterhalt fällt ja dann wohl weg und wenn er (auch) den Kindern Essen, Trinken und Klamotten zur Verfügung stellt, ist doch alles geregelt.

    Warum kannst du nicht ausziehen? Du darfst hinziehen wohin immer du magst, nur nicht mit den Kindern.
    Mit den Kindern musst du im Ort bleiben und brauchst dann auch nicht seine Zustimmung.

    Für die Familienkasse beim Kindergeld benötigst du keine Unterschrift von ihm, du kannst das genauso auf dein Konto buchen lassen wie er auf seins. Einfach eine Brief an die Familienkasse und los gehts.

    Falls du irgendwelche Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir per PN melden. Ich bin zwar auch ein Mann, mich traf die Scheidung aber auch nicht unvorbereitet, da der Wunsch von mir aus ging. Das danach übrigens schon und da kann ich dir (wohl leider) ein paar Ratschläge geben bzw. meine Erfahrung mitteilen.

    • Ergänzung:

      zum ändern der Lohnsteuerklasse (du hast wahrscheinlich 5) auf, ich nehme an 2, würde ich abraten solange nicht feststeht, bei wem die Kinder leben werden. Das kann finanziell schnell böse in die Hose gehen und würde auch bei gerichtlichen Streitereien keinen guten Eindruck hinterlassen. Könnte dir negativ ausgelegt werden, weil es den Eindruck erwecken kann, dass du wie selbstverständlich davon ausgehst, dass die Kinder zu dir gehören und du diese dem Papa wegnehmen willst.

    Doch, er muss Unterhalt zahlen. Denn ich habe den Barunterhalt. Wir leben in einem Haus, aber da wir getrennt sind und offiziell das Trennungsjahr begonnen haben, heißt das: getrennt von Tisch und Bett. Ich zahle für mich und die Kinder, also Essen, Klamotten, etc. Er zahlt nur noch seins. Gut, wenn es "Papawochenende" ist oder "Papatag", dann verpflegt er natürlich die Kinder von seinem Zeugs mit, so wie es halt auch in getrennten Wohnungen wäre. Der Unterhalt wird von den Anwälten berechnet. Nur meint mein Noch-Mann, er müsse das ja nicht überweisen, so dass er letztendlich an seinen Tagen den Kindern die tollsten Aktivitäten bieten kann, während ich immer gucken muss, wie ich mein Geld zusammenhalte, weil ich gerade von 150 Euro Betreuungsgeld im Monat lebe... und das, was ich noch auf meinem alten Konto habe, langt halt nicht mehr allzu weit.

    Für die Familienkasse ists genauso. Das Kindergeld bekam bislang er. Ich muss mitteilen, dass wir getrennt sind und dann einen eigenen, neuen ANtrag stellen. Ihm wird das dann gesperrt, mein Antrag muss bewilligt werden. Da wir aber unter einem Dach wohnen, müssen wir uns einig werden, wer nun den höheren Barunterhalt für die Kinder hat. Das bin, wie oben beschrieben, ich. Er müsste also eine Unterschrift leisten, dass es in Ordnung ist, dass ich das GEld zugesprochen bekomme. Macht er aber nicht, aus verletzter Eitelkeit, weil in seinen Augen ich an allem schuld bin und er mir deswegen am liebsten alles wegnehmen will, was ich habe - inklusive Kinder.

Hallo,

was mir auffällt: warum macht dein Mann auf "besorgter Daddy" wenn er beim Jugendamt vorspricht? Würdest Du Dich als "besorgte Mummy" bezeichnen, wenn Du Dich beim Jugendamt beraten lässt?

Ich habe den Eindruck, Deine Anwältin heizt das alles nur unnötig auf. Klärt doch mal sauber, wer was hat und wem was gehört und trennt diese Dinge sauber voneinander.

Was äußert Dein Mann denn für Vorstellungen? Welche Lösung bietet er an? Könnt ihr euch nicht einen Mediator suchen, um die Trennung sauber abzuwickeln, mit einer Scheidungsfolgenverarbeitung, die eine maximale Teilmenge für euch beide enthält?

Stellt die Kinder in den Fokus. Und zwar wirklich die Kinder und nicht, was für euch selbst angenehm ist. Es geht nicht darum, dem Anderen maximal zu schaden sondern euch in die Augen sehen zu können. Mir scheint, das geht von beiden Seiten in die falsche RIchtung.

LG Küstenkönigin

  • Ich sehe das so wie du!

    Im Moment arbeiten sie irgendwie gegeneinander, dabei haben sie, vermutlich das gleiche Ziel. Eine gerechte Trennung und für die Kinder muss es ja auch einvernehmlich oder annehmbar zugehen.

    Ich finde ehe sich da jeder bei Anwälten und in Foren beraten lässt, solltet ihr evtl eine Mediation anstreben, damit ihr wieder an einen Strang ziehen könnte. Denn die Kinder verbinden euch, ein Leben lang.

    Obwohl ihr euch trennt, ist Zusammenarbeit angesagt. Auch, wenn es nicht immer leicht ist. Ich weiß wovon ich rede, da ich selbst seit 10 Wochen getrennt bin, mit zwei Kindern und gemeinsamem Besitz.

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