Trennung vier Jahre her - Wut hört nicht auf

    • (1) 02.03.17 - 17:30

      Hallo,
      vor vier Jahren verließ ich meinen Mann für einen anderen. Wir haben zwei Kinder.
      Unsere Ehe war wenig zärtlich er hat wenig Interesse an mir bzw. Unternehmungen als Familie gezeigt.

      Der neue Partner war das klassische Sprungbrett. Wir sind nicht mehr zusammen, haben aber ein gutes Verhältnis.

      Die Trennung hatte Rosenkrieg ähnliche Züge. Viel Verletzungen, Demütigungen, eingetretene Haustür, Bedrohungen, Einschüchterungen etc. haben stattgefunden. Ich bin weiterhin allein, war zwischenzeitlich psychisch stark angegriffen.
      Er hatte fliegenden Wechsel und sich jetzt fest gebunden.

      Wir wohnen Luftlinie 200 m auseinander.

      Mein Ex Mann ist überall präsent. Wir wohnen in einem kleinen Ort und er ist wirklich überall, so dass ich mich hier stark eingeschränkt fühle. Natürlich muss ich das nicht.
      Aber ich kann unmöglich da sein, wo er ist. Die Kränkungen waren zu viel, zu stark und sitzen tief. Er hat mich wirklich schlimm beschimpft, immer wieder. Gerade eben an der Haustür auch. Zwischendurch aber auch immer wieder nette Phasen. Zuckerbrot und Peitsche.

      Ich wohne mit den Kindern im Haus, welches sie sehr lieben.
      Immer mal wieder spreche ich einen Umzug an, aber sie wollen nicht, sind hier im Ort stark eingebunden, auch die Nähe zum Papa ist sicherlich für sie wichtig. Ich habe auch Angst vor dem Verkauf des Hauses...

      Ich weiß auch nicht, ob mir ein Umzug in einen anderen, nah gelegenen Ort, helfen würde?
      Kontakt muss ich ja mit ihm haben.

      Eine Psychologin während einer Kur sagte vor zwei Wochen zu mir, ich dürfte nicht zulassen, dass er soviel Macht über mich hat und sollte versuchen, ihm nicht soviel Gedanken zu widmen. Kurz: Er sollte mir egal werden.

      Positive Gefühle habe ich definitiv keine mehr!! Aber diese große, unbändige Enttäuschung und Wut.

      Er hat sich hier so ausgebreitet und ich komm damit so schwer klar.

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Hört das irgendwann auf? Oder liegt es an der räumlichen Nähe? Ist ein Umzug die einzige Lösung oder gibt es Alternativen, die ich jetzt nicht sehe? Ich möchte so wahnsinnig gerne, dass er mir einfach nur egal ist.

      Bin sooo verzweifelt - ich hasse ihn so

      • (2) 03.03.17 - 08:44

        Du hast ihn doch verlassen. Du warst unglücklich in der Ehe und hast ihn verlassen.
        Also warst du doch in der Machtposition.
        Wie konnte es kommen, dass du dich so fertig machen lässt. Die Beleidigungen usw (die ich zum Teil noch für normal halte, der Verlassene ist halt sehr verzweifelt) sollten an dir abprallen.
        ich habe es wirklich noch nie gehört, dass der jenige der Verlässt den anderen dann hasst. Weil du es bereust? Weil du ein schlechtes Gewissen hast? Weil du neidisch bist weil er jetzt glücklich ist und du nicht.

        • (3) 03.03.17 - 14:38

          Noch nie davon gehört, dass der Verlassene den Ex hasst?
          Kennst du keine Geschichten von misshandelten Frauen? Das betrifft nicht mich,
          aber deine Aussage ist definitiv zu einfach.

          Ich war in keiner "Machtposition" sondern gefangen in einer lieblosen Ehe mit einem
          Bier trinkenden Mann, der viel zu oft rumschrie. Es ist ein emotional großer Schritt mit
          ebenso großer Verantwortung, wenn Frau so einen Schritt geht. Das macht keine Mutter mit zwei kleinen Kindern "einfach so". Sowas kostet viel Kraft und viel Tränen.

          Auch der Verlassende kann durchaus ein Opfer sein!!!

          Ich bin tief traurig, dass ich meinen Ex Mann verlassen MUSSTE, weil er einfach nicht
          an uns interessiert war und im Anschluss dann noch als die Schuldige dazustehen und
          zum Sündenbock gemacht zu werden ist unfair! Als wir heirateten, war das in diesem Ausmaß nicht absehbar.

          Der Verlassende ist nicht automatisch der Täter. Es gibt Gründe und wer auch immer urteilt sollte sich wenigstens die Mühe machen, diese zu hinterfragen - oder schweigen....

          Trotzdem danke.

          • Hallo,

            obwohl ich (noch) nicht getrennt bin, kann ich dich total gut verstehen, weil auch mein Mann wenig Interesse an uns als Familie hat, viel schreit und genervt ist.
            Nach außen wirkt er liebevoll, ist sehr eloquent und charismatisch.

            Und ich fühle wie Du die Wut, über die verpasste Chance, einer heilen Familie.

            Auch ich müsste mich trennen und würde mich wie Du fühlen.
            Leider habe ich keinen richtigen Rat, nur großes Mitgefühl. Die Idee, ihm nicht mehr so viel Raum in deinem Leben zu geben, ist gut, aber schwer umsetzbar, wenn er so präsent ist. Ich könnte diese Nähe auch nicht aushalten.

            Gibt es denn kein Feld in Eurem Ort, wo er nicht präsent ist? Also vielleicht einen Verein oder so?
            Wichtig finde ich auch Freunde, mit denen du gemeinsam auf Festen und Veranstaltungen sein kannst. Damit er nicht so stark auf Dich wirkt. Ich hoffe du verstehst, was ich meine.

            Umzug mit Kindern ist keine richtige Option, das verstehe ich. Ach Mensch, Du hast wirklich mein Mitgefühl!
            Vielleicht solltest Du die Partnersuche aktiver betreiben? Dann steckst Du mehr Energie in andere Kontakte, trittst aus der kleinen Welt eures Ortes heraus?!

            Alles Liebe!

          • (5) 04.03.17 - 09:09

            Du ich wollte dich gar nicht als"Täter" hinstellen und auch nicht in Frage stellen ob das Verlassen nun richtig oder falsch war....

            Ich meinte mit "Machtposition", dass du die Entscheidung getroffen hast und der andere muss sich damit abfinden. Damit bist du in der Stärkeren Position weil der andere vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

            Warum bist du nicht froh und stolz auf dich, dass du dich davon befreit hast? Wenn dich jemand zum Sündenbock macht, dann lass ihn - du weißt es besser!

            Ich glaub du bist irgendwie sauer auf das Leben und dass es dich da so "getroffen" hat.
            Aber weißt du es lässt sich nicht mehr ändern. Es lässt sich auch nicht ändern, dass er dich nicht genug geliebt hat (ich formuliere es jetzt mal so) und dich so behandelt hat. Auch nicht wenn du sauer und traurig bist und enttäuscht darüber. Aber das ist doch sein Schaden, dass er dich nicht zu schätzen wusste, er hat dich doch dann gar nicht verdient. Sei lieber stolz und froh, dass du das Beste daraus gemacht hast, dass du stark warst da auszubrechen , dich nicht zu fügen und unglücklich zu sein und so selbstbewusst warst zu sagen "so ein Leben will ich nicht!. Das ist doch Mega-Selbstbewusst. Wo ist das jetzt hin????

            Ich glaube wenn du das akzeptierst, dann wirst du auch wieder glücklich.
            Ich wünsche dir alles gute.

            (6) 07.03.17 - 08:55

            Hallo.

            Ich bin auch in deiner Position. Ich habe meinen lieblosen (Ex)-Mann verlassen (10 Jahre). Bist dato war für ihn die Welt in Ordnung, für mich nicht mehr. Auch hatte er das o. g. Problem extrem. Ich wurde auch gedemütigt und in der Öffentlichkeit dämlich "angemacht", noch schlimmer in der Trennungsphase. Ich hatte auch meinen jetzigen Mann als Halt und muss sagen, ich ignoriere meinen Ex jetzt total. Ich kann mir schon jetzt nicht mehr vorstellen, wie das Zusammenleben mit ihm war. Ich hab es einfach vergessen. Die erste Zeit hat er auch noch die Kinder gegen mich aufgewiegelt und auch noch die Nachbarn (ging nach hinten los). Aber ich bin ruhig und loyal geblieben. Was ihm zum Anfang noch wütender machte. Aber ich habe diese Phase ausgehalten und mittlerweile geht er auch seinen Weg und lässt mich in Ruhe. Was er jetzt den Kindern erzählt, ist mir egal, sie bilden sich jetzt ihre eigene Meinung und sagen sie ihm gegenüber auch. Er wird ruhiger und wenn er doch mal noch eine Frage hat, dann kommt sogar jetzt schon ein bitte und danke.

            Ich will damit sagen, dass du jetzt denkst, dass deine Trennung gescheitert bzw. nach hinten los ging und dein Ex jetzt seinen Weg gefunden hat und du noch nicht. Das macht einen natürlich wütend. Steh zu deiner Entscheidung, egal ob du als Sündenbock da stehst oder nicht. Das Gerede ist so oder so. Was andere sagen, kann dir egal sein. Du gestaltest dein Leben wie du es möchtest, da kann der Ex völlig egal sein.

            LG

      (7) 04.03.17 - 12:42

      Hallo

      eigene Erfahrungen habe ich dazu nicht, trotzdem will ich dir antworten.

      Vielleicht solltet ihr beide versuchen, euch ein Stück weit zu verzeihen. Ich weiß nun natürlich nicht, wie kompatibel dein Mann ist. Aber kannst du dir vorstellen, mit ihm bei guter Ausgangslage ein Gespräch dahingehend zu führen? Wärst du bereit, mit ihm zusammen zu einer Beratungsstelle zu gehen - bzw. wäre er dazu bereit?

      MIr kommt es so vor, daß hier vieles nie verziehen wurde. Manche Menschen denken eben, eine Trennung würde ein Verzeihen nicht notwendig machen. Aber genau das ist es, was einem weiterhin das Leben schwer macht.

      Was ist es von deiner Seite, was du ihm immer noch am liebsten vorwerfen würdest? Was möchte er dir immer wieder vorhalten?

      LG

      (8) 04.03.17 - 14:02

      Hallo

      ich kann deine Situation sehr gut nach voll ziehen.Kenne diese Wut auf den Ex-Mann( auch nach Jahren noch).
      Wut ist Hilflosigkeit und Hass auf Dauer ein zu starkes Gefühl für den Ex.
      Das ist schädlich für dein Leben und auch für die Kinder.
      Ich bin nach etwas mehr als einem Jahr im Nachbarort, dann noch mal umgezogen mit meinem drei Kindern.Aber mein Ex-Mann gab auch keine Ruhe, bombardierte uns mit Anrufen, fuhr ums Haus herum, klingelte, tauchte überall urplötzlich auf ( Schule, Kiga u.s.w.)
      Wir kamen nicht zur Ruhe.Ich habe dann knapp 70 km ( zum Wohnort der Großeltern ) zwischen uns gelegt, das wurde gerade noch gerichtlich abgesegnet damals.
      Vielleicht habe ich meinen Kindern damit ganz schön was abverlangt.Letztendlich stärkte sie aber die Nähe zu den Großeltern und meiner Familie.
      Trotzdem war bei mir noch lange Hass vorhanden.
      Daran habe ich dann mit therapeutischer Hilfe gearbeitet.Den Rest erledigte die Zeit und meine neue Beziehung.
      Vielleicht wäre fachliche Hilfe auch für dich ein Weg.
      Dieser Hass vergiftet dein Leben.

      L.G.

      • (9) 14.03.17 - 20:08

        Darf ich dich fragen wieso du umziehen konntest? Der Mann hat doch ein Mitbestimmungsrecht bei Schulwechsel usw. oder?

        Ich frage weil ich auch bombardiert werde und gerne aus der Schusslinie wäre.

        Habe aber Angst, dass ich die Unterschrift von ihm für einen Wohnortwechsel nicht bekomme?

        L.G.

        • (10) 14.03.17 - 23:19

          Ich bin 68 Km weg gezogen an den Wohnort meiner Eltern, zu denen die Kinder eine enge Bindung hatten.Angekündigt habe ich das nicht.Ich bin einfach weg, nachdem wir im Nachbarort nicht zur Ruhe kamen.Also zunächst heimlich.Dagegen konnte mein Ex gerichtlich nichts machen.Das alleinige Sorgerecht bekam ich erst viel später.Mein Anwalt war natürlich informiert.Polizeiliche Anmeldung , Schul-und Kigawechsel u.s.w. lief problemlos ohne Unterschrift des KV.
          Da die Kinder bei mir lebten hatte ich ja das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
          Das Gericht sah den Umgang nicht behindert, die Entfernung zumutbar.Zugestimmt hätte der KV niemals.

    Ja, ich kenn das sehr gut. Letztentlich lag es bei mir an einem Trauma, dass durch die Trennung entstanden ist.
    Hierbei finde ich folgendes Video sehr gut.lass Dich bitte nicht durch den "narzissten" irritieren. Im Fokus steht evtl ein Trauma, dass unbewusst noch Oberhand hat und unterbewusst arbeitet....
    https://youtu.be/wyikMg5kaKk

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