Unterhalt an den Vater zahlen?

    • (1) 16.03.17 - 16:00

      Hallo,

      nach vielem Hin und Her habe ich mich nach 9 Jahren Ehe von meinem Mann getrennt.

      Nun ist es bei uns so, dass ich vollzeit berufstätig bin und unsere Tochter bei mir wohnt (kommt auch nicht anders in Frage!). Der Papa ist arbeitssuchend (seit einigen Jahren) und hat somit kein Einkommen. Kennt jemand so eine Konstellation? Muss ich ihm jetzt Unterhalt zahlen? Ich weiss, dies ist keine Rechtsberatung, aber vielleicht ist ja jemand in einer ähnlichen Situation.

      LG
      Katti

      PS.: Umgang zwischen Papa und Tochter (8 Jahre) ist geregelt.

      • Das ist vor allem von deinen finanziellen Verhältnissen abhängig.

        Grundsätzlich hat der geringer Verdienende einen Anspruch auf Trennungsunterhalt. Das ist unabhängig davon, wo das Kind lebt. Also grundsätzlich wärst du unterhaltspflichtig für deinen Mann, ja.

        LG

        Guten Morgen,

        also erst Mal musst Du garantiert gar nichts zahlen, solange er keinen Trennungsunterhalt fordert. Wenn er ihn dann fordert, wird Dein Nettoeinkommen der letzten 12 Monate für die Berechnung des Unterhaltes heran gezogen, abzüglich diverser Kosten wie z.B. Fahrtkosten zur Arbeit. Ein Anwalt kann Dir sicher ausrechnen, was Du im Fall der Fälle zahlen müsstest.

        Nun meine persönliche Erfahrung, ähnliche Situation: Ich gehe 40 Stunden pro Woche arbeiten, mein Ex ruht sich seit Jahren aus. Kindesunterhalt zahlt er natürlich keinen, da der arme Mann ja keine Arbeit hat und einfach nichts findet. Meine Anwältin ist letztes Jahr an die Decke gegangen, als er sich erdreistet hat Trennungsunterhalt zu fordern. Mit der Begründung, dass mein Noch-Mann gesteigert Erwerbspflichtig ist im Gegensatz zu mir und gesundheitlich auch in der Lage ist arbeiten zu gehen, sollte er sich bitte erst um Arbeit bemühen um den Kindesunterhalt zu sichern. Wenn das gegeben ist, könnten wir nochmal über den Trennungsunterhalt reden (so in etwa). Die Berechnung des Trennungsunterhalts meiner Anwältin hatte zudem dann sowieso ergeben, dass ich gar nicht leistungsfähig wäre und unter dem Selbstbehalt liege (und das trotz eines recht hohen Einkommens).

        Ich hatte wirklich große Angst ihm evtl. Unterhalt zahlen zu müssen. Nachdem mir meine Anwältin vorgerechnet hatte, was ich alles abziehen kann usw. und dass ich sowieso unter den Selbstbehalt komme, war wieder alles gut. Lass Dich von einem Anwalt beraten...

        Liebe Grüße und Alles Gute!

        • Noch was vergessen:

          Lege bitte keinen Wert auf irgendwelche Online-Rechner! Den Fehler habe ich auch gemacht und hatte schlaflose Nächte, weil mir jeder Rechner mitteilte, dass ich ca. 600€ Trennungsunterhalt im Monat zahlen muss #schwitz Ein Anwalt kann Dich wesentlich besser beraten und Dir helfen

      Er muss jetzt so oder so ALG2 beantragen,das ist doch auch mit Pflichten wie aktive Arbeitssuche verbunden. Hoffentlich wacht er aus seiner Lethargie auf findet endlich Arbeit. Anscheinend hast du ihn lange genug mitfinanziert. Unterhaltsvorschuss kannst du ja auch beantragen. Wünsche dir,dass es positiv für dich ausgeht.

      • " Anscheinend hast du ihn lange genug mitfinanziert. Unterhaltsvorschuss kannst du ja auch beantragen. Wünsche dir,dass es positiv für dich ausgeht."

        Es würde mich ja mal brennend interessieren ob du diese Aussage auch treffen würdest wenn KV und KM vertauscht sind ..

        • Ich habe das gleiche gedacht wie du und ich weiß, dass es Frauen gibt,die gern auf Kosten des Mannes leben obwohl nichts gegen einen Beruf spricht. :-) Ich bin nicht aus Prinzip auf Seite der Frau. Das ist nur auf diesen Fall bezogen und Frauen wird ja auch geraten nach der Trennung arbeiten zu gehen. Der Mann aber ist wohl stinkfaul

    Schon einmal Danke für die schnellen Antworten. Bin jetzt ein wenig beruhigter.

    Dass die Online-Rechner nicht zuverlässig sind, habe ich mir schon gedacht, da dort irgendwie immer ein Bedarf für das Kind ausser Acht gelassen wird. Letztendlich bleibt mir der Weg zum Anwalt sicher nicht erspart.

    Ach und ja, ALG2 wurde beantragt und (welch Wunder) Bewerbungen werden auch geschrieben.

    LG
    Katti #winke

Falls es noch interessiert:

inzwischen war ich bei einer Fachanwältin. Ja, ich bin ihm gegenüber Unterhaltspflichtig. Wie hoch der Unterhalt ist, ist kompliziert auszurechnen und kostet bei der Anwältin je nach dem was für ein Betrag am Ende herauskommt 600 - 1.000 €. Werde ich nicht machen lassen, da er wie es jetzt aussieht ab 01.01.2018 selbst für sich sorgen kann.

Momentan zahle ich einen Betrag, der wahrscheinlich (wenn man den von ihm zu leistenden Unterhalt für unsere Tochter berücksichtigt) in etwa hinkommt. Ab Januar sehen wir dann weiter.

Nochmals vielen Dank an alle.

LG

Katti #winke

Top Diskussionen anzeigen