Umgangsregelung erschwert - "die Neue" bestimmt...*lang*

    • (1) 18.04.17 - 13:11

      Hallo zusammen.

      Leider haben mein Ex Partner und ich aktuell ziemliche Schwierigkeiten uns über die Besuchsregelung unserer 5 Wochen alten Tochter zu einigen.
      Um den Sachverhalt etwas besser zu verstehen, möchte ich kurz schildern, wie es sich in unsere Beziehung zuletzt zugetragen hat:
      Wir waren seit Dezember 2015 zusammen, kennen tun wir uns jedoch schon wesentlich länger, etwa 14 Jahre.
      Nach einem gescheiterten Beziehungsversuch im Jahr 2007 und langer Zeit ohne Kontakt, trafen wir uns zufällig wieder und hatten sofort wieder starke Gefühle füreinander. Große Liebe quasi und ein neuer Versuch!
      Ca 6 Monate später wurde ich schwanger worüber wir beide total glücklich waren.
      Er (bisher kinderlos) wünschte sich seit je her ein eigenes Kind und trotz dem ich bereits 3 Kinder habe, war auch ich überglücklich.
      Kurze Zeit später ein derber Rückschlag.
      Ich erfuhr, dass er bereits lange Zeit bevor wir wieder zusammen kamen eine Art Affäre zu einer anderen Frau hatte.
      Auch während unserer Beziehung traf er sich noch regelmäßig mit ihr, teils nur freundschaftlich, teils aber auch für Sex.
      Ich war bitter enttäuscht und wollte die Trennung.
      Er rechtfertigte sich und sagte, er hätte für die andere keine tieferen Gefühle.
      Es wäre jahrelang eine on-off Beziehung gewesen ohne ernstere Absichten.
      Lieben würde er mich und er wolle eine Zukunft und eine Familie mit mir aufbauen.
      Er sagte der anderen, er wolle es beenden und nach einiger Zeit versöhnten wir uns wieder.

      Letztendlich kam es jedoch dann doch so, dass er sich 2 Monate vor der Geburt unserer Tochter trennte und zu seiner ehemaligen Affäre zurück ging.
      Trotzdem trafen wir uns weiterhin, weitestgehend freundschaftlich.
      Da er 140km entfernt wohnt, übernachtete er auch regelmäßig bei mir.

      Zudem hängen auch meine Kinder sehr an ihm und er wollte trotz Trennung weiterhin für mich und uns alle da sein.

      Sie weiß von mir und auch von unserem Kind und ist aktuell extrem mißtrauisch und eifersüchtig, Er erzählte oft, dass sie befürchtet er würde wieder was mit mir anfangen, kontrolliert sein Handy und jeden Schritt den er macht.

      Er verheimlichte ihr sogar, dass er bei der Geburt mit dabei war und dass er die Tage darauf Urlaub hatte, um sich um uns zu kümmern.

      Eigentlich waren wir uns auch über den Umgang mit unserer gemeinsamen Tochter einig.
      Er wollte die Wochenenden, mal für 1, mal für 2 Tage bei uns verbringen, um die Kleine zu sehen, eine Bindung zu ihr aufzubauen, sie aufwachsen zu sehen usw

      Dann bekam sie Wind davon, dass er mich weiterhin (auch über Nacht) besucht und seitdem ist der Rosenkrieg ausgebrochen.

      Inzwischen sagt er ganz klar, er bleibt bei der anderen, er hätte für sie mehr Gefühle als für mich. Ich will inzwischen nicht mehr als Freundschaft und dass wir gute Eltern sind.

      Jedoch ist sie so rasend vor Eifersucht, dass er natürlich die Besuchsregelung, wie wir sie uns vorgestellt hatten, nicht mehr einhalten kann.

      SIE möchte, dass er unsere Tochter nur noch ohne meine Anwesenheit oder in Begleitung einer neutralen Person wahrnimmt.
      Außerdem darf er nicht zu mir nach Hause kommen, sondern er darf die Kleine nur an einem neutralen Ort sehen.

      Nun fordert er das auch von mir.

      Ich finde das total egoistisch, seine Beziehungsprobleme nun auf dem Rücken unserer Tochter auszutragen.

      In den letzten 4 Wochen hat er sie 2 mal für je 2 Std gesehen, noch bevor sie diese neue Regelung aufgestellt hat.
      Sie begründet es so, dass sie "die Hölle durchlebt, wenn sie weiß, dass er allein bei mir ist".
      Wenn er das nicht ändert, droht sie mit Trennung.
      Und er zieht mit.

      Jedoch denke ich, hat unsere Tochter ein Recht darauf, ihren Vater öfter als nur 2 stunden unter Aufsicht in irgendeinem Cafe zu sehen.

      Sie ist noch so klein. Ein Bindung bekommen die beiden dadurch jedenfalls nicht.

      Jugendamt sagt, bei so kleinen Baby ist es wichtiger sie häufig zu sehen, als lange.
      Darum vorschlag vom JA: 3 mal wöchtentlich für 2 std.
      Da er jedoch Nachtschicht arbeitet und nur vormittags kommen kann und ich in 3 Wochen auch wieder arbeiten gehe, an den Vormittagen passt das nicht zusammen. Und 3 mal wöchentlich die Strecke fahren ist auch nicht zumutbar.

      Hab ihm angeboten Freitags oder Samstags (wenn er eben frei hat) tagsüber zu kommen, also von vormittags bis nachmittags/abends.
      Solange er halt möchte.

      Jedoch NICHT mit Anstandswauwau und auf nicht in der Öffentlichkeit weil sie dafür einfach zu klein ist.
      Sie hat hier ihr gewohntes Umfeld, kennt die Geräusche und Gerüche, anders als iwo unterwegs. Ich will nicht, dass sie abends total überreizt ist und nicht schlafen kann.

      Baby gehört nach Hause, basta. Und ich als Hauptbezugsperson gehöre nunmal mit dazu.
      Klar kann er mit ihr ein paar Stunden mit dem KIWA fahren usw.
      Aber er soll ja Bindung aufbauen, sprich, füttern, wickeln, umziehen, baden, kuscheln.
      Und das geht nun mal am Besten zu Hause!

      Er weigert sich jedoch wehement dagegen und es gibt ständig krach.
      Lieber verzichtet er dann ganz auf die Besuche...
      Letzten Samstag war ausgemacht, dass er kommen soll. Aufgetaucht ist er nicht, Hat auch nicht abgesagt und war tagelang nicht zu erreichen.

      Hab ihm versucht klar zu machen, dass er nicht nur ein Umgangsrecht, sondern auch eine UmgangsPFLICHT hat, weil auch die Kleine ein Recht auf ihren Vater hat.

      Trotzdem: Wenn es nicht nach seinen/Ihren Regeln geht, dann halt gar nicht.

      Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende.
      Ich dachte echt wir können Freunde bleiben und uns im Sinne des Kindes einigen.
      Leider steht wohl das Wohl des Kindes unter dem Wohl seiner Neuen...das ist so traurig.

      Hat jemand einen Tip für mich, wie man sich einigen kann?
      Vorschläge für einen Kompromiss?
      Ich will doch nur, dass die Kleine ihren Vater sieht, aber zu seinen Konditionen macht das doch keinen Sinn...

      LG

      • Ich habe nicht bis zum Ende gelesen, aber wie soll ein Baby eine Bindung zu jemanden aufbauen, der 140 km entfernt wohnt bzw auch anders herum? Was sie will, ist doch sowas von schnurz... dass du dir darüber Gedanken machst, kann ich gar nicht nachvollziehen. Du solltest an dich und deine Kinder denken. Alles andere wird sich ergeben. Wenn es dem Papa wichtig ist, wird er sich kümmern. Wenn nicht, dann nicht. Das ist nicht deine Aufgabe.

        • Ich hätte mir einfach so sehr gewünscht, dass die beiden in einem "normalen" Vater-Kind Verhältnis aufwachsen können.
          Klar ist die Distanz nicht einfach. Aber in anderen Familien arbeitet der Papa auch auswärts o.ä. und sie sehen sich nur an den Wochenenden.
          So wollten wir das eigentlich auch beibehalten - Beziehung hin oder her.

          Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich mich auf diesen Kuhhandel mit Umgang nur in Begleitung + Öffentlichkeit einlassen soll, damit meine Tochter ihren Vater überhaupt sieht, oder ob ich drauf beharren soll, was fürs Kind am Besten ist und das Risiko eingehe, dass er sie dann gar nicht besucht...

          Er stellt natürlich mich als die Böse hin, hat auf dem JA sogar angegeben, ich verhindere den Kontakt!

          Ja, so wie er ihn sich vorstellt, will ich den Kontakt nicht. Bin ich deswegen jetzt im Unrecht?

          • Nein, bist du nicht. Und jeder mit fünf Cent Verstand wird derselben Meinung wie du sein.

            Dein Ex ist ein eierloser Lappen, der euch, solange es eben möglich war, beide warmgehalten hat und jetzt das Wohl seines neugeborenen Kindes dem Willen seiner Freundin unterordnet. Das Misstrauen der Dame ist mehr als verständlich, aber dass er ihren Erpressungsversuchen nachgibt, zeigt, dass ihm wohl auch selbst nicht allzu viel an seinem Kind liegt. Und auf diese Art Vater kann es verzichten, also lass dich bitte nich auf irgendwelche "Kompromisse" zum Leidwesen deines Kindes ein!

            • Danke! Dasselbe ist auch meine Meinung!

              Allerdings traut man es sich ja nicht öffentlich sagen, ohne Angst haben zu müssen, als die "eifersüchtige, gehörnte" Ex abgestempelt zur werden...

              Lg

              Hatte übrigens eben erst wieder ein nettes Gespräch mit dem KV:

              Er möchte diese Besuchsregelung eben erstmal so beibehalten, bis sich die Wogen geglättet haben. Danach wäre er durchaus gewillt den Umgang wieder auszudehnen über mehrere Stunden oder auch mal über Nacht und er hätte gehofft, dass ich ihm da entgegen komme und erstmal mitspiele...

              #augen

              • Er hat sich halt wie ein Vollidiot, nee ein egoistischer Arsch benommen und verstehen kann ich schon, dass die Frau nach den ganzen Lügen und dem Zweigleisigfahren null Vertrauen mehr in ihn hat.

                Aber die Lösung liegt natürlich nicht darin, dass jetzt irgendein unnatürlicher Heckmeck mit einem Säugling getrieben wird. Im Sommer hat er sicher die Möglichkeit, 2-3h draußen unterwegs zu sein, aber das ist ja nun momentan nicht möglich, besonders, falls du stillst.

                Ich denke, er wird eine Entscheidung treffen müssen, ob er sinnvollen Umgang mit dem Kind will oder eine Beziehung mit einer Frau, deren Vertrauen in ihn nachhaltig gestört ist.

                Beides wird vermutlich nicht lange funktionieren.

                LG Küstenkönigin

                • Ich stille nur nachts und tagsüber nur, wenn sie die Brust zur Beruhigung braucht...manchmal geht es einfach nicht ohne.

                  Hab ihm ja angeboten je nach Wetterlage, 1-2 Stunden mit ihr raus zu gehen. Wenn sie älter ist gern auch mal ein Ausflug z.b Tiergehege, Schwimmbad o.ä.
                  Aber vorerst, bis ich eine wirkliche Bindung erkennen kann, nur bei mir zuhause oder für paar Runden um den Block.

                  Ich möchte mir eigentlich nicht anmaßen über seine Beziehung mit der anderen zu spekulieren, aber ist wohl für jeden offensichtlich, dass das nichts von Dauer ist oder aber es ist ihm so Ernst, dass er letztendlich auf sein Kind verzichtet.

                  Zumindest in der Konstellation scheint es ihm unmöglich zu sein Kind und die Beziehung unter einen Hut zu bekommen.

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