Wieder mal eine Frage zur Umgangsregelung nach Trennung

    • (1) 23.04.17 - 21:44

      Hallo liebe Urbianerinnen und Urbianer!
      Ich hatte schon mal geschrieben, da ich unglaublich mit der Trennung zu kämpfen hatte- und eigentlich ehrlicherweise immer noch zu kämpfen habe. Wir haben zwei Kinder 1 Jahr und 3 Jahre alt. Den Umgang und Unterhalt haben wir untereinander geregelt. Unterhalt „läuft“, Umgangstermine absprechen gibt JEDES Mal wieder Stress (haben wir bisher immer gegen Mitte des Monats für den jeweils folgenden Monat gemacht). Ich komme einfach irgendwie nicht zur Ruhe...
      Er sieht die Kinder an zwei festen Tagen in der Woche. Alle zwei Wochen relativ regelmäßig ein weiterer Tag in der Woche, an dem er mit ihnen zum Sport geht. Da wechseln wir uns möglichst wochenweise ab. Und ein Tag am Wochenende, meistens abwechselnd Samstag und dann die Woche darauf Sonntag. Außer es steht z.B. ein Familienfest an o.ä.- dann sind es auch mal zwei Samstage oder Sonntage aufeinanderfolgend. Falls an den beiden festen Tagen in der Woche mal was dazwischen kommt, finden wir meistens einen Ersatztag. Also alles „fein“, sollte man meinen. Eine Nacht die Woche/am Wochenende übernachten die Kinder dann tlw. auch bei ihm- das ist dann aber immer Absprachesache und da haben wir keine feste Regel, was aus meiner Sicht auch eigentlich bisher nicht nötig war. Wenn es gepasst hat ja, wenn nicht dann nicht.
      Nun haben wir die Termine für Mai geregelt. Da hat er in 3 von den 4 Wochen eine Übernachtung und sonst die Tage wie oben beschrieben. In einer Woche passt es von mir aus nicht, weil ich mit den Kindern einen Ausflug geplant hatte und ich die nicht morgens hier in Empfang nehmen wollte, um dann ggf. in Hektik hier zu starten.
      Er sagte dann, dass er gerne mindestens eine Übernachtung hätte und dass das sein Recht sei. Ich glaube rein rechtlich geht da natürlich Vieles. Er hatte nun Elternzeit und auch da meinte er, er könne das Kind für die 4 Wochen zu sich holen. Ja, auch das wäre glaube ich sein Recht. Bzw. genaugenommen die Voraussetzung, um die Elternzeit überhaupt antreten zu dürfen. Er würde sich soviel wie möglich um seine Kinder kümmern wollen und ich wäre diejenige, die ihn daran hindert.
      Ich glaube er strebt nach einer 50:50-Regelung, wobei die Kinder in dieser Zeit aber auch nicht von ihm betreut werden würden, sondern er Verwandte ins Boot holen würde, da er Vollzeit arbeiten geht. Ich bin noch in Elternzeit und gehe einer geringfügigen Beschäftigung nach. Also würde er die Zeit nicht mit den Kindern verbringen und ich glaube mittlerweile irgendwie es geht ihm lediglich darum, dass ich die Kinder 50% der Zeit nicht habe.

      Bitte schildert doch mal eure Erfahrung in der Umgangsregelung. Ich habe das Gefühl, das dreijährige Kind ist durch dieses Hin- und Her echt schon gestresst. Es fragt z.B. häufig, was am nächsten Tag bzw. nach dem Mittagsschlaf ansteht. Anfangs brauchte auch ich Aktivität um mich von dem ganzen Schlamassel abzulenken. Aber jetzt ist es so, dass wir tatsächlich nicht immer Programm haben. Als wir noch zusammen gelebt haben, hatte ich zwei feste Termine die Woche mit den Kindern. Die restliche Zeit waren wir nachmittags zu Hause, sind eine kurze Runde spazieren gegangen, waren im Garten oä. Oder haben natürlich auch mal Besuch bekommen- aber so, dass sie hier spielen konnten und wir Zeit zu viert verbracht haben, wenn der Papa dann von der Arbeit kam. Da das jetzt die Tage sind, die der Vater die Kinder nach der Arbeit zu sich holt entfällt ein entspanntes zu Hause Spielen und einfach den Tag Tag sein lassen.

      Ich sage noch mal, dass ich mir bewusst darüber bin, dass er als Vater natürlich Rechte hat. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, er zieht hier seinen Egotrip durch und schert sich NullKommaNull um das Kindeswohl. Als es um die fehlende Übernachtung ging sagte er, dass er sie viel regelmäßiger und häufiger für Übernachtungen haben möchte. Das ehrt ihn ja. Aber die Kinder müssen ja auch wissen, wo ihr Lebensmittelpunkt und ihr zu Hause ist und aus dieser ständigen Hin- und Her-Reicherei raus. Er kam mit dem Argument, dass wenn er sie so wie häufig geregelt nur alle 14 Tage am Wochenende hätte, dass er selbst dann mehr Übernachtungen hätte. Ja- aber dann wüssten die Kinder auch ganz klar, es ist Papawochenende, wir reisen einmal für drei Tage, haben eine schöne Zeit und dann geht es wieder nach Hause. Aber man sagte mir, dass bei so kleinen Kindern eine Umgangsregelung sinnvoller sei, die in kürzeren Abständen und dafür dann weniger ausgedehnt ausfällt. Er bringt sie nach seinem Besuchstag unter der Woche auch hier zu Hause ins Bett, so dass die Kinder ihren Vater meiner Meinung nach voll auskosten können. Ich weiß einfach nicht, was richtig ist.

      Wirklich: Was ist denn eure Einschätzung, was unter Berücksichtigung des Kindeswohls beim einem Ein- und einem Dreijährigen Kind das Richtige ist. Vielleicht habt ihr noch Ideen oder Vorschläge.

      Ich danke euch schon mal im Voraus #danke

      • Hallo,

        Ich kann mir vorstellen, dass das alles sehr schwierig ist im Moment, aber ein paar Deiner Äußerungen finde ich echt daneben. Du schreibst zB, dass die Kinder ja wissen müssen wo ihr Lebensmittelpunkt und ihr zu Hause ist. Wer legt denn fest, dass dieser ausschließlich bei Dir ist? Warum nicht bei Dir UND dem Vater der Kinder?

        Ich glaube auch nicht, dass Dein Ex gerade einen Ego-Trip fährt und er braucht sich schon gar nicht erst vorwerfen lassen, dass er nicht an das Kindeswohl denkt. Wie kommst Du zu so einem Blödsinn? Hast Du schon mal daran gedacht, dass er der Vater der Kinder ist und wohlmöglich dieselben Gefühle für diese Kinder hat wie Du als Mutter? Wie würdest Du den Umgang an seiner Stelle regeln? Würde es Dir reichen, wenn Du Deine Kinder nur drei Mal im Monat über Nacht bei dir hättest? Und wie würdest Du es finden wenn Dein Ex auf Deinen Wunsch, die Kinder öfter als drei Mal über Nacht im Monat zu sehen, reagieren würde mit Aussagen wie "du fährst einen Ego-Trip" oder "das entspricht nicht dem Kindeswohl".

        Ich will dich nicht angreifen, aber ich finde Du solltest die ganze Thematik auch mal aus Sicht des Vaters sehen und Dich in seine Lage versetzen. Sei froh, dass er sich so kümmert, es gibt viele Kinder und Mütter, die sich wünschen würden, dass der Vater bzw. der Ex sich so engagiert.

        Vielleicht überdenkst Du ja nochmal, was Du hier zum Thema Umgang geschrieben hast und kannst mit Deinem Ex gemeinsam eine Lösung finden, die allen gerecht wird.

        • Super Beitrag #pro

          "Wie kommst Du zu so einem Blödsinn? Hast Du schon mal daran gedacht, dass er der Vater der Kinder ist und wohlmöglich dieselben Gefühle für diese Kinder hat wie Du als Mutter?"

          Gerade diesen Gedanken scheinen so viele Mütter bei einer Trennung nicht zu haben.
          Es wäre so vieles friedlicher und auch einfacher wenn man einfach einmal davon ausgeht das beide Elternteile ihre Kinder lieben und keiner damit zufrieden ist die Kinder nur zwei mal die Woche zu sehen.

          Wir praktizieren das paritätische Wechselmodell ja seit dem ersten Tag der Trennung.
          Es gibt nur einen Wechseltag in der Woche. Das ist für unsere Jungs und für uns die beste Lösung.
          Jeder sollte bestrebt sein die beste Lösung für sich und die Kinder zu finden.
          Der Anfang könnte einfach schon ein wenig Empathie sein..

        • Interessanter Beitrag.

          Um so interessanter deshalb, da das Argument das beide Elternteile gleichermaßen Eltern sind - und nicht die KM "Hauptelternteil" offensichtlich doch stimmt - wenn es denn nur von DIR kommt ...

          • Ich habe nichts anderes behauptet - wie kommst Du darauf? Und der Beitrag kommt natürlich von mir, von wem sonst?

            Oder liegt es an einem anderen Beitrag von mir hier im Trennungs-Forum? Auf den habe ich Dir gerade auch geantwortet.

      (10) 24.04.17 - 10:52

      Vielen Dank für eure Beiträge

      (11) 24.04.17 - 21:52

      Irgendwie klingt eure bisherige Regel sehr wirr...
      Wir haben seit der Trennung auch das Wechselmodell. Allerdings wechseln wir alle 2-3 Tage. Es sei denn es stehen berufliche Veranstaltungen oder Familienfeiern oder Urlaube an.
      Sohnemann war 1,5 bei der Trennung.
      Da wir so wechseln, kann ich Vollzeit arbeiten. Es gibt eben kurze Arbeitstage und lange.
      Ich wurde recht oft schief angeguckt, weil wir so oft wechseln, aber Sohnemann macht es super mit und ich habe in einem Artikel zum Wechselmodell gelesen, dass eine Woche bei Kleinkindern zu lang sein kann.
      Findet einfach eine Lösung mit der ihr klar kommt, eine Lösung die nicht unbedingt Streitereien verursacht. Entspannte Eltern sind am wichtigsten bei einer Trennung. Ihr müsst Sicherheit ausstrahlen.

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