Grosse Zweifel an der Ehe - Sehr lang -

    • (1) 07.05.17 - 11:16

      Guten Morgen ihr Lieben

      ich habe mich hier angemeldet, weil ich verzweifelt bin, Rat suche und mir Hilfe von " erfahren " Müttern / Ehefrauen erhoffe, die schon länger im Leben stehen ,als ich es tue.
      Kurz zur Vorgeschichte :
      Ich werde 29 und bin Mutter von drei Kindern ( eine Tochter 7, ein Sohn 6 und noch eine Tochter von 7 Monaten ). Die ersten beiden Kinder haben einen anderen Vater, ich trennte mich in der zweiten SS , weil es einfach nicht funktionierte, allerdings lebte ich mit ihm auch nie in einer Wohnung zusammen. Die Kinder haben keinerlei Kontakt zu ihm, dass Umgangsrecht wurde ihm gerichtlich untersagt ( es ist viel vorgefallen aber das würde hier den Rahmen sprengen ). Ich ging also im Alter von 22 Jahren als alleinerziehende mit nem Baby & Kleinkind und ohne Ausbildung durchs Leben. Es war eine harte Zeit,ich war sehr oft überfordert, aber irgendwie hab ich sie gemeistert, mich mit Nebenjobs rumgeschlagen. Irgendwann wurde mir klar, dass es so nicht weiter gehen konnte und so begann ich im Sommer 2014 eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Und dort, in meiner Ausbildungsklasse, lernte ich IHN dann kennen, meinen jetzigen Ehemann ( 26 ) !Es war keinesfalls Liebe auf den ersten Blick, eher eine Freundschaft, die dann immer inniger wurde. Im Juni 2015 beschlossen wir dann, es zusammen zu versuchen ,er lernte meine Kinder intensiver kennen und ich war so glücklich, nicht mehr alleine durchs Leben zu gehen ( ich hatte in den ganzen Jahren nach der Tennung vom Vater der Grossen keinen Partner ). Dann ging bei uns auch alles sehr schnell: Er verbrachte immer mehr Zeit mit uns ,ich wurde im Dezeber schwanger, im Juli schlossen wir die Ausbildung ab, im August sagten wir " JA " und im September kam unsere Kleine . Wann genau die Probleme anfingen, kann ich gar nicht genau sagen, jedenfalls waren die letzten Monate bei uns geprägt von vielen Streitereien, was auch darauf zurückzuführen ist, dass wir zu viel aufeinanderhocken ( ich bin in Elternzeit, er geht aufs Abendgymnasium um sein Abi nachzuholem, somit sind wir vormittags immer zusammen ). Naja die Diskussionen häuften sich, es wurden Türen geknallt ( von mir ) und Dinge gesagt, die nicht schön sind, mehrmals sagte ich ihm, dass er gehen solle, dass ich ihn nicht mehr sehen will. Es gab viele Gespräche und doch merkte ich, dass die vielen Auseineindersetzungen langsam spuren hinterließen, mein Mann zog sich immer mehr in seine Playstation- Welt zurück und Sex gab es auch nicht mehr. Letzte Woche führten wir dann ein sehr ernstes Gespräch, er meinte, seine Gefühle hätten nachgelassen, er liebt mich zwar noch, aber er weiß nicht, ob es für eine Ehe reicht, ihm seien die Streitereien der Vergangenheit zu oft und vor allem zu heftig gewesen, er zweifelt an allem...DAS hat erstmal gesessen ! Wir beschlossen dann, dass er erstmal zu seiner Oma in die Wohnung fährt, diese ist bis Juni nicht da und somit hat er dort Zeit & Ruhe sich Gedanken zu machen wie und ob es weitergeht.Geplant war,dass er von Di bis Sa dort ist, gestern telefonierten wir und er meinte, ich kenne die Entscheidung schon, er bleibt dort und wir sollten es sacken lassen! Das konnte ich nicht, mir ging es die ganze Woche ohne ihn sehr schlecht also fuhr ich zu ihm und bat ihn, mir dass Baby abzunehmen. Wir redeten dann noch miteinander und er meinte,dass wir es seit über einem halben Jahr nicht hinbekommen, er zweifelt daran,dass er mir geben kann was ich brauche und umgekehrt und wenn man den Glauben verloren hat, hat es keinen Sinn mehr. Eine Paartherapie lehnt er ab ,er hält nix von Therapeuthen und meinte,es wäre zu festgefahren bei uns & er glaubt auch nicht daran,dass es was ändert. Was mach ich denn jetzt nur? Morgen sehen wir uns wieder, er gibt mir dass Baby & wir wollen nochmal reden. Ich weiß nicht,was ich ohne ihn machen soll, ich liebe ihn so sehr, will für uns stark sein & käpfen, in guten & schlechten Tagen. Als wir uns gestern gesehen haben hat er mich umarmt & geküsst als ich geweint habe, er meinte für ihn ist es auch sehr schwer aber er will ehrlich zu mir sein & sieht momentan kein Licht. Seinen Ehering wollte er mir nicht geben, soweit ist es noch nicht sagt er. Wir hatten vor 1,5 Jahren schon einmal eine Kriese, da wohnte er noch nicht hier, trennte sich & hatte Depressionen. Ich habe damals sehr gelitten und doch durchgehalten, er ist ein so toller Mensch, sowohl als Mann,als auch als Vater. Die beiden Großen vermissen ihn sehr, er ist ihr Papa- von Anfang an, einen anderen haben sie ja nicht. Könnt ihr mir einen Ratschlag geben? Ich bin mit 3 kindern völlig überfordert, war es schon mit zweien, dazu ihre Trauer die ich auffangen muss. Ich habe für September einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Die Ausbildung kann ich ohne ihn wg der Kleinen dann aber nicht antreten. Er fehlt an jeder Ecke, wenn ich an ihn denke empfinde ich endlose Liebe. Ich weiß,dass wir eine verdammt große Kriese haben aber ich Kann und Will ihn nicht aufgeben, ich wil für uns stark sein so, wie er es für uns war als ich gezweifelt habe.

      Danke fürs durchlesen und schreibt einfach was ihr denkt #winke

      • Hallo ,

        ich denke , daß Dein Mann von der momentanen Situation einfach überfordert ist.

        Ihr habt relativ schnell geheiratet und ein Kind bekommen , zu den beiden anderen Kindern deren Vater er in relativ jungen Jahren geworden ist.

        Dazu habt ihr irgendwie eine seltsame Berufssituation ....Ausbildung zum Sozialassistenten , dann Abi nachholen und Du hast einen Ausbildungsplatz als was ?

        Dann sind auch noch Depressionen mit im Spiel ? War er damit in Behandlung ?

        Außerdem erscheint mir Eure Kommunikation nicht die beste. Türen knallen und sagen , daß er gehen soll und Ring zurückfordern ist nicht sehr förderlich und irgendwie kindisch.

        Grenzenlose Liebe alleine reicht für eine Ehe nicht. Man muss ehrlich und respektvoll miteinander umgehen und über Probleme reden.

        Vielleicht hilft es Euch , wenn ihr jeder für sich einmal aufschreibt, was er am Anderen gut bzw. schlecht findet.

        Was man ändern sollte und wie. Welche Fehler man selber gemacht hat und was man sich für die Zukunft wünscht.

        Ersetzt natürlich keine Paartherapie, aber verhilft vielleicht zu der einen oder anderen Einsicht.

        LG

        Tina

        • Hallo liebe Tina, erstmal Danke für deine Mühe, sich meinen langen Text durchzulesen, ich dachte schon, mir antwortet keiner mehr :-(

          Ich werde im September auf eine Erzieher-Schule gehen, die Sozialassistenten-Ausbildung brauchte ich als Vorraussetzung, da ich nur einen Realschulabschluss habe.

          Zu den Depressionen kann ich nichts genaues sagen, sein Stiefvater, der ihm sehr nahe stand, hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen, Freunde ließen ihn im Stich & so begann es wohl. Kurzzeitig war er in Therapie, nahm auch auf Wunsch seiner Mutter Tabletten doch wirklich bestätigt wurde die Diagnose nicht, er hielt nicht viel von seinem Thrapeuthen & ist somit auch gegen Paartherapie.

          Mit unserem Kommunikationsproblem hast du natürlich recht, das wissen wir auch beide. Wir haben es einfach nie auf die Reihe bekommen, uns fair und sachlich zu streiten. Das mit dem aufschreiben wäre eine gute Idee, allerdings blockt er ja zur Zeit einfach alles ab, er hat keine Hoffnung und wisse nicht, ob seine Liebe ( die er durchaus noch empfindet meint er ) noch für eine Ehe reicht. Tja und ich weiß weder ein noch aus, er hat sich heute nichtmal gemeldet um mir mitzuteilen, wie es meinem Baby geht. Meine Mutter meinte er ist ebend noch jung, ich soll ihm Zeit geben & sie glaubt, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Ich hingegen habe große Angst, dass jeder Tag, den wir uns nicht sehen, nur dazu führt, dass er sich noch mehr " entliebt ".

          • Hallo ,

            ihn unter Druck zu setzen hat momentan keinen Sinn.

            Schreib Du ihm doch auf, was Dich bewegt und was Du Dir wünscht.

            Und überlege Dir , welche Fehler Du vielleicht gemacht hast. Aber bitte keine Aneinanderreihung von Vorwürfen.

            Er braucht wahrscheinlich den Abstand und wird sich auch Gedanken machen.

            Manchmal ist es eben so , daß die Liebe vom Alltag erdrückt wird.

            Man sollte immer versuchen , sich mal in den Anderen hinein zu versetzen.

            In Eurem Fall : junger Mann , psychische Probleme, 3 Kinder und ein Alltag in dem immer wieder Streitereien stattfinden( wer auch immer daran "schuld" war ). Und dann bekommt man gesagt , man solle doch gehen etc. Irgendwann ist es zu viel.

            Andersrum: junge Frau , alleinerziehend mit 2 kindern, keine Ausbildung, Sehnsucht nach einem Partner und der großen Liebe, noch ein Baby , anstrengender Alltag. Vielleicht auch noch Geldsorgen ? Da ist man schnell überfordert. Daraus entsteht dann Frust und Reizbarkeit. Und wer bekommt es ab ? Der Partner.

            Ich weiß natürlich nicht , ob das zutrifft , aber etwas wahres wird dran sein, oder ?

            LG

            Tina

            • Ja, es ist sehr viel wahres dran !

              Mich hat die Zeit als alleinerziehende sehr geprägt, alles musste ich auf meinen Schultern tragen , niemand war da, der mich mal aufgefangen hat, als die Kinder zb in der Trotzphase waren - das alles hat mich sehr abgehärtet. Umso schöner & einfacher wurde es mit ihm ,ganz bewusst wollte ich mit ihm mein Leben verbringen. Jetzt habe ich regelrecht Panik davor, wieder alleinerziehend zu sein- weiß ich doch noch genau, wie es damals war ! Sicher habe ich Freundinnen, aber die haben eben auch ihr Leben. Ansonsten bleibt nur noch meine Mutter ( mein Vater ist tot und Geschwister, Tanten ectr. habe ich nicht ), die als Krankenschwester im Schicht- und Wochenenddienst nur begrenzt zur Verfügung steht. Das Problem ist, dass ich mir vollkommen bewusst bin, was schief gelaufen ist , ich war mir seiner einfach zu sicher & habe mehr oder weniger gemacht was ich wollte. Nur was nützt die Einsicht, wenn er davon nichts wissen will ? Es ist alles so schwammig : Auf der einen Seite soll ich mir keine Hoffnungen mehr machen, auf der anderen Seite will er seinen Ring nicht ablegen & auch niemandem von der Trennung erzählen, küsst & umarmt micht. Ich weiß einfach nicht weiter...

              • Hallo ,

                ich verstehe nicht , was das mit dem Ring ablegen soll....

                Ich denke, er kann die Situation einfach nicht mehr aushalten und möchte so nicht weitermachen.

                Das heißt ja nicht , daß er Dich nich mehr mag/ liebt und es fällt ihm auch schwer.

                Ihr braucht beide Zeit um Euch über Euch und Eure Ehe klar zu werden .
                Lass ihm die und sortiere Du für Dich Deine Gedanken.

                LG
                Tina

                • Naja ich denke mir eben, wenn es definitif vorbei ist, braucht man auch seinen Ehering nicht mehr tragen, der symbolisiert ja, dass es immer weiter geht, kein Ende gibt. Freunden hat er erzählt, wir seien im Urlaub, die Familie soll es nicht wissen und auch den beiden Großen soll ich nichts von der Trennung sagen

          Wie seit ihr damals aus der Krise rausgekommen?
          Vielleicht hilft ihm der Abstand sich Dir wieder zu nähern. Was ich sagen will vielleicht solltest Du ihm ein zwei Wochen in Ruhe lassen, soweit es mit den Kindern geht.

          • Ich habe mich damals zurückgezogen und abgewartet. Allerdings war die Situation auch ganz anders, wir hatten kein Kind zusammen, er hat hier nicht gewohnt und ich habe ihn in der Ausbildung täglich gesehen und hatte somit immer Kontakt. Wenn er klar machen würde, dass es keinen Weg zurück gibt, wäre es auch anders, aber Samstag hat er mir zB gesagt, dass es vll gut wäre, wenn er nochmal einen Abend hier verbringt - hä, wozu wenn es doch vorbei ist und sein Bauchgefühl ihm sagt, es sei die richtige Entscheidung ? Ich hätte sowas damals zu meinem Ex jedenfalls nicht gesagt. Nun sitze ich hier,habe die Großen weggebracht warte, bis er sich wegen der Kleinen meldet & hoffe, dass er es sich nicht wieder anders überlegt hat und sagt, es sei Samstag ein Fehler gewesen. Ich habe den beiden Großen noch nichts gesagt, jedoch ist mir gestern beim Aufräumen sein Brief in die Hände gefallen, den er mir zu Ostern geschrieben hat " meine Liebe zu dir ist immer mehr gewachsen, ich kann mir kein Leben mehr ohne dich vorstellen und möchte es auch nicht mehr, ich würde alles für unsere Familie tun "...jetzt sind 3 Wochen vergangen und er hat keinerlei Hoffnung mehr ??? Jedenfalls musste ich gestern beim lesen doll weinen, meine Tochter bekam es mit, fragte ob es mit Papa zu tun hat und weinte mit, danach kam noch mein Sohn, der ebenfalls anfing ganz doll zu weinen. Ich habe überhaupt nicht die Kraft, die Trauer der beiden Kinder aufzufangen, leide unter Schlafstörungen und habe in der letzten Woch 7 kg verloren. Ich möchte einfach, dass er alldem noch eine Chance gibt- auch wenn es die 10te ist und das seine Gefühle doch wieder wachsen aber wie sollen sie das, wenn er nicht da ist und alles schwarz sieht ?!

            Hallo ,

            Du kannst aber auch nicht erwarten , daß er zurück kommt und alles wieder Friede Freude Eierkuchen ist und die Liebe wieder da ist.

            Er ist , warum auch immer in einem Loch und will und kann so nicht weitermachen.

            Ob das jetzt eine Depression ist oder einfach Überforderung und zuviel tröger Alltag ist kann man so schlecht beurteilen. Warscheinlich eine Mischung aus Allem.

            Urbia ist voll von Geschichten bei denen Partnerschaften im ersten Babyjahr in Krisen geraten. Und ihr habt noch ein paar erschwerende Faktoren dazu ( Abi,2 Kinder,schlechte Kommunikation, Depression)

            Nochmals mein Rat: schreib Dir mal auf , was Du alles falsch gemacht hast, was Du ändern möchtest , was Du von ihm erwartest und vor allem : frag ihn , was für ihn das größte Problem ist.

            Und hör auf ihn zu drängen vor lauter Panik vorm Allein sein.

            LG

            Tina

Sollte es zu einer Trennung kommen, soll er doch sein Kind nehmen, wenn deine Ausbildung davon abhängt.
Und du nimmst das Kind nach Absprache.

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