Zweimaliges Trennungs"kind" ...ich hab die Nase voll...

    • (1) 30.05.17 - 17:29

      Hallo Allerseits.

      Ich bin ( mit einem meiner Brüder) nun schon zum zweiten Mal ein Trennungskind. Mittlerweile bin ich 43 , seit 22 Jahren verheiratet und habe 2 erwachsene Kinder und eigentlich dachte ich, dass mir das kein zweites Mal passiert.
      Meine Mutter trennte sich von unserem leiblichen Vater, als ich 7 und mein Bruder 4 war. 2 Jahre waren wir dann mit ihr alleine. Anfangs hatten wir noch Kontakt zu unserem Vater, was meine Mutter dann aber verbot. Sie sprach von einer gegenseitigen Übereinkunft zwischen ihr und unserem Vater. der Deal war, er brauch keinen Unterhalt zu zahlen . Er willigte ein. Unsere Eltern trennten sich, da mein Vater seine neue Frau bereits ein Kind von ihm erwartete. Weiterhin brachte sie noch eine Tochter, so alt wie mein Bruder mit in die Beziehung.
      Mein Vater zog zu seinen Eltern ca. 100 km entfernt, unseren Großeltern, die wir sehr mochten...das war dann auch Geschichte. Unsere netten Nachbarn trafen ab und zu meinen vater oder unsere Großeltern ( die uns auch gelegentlich Post und Geld schickten) bei uns in der Stadt und richteten uns oft heimlich Grüße aus. Eigentlich dachte ich immer, dass ich/wir das ganz gut weg stecken. Aber ich fand es immer sehr schade, dass unser Vater sich nicht um uns bemühte. Meine Mutter heiratete nach 2 Jahren unseren Stiefvater, mit dem sie noch unseren jüngeren Bruder bekam. Unser Stiefvater ist ein einfacher Mann, hatte eine eigene Firma und finanziell war unsere Mutter nun abgesichert. So war ihr Gedanke, was sich erst jetzt offenbarte. Wir kamen so recht und schlecht mit ihm zurecht. er neigte oft zu Ausbrüchen und es rutschte ihm auch oft die Hand aus. Nun ja, unsere Mutter hatte auch eine "lockere Linke", wie sie immer zu sagen pflegte, es war für uns also nix neues. Die ein oder andere Auseinandersetzung zwischen meinem Stiefvater und meinem älteren Bruder blieben mir aber bis heute in schauriger Erinnerung. Zum Glück war damals auch schon ab und zu mein späterer Mann dabei und weiß, wo von ich rede. Ich selbst habe meinen Mann nach einer Jugendliebe kennengelernt, er ist also meine zweite Beziehung....ich bin dann nach meinem Schulabschluss mit fast 17 gleich mit meinem Mann zusammen gezogen. sehr zum Ärger meiner Eltern. Aber für mich war es das beste. Meine Eltern habe ich ja eh jeden tag gesehen, da ich in der Firma meines Stiefvaters lernte und diese übernehmen sollte. Ihm war mein Mann ein Dorn im Auge. Sein Argument war : "Du verdienst mal 3 mal so viel, wie der, was willst du mit dem ." Das war mir egal. Und auch das Schmollen oder strafen durch nicht sprechen durch meine Eltern. Mit 19 suchte ich dann den Kontakt zu unserem leiblichen Vater und unseren Großeltern , was auch gelang und das durchaus viel versprechend. Über Jahre ging alles gut. Und auch meine Mutter und Stiefvater schienen sich damit zu arrangieren. Als ich dann mit 22 heiratete stellten mich jedoch meine Mutter und Stiefvater vor die Entscheidung bei der Hochzeit...wenn ich meinen Vater und Großeltern einlade, würde es Ärger geben. Ich entschied mich dummerweise gegen meinen Vater und die Großeltern. Meine Mutter hat ein sehr einnehmendes Wesen und will immer bestimmen. Wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzt und nicht im Mittelpunkt steht is Krieg. dem wollte ich vorbeugen. Damals. 1 jahr nach der Hochzeit starb mein Opa. Zur Beerdigung dann war die Aussprache, leider zu spät. Zu meiner Halbschwester und Stiefschwester hatte ich bis dahin ein wirklich gutes Verhältnis aufgebaut und auch zur Frau meines vaters. Wirklich sehr liebe Menschen. Mein Bruder sah es alles ein wenig aus der Distanz, war aber nicht abgeneigt. Er ist das Abbild unseres Vaters. Optisch, wie Charakterlich. Wunderbar. Die Chemie trotz so langer Trennung zwischen uns dreien, war wirklich verblüffend. Als meine Kinder dann 14 und 11 waren kam es irgendwie zum Bruch zwischen unserem Vater und uns. Bei meinem Bruder hat es sich schon früher angebahnt. Ich bin eher die Kontaktfreudige und die jenige die etwas aufrecht hält. Mein Vater und seine Frau suchten plötzlich immer nach Ausreden, wenn wir sie einluden, was merkwürdig war und dann kam nix mehr. Letzten januar habe ich nochmal eine Karte geschickt und Fotos, der inzwischen erwachsenen Enkelkinder. Meine Halbschwester schrieb ich an, was los sei...sie meinte , kennst doch unseren Vater, der meldet sich schon. So, nun hat sich unsere Mutter nach 31 Jahren, 2015, dann von unserem Stiefvater getrennt. Was der nächste Supergau für uns war. Abgezeichnet hat sich ja einiges, aber letztlich war es dann doch plötzlich. Sie hatte schon 1 Jahr eine andere Beziehung. Unser Stiefvater, gesundheitlich angeschlagen, der sich bis dahin auch nicht durchringen konnte seine Firma an mich abzugeben...so dass ich bereits vor 4,5 Jahren meine eigene Firma gründete ....hat nun einen unheimlichen Kroll auf mich. Ich bin ja die Tochter seiner Ex. Mein Bruder hat noch Kontakt zu ihm, er wohnt nicht in unmittelbarer Nähe und unser Halbbruder wohnt bei unserem stiefvater im Haus. Wir wohnen hier Grundstück an Grundstück und auch die jetzt ehemalige Firma meines Stiefvaters befindet sich hier. Ich führe sie jetzt mit meiner weiter...was ihm ein Dorn im Auge ist. Er spricht ja nicht mehr mit mir. Nachdem ich ja als Kind eine Trennung schon einmal erlebte, war es für mich interessant, dass es beinahe egal ist, wie alt man als Kind ist...aber Eltern neigen anscheint permanent dazu, diese Trennung auf den Rücken der Kinder aus zu tragen. Unsere Mutter benimmt sich, wie ein bockiges Kind, wenn es darum geht, wer zu Familienfesten kommt....zu wem die Enkelkinder Kontakt haben. Meine Kinder sind eh aus der Nummer raus, da sie mittlerweile ihre eigenen Wege gehen. Aber die Kinder meines Bruders sind jünger. Jegliche Gesprächsversuche scheitern. Null Kompromissbereit. Wenn die kinder ihre Ferien haben und 14 Tage hier her kommen...wo wir ja nun mal alle wohnen...und wollen diese tage auf Oma und Opa plus der Oma meiner Schwägerin verteilen, will sie doch allen Ernstes bestimmen, dass die kinder das nicht machen sollen...weil es SIE nervlich belastet. Ich fühle mich plötzlich in meine eigene Kindheit versetzt....und bei mir gehen alle Alarmglocken an. Sie will wirklich, die ganze Nummer noch einmal durchziehen, wie damals bei mir und meinem Bruder. Das bringt mich so auf die Palme. Ihr Lebensgefährte hat sich jetzt auch noch eingeklingt...wir sollen sie doch verstehen und blablabla....was bitte soll ich verstehen ? Können Erwachsene denn nicht verstehen, dass diese Trennungssch....ganz alleine ihr Problem ist, das sie bitte dann auch mit sich ausmachen sollen. hat hier einer von euch vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht ? Und was könnte unseren vater bewogen haben, dass er sich nicht mehr meldet ? Ich verstehe eh nicht, warum es Eltern gibt, die Kinder in die Welt setzen und dann bei einer Trennung, sich einfach in Luft auflösen....ich meine, man ist doch irgendwie verbunden mit einander.Da ist doch jemand, vom gleichen Blut....ich oder auch mein Mann könnten das nicht, auch wenn hin und wieder unsere Kinder uns nervlich an den Rand des wahnsinns bringen...schmunzel...

      • Hast du deiner Mutter mal Grenzen gesetzt? Bei deiner Heirat hast du es verpasst. Aber jetzt, wo es deine Kernfamilie betrifft, deine Kinder, hast du da nicht das Bedürfnis mit der Hand auf den Tisch zu hauen und laut und deutlich zu sagen: "Mama es REICHT, du bist NICHT der Nabel der Welt und wenn du nicht kommen willst, dann lass es bleiben!"???

        LG

        • Hallo kuestenqueen.
          Als sich meine Mutter von meinem Stiefvater trennte hatten wir etwa 3-4 Monate sporadisch Kontakt, weil ich ihr sagte, dass es mich ankotzt, dass sie sich in die Mitleidsrolle begibt...so nach dem Motto:Ich arme bemitleidenswerte ....obwohl sie sich die Situation ja selbst ausgesucht hat. Ich hatte sie da schon gefragt, ob sie sich mal Gedanken gemacht hat, wie es uns geht bei der Sache. Keine Antwort...sie drückt dann auf die Tränendrüse oder rennt davon. Immer das gleiche. Auch heute wieder, da ging es um die Kinder meines Bruders. Ich hab ihr klipp und klar gesagt, dass es nicht angeht, das auf dem Rücken der Enkel auszutragen. Daraufhin hat sie den Family Chat verlassen. Mein Bruder hat ihr ein Gespräch angeboten ...sie lehnt ab mit der Begründung es wär zu spät. Sie fühlt sich benachteiligt. Weil unser Stiefvater die Enkel eingeladen hat und sie will nicht das die hingehen. Es ist ja nicht so dass sie das nicht auch machen könnte/dürfte....macht sie aber nicht, weil meine Mutter immer nur verspricht aber wenig umsetzt...aber sich dann beschwert, wenn es jemand anderes macht. Da kann sie sich ja kein Federchen anstecken.

            • Hallo Kuestenqueen.
              Ja, das ist ein guter Tipp...mit Sicherheit versucht sie uns zu manipulieren. Ich habe auch einige Zeit eine Therapeutin besucht und dadurch eigentlich ganz gut gelernt damit um zu gehen. Mich beschäftigt es eben, warum Mütter oder Väter so sind .

              • Manchmal sind sich Eltern als Menschen vielleicht selbst näher als die eigenen Kinder. Wobei man Menschen mit einer psychischen Störung oder "Auffälligkeit" sicher auch nicht einfach mit allgemeinen Maßstäben betrachten kann.

                Und dann gibt es eben Menschen, die sich selbst immer im Fokus sehen und da auch nicht im familiären Umfeld halt machen.

                Deine Mutter sieht sich vermutlich als Mensch in besonderer Situation, die besondere Rücksicht braucht. Dass aber andere Menschen eigene Bedürfnisse haben und ihre nicht immer Priorität habem, sieht sie einfach nicht. Dafür müsste man vermutlich sie coachen/therapieren.

                LG

      Hallo,

      ich weiß nu nicht so recht, was du von uns möchtest, es ist auch ehrlich gesagt alles ziemlich wirr.

      Ein bisschen "niedlich" finde ich, dass es so klingt, als habe deine Mutter "Schuld" an der Trennung von deinem Vater - aber bei ihm war ja anscheinend mit ner anderen schon ein Kind unterwegs. Dass deine Mutter da "not amused" war, kann ich schon nachvollziehen...

      Das ganze hickhack war sicher nicht gut - aber es ist eben inzwischen auch 35 Jahre her...

      Tja, und dass sie sich jetzt nochmal getrennt hat - ist doof, aber da würde ich mich als erwachsenes Kind gar nicht reinziehen lassen...

      Und was deinen Vater betrifft - evtl hatte er einfach dann wieder keine Lust mehr auf das Hickhack?

      Sorry, aber Kommunikation scheint innerfamiliär nicht so eure Stärke zu sein...

      • Hallo Landkind.
        Die Trennung von meinem Vater war auf Grund der neuen Frau meines Vaters und dem Kind.
        Jetzt von meinem Stiefvater die Trennung ging ja von ihr aus, weil sie einen neuen Partner hat.

        Also kommuniziert habe ich meinerseits genug...mein Mann sagt sogar, ich zu viel...ich will das immer klären im Gespräch und kann da auch nicht warten oder auf lange Bank schieben. Aber meiner Mutter will eben nicht kommunizieren...sie bockt entweder oder verlässt den Raum. Sperrt sich ein zum Beispiel...der Lebensgefährte von ihr hat mir auch schon erzählt dass sie im Streit die Wohnung verlässt und stundenlang weg is....
        Was ich von euch will ? Nun, ich hatte gehofft, hier Gesprächspartner zum Austausch zu finden, denen es ähnlich geht oder aber jemand Außenstehenden, der das ganze mal anders beleuchtet. Als Betroffene ist man ja auch manchmal festgerannt...

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