Was mache ich eigentlich??? Brauche Rat/Meinungen!

    • (1) 22.07.17 - 17:40

      Hallo zusammen,

      erstmal, sorry, es könnte lang werden, daher schreibe ich mal erst nur die Eckdaten:

      Ich, 33 Jahre, verheiratet, Tochter 8 Jahre
      Trennung nach 13 Jahren Beziehung und 8 Jahren Ehe im Januar 2016
      bis zur Trennung gemeinsames Eigentum
      Trennungsgrund: auseinander gelebt, plötzlich Gefühle für einen anderen Mann (leider Arbeitskollege), Trennung im Sinne des Kindes aber ohne großes Drama...ausgezogen im März 2016, Während der Trennungsphase hat er den Bogen überspannt was damals das ganze sehr beschleunigt hat (er hat Nummern aus meinem Handy geholt, ist mir hinterher gefahren, hat mich mit meinem Handy geortet und meine Freunde und Bekannten mittels Kumpel bei der Polizei checken lassen, damit er weiß, wo die genau wohnen usw. und das waren nur einige Dinge die vorgefallen sind)

      Nun zum Problem. Seit der Trennung verstehen mein Mann und ich uns zehnmal besser, ich hatte mit dem "Neuen" eine Beziehung, aber die ersten Zweifel kamen im Juli 2017. Immer wieder diese schönen Erinnerungen an die tolle Zeit, tolle Momente. Ich wusste sie nicht einzuordnen. Trennung vom neuen Partner, da es nicht so wirklich passte und ich immer mehr ins Zweifeln kam.

      Mit meinem Mann immer wieder Kontakt und immer wieder Verletzungen von beiden Seiten. Wir haben immer wieder versuchte dem anderen einen mitzugeben. Im Januar diesen Jahres habe ich auf den Tisch gehauen und gesagt, dass es nun endlich reicht und ich nur noch Kontakt haben möchte, wenn es um unsere Tochter geht und nicht mehr. Danach ging es mir bescheiden bis dreckig, ich wusste es nicht einzuordnen. Seit Nov 2016 bin ich in einer Gesprächstherapie, weil ich mich selber teilweise nicht mehr erkenne. Aus der Lebenslustigen, selbstbewussten und entscheidungsfreudigen Frau ist ein Häufchen Elend geworden. Die Therapeutin nennt es "Anpassungsstörung". Ich habe Ängste entwickelt, die ich mir selber nicht erklären kann (Zukunftsangst, Ängste finanzieller Natur (mir und meiner Tochter geht es gut), Sicherheitszwang). So kenn ich mich nicht.

      Nun ist es seit ca. April so, dass mein Mann und ich gesagt haben, dass wir wieder etwas mehr Zeit miteinander verbringen möchten (mit so wenig Beteiligung des Kindes wie möglich um keine falschen Hoffnungen zu wecken). Das tun wir auch. Mittlerweile auch oftmals mit Kind. Ich habe auch schon mehrfach dort oder er hier übernachtet. Gelaufen ist auch schon was. Nun ist aber das Problem, dass er mich immer wieder mit Eifersucht und fehlendem Vertrauen konfrontiert. Beispiel von Dienstag: Ich telefoniere mit einer Freundin, er ruft mich an, ist besetzt und rastet aus. Sein Verdacht liegt darauf, dass ich mit anderen Männern telefoniere. Erklären kann ich es ihm nicht, will er nicht hören, ich will es ihm in meinem Handy zeigen, will er nicht sehen. Ich arbeite immer noch mit diesem Arbeitskollegen zusammen, es ist aber mittlerweile rein beruflich. Es hat ja einfach nicht gepasst. Mittlerweile habe ich gekündigt und bin nur noch anderthalb Wochen im Unternehmen...ich wollte ein Zeichen setzen, weil ich gemerkt habe, dass es für ihn sehr schwer ist. Er beteuert, dass er mich immer noch liebt (das hat er die ganze Zeit und er ist wirklich durch die Hölle gegangen, nachdem wir ausgezogen sind), dass er mich zurück will und alles dafür tun möchte.

      Es kommen aber immer wieder diese Momente, wo er die Kontrolle über sich verliert, mich dann wirklich stark angeht (niemals körperlich oder sowas) und ich einfach keine Chance habe, irgendwas zu beweisen oder klarzustellen....

      Es geht ihm im Grunde nicht schnell genug. Haben mehrfach Gespräche geführt in denen ich erklärt habe, dass wir lange Zeit gebraucht haben um unsere Ehe nach unten zu wirtschaften und es nicht von heute auf morgen reparabel ist und dass ich denke, dass es nur langsam geht. Nur dann haben wir eine Chance, dass es funktioniert. Am 6.7. hatten wir unseren 10. Hochzeitstag und ich hatte tatsächlich wieder Hoffnung. Die letzten Wochen waren schön und ich habe die Zeit gemeinsam genossen. Leider macht er von heute auf morgen immer wieder alles kaputt, in dem er solche Aussetzer bekommt. Ich bin bereit es ihm alles zu zeigen, zu erklären, aber ich kann nicht 24 Stunden an seiner Seite stehen, um ihm zu zeigen, dass ich nichts "Böses" mache. Ich verstehe seine Ängste...er hat mich damals ein halbes Jahr nach der Hochzeit mit einer Arbeitskollegin betrogen und mir ging es damals nicht anders. Heute weiß ich nicht mehr, wie ich das geschafft habe, darüber hinweg zu kommen. Danach kamen noch das Kind und das Haus...irgendwie ging es. Es war hart, aber ich habe damals nicht aufgeben und immer wieder meine schlechten Gedanken weggeschoben...

      Was meint ihr? Macht es noch Sinn? Mache ich Fehler??? Ich bin gerade einfach so ratlos. Wir haben heute unsere Tochter gemeinsam aus den Reiterferien abgeholt und ich habe nochmal versucht mit ihm zu sprechen. Es macht mich langsam kaputt und es tut immer wieder einfach nur weh...

      Ich bin für jeden Rat dankbar. Bitte aber keine Beschuldigungen in der Art "bist du selber schuld". Ich habe bereits genug zu kämpfen :-(

      • Sorry, erst Zweifel im Juli 2016..

        Sorry für mich klingt das nach etwas, was einen endgültigen Schlussstrich braucht und keine Wiederbelebung.

        Mehr fällt mir dazu ehrlich gesagt nicht ein, denn ich bekomme beim Lesen Fluchtreflexe.

        LG

        • Vielen Dank für deinen Post. Flachreflexe wegen der Kontrolle oder warum? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich auch eigentlich nicht so kontrollieren lassen möchte. Ich weiß aber, dass ich es damals auch nur so geschafft habe, wieder vertrauen aufzubauen, deswegen habe ich bis zu einem bestimmten Maß auch Verständnis dafür. Ich komme aber immer wieder an den Punkt, dass ich einfach keine Chance habe...

          • Ja. Er kontrolliert und du verbiegst dich wie eine Schlangenfrau, damit er nur keinen Anlass hat auszuticken.

            Ich meine, eine Szene, weil besetzt war?? Geht es noch?

            Ihr habt eine völlig zerstörte Vertrauensebene. Das würde eine Beziehung mit Machtspielen, Unterdrückung, Kontrolle und Selbstaufgabe werden. Das ist nicht nur für euch total ungesund sondern auch eine Katastrophe, die ihr eurem Kind vorlebt.

            LG

      Wenn du schon in ei er Gesprächstherapie bist, wäre doch eine Paartherapie eine Überlegung wert. Da könnt ihr beide eure Erwartungen und Ängste formulieren. Wenn ihm wirklich an dem Erhalt eurer Ehe liegt, wird er sich bestimmt auch darauf einlassen.... Wenn er das nicht möchte, weißt du wenigstens wo du dran bist.Du hast das schon richtig erkannt: um eine Beziehung zu kitten braucht es viel Zeit

      Ich drücke Dir die Daumen, dass es am Ende gut für Deine Tochter u Dich endet...egal wie die Sache ausgehen mag

      • Meine Therapeutin hat auch schon mehrere Male davon gesprochen, dass man das machen sollte, habe ich mehrfach angebracht. Am Ende der Beziehung war ich selber dazu nicht gewillt, weil ich dachte, dass ein Außenstehender uns gar nicht bewerten kann. Durch meine eigene Therapie sehe ich das mittlerweile anders. Er hat selber im Februar eine Therapie angefangen, diese aber abgebrochen, weil es anscheinend für ihn unangenehm wurde und die Dame ihm nicht nach dem Mund geredet hat. Seitdem möchte er keine Therapie mehr...weder alleine noch gemeinsam...wie gesagt, so langsam gehen mir die Ideen aus und ich muss vielleicht einfach wirklich und letztendlich einen Schlussstrich ziehen um irgendwann wieder ein normales Leben führen zu können. So wie ist gerade ist, macht es uns beide kaputt...

    Deine Therapeutin tut mir ein wenig leid. ;-)

    Okay, ich sag Dir mal was und Du sagst mir dann, ob das zutreffen könnte.
    Du hast Dich ja nach der Trennung stark verändert. Anpassungsstörung. Dir geht es schlecht, Du bist unsicher und ängstlich, alles fühlt sich gefährlich an. Du könntest einen Fehler machen oder eine schwerwiegende falsche Entscheidung treffen.
    Gleichzeitig weisst Du ja, wie Du während der Zeit mit Deinem Mann warst, also wie lebenslustig, entscheidungsfreudig, selbstbewusst. Da ging es Dir gut, alles was sicher und in geregelten Bahnen.

    Besteht die Möglichkeit, dass Du hoffst, dass Du wieder so wirst, wenn Du die Beziehung mit dem Ex wieder in Ordnung bringen kannst?

    • Da könntest du leider Recht mit haben! Das muss ich mir wahrscheinlich so langsam eingestehen!

      • Sprich die Therapeutin mal drauf an ob sie das als Möglichkeit auch schon erwogen hat, dann könnt ihr besser weiter arbeiten.

        Übrigens sieht meistens eine Sache, die man verliert (hier eine Beziehung) nur so aus, als verliert man etwas Wichtiges. Später merkt man oft, dass man viel wichtigere Dinge dazu gewonnen hat. Ich bin sehr sicher, dass Du zu dieser Erkenntnis auch noch kommst, wenn Du Dich wieder gefunden hast. :-)

Also ich bin echt ein Freund davon, um eine langjährige Ehe zu kämpfen und nicht gleich aufzugeben. Aber wenn man deinen Text lese, bekommt man ja fast Beklemmungen. Ich denke, ihr solltet es lieber lassen. Zum einen wäre für mich eh schon der Ofen aus gewesen, wenn mein Mann mich ein halbes Jahr nach der Hochzeit betrogen hätte. Aber gut, du hast im offensichtlich verziehen. Interessant ist, dass er jetzt so eifersüchtig ist. Mir würde sein Kontrollwahn Angst machen. Das ist schon krankhaft. Mir tut auch euer Kind leid. Sie ist mit ihren 8 Jahren alt genug, um euer Verhalten mit voller Wucht mitzubekommen. Das ist nicht gesund für eine Kinderseele. Das ewige Hin und Her, Kinder brauchen einen Anker und Beständigkeit und keine Eltern, die sich immer wieder zoffen und einer den anderen krankhaft kontrolliert. Wenn überhaupt hättet ihr aus meiner Sicht nur eine Chance, wenn ihr zu einer Eheberatung/Therapie geht. Aber wie gesagt, ich würde lieber dafür sorgen, in ruhige Fahrwasser ohne einander zu gelangen. ihr habt euch nun beide schon gegenseitig betrogen, das finde ich ehrlich gesagt auch bedenklich. Wie wollt ihr das alles je wieder kitten!!?

  • Hallo zusammen,

    erst einmal vielen Dank für eure Hilfe.

    Es gibt etwas Neues...am Samstag gab es noch einmal ein Gespräch, in dem er tatsächlich eingesehen hatte, dass er ein Problem hat und er sich wahrscheinlich doch Hilfe suchen wollte. Er wollte in Ruhe nachdenken und dann eine Entscheidung treffen.

    Seit Sonntag wurde ich dann komlett ignoriert. Montag morgen habe ich ihn angerufen und selber um ein Gespräch gebeten. Er war plötzlich ein ganz anderer Mensch...hat auf mich eingeredet, dass ich ihm nicht gut tue und niemals gut getan habe, dass ich nie ein warmherziger Mensch war (nach 13 Jahren Beziehung) etc. Er hat mir Dinge der letzten 18 Monate, die wir alle schon mehrfach durchgekaut haben, wieder aufs Brot geschmiert und mir dann am Ende sogar noch erzählt, dass er schon nach der Trennung eine andere Frau kennengelernt hat und mit ihr seit Wochen schreibt...ich habe ihn dann gefragt, ob Gefühle da sind, da sagte er "ich sage jetzt einfach mal Ja"...mir ist alles aus dem Gesicht gefallen. Er dreht am Rad, weil bei mir besetzt ist und dann sowas...ich glaube ihm das noch nicht mal, muss aber sagen, dass ich es einfach lächerlich finde, wenn er sich so etwas ausdenkt.

    Montag ging es mir echt schlecht und abends drehte sich alles in Wut...was habe ich unserer Tochter in der Hoffnung, dass wir es schaffen nur angetan. Ich habe immer wieder erwähnt, dass ich ihr nicht das zweite Mal den Boden unter den Füßen wegziehen möchte und dass das auf gar keinen Fall passieren darf...und jetzt??? Zwischendurch hatte sie mich schon gefragt, wann wir wieder bei Papa einziehen und ich habe ihr erklärt, dass der Papa und ich nicht zusammen sind, aber versuchen mehr Zeit miteinander zu verbringen....
    Ich bin eine Rabenmutter und es tut mir in der Seele weh!
    So ein mieses und dummes A....loch!!! Das schön an der ganzen Geschichte ist, dass er mir am Montag gesagt hat, ich sei krank und solle mir endlich einen richtig guten Therapeuten suchen, der mir endlich helfen kann!
    Was ist nur mit dem Menschen passiert, denn ich kenne und lieben gelernt habe.

    Womöglich greift der Spruch "Du vermisst die Person, die du kennengelernt hast, nicht die, die du verlassen hast" nun....
    Nun gut, ich akzeptiere das alles und versuche nun nach vorne zu schauen und den Mistkerl zu ignorieren....was besseres scheint es gerade nicht zu geben!
    Lg Melanie

    • Ich bin erleichtert, dass er dir sein wahres Gesicht gezeigt hat, bevor du wieder eingezogen bist.

      Zu allem Anderen bleibt nichts mehr zu sagen. Du hast das schon treffend analysiert.

      Alles Gute für dich!

      Liebe Melanie,

      auch wenn das echt starker Tobak ist, was er jetzt gebracht hat und wirklich unglaublich: Ich hoffe, du erkennst nach deinem Herzschmerz schnell, dass er dir mit seiner letzten Aktion echt einen Gefallen getan hat: du kannst jetzt frei sein und glücklich werden. Das ist doch ein Geschenk, oder? Auf so einen Menschen könnt ihr, du und deine Tochter, wirklich verzichten. Am besten sind ja echt die, die augenscheinlich ein wie auch immer geartetes psychisches Problem haben, aber den anderen einreden wollen, sie seien die Geisterfahrer.

      Alles gute für dich und deine Tochter!

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