Endlich Absprung geschafft!

    • (1) 28.08.17 - 14:20

      Hallo, alle miteinander.

      Ich poste mir hier jetzt einfach meinen Ärger von der Seele. Meinen Ärger über mich selbst, weil ich so lange diese "Beziehung" mitgemacht habe. Ich bin w, 42, alleinerziehend mit einem Kind. Ich war 1,5 Jahre mit einem Mann zusammen; Beziehung habe ich jetzt am Wochenende gecancelt. Die Woche davor waren wir noch zu dritt im Urlaub und da ist mir einfach der Kragen geplatzt.

      Der besagte Partner kann bspw. mein Auto nicht leiden. Ich fahre einen fabrikneuen Nissan Qashqai mit Vollausstattung. Seit ich das Auto habe, also seit etwa einem Jahr, nörgelt er nur an dem Auto rum: Billige Verarbeitung, Scheiß-Motor, Scheiß-Autohaus - alles dumm! Ich selbst bin mit meinem Auto hochzufrieden und auch mit meinem Autohaus. Dort habe ich mir auch eine Dachbox für den Urlaub gemietet, wir sind nämlich mit meinem Auto in den Urlaub gefahren. Sprit und Mietbox habe ich bezahlt, ebenso das Ferienhaus. Es gab von Anfang an nur Gemeckere vom tollen Partner: Die Dachbox ist Mist, angeblich falsch montiert, sie würde klappern und sei eh kaputt...blablabla...hat alles nicht gestimmt. Dann sind wir endlich gestartet und ich habe beschlossen, dass ich fahre, weil er mein Auto ja eh dumm findet. Nach 500km ging mir wegen Kopfschmerzen die Puste aus und er saß ans Steuer. Was passierte? Nur Gemeckere. Angeblich die Lenkung ausgeschlagen. Angeblich Motorengeräusche (das Auto hat 17 000km auf dem Buckel) und plötzlich fiel die Navi aus...das war noch nie! Er hat rumgeflucht und das Auto verteufelt. Ich habe daraufhin das Steuer wieder übernommen und die Navi funktioniere wie von Zauberhand wieder einwandfrei. Im Urlaub ging es dann weiter. Nur Gemotze übers Ferienhaus ("Drecksloch"), das ich gemietet hatte. Und er hat dauernd laut gerülpst und gefurzt, aber nicht einfach nur geknattert, sondern richtige "Donnerschläge". Beim Essen, beim Abspülen, auf der Couch, im Auto, im Bett. Vor meinem Kind (ist nicht sein Kind). Und dabei hat er dann immer noch so erleichtert gestöhnt. Ekelhaft...Ich habe ihm das gesagt - die Antwort: "Ich will kein Bauchweh haben. Was raus muss, muss raus." Außerdem sei er Handwerker und einfach gestrickt. Da könne man kein Niveau erwarten. Mahlzeit.

      Während des Urlaubs hat er mir dann noch den Stinkefinger vor meinem Kind gezeigt und er deutete mit dem Haustürschlüssel an, dass er damit den Lack meines Wagens zerkratzen würde, indem er mit dem Schlüssel ganz langsam über die Motorhaube fuhr.

      Da war für mich Ende. Mit Hängen und Würgen habe ich die verbleibenden Ferientage irgendwie abgesessen. Wir mussten dann noch 700km mit meinem Auto heimfahren; auch da wieder ständiges Genörgele über die angeblich schlechte Verarbeitung und dann sagte der Kerl noch, dass er gesehen habe, dass die Motor-Kontroll-Leuchte gebrannt habe; sicher würden wir jetzt mit Motorschaden liegen bleiben. Ich habe nur "Ja, ja" gesagt; das Auto war erst am Tag vor dem Urlaub in der Vollinspektion gewesen und ich hatte noch NIE Probleme mit dem Wagen - nur mit dem Kerl an meiner Seite.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Als wir endlich wieder in heimischen Landen angekommen waren, habe ich wortlos seinen Krempel ausgeladen und auf den Hof geknallt. Zum Glück wohnen wir nicht zusammen. Mein Kind sagte, als wir in unserer Wohnung angekommen waren: "Mama, unser Leben war ohne A. irgendwie schöner." Ja, nörgel- und furzfreier vor allem. Habe es gestern genossen: Wir sind totale Outdoorfreaks und unternehmen wahnsinnig gerne was spontan draußen. Meine Tochter und ich sind gestern einfach mit unserem Hund losgezogen und haben einen Abenteuerpfad erobert und sind danach noch gemütlich essen gegangen. Mit dem besagten Mann war das die letzten 1,5 Jahre kaum möglich: Dauernd befürchtete er Regen oder Unwetter oder Menschenmassen und wiegelte unsere Ausflugswünsche ab, und da er obendrein noch geizig ist, scheute er jegliche Unternehmung, die mit Geldausgaben (Essen gehen, Eintritte) zu tun hatten. Beim Urlaub war es ja eigentlich abgesprochen, dass ich Haus und Reisekosten bezahle, und er übernimmt Essen und ein Mal Essen gehen. Letzteres hat wie immer nicht stattgefunden. Ersteres war so lálá: Das meiste Geld hat er für Süßwaren ausgegeben, die er sich dann reingepfiffen hat. Als ich mal Pilze fürs Abendessen brauchte, durfte ich die schön selbst blechen. Ebenso anderes Gemüse. Und ebenso das Eis für mein Kind. Dass ich viele Lebensmittel von zuhause mitgebracht hatte und wir relativ wenig am Urlaubsort einkaufen mussten, hat er auch vergessen.

      Ich ärgere mich am allermeisten über mich selbst und darüber, dass ich so viel Zeit und Energie in diesen Mensch gesteckt habe. Denn eigentlich geht es mir ohne ihn extrem gut. Warum habe ich das also alles ausgehalten? Weil ich mir nicht wieder ein Scheitern eingestehen wollte. Und weil ich endlich mal einer Beziehung die Chance für ein Wachstum geben wollte - früher habe ich immer gleich alles hingeschmissen im Stil von: "Boah, brauch ich nicht. Weg mit Dir." Mit diesem Mann gab es kaum Entwicklungsmöglichkeiten. Ich hab's gemerkt und trotzdem erst mal den Ball flach gehalten und viele, viele sinnlose Diskussionen geführt.

      Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Bin selbst Schuld.

      Danke fürs Lesen.

      Hui ich wäre da nicht so geduldig gewesen und hätte ihn spätestens auf der Rückreise am Parkplatz "vergessen". :-D

      • *lach* Ich war drauf und dran, ihm ein Zugticket gen Heimat zu besorgen, ihn zum Bahnhof zu fahren und "Leb wohl" zu rufen.

        • Du hättest ihm noch das Zugticket bezahlt? Du musst echt noch an Dir arbeiten. :-D So einen stellt man mit seinem Gepäck maximal vor dem Bahnhof ab.
          Tipp fürs nächste Mal: Jemand der dauernd an meinem Auto rummotzt bekommt eine deutliche Ansage, dass er gerne noch ein negatives Wort darüber verlieren kann und dann nie wieder mit dem Auto mitfahren braucht.

          Ein wenig Toleranz ist ja gut und schön, mag sein, dass Du davon bisher zu wenig hattest. Oder Du hast ein Händchen für die falschen Männer und dachtest diesmal, zu zögerst es noch ein wenig raus, vielleicht wird es ja besser. Vielleicht hilft es ja, Dir den nächsten Mann erst einmal wirklich längere Zeit in Ruhe anzusehen. Er sollte sich ein wenig an Dein Leben anpassen können und Du Dich völlig problemlos an seines. Dann fühlt es sich auch bestimmt richtig an und dann kannst Du so langsam Deine Tochter involvieren.

          • Hallo...Danke für Deine Zeilen. Ich war vor dieser Beziehung mehr als 5 Jahre solo und mir ging es super damit, gleichzeitig dachte ich aber, ich würde mein cooles Leben auch gerne wieder mit einem Mann teilen. Aus der Vergangenheit weiß ich aber, dass ich nicht sonderlich tolerant und geduldig bin und eher von der Sorte: "Ne, ne...brauch ich nicht. Weg damit". Irgendwie macht solch eine Einstellung das Leben leichter, da man wenig Herzschmerz hat. Andererseits ist man auch irgendwie unerreichbar. Ich hatte mir jetzt einfach vorgenommen, geduldiger zu sein und nicht immer gleich wegzulaufen. Wir haben aber wirklich über so viele Basics grundlegend diskutiert?! Was für mich völlig normal ist, war für mein Gegenüber immer und immer wieder nicht nachvollziehbar. Er hat sich bspw. meistens bei uns aufgehalten, das ganze Wochenende, und ich koche gerne und gut. Er kam, setzte sich immer an den gedeckten Tisch, hat gegessen und getrunken. Es kam weder ein "Danke", geschweigedenn mal ein Lob oder Kompliment. Wenn ich das angesprochen habe, kam als Antwort: "Mich lobt auch niemand". Hä? Er meinte dann irgendwann, dass er kein Loben kenne und das auch nicht wolle. Was meine Tochter nicht daran hinderte, unsere Tischgewohnheiten weiter fortzuführen und ab und an mal ein Lob fürs Essen auszusprechen ("Mama, das schmeckt echt prima" oder "Das Grillen hat Spaß gemacht"). Was war das Fazit? Er hat die Augen verdreht und theatralisch mit den Händen in der Luft rumgefuchtelt und ein sarkastisch vorgetragenes "Lob" runtergebetet, mit stets genervtem Unterton. Ich habe nach einem Jahr dann mal angeregt, dass er doch, wenn er wochenends kommt, auch mal Lebensmittel/Zutaten mitbringen könnte, da immer nur ich diejenige bin, die für volle Teller und vollen Kühlschrank sorgt. Ich kenne es so, dass der, der zu Gast ist, einfach auch mal fragt, was denn geplant ist und ob was mitgebracht werden könne. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass ich ihm das ja einfach sagen kann, und er geht ja eh einkaufen und könnte ja mal was mitbringen. Ein Kasten Sprudel oder mal Fleisch zum Grillen. Umsetzung gleich null. Er hat entweder Süßkram mitgebracht, oder eine Dose Erdnüsse, oder Würstchen im Speckmantel, die eingeschweißten. Jedes Wochenende. Eine der drei Sachen. Er hat dann immer mehrmals versprochen, dass wir ja bald essen gehen. Es hat nie stattgefunden. In eineinhalb Jahren Beziehung waren wir kein einziges Mal im Biergarten und auch in keiner Eisdiele. Wir sind nie frühstücken gegangen. An meinem Geburtstag letztes Jahr hatte er angekündigt, dass wir essen gehen. Es hat nicht stattgefunden. Bei unserem "Einjährigen" im Februar diesen Jahres habe ich nichts gesagt. Der "Jubiläumstag" kam - und ging. Und Tage später meinte er: "Wir hätten ja essen gehen können. Wir holen es nach". Nie passiert. Bei gemeinsamen Motorradtouren haben wir nie angehalten, um irgendwo was zu essen oder zu trinken. Er hatte für uns beide EINE Flasche Wasser und EINEN Müsliriegel dabei.

            Ne, das brauche ich nicht mehr. Mir geht es da alleine besser. Jetzt brauche ich erst mal Zeit, um das sacken zu lassen. Danke fürs Lesen.

            • Dieser Mann war nicht einfach nur "schwierig", er hat Dich schlicht nicht geschätzt. Da hilft Geduld gar nichts, das hast Du ja gemerkt. In Eurer Beziehung war es ein Geben und Nehmen.. Du hast gegeben, er hat genommen. Möge er mit seinem Geiz und seinem Egoismus irgendwann einsam sterben.

              Nein, so etwas brauchst Du nicht. Du brauchst jemanden, der Dich schätzt und der beispielsweise gerne für Dich kocht. Und der sich dann freut, wenn Du sein Essen lobst. Genauso, wie er sich freut und Dein Essen lobt, wenn Du kochst.

              Darum geht es. Lass es sacken und ich bleibe dabei, wenn Dir doch wieder jemand vor die Füsse stolpert, dann sieh zu, dass die Sache mit Geben und Nehmen auf Gegenseitigkeit beruht. Du hast nämlich total Recht, wenn man den Richtigen gefunden hat, muss man über die Basics nicht mehr diskutieren.

              • Hallo Witch. er kann wohl einfach nicht kochen, was für mich eigentlich kein Problem ist. Aber dann will ich anständig behandelt und wertgeschätzt werden. Wenn ich bei ihm war, gab es in der Regel Vesper. Oder Aluschalen-Essen von einem Fertiglieferanten. Eine Schale für zwei. Zu Ostern wünschte ich mir einen Brunch in einem Seerestaurant in unserer Nähe. Er kam nicht in die Pötte. Also habe ich gebucht - und natürlich auch bezahlt. Wenn ich zu ihm kam, habe ich immer irgendwas mitgebracht. Tomaten oder Kartoffeln vom Bauern, ein Käse vom Hofladen usw. Kein Danke. Nichts.

                Echt anstrengend. Ich habe ihn oft gelobt, dafür, wie er seinen Garten in Schuss hält, wie er sein Büro umgebaut hat. Wirklich alles perfekt gemacht. Ich mag das an einem Mann und kann das auch ausdrücken. Ich kann auch sagen: "Ich finde Dich total heiß in Deinem Handwerker-Outfit." Hab ich alles gemacht. Es kam nie was zurück. Doch - sein bester Freund hat wohl hinter meinem Rücken gesagt, dass ich nicht gut genug aussehen würde. DAS konnte er mir wiederum erzählen. Oh Mann! Bin so froh!

                • Nicht kochen können ist keine Ausrede. Jeder Mensch kann zumindest sofort lernen, wie man ein hartgekochtes Ei zum Frühstück macht. Wenn er will. Und das wäre eine Geste gewesen.

                  Bei jedem Posting von Dir bin ich mit-froh, dass Du den los bist, ehrlich. :-p

    Gut gemacht!!

    Wie hat er denn darauf reagiert, dass du Schluss gemacht hast?

    LG

    • Hallo Küstenqueen :-)

      wie immer voller Zynismus, wie ein angeschossenes Wildtier. Ich wäre ja angeblich perfekt, würde nur Fehler beim anderen suchen, würde denken, ich sei was Besseres. Sorry - viel suchen musste ich gar nicht...er hat mir die Steilvorlagen fast täglich geliefert, auch nach etlichen Besprechungen. Ich habe mich auch für die guten Sachen bedankt und das sehr aufrichtig. Dass er mir hin und wieder handwerklich geholfen hat - dass er dabei stets genervt war und gejammert hat, dass er in der Zeit ja bei sich nichts erledigen kann, habe ich diskret unter den Tisch fallen lassen. Er hat auch ab und an auf meinen Hund aufgepasst und das hat er wirklich gut gemacht - wobei mein Hund nicht sonderlich anspruchsvoll in der Betreuung ist. Egal. Ich habe auch das Gute betont und auf die Sticheleien nicht reagiert und eine Endlos-Diskussion nicht aufkommen lassen.

      • Wer weiß, was für einen Lebensfrust er mit sich rumträgt. Misanthrop und stolz darauf.... oder verbunden mit Neid und einem Minderwertigkeitskomplex.

        Wer weiß.... schön, dass dein Verstand über deine Gefühle gesiegt hat.

        LG

Hallo.

Bisschen viel Klischee auf einmal ...

... von der bedürftigen, untervögelten Alleinerziehenden, die sich wirklich jeden Vollpfosten ans Bein bindet ... bis hin zum niveaulosen Vollproleten, der mit dem D-Zug durch die gute Kinderstube gerauscht ist ... eben weil er nur ein einfach gestrickter Handwerker ist ...

... aber durchaus amüsant geschrieben ...

... und völlig irrelevant, ob echt oder Fake ... Hauptsache die kleinen Urbia-Frauchen, die sich alles gefallen lassen, nehmen sich ein Beispiel und ziehen wie Du "schon" nach 1,5 Jahren endlich die Reißleine.

LG

  • Liebe Rebekka.

    Den Satz mit "bedürftig und untervögelte Alleinerziehende verstehe ich nicht ganz. Alleinerziehend ja. Bedürftig? Finanziell? Nö. Untervögelt? Irgendwie auch nicht :-p

    Klischeebehaftete Beschreibung: Stimmt. In allen Bereichen. Leider kein Fake. So viel Phantasie habe ich leider nicht.

    Hier steckt für mich durchaus ein Lernprozess drin, den ich trotz allem Frohmut sehr ernst nehme. Ich gebe nicht nur meinem Ex-Gegenüber die Schuld, sondern ich trage auch Verantwortung dafür, dass es lief, wie es lief. Natürlich stelle ich mir die Frage, warum es lief, wie es lief. Die Antwort kann ich mir ziemlich nüchtern hinter die Ohren schreiben: Angst vor Ablehnung. Und der Wunsch, einfach mal anzukommen. Leider den falschen "Ruhepol" ausgesucht, aber eben da liegt die Erkenntnis und der Lernprozess. Und ich habe das volle Ablehnungsprogramm serviert bekommen. Also: Seelenärmel hochkrempeln und ran ans Werk. Wo die Angst ist, ist der Weg.

    Irgendwann gehen einem die Worte aus, die man für die ganze Schönrederei herangezogen hat. Und irgendwann erkennt man, dass es einfach nicht schön ist, was da stattfindet. Diese Erkenntnis tat auch mir doll weh, denn ganz abgebrüht bin ich nicht. Und eine Trennung ist auch für mich ein Prozess, der irgendwann beginnt, den man umzulenken/zu stoppen versucht, aber irgendwann steht man eben doch am Ende. Aber jetzt geht es wieder ins Tun und ins Handeln und nicht ins Verharren in der Schockstarre. Gefahr erkannt (schon länger), Gefahr gebannt. Lieber so, als Jahre lang leiden. Und lieber mit einer Prise Humor gewürzt, als mit einer Extrapackung Depression.

    Herzliche Grüße. Moccagina

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